Blogevent XXXIII: Aphrodisische Gaumenfreuden === Akt I: Jakobsmuscheln mit Kapern-Sultaninen-Sauce

Akt I

Jakobsmuschel_blumenkohl_rosinenkap

Der erste Akt unseres aphrodisischen Mahls stammt aus Johanna Maiers "Mein Kochbuch", einem wunderbaren, ja geradezu "rührenden" Buch.

Wie es sich für den allerersten Akt gehört, ging ich jungfräulich in dieses Abenteuer. Jakobsmuscheln, auch Pilgermuschel genannt, hatte ich noch nicht gegessen und war natürlich aufgeregt, gespannt-neugierig, voller Lust auf diese kleinen Dinger. Wie allen Weich- und Schalentieren, die aus dem Meer stammen, wird ihnen ein hoher, aphrodisischer Wert nachgesagt.

Meer_mit_ohne_jakobsmuschel 

Die Zubereitung der Vorspeise war einfach. Die Sauce wurde bereits am Vortag hergestellt, was ihr gut bekam. Sie war durchgezogen und schmeckte einfach  hervorragend. Stimmig, kräftig, fruchtig, würzig. Für den Happen Blumenkohl und die ziemlich neutral schmeckende Jakobsmuschel (laut Herrn Schnuppschnüss) vielleicht einen Hauch zu intensiv. 

Der gebratene Blumenkohl war eine Wucht. So werde ich dieses Gemüse noch öfter zubereiten, es war sehr schmackhaft und sah toll aus.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Jakobsmuscheln mit Kapern-Sultaninen-Sauce
Kategorien: Jakobsmuschel, Kapern, Sutaninen, Sauce
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H FÜR DIE SAUCE
100 Gramm Sultaninen
100 Gramm Kapern
200 ml Wasser
75 Gramm Butter
Muskatnuss, frisch gerieben
1/2 Essl. Balsamico-Essig
Pfeffer
H FÜR DIE MUSCHELN
4-8 Jakobsmuscheln
Salz
Cayennepfeffer
1 Essl. Öl
1 Essl. Butter
1 Blumenkohl, klein
50 Gramm Butter
4 Kapernäpfel

Quelle

Rezept modifiziert.
Original: Johanne Maier "Mein Kochbuch"
ISBN: 978-3-89910-371-7
Erfasst *RK* 10.04.2008 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Für die Sauce Sultaninen und Kapern mit Wasser aufkochen und 10 Minuten simmern lassen. Anschließend Butter zugeben und mit geriebener Muskatnuss, Essig und Pfeffer im Mixer pürieren(JH: Eventuell noch einen Hauch Salz zufügen, aber vorher unbedingt probieren). Durch ein Sieb zu einer glatten Sauce pürieren.

Die Muscheln öffnen und das Muschelfleisch vorsichtig herauslösen. Das Fleisch mit kaltem Wasser säubern und abtrocknen. Mit Salz und Cayennepfeffer würzen und in einer Öl-Butter-Mischung etwa 3 Minuten beidseitig goldbraun braten. Blumenkohl in dünne Scheiben schneiden und in Butter ebenfalls goldbraun und bissfest braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Sauce auf den Tellern verteilen udn die Jakobsmuscheln darauf legen. Mit Blumenkohl und Kapernapfel garnieren.

=====

Die Jakobsmuscheln… da kann ich nur vermelden, dass ich leider Jungfrau bleiben musste. Sie wanderten zwar über meine Lippen, zumindest der erste Bissen, aber bis in den Magen gelangten sie nicht. Detaillierte Schilderungen erspare ich den empfindlicheren Naturen unter den Lesern, nur soviel als Fazit: ich mag keine Jakobsmuscheln.

Zur Ehrenrettung dieser kleinen Meeresfrüchtchen muss ich aber hinzufügen, dass mir einmal von Miesmuscheln entsetzlich schlecht wurde und ich seither keine wie auch immer gearteten Vertreter dieser Spezies gegessen habe. Dabei wird es wohl auch bleiben.

Verständlich, dass nach diesem etwas enttäuschenden Auftakt (Frau Maier kann nichts dafür, die Sauce war wirklich traumhaft, nur die Kombination nicht) noch Hoffnung auf Steigerung bestand. Also pilgerte ich in Richtung Küche und kümmerte mich darum, dass die Sonne wieder am Himmel der Liebenden aufgehen möge.

Sonnenaufgang_ber_der_medina_von_fe 

Akt II

folgt morgen…

9 Antworten auf „Blogevent XXXIII: Aphrodisische Gaumenfreuden === Akt I: Jakobsmuscheln mit Kapern-Sultaninen-Sauce“

  1. @Barbara:
    ehrlich gesagt: Nein. Ich habe fettreduzierte Mayo aus dem Glas genommen – das musste bestraft werden. Aber mein Mann futtert die Dinger munter und ihm schmecken sie. Was drin ist, merkt man aber wirklich nicht. Sein angewidertes Gesicht, als ich es ihm gestanden habe, war Gold wert…
    @Hedonistin:
    ich fühle mich geehrt! Wer darf schon hoffen, mit der Bäckerblume konkurrieren zu dürfen.
    @lamiacucina:
    leg‘ schon mal die Taschentücher bereit – Du wirst sie sicher benötigen.
    @Bolli:
    Danke, meinem Mann hat’s auch geschmeckt. Für Gäste ist das bestimmt ein schönes Gericht. Ich kann dann ja ins Restaurant ausweichen 😉

  2. spannend. Aber zum Schluss hätte ich dann gerne ein klassisches happy-end, wo sich die Protagonisten endlich finden und sich der Zuschauer verstohlen ein Tränchen wegwischen muss.

  3. Das sind ja höchst dramatische Entwicklungen! Ich harre des nächsten Akts gespannter als damals der nächsten Folge des Liebesfortsetzungsromans in der Bäckerblume – und das will was heißen. 🙂

  4. @Sivie:
    ja, Norbert haben sie gut geschmeckt. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke…
    @Barbara:
    Freut mich, dass es Dir gefällt. Die Sauce ist wirklich toll. Zu Fisch stelle ich sie mir gut vor, ebenso zu Geflügel.

  5. 🙂
    Schön zu lesen, auch enorm, welche Mühe Du Dir gemacht hast mit den passenden Fotos!
    Für mich auch schön zu schmecken, ich mag nämlich Jakobsmuscheln. Lieber ziemlich pur, ehrlich gesagt. Wenn sie richtig frisch sind, kann ich mir auch vorstellen, dass die (sonst sehr lecker klingende) Sauce dominiert.

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