Teil 4: Dreistöckige Torte zur Goldhochzeit meiner Eltern – BAUMKUCHEN (M/TM) – unterer Boden

Den Baumkuchen habe ich, wie alle anderen Kuchen auch, vor dem Fest sicherheitshalber einmal zur Probe gebacken. Er sollte die untere, größte Etage des Kuchens repräsentieren. Die drei Etagen sollten 35 cm, 25 cm und 15 cm im Durchmesser sein.

Baumkuchen_anschnitt 

An ’nem schönen, blauen  Sonntag lag kein toter Mann am Strand, sondern ich lag abends gramgebeugt, aber auch dekorativ hingeflossen, über der Arbeitsplatte in der Küche mit der miesesten Laune aller Zeiten und ich hätte den Kuchen am liebsten aus dem Fenster geworfen – nachdem ich FÜNF Stunden Baumkuchen vorbereitet, gebacken und gefüllt hatte. Norbert, der sensiblere von uns beiden, fiel einfach in Ohnmacht:

Norbert_traumhaft 

Das Schärfste (und ich danke meinem Schicksal hiermit ausdrücklich):

Ich hatte mich mit der Form vertan und die im Durchmesser 30 cm große gegriffen. Wo wäre das geendet, wenn ich die richtige Form genommen hätte? Das Rezept muss zweimal zubereitet werden – welche Küchenmaschine verarbeitet schon 24 Eier auf einen Streich?

Eier 

Bei der 35er Form hätte ich das Rezept bestimmt dreimal machen müssen… uff!

Also wurde die endgültige Torte ein wenig kleiner als geplant: in einer Größe von 30 cm, 25 cm und 20 cm im Durchmesser wurden die Etagen gebacken.

Der Baumkuchen sieht wirklich toll aus, wenn man ihn anschneidet. Je dünner die Schichten, desto edler. Aber diese Arbeit…

Baumkuchen_stck_2 

Seltsamerweise hat das zweite Backen für die endgültige Torte dann nicht mehr so lange gedauert. Drei Stunden mit Vor- und Nachbereitungen haben mich mit dem Leckerchen versöhnt.

Von der Konsistenz her könnte man ihn, wie bei Baumkuchen üblich, als ein wenig trocken bezeichnen. Da hilft es, wenn man darauf achtet, dass die Torte beim Verzehr Zimmertemperatur hat. Aber geschmacklich ist der Kuchen hervorragend und er lässt sich tagelang gekühlt aufbewahren.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Dreistöckige Torte zur Goldhochzeit – Baumkuchen (M/TM)
Kategorien: Torte, Goldhochzeit, Baum-, Schichtkuchen, Sachertorte
Menge: 100 Kleine Portionen à 2,5 x 5 cm

Zutaten

H ACHTUNG
Das Rezept für den Teig zweimal nacheinander
Zubereiten und backen
H UNTERER BODEN – TEIG
2 Biozitronen
280 Gramm Butter, weich
70 Gramm Grand Marnier
1 Pack. Bourbon-Vanille-Zucker
12 Eigelb (Größe L)
12 Eiweiß (Größe L)
1 Prise Salz
260 Gramm Feiner Zucker
140 Gramm Weizenmehl
140 Gramm Speisestärke
H FÜLLUNG
1 Glas Johannisbeergelee mit Vanille
200 Gramm Marzipanrohmasse
45 Gramm Amaretto-Likör
1 Prise Salz
H BUTTERCREME-ICING
125 Gramm Butter, weich
1-2 Essl. Milch oder Wasser
375 Gramm Puderzucker
1 Prise Salz
Aroma nach Geschmack
H FONDANTÜBERZUG
800 Gramm Fondant; ca.
Farbe nach Belieben
Bäckerstärke oder Puderzucker zum Ausrollen

Quelle

Rezept modifiziert.
"Dr. Oetker – Hochzeitstorten"
ISBN: 978-3-7670-1007-9
Erfasst *RK* 01.07.2008 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Die oben angegebene Zutatenmenge entspricht einem von zwei Baumkuchenböden. Bitte für den Einkauf die Mengenangaben verdoppeln!

Eine Backform von 30 cm/12 inches Durchmesser mit Backtrennspray aussprühen.

Die Zitronen heiß abspülen und trocken tupfen. Zitronenschale abreiben. In der Küchenmaschine Butter schaumig rühren, Eigelb nach und nach unterrühren, Zitronenschale, Likör, Vanille-Zucker zufügen und schaumig schlagen.

Eiweiß, Salz und Zucker in 4 Minuten steif schlagen. Mehl und Speisestärke mischen.

Ein Drittel Eischnee mit dem Mehlgemisch unter die Buttermischung rühren. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und mit einem Teigschaber vorsichtig alle Zutaten unterheben. Backofengrill vorheizen.

Jeweils ca. 90-100 g Teig in die Backform füllen und unter den Backofengrill (270°) schieben. In etwa 2 Minuten braun backen.

Den Teig Schicht um Schicht auf den heißen, gebackenen Kuchen streichen und backen, bis der Teig verbraucht ist. Bei jeder neuen Schicht die Backform um ein Viertel im Uhrzeigersinn drehen, damit die Böden gleichmäßig bräunen. Wenn der Teig verbraucht ist, Baumkuchen aus der Form holen und auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

Das gleiche Vorgehen nochmals wiederholen.

Marzipan, Salz und Likör im Thermomix sämig rühren. Einen Boden dünn mit erhitztem Johannisbeergelee und mit der Marzipanmasse bestreichen. Böden aufeinander setzen, den oberen Rand des Kuchens ein wenig "abrunden" (Messer im 45°-Winkel halten und immer am Rand entlang ein wenig vom Kuchen abschneiden), damit später das Fondant nicht bricht. In eine gut schließende Tortenform geben und im Kühlschrank aufbewahren.

Am nächsten Tag aus den Zutaten für das Icing eine Buttercreme herstellen. Die Butter schaumig schlagen, den gesiebten Puderzucker und die Flüssigkeit zufügen und so lange schlagen, bis eine streichfähige, nicht zu weiche Masse entstanden ist. Den Kuchen damit so bestreichen, dass er eine möglichst glatte Oberfläche bekommt. Eventuell Kuchen erst dünn einstreichen, um Krümel zu binden, in den Kühlschrank stellen, bis das Icing fest ist und dann endgültig mit Icing beziehen.

Fondant nach Belieben färben und auf ca. 3 mm Dicke ausrollen. Das geht am besten mit einer Silikonrolle. Vorher den Durchmesser des Kuchens und 2 mal die Höhe addieren, um den Durchmesser der Fondantplatte zu ermitteln (Durchmesser des Kuchens: 30 cm; Höhe des Kuchens: 7 cm; Durchmesser der Fondantplatte: 30 + 2×7 = 44 cm). Während des Ausrollens die Fondantplatte immer wieder anheben, um eine viertel Drehung bewegen und darauf achten, dass genügend Bäckerstärke oder Puderzucker darunter liegt.

Fondantplatte um die Silikonrolle wickeln, so zum Kuchen transportieren und über dem Kuchen abrollen. Darauf achten, dass die Fondantscheibe den Kuchen ganz umschließt. Korrigieren, indem man die Platte vorsichtig anhebt (Ringe ausziehen!!) und richtig positioniert. Vorsichtig das Fondant glätten und mit einem Pizzaschneider am unteren Rand entlang abschneiden.

Kuchen nochmals glätten (eventuell mit einem speziellen Glätter für Fondant) und dann 12 Stunden bei Zimmertemperatur antrocknen lassen.

FERTIGSTELLEN:

Wenn alle Kuchen gebacken und getrocknet sind, zum Stapeln in den unteren Boden Holzstäbchen oder nicht flexible Trinkhalme stecken, die bis zum oberen Rand des Kuchens reichen, damit das Gewicht des aufliegenden Kuchens besser gehalten werden kann. Dazu ist es nötig, dass der mittlere Boden auf einem Tortenteller aufliegen. Den kann man sich günstig aus Windowcolor- oder Mobilefolie zuschneiden.

Marzipan-, Gum Paste- oder Fondantrosen herstellen, um den Kuchen zu verzieren. Ich habe Rosen aus Gum Paste hergestellt. Hier sind aber der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt. Die Rosen kann man schon Tage zuvor herstellen, die Fondant- und Gum Paste-Rosen sind in getrocknetem Zustand unbegrenzt haltbar. Allerdings sind sie zwar essbar, aber sie schmecken einfach nur süß und stauben vor Trockenheit. Marzipanrosen werden zwar etwas trocken, aber man kann sie noch verzehren und auch das Schneiden des Kuchens ist einfacher. Die Gum Paste Rosen musste ich vom Kuchen heben, um ihn schneiden zu können.

Viel Zeit für die Herstellung einplanen! Meine Rosen bestanden aus 17 Einzelteilen und ich habe mich bei der Herstellung der 70 Rosen schwer mit der Zeit verschätzt. Am besten fängt man sofort an zu basteln, sobald man weiß, dass eine Torte mit Rosen hergestellt werden soll. Beranbaum rät in ihrer Cake-Bible, mit der Herstellung der Rosen zu beginnen, wenn man die Verlobung verkündet – ich weiß jetzt, was sie damit gemeint hat.

ANMERKUNGEN: Kuchen, der mit Fondant bezogen ist, keinesfalls in den Kühlschrank stellen. Der Zucker zieht Feuchtigkeit an und das Fondant verliert die Form.

Der Überzug aus Icing und Fondant ist unheimlich süß und knirscht zwischen den Zähnen. Wer das nicht mag, sollte eventuell einen anderen Überzug verwenden. Allerdings sieht Fondant einfach toll aus und man kann die Oberfläche schön glatt gestalten.

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Fortsetzung: Teil 5

8 Antworten auf „Teil 4: Dreistöckige Torte zur Goldhochzeit meiner Eltern – BAUMKUCHEN (M/TM) – unterer Boden“

  1. Wunderbar, der Baumkuchen.
    Und sie zeigt uns die fertige Torte einfach nicht!!!!
    Jutta, hast du mal die Stunden gezählt, die du insgesamt gebraucht hast?

  2. Wow, Jutta, ich kann mich den anderen Kommentatorinnen nur anschließen: Wahnsinnsarbeit und köstlicher Bericht. 🙂
    Bin gespannt auf das Foto der kompletten Torte…

  3. Toll, was Du da gezaubert hast, auch wenn es nicht mit einem Zauberspruch zu beschwören war.
    Und Dein Bericht war auch wieder köstlich.
    Der dahingesunkene Herr S. ist hoffentlich rechtzeitig zur Feier wieder aus seiner Ohnmacht erwacht. 😉

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