Teil 6: Dreistöckige Hochzeitstorte zur Goldhochzeit meiner Eltern – dekorieren, transportieren, stapeln – Die Torte ist fertig!!!

26.06.2008 – Donnerstag:

Morgens machte ich mich auf den Weg nach Mönchengladbach. Der Wagen (ein Kombi!) platzte aus allen Nähten. Ich hatte fast den gesamten Küchenbedarf eingepackt (leider nicht die Kenwood-Küchenmaschine, weil im April der Ballonbesen brach und der Laden, in dem wir das Gerät gekauft haben, nicht in der Lage war, innerhalb von zwei Monaten Ersatz zu liefern, obwohl das Kuchenprojekt bekannt war – unglaublich ärgerlich!!!), die KitchenAid, die Rosen, ein Fondantbild meiner Eltern nach diesem Foto

Ma_und_pa_in_jung_und_verliebt1

und natürlich – die Torten

Kuchenturm_goldhochzeit

An diesem Donnerstag wurden alle benötigten Materialien im Keller von Schwester Susanne und Schwager Jörg deponiert

Gh_susanne_und_jrg

und ich ging erst mal auf Rutsch: Freundin Resi wurde besucht, das Hotelzimmer bezogen und dann Susannes 40. Geburtstag gemütlich gefeiert, für den ich KEINE Torte gebacken habe. Am nächsten Tag begann die ganz heiße Phase.

27.06.2008 – Freitag

Als ich morgens um 10.00 Uhr bei meiner Schwester eintrudelte, die mir ihre Küche zur Verfügung stellte, war ich noch der Ansicht, dass ich spätestens nachmittags drei Kreuzzeichen über der Torte machen kann, um sie abzusegnen. 14 Stunden später wusste ich, dass diese Ansicht als irrig bezeichnet werden konnte.

Zunächst wurden die drei Torten mit einer dünnen Schicht Buttercreme-Icing bezogen. Einerseits, um Krümel zu binden, andererseits, um die Oberfläche ein wenig zu glätten. Nach circa einer halben Stunde im Kühlschrank war die Butter-Zucker-Masse fest. Nun kam eine zweite, dickere Schicht Icing auf die Torte, um ein möglichst glattes Niveau herzustellen, auf dem die Fondantplatte liegen sollte.

Gh_tortenparade_icingberzug

Das Fondant habe ich nicht selbst hergestellt, sondern in der Farbe Champagner gekauft (ratet mal, wo?). Beim Verarbeiten bemerkte ich aber, dass die Masse sehr weich ist. Deshalb habe ich sie mit einem Drittel weißen Fondants verknetet. Die Farbe war nun ein wenig heller, aber das Fondant prima zu verarbeiten.

Während das Fondant ein wenig antrocknete, habe ich mit einem speziellen Dekordrücker Muster in die Ränder der Torten gedrückt. Royal Icing wurde hergestellt und kleine Punkte entlang der Hilfslinien aufgespritzt.

Gh_verzierung_pnktchen

Diese Verzierung hat mehr als drei Stunden gedauert. Abends um 18.00 Uhr war das endlich geschafft.

Gh_punkte_fertig

Der untere Boden wurde mit Stützen aus Plastiktrinkhalmen versehen, da er das Gewicht der beiden anderen Torten tragen musste. Dafür war es  nötig, dass der mittlere Boden auf einer möglichst dünnen, aber trotzdem stabilen Tortenplatte ruhte. Die hat mein Mann aus Windowcolorfolie zugeschnitten – perfekt für den Anlass und günstig in der Anschaffung!

Gh_trinkhalme

Da der Baumkuchen auf einem  Dekorteller aufsaß (den wir mit Montageband auf einer Platte mit kleinem Fuß befestigt hatten), konnte dieser schon komplett dekoriert werden. Um den unteren Rand der Torte habe ich noch kleine perlmuttfarbene Zuckerperlen geklebt. Irgendwann habe ich gedacht, dass jemand die Perlen immer wieder wegnimmt, weil es einfach kein Ende nahm. Im übrigen hätte ich mir diese Arbeit auch sparen können, weil sie nach dem Aufkleben der Blüten ohnehin nicht mehr zu sehen waren – heul!

Gh_ankleben_der_letzten_rose_baumku

Nun fuhren Norbert, Schwager Jörg und ich, mittlerweile war es fast 22.00 Uhr, mit den Torten, den Rosen, Zuckerguss zum Ankleben und einem weißen Servierwagen zum Restaurant "Haus Welters" in Neu-Otzenrath, um dem Kuchen den endgültigen Schliff zu geben. Das Personal war so freundlich, uns einen separaten Raum zur Verfügung zu stellen, wo wir uns austoben konnten und wo der Kuchen, der wegen des Fondants nicht in die Kühlung durfte, bis zur Präsentation stehen konnte.

War das spannend. Wird das Stapeln klappen, wie wird die Torte endgültig verziert aussehen und wird sie bis zum nächsten Tag Form und Aussehen behalten?

Auf das Baumkuchenteil

Gh_baumkuchen_fertig_zum_stapeln

wurden die beiden anderen Etagen VORSICHTIGST aufgesetzt und die Rosen mit Royal Icing angeklebt. Bis auf das Fondantbild der Eltern, das erst kurz vor dem Servieren aufgelegt werden sollte, war die Torte nun fertig und ich war, das muss ich zugeben, ein wenig gerührt.

Gh_hochzeitstorte_2

Im Detail sah das dann so aus:

Ghhochzeitstorte_detail

und kurz vor dem Servieren so:

Ghhochzeitstorte_mit_foto

Ich sah ungefähr so aus:

Rheinsteig_siebengebirge_die_hllent

Präsentation, Impressionen von der Feier und den Kuchen im Anschnitt gibt es bald….

35 Antworten auf „Teil 6: Dreistöckige Hochzeitstorte zur Goldhochzeit meiner Eltern – dekorieren, transportieren, stapeln – Die Torte ist fertig!!!“

  1. Danke, für deine Antwort!
    Meinst du, es würde klappen, wenn ich in die jeweils untere Etage eine Halterung rein schiebe und darauf eine PLatte, die unter der nächsten Etage nicht sichtbar ist?
    Das wäre dann ähnlich wie das Tortenständer-Verfahren, nur sieht man die Tortenplatten nicht.
    Vielen Dank 🙂

  2. Hallo Theresa,
    vielen Dank für den freundlichen Kommentar, das ist sehr lieb.
    Leider ist es sehr schwierig, eine gestapelte Torte zu portionieren. Deshalb wird die Torte – sobald alle Fotos gemacht sind ;-)- auseinander genommen. Die einzelnen Etagen können dann aufgeschnitten bzw. je nach Bedarf portioniert werden. Das sieht dann leider nicht mehr schön aus, aber wenn der Kuchen gut schmeckt, ist das ja auch nicht schlecht.
    Viel Spaß und Erfolg bei der Ausbildung und alles Gute für die Schwester. Falls noch Fragen auftauchen, immer gerne.
    Jutta

  3. Hallo 🙂
    Ich habmir auch deine Torte angeschaut und finde sie wirklich makellos schön!
    ichbin im 2. Lehrjahr zur konditorin.
    Meine Schwester Heoratet in 10 Monaten und ich als Trotefee mache mir schon rießige gedanken, wie ich die Torte machen soll (JEmand anderes darf an das Projekt nicht dran :D)
    Meine Schwester hat schon gedanken frei gelassen, die Torte so zu haben, dass die einzelnen Stockwerke direkt aufeinanderliegen, wie es bei dieser deiner Torte der Fall ist.
    Wie ist das, beim Anschneiden, geht der untere Fondant oder überhaupt, die untere Schicht kaputt und wie wird das gemacht?
    Das konnte ich aus deinem Bericht leider nicht rauslesen…
    Mit lieben, freundlichen Grüßen,
    Theresa 🙂

  4. Toller Tortenbericht!
    Durch Zufall bin ich in den Weiten des Inet über Deinen Bericht gestolpert und bin begeistert über die Art und Weise, wie Du berichtest – sehr lesenswert 🙂
    Das Blütenpasterezept im CK ist übrigens von mir 😉 – ja, so trifft man sich…!!!
    Die Torte ist wunderschön geworden und gefällt mir sehr!

  5. also was du hier gezaubert hast – KOMPLIMENT!!!! ich verneige mich vor dir… bin sprachlos. hab es im bekanntenkreis rumgezeigt und alle haben erst mal mit offenem mund geguckt! ganz großes kino… äh backen!!!!

  6. @rosa:
    vielen Dank!
    @Peggy:
    ach geh – besser spät als nie!
    @Uschi:
    im nächsten Leben werde ich auf jeden Fall etwas in der Art machen – falls ich nicht als Tier oder Pflanze (womöglich sogar essbar) auf die Welt komme ;-).
    Warum nicht 50 Rosen? Das wurde ich oft gefragt, ich selber habe überhaupt nicht darüber nachgedacht. Ich benötigte 70 Rosen, damit ich alle drei Etagen mit eng gesetzten Rosen bestücken konnte. 50 Rosen hätte ich weiter auseinander setzen müssen, das hätte wahrscheinlich nicht so gut ausgesehen. Aber es hat sich sowieso niemand die Mühe gemacht, die Dinger zu zählen.

  7. Meine Hochachtung vor deinem Werk.Noch nie vorher mit Fondant gearbeitet, geschweige Rosen gebastelt…. etc. Du hättest Konditorin werden sollen, bei solch einer Begabung.
    Ich habe die ganzen Folgen erst jetzt gesehen und dann auf einmal gelesen, muss aber noch einmal zurückverfolgen, wann du begonnen hast.
    Warum hast du denn 70 Rosen hergestellt, es war doch Goldene Hochzeit?

  8. Wow, auch wenn ich – wie immer – viiieeel zu spät bin, muss ich Dir zu diesem edlen Kunstwerk gratulieren…. Ich wünschte, ich hätte zu meiner Hochzeit solch ein Prachtstück gehabt. Erste Sahne!

  9. @Hedonistin:
    gut, dass Du beim Kochen nicht reden musst.
    @RobinSue:
    thanks for your kind comment – feel free to write in English.
    @José:
    ich hoffe, es klappt wieder mit der Kommunikation – freut mich, dass die Torte so einen „durchschlagenden“ Erfolg hat.

  10. Allmählich finde ich meine Sprache wieder, die ich beim ersten Angucken dieses Prachtstücks völlig verloren habe – aber die passenden Worte fehlen mir immer noch. Ich bin sowas von hin und weg …

  11. @Chaosqueen:
    lieben Dank – ich habe Dich auch nicht vergessen ;-))
    @Christel:
    nix! Die Kenwood habe ich mir gekauft, weil mir die KitchenAid zu klein geworden war – sie diente also nur als Ersatz und das Arbeiten mit ihr war wegen des kleinen Topfes grenzwertig. Ich hätte lieber beide Maschinen genutzt. In der einen Eischnee schlagen, während die andere den Teig rührt usw. Nun musste ich doch tatsächlich den Handmixer entmotten, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet….

  12. Zitat
    (leider nicht die Kenwood-Küchenmaschine, weil im April der Ballonbesen brach und der Laden, in dem wir das Gerät gekauft haben, nicht in der Lage war, innerhalb von zwei Monaten Ersatz zu liefern, obwohl das Kuchenprojekt bekannt war – unglaublich ärgerlich!!!), die KitchenAid …
    Ich muß da mal nachfragen …
    den Ballonbesen hätte ich Dir leihen können, aber was kann eine KitchenAid, was eine Kenwood nicht kann?

  13. @Christel:
    ich war nahe dran…
    @Sivie:
    hab ich auch gesehen und ich musste sehr lachen – vielleicht haben sie aber auch gemerkt, dass das Fondant zu weich war und haben es aus dem Verkehr gezogen.
    @Dandu:
    ich bin den ganzen Abend Zuhause – aber ich kann Dir auch die nächsten Wandertermine mitteilen, immer am Rheinsteig entlang. Da kannst Du dann am Etappenende auf mich warten ;-))
    @Petra:
    frag mich mal…
    @lamiacucina:
    meine Eltern nur so getan, als schnitten sie die Torte an – sie konnten es auch nicht übers Herz bringen. Mir hingegen hat es überhaupt nichts ausgemacht. Aber die Rosen, die habe ich alle eigenhändig von der Torte genommen und am Ende wieder eingepackt. Nur handverlese Gäste haben welche geschenkt bekommen. Aber nur wenn sie versprochen haben, sie nicht zu essen. Die Dinger schmecken doch sowieso nur süß und staubig.
    @lavaterra:
    Lasagne ist noch untertrieben. Ich habe tagelang nur von der Torte geträumt.

  14. Jutta, ich bewundere Deine Ausdauer, nach den Icingpunkten hätte ich keinen Bock mehr gehabt und einen Motivationstrainer gebraucht.
    Dein Stress hat sich gelohnt, die Torte ist wunderschön geworden.
    LG Petra

  15. Eine wunderbare Torte. Da hast du dir aber was angetan. Respekt!
    Nach einer wohltuenden Massage im Nacken-und Rückenbereich wird es Dir wieder besser gehen. 😉

  16. Die Torte sieht super aus. Die kleinen Perlen sehen sehr edel aus, auch wenn man die auf der unteren Etage nicht so sieht.
    Ich habe mal Deine Links angeklickt. Der Fondant ist ausverkauft. Brauchtest Du so viel???

  17. @Berit:
    vielen lieben Dank für die netten Worte
    @Petra:
    ich bekomme Angst…aber auch so ein komisches Glitzern in den Augen und meine Hand zuckt schon nach den gefährlichen Buttons, mit denen Motivtortenbücher bestellt werden können….vielleicht sollte ich doch noch mal ein ordentliches Buch lesen, um mich abzulenken.

  18. Standing Ovations, Jubel, Beifall, euphorisches Klatschen, ich verneige mich vor Dir!
    Und das machst du – natürlich in leicht abgeänderter, dem Thema angepasster Form auch bei der fress:publica09, um deine beim letzten Mal gewonnenen Fans zu verblüffen? 😉

  19. Huhu,
    ich bin durch Zufall auf Ihren Blog gekommen und muss sagen…der Wahnsinn! Was für ein Prachtstück, man sieht ihm förmlich die Liebe die in ihm drin steckt an…einfach nur wunderschön. Chapeau!

  20. Ich bedanke mich bei allen recht herzlich für das große Lob, das mir zuteil wird und über das ich mich ganz doll freue – aber ich lache mich gerade kaputt über mehdi. Wenn ich mir vorstelle, was sie erleiden musste… gut, dass ich keine vierzehntägige Veranstaltung aus dem Thema gemacht habe, gell mehdi… ich kann nicht mehr..

  21. Mir geht’s wie jedem, der das liest und anschaut – ich bin absolut platt und begeistert! Es ist echt irre, was Du da geleistet hast. Hut ab!
    Das müssen starke Familienbande sein – schön.

  22. Seit Tagen kann ich nur noch stumm, erstaunt und fassungslos vor Deinen Bildern sitzen, unfähig auch nur einen einigermaßen passenden Satz zu finden.
    Die Erstarrung löst sich nur langsam und so möchte ich doch kurz sagen: „… äh, tja, nun, ich finde keine Worte. Du bist eine Göttin. Zwar gramgebeutelt und feddisch, aber eine Göttin.“
    In Ehrfurcht
    mehdi

  23. Ich warte schon jeden Tag sehnsüchtig auf die Fortsetzung deiner Geschichte und bin jetzt sehr gespannt darauf, Bilder von deinen Eltern zu sehen, als sie diese einzigartige Torte zum ersten Mal gesehen haben! Ich kann da zorra nur beipflichten: du kannst unwahrscheinlich stolz auf dich sein!

  24. Mir fehlen die Worte, so beeindruckt bin ich. Ich glaube, ich hätte die Torte nicht anschneiden können vor lauter Ehrfurcht vor der vielen Arbeit. Deine Eltern müssen doch total fertig und gerührt gewesen sein bei dem Anblick.
    Alle Achtung!!!!

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