Manzfred, verzeih‘ mir! Nachgebacken im Crock-Pot: Möhrenkuchen (CP-TM)

Mhrenkuchen_detail

Ich hab ja jetzt auch so ein Ding. Natürlich eine Erfindung aus Ami-Land und mit diversen Vor- aber auch Nachteilen ausgestattet, die ich hier nicht aufzählen möchte. Das hat Gabriele Frankemölle auf ihrer Website "CrockyBlog" bereits ausführlich getan und ich empfehle, dort  nachzulesen und zu stöbern.

Crockpot

Als ich das erste Mal vom Slowcooker oder Crock-Pot hörte, stand ich diesem Teil zunächst ablehnend gegenüber. Nicht schon wieder so ein Spielzeug, ich habe doch den Manzfred. Niedrigtemperaturgaren geht doch auch im Ofen. Wozu braucht man den Pot, wenn man das alles auch mit ein wenig Phantasie mit den im Haushalt befindlichen Utensilien bewerkstelligen kann? Nach einer Weile, in der ich mich intensiver mit dem Topf beschäftigt hatte, bröckelten die Gegenargumente und meine Neugierde wurde immer größer, je mehr ich über den Slowcooker las und je häufiger ich Rezepte vor mir hatte, die mich interessierten.

Ich beschloss also, so ein Ding zu kaufen. Knapp 30 Euro für einen 3,5-Liter-Topf musste ich berappen, das war mir das Risiko wert. Ich habe schon ein paar Gerichte ausprobiert (Malzbiergulasch, Sauerkraut und Kassler, eine asiatische Speise, die keinen Namen hat) und ich bin wirklich angenehm überrascht vom Crocky. Was für die geneigte Leserschaft bedeuetet, dass ab sofort noch ein Kürzel hinter den Rezeptnamen erscheint. Hier noch mal zum Mitschreiben:

(M) = im Manzfred gemacht

(MM) = Rezept von Manz und im Manzfred gemacht

(TM) = Thermomix war beteiligt

(CP) = Crock-Pot hat geholfen.

Tja, soll noch mal einer sagen, Kochen und Backen ist nix für kleine graue Zellen, pah!

Mittlerweile stöbere ich in diversen Foren nach Rezepten und werde bei Gabriele (die von oben), Ulrike von "küchenlatein"  oder Christel von der "koch-und-back-oase" immer wieder fündig. Auch ein Bad im Wunderkessel ist oft sehr erfrischend, wenn es  um Rezepte geht. Wo es anderswo "derBlogderBlogderBlog" heißt, da heißt es bei mir "dieListedieListedieListe" – womit ich die Liste meine, die ausufernd wie ein bösartiger Pilz alles überwuchert und sogar Ableger hervorbringt, die in dunklen Ecken, auf Tischen und in Schubladen ruhen, um im ungünstigsten Moment (nach Schreiben eines Speiseplanes für die kommende Woche z. B.) aufzutauchen und alles zunichte zu machen, was mühevoll gestaltet wurde.

Als ich gestern im crockyBLOG ein Möhrenkuchen-Rezept sah, musste ich sofort loslegen. Der Kuchen sah einfach zu köstlich aus.

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Problem: ich hatte keine Ahnung, dass man im Crocky auch backen kann. Dafür ist ja eigentlich der gute Manzfred zuständig. Irgendwie glänzt seine Edelstahlfassade heute ein wenig matter, möglicherweise muss ich ihm mehr Aufmerksamkeit in Form einer Putzorgie zukommen lassen, er scheint ein wenig angeschlagen zu sein. Aber Eitelkeit hin oder her, das Backen im Crock-Pot ist tatsächlich gelungen, war ein voller Erfolg und wird wiederholt.

Ich habe das Rezept ein wenig geändert. Statt der Ananasstücke im Teig habe ich Rosinen verwendet. Mein Mann mag keine Ananas. Ich glaube aber, dass der Kuchen mit Fruchtstücken noch besser schmeckt.

Statt des Frischkäse-Toppings habe ich Zuckerguss verwendet. Das ist am Backtag schön. Am nächsten Tag hat das Fett des Kuchens die Glasur ruiniert. Also doch lieber ans Original halten und Frischkäse nehmen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Möhrenkuchen (CP-TM)
Kategorien: Crockpot, Möhren, Herbst
Menge: 12 Stück

Zutaten

H TEIG
250 Gramm Mehl
1 Prise Salz, Zimt, Muskatnuss
4 Gramm Weinsteinbackpulver
75 ml Mandarinensaft
2 Eier
125 ml Öl
100 Gramm Zucker, braun
150 Gramm Möhren
50 Gramm Rosinen
H FROSTING
150 Gramm Puderzucker

Quelle

Rezept modifiziert von Jutta Hanke
Original: Not your Mother’s Slow Cooker Cookbook
Erfasst *RK* 23.10.2008 von
Gabriele Frankemölle

Zubereitung

Wichtig: Das Rezept ist NUR für einen kleinen 3,5-l-Slowcooker geeignet!

Den Boden des Keramikeinsatzes mit Backpapier auslegen, den Rand des Topfes einige Zentimeter hoch mit etwas Margarine ausfetten.

Die trockenen Teigzutaten von Mehl bis Backpulver in einer Schüssel vermischen.

Möhren schälen, dritteln und im Thermomix 7 Sek./Stufe 10 schreddern.

In einer zweiten Schüssel Saft, Eier, Öl und Zucker verschlagen, Möhren und Rosinen unterrühren. Danach das Mehl untermischen, bis sich ein glatter Teig ergibt. Teig in den Keramikeinsatz füllen und glatt streichen, Deckel aufsetzen.

Auf Stufe HIGH 2,5 Stunden garen. Mit einem Stäbchen testen, ob in der Mitte kein klebriger Teig mehr anhängt, sonst Garzeit etwas verlängern. Nach Garzeitende Deckel abnehmen und den Kuchen im offenen Topf auskühlen lassen, dann mit Hilfe eines Pfannenwenders etc. entnehmen oder stürzen.

Puderzucker verrühren, eventuell mit Lebensmittelfarbe einfärben, auf den erkaltenen Kuchen streichen. Mit Marzipanmöhrchen dekorieren.

Anm. Gabi: Super-saftig, hält sich gut frisch. Man kann auch gehackte Nüsse hinzufügen.

Anmerkungen, Jutta: Zuckerguss wird mit der Zeit unansehnlich. Besser, wie im Originalrezept, ein Frosting aus Frischkäse und Puderzucker verwenden.

=====

Ansonsten kann man den Kuchen natürlich auch ganz normal im Ofen backen. Das allerdings, egal wie, wann und womit, empfehle ich auf jeden Fall. Er ist nämlich einfach nur köstlich.

Übrigens ist dies ein Beitrag in der Rubrik: "Synchronbacken", denn Gabi hat quasi zeitgleich einen Kuchen von mir ausprobiert. 

14 Antworten auf „Manzfred, verzeih‘ mir! Nachgebacken im Crock-Pot: Möhrenkuchen (CP-TM)“

  1. @mehdi:
    ich esse auch Ente im Hochsommer, da hab ich kein Problem mit. Und nun nochmal langsam. Also: Wenn der Kuchen im Crockpot gemacht wird, dann NUR den 3,5 Liter Pot nehmen, nicht den großen 6,5 Liter Pot. Hat die gute Hausfrau so einen Crocky nicht zur Hand, dann kann sie diesen Kuchen auch im normalen Backofen zubereiten. Teig in eine Form, ab in den Ofen, backen, fertig.
    Ui, die persischen Gerichte, das stelle ich mir auch super vor.
    @Ulrike:
    wir verstehen uns, gell?
    @Heidi:
    es ist wirklich grauenhaft. Mein Blick irrt in letzter Zeit immer an den Kellerwänden entlang in der Hoffnung, noch einen Platz für ein Regal ausfindig zu machen, in das ich schön ordentlich die ganzen Kleingeräte stapeln kann.

  2. *Seufz, nicht nooooch so ein Teil;-))) Guuut sieht das aus *sehnsüchtigschau. Ich liebe doch alles was elektrisch ist (ausser dem Stuhl natürlich). Mal schaun wo ich hier sowas krieg. Was mach ich dann mit all der übriggebliebenen Zeit ??? Hab doch schon durch den TM kaum mehr arbeit *grins

  3. So ein Möhrchenkuchen kurz vor Weihnachten hat schon was. Ich hoffe, Du hebst die tollen Weihnachtsrezepte nicht bis Ostern auf :)))
    Verführt aber doch irgendwie zum Nachbacken. Verstehe nur nicht ganz Deinen Kommentar: „Ist NUR für einen 3,5 L Slowcooker“ und dann aber „Kann normal im Ofen gebacken werden“ Beziehst Du das auf die Größe?? Oder wie ist das zu verstehen? Das mit dem Mitdenken klappt heute nicht so.
    Im übrigen ist der Crocky sicherlich auch gut für Ghormez-Sabzi und weitere persische Gerichte geeignet. Bin bereits am googeln, wo ich so ein Ding herbekomme.
    LG
    mehdi

  4. @lavaterra:
    mein Crocky hat auf dem US-Stecker einen Adapter sitzen. Fällt kaum auf und stört überhaupt nicht. Die 3,5 Liter Version finde ich praktisch, aber ich fürchte, ich werde mir demnächst noch einen größeren zulegen, damit ich auf Vorrat kochen kann, wenn ich schon mal dabei bin.
    @Dandu:
    hallo, schön von Dir zu lesen! Wir haben noch Kuchen und wenn er einen oder zwei Tage durchgezogen ist, dann schmeckt er noch besser.

  5. Super sieht der Kuchen aus und um diese Crock-Pots schleiche ich in Kanada jedesmal herum. Dort gibt es sie von 1,5 l bis riesig, aber der Kleine, der sieht besonders putzig aus. Wenn das Steckerproblem nicht wär, hätt ich den schon längst mitgebracht, just for fun.

  6. @Robert:
    ab Nummer 6 legst Du Dir dann am besten immer das Laptop unters Kopfkissen. Ich sehe es schon vor mir, wie Du im Traum die Kürzel memorierst und Frau L. mit je einem Taschentuch im Ohr um Schlaf ringt….

  7. @nysa:
    da bin ich ja mal gespannt, wie er Dir schmeckt. Freut mich jedenfalls, dass Deine Nachkoch- und Nachbackphase noch nicht beendet ist.
    @Ulrike:
    ich liebäugele zur Zeit mit Evas „Huhn mit Aprikosen“. Das wäre doch ein optimaler Kanditat für den Crocky – muss ich unbedingt ausprobieren. Das Ding ist wirklich praktisch. Aber ob noch irgendein Fitzchen Vitamin bzw. Nährstoff enthalten ist nach der langen Garzeit? Egal, das Ergebnis ist jedenfalls super lecker. Übrigens hat Miriam, die Chaosqueen, nun auch so einen tollen Mieleherd wie Du und sie schreibt, dass er sogar den Manzfred beim Brotbacken schlägt. Allerhand!

  8. Ich denke so ein Crocky ist echt praktisch, wenn Frau etwas leckeres servieren, aber nicht stundenlang beaufsichtigen möchte. Und jetzt kommt die Zeit der Eintöpfe, da wird Crocky heißlaufen.

  9. hahha.. das nenn ich doch mal synchron-denken 😉 du hast ja geräte im hause… ich bleib beim ofen. und da werd ich gleich mal hingehen, da ich deinen kokoskuchen backen werde 😉

  10. @Sivie:
    im Manzfred 160° C, ca. 45 Minuten. Das sollte hinhauen, aber unbedingt Stäbchenprobe machen. Übrigens keine schlechte Idee, mal auszuprobieren, wie der Kuchen im „normalen“ Ofen wird.

  11. Der Kuchen hat mir schon bei Gaby gefallen. Deiner sieht aber noch saftiger aus. Welche Backtemperatur würdest Du denn für eine Nicht-Crocky-und-nicht-TM-Besitzerin empfehlen?

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