Räuchern gestattet: Döppekooche mit Möhrensalat und Apfelkompott

Blog-Event XLI - Räuchern gestattet

Als Rheinländerin in Remscheid zu wohnen ist nicht schön. Die Bergische Mentalität ist schon speziell. Für eine Frohnatur wie mich jedenfalls. Und dann dieses Wetter! Regen, Regen, Regen. Und sollte mal Schnee angesagt sein, in Remscheid schneit es immer. Wir wohnten damals auf einer recht steilen Hauptverkehrsstraße. Wenn mal wieder Flocken fielen, stellte ich mir das Bügelbrett vor’s Fenster, um die rutschenden Autos zu beobachten. Schöner als Kino!

Döppekoche, fertig

Aber lecker Essen kochen, so richtig deftig und gehaltvoll, das konnten die Remscheider. Die Zutaten holte man sich auf dem tollen Wochenmarkt, bewacht vom Bergischen Löwen. Den leckersten Fleischsalat bekam man bei Metzger Heß – davon träume ich heute noch. Und vom Obst und Gemüse bei Omma Wiese.

Eine Spezialität der Bergischen Küche war, neben der berühmten Kaffeetafel, der Döppekooche. Obwohl der eigentlich, natürlich!, eine rheinische Spezialität ist. Diesen herzhaften Kuchen kennt man in vielen Gegenden Deutschlands und er wird mit den unterschiedlichsten Namen belegt. Aber, wie gesagt, eigentlich…

In letzter Zeit wurde des öfteren mit geriebenen, rohen Kartoffeln gekocht.

Döppekooche, Kartoffeln, fein gerieben
 

Robert tat es (von diversen Rösti mal abgesehen), Houdini zog nach, Bolli war ebenfalls an Bord und bestimmt wird es den ein oder anderen Blogger geben, der ebenfalls mit Kartoffelteig experimentierte. Je mehr ich darüber las, desto größer wurde die Lust, auch mal wieder Reibkuchen oder ähnliches herzustellen.  

Komischerweise hatte ich Döppekooche niemals eigenhändig zubereitet. Als dann kürzlich noch eine Bekannte wissen wollte, ob ich den Kuchen schon mal gebacken habe und wenn ja, nach welchem Rezept, gab es kein Halten mehr. Heute kann ich vermelden, dass ich den Kuchen tatsächlich schon einmal gebacken habe und zwar nach diesem Rezept:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Döppekooche (M)
Kategorien: Regional, Kartoffeln, Speck, Würstchen
Menge: 4 bis 6 Portionen

Zutaten

2 kg   Kartoffeln
3     Zwiebeln, dick
3 Teel.   Salz, gestrichen voll
3     Eier
      Pfeffer
      Muskat
      Pflanzenöl
2     Mettwürstchen, geräuchert
150 Gramm   Schinken, durchwachsen, geräuchert (Jutta:
      — Schwarzwälder)

Quelle

  eigenes Rezept aus diversen Quellen
  Erfasst *RK* 21.12.2008 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Kartoffeln und Zwiebeln schälen und getrennt fein reiben (Jutta: Jupiter Küchemaschine, feine Trommel. Beim nächsten Mal gröbere Trommel ausprobieren). Kartoffeln in ein Sieb geben und sehr gut abtropfen lassen. Am besten am Ende noch etwas ausdrücken. Flüssigkeit auffangen, nach einer Weile vorsichtig abschütten und die am Boden befindliche Stärke aufbewahren. Geriebene Kartoffeln mit Eiern, Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Muskat und der Kartoffelstärke vermischen.

Eine feuerfeste Form (Jutta: gusseiserner Topf) großzügig mit Pflanzenöl fetten. Den Boden mit in Scheiben geschnittenem Speck belegen. Kartoffelmasse zur Hälfte einfüllen. Nun Mettwürstchen in schräge Scheiben schneiden und auf die Kartoffel legen. Den Rest der Masse einfüllen und mit ca. 2 EL Öl beträufeln.

In den kalten Manzfred stellen. 1 Stunde mit Deckel bei 160 °C garen. Dann Deckel abnehmen, Temperatur auf 180 °C hochschalten und eine weitere Stunde garen. Die Oberfläche sollte schön braun und knusprig sein.

Dazu reicht man Apfelkompott, Salat und Schwarzbrot. Reste am nächsten Tag, in Scheiben geschnitten, in der Pfanne braten.

Ohne Manzfred: 2 Stunden bei 200 °C backen.

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Unabdingbar für das Gelingen ist die Verwendung von Geräuchertem, hier in Form von Schwarzwälder Schinken

Döppekooche, Schwarzwälder

und geräucherten Mettwürstchen (die rochen so gut, dass bei Beginn der Kochaktion wie durch Zauberei statt vier nur noch zwei Würste vorhanden waren, komisch…). Reicht das für eine Teilnahme am Event „Räuchern gestattet?“ Ich versuche es einfach mal und nehme teil.

Aber Event hin oder her, es lohnt sich, das Gericht einmal nachzukochen. Wenn es draußen so richtig kalt ist, schmeckt der Kuchen aus dem Döppe besonders gut.

Döppekooche mit Apfelkompott und Möhrensalat

Zum Döppekooche gab es Apfelkompott

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Apfelkompott (TM)
Kategorien: Äpfel, Kompott, Thermomix
Menge: 4 Portionen

Zutaten

4     Äpfel
1 Prise   Salz
1 Teel.   Vanillezucker
50 Gramm   Zucker
1 Essl.   Zitronensaft
50 Gramm   Wasser

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Thermomix-Kochbuch „Jeden Tag genießen“
  Erfasst *RK* 21.12.2008 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Äpfel schälen, entkernen und achteln. Mit den restlichen Zutaten in den Mixtopf geben und 8 Min./100°/Stufe 1 kochen.

Wer Apfelmus möchte, kann die Masse anschließend 20 Sek./Stufe 5 pürieren.

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und einen Möhrensalat, in Windeseile zubereitet und absolut schmackhaft. Zeitgenossen ohne Thermomix haben ein wenig mehr Arbeit bei der Zubereitung, aber es lohnt sich, versprochen.

Zudem ist die Verwendung von Trockenfrüchten eine gute Gelegenheit,
Reste der Weihnachtsbäckerei zu verbrauchen. Statt Dattel und Cranberry
kann man andere getrocknete Früchte verwenden. Schmeckt bestimmt genau
so gut. 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Fruchtiger Möhrensalat (TM)
Kategorien: Möhren, Cranberries, Datteln, Rohkost
Menge: 2 bis 3 Portionen

Zutaten

3     Möhren, dick
1     Apfel
50 Gramm   Cranberries
5     Datteln, entsteint
      Salz
1 Teel.   Honig
50 Gramm   Crème fraîche
1 Schuss   Birnen-Balsamico-Essig (oder hellen Balsamico)

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 21.12.2008 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Möhren schälen, in grobe Stücke schneiden. Apfel schälen, entkernen und achteln. Alles in den TM werfen und 6 Sek./ Stufe 5 zerkleinern.

Anmerkungen, Jutta: erstaunlich flott zubereitet und erstaunlich schmackhaft. Gut geeignet als Resteverwertung, wenn man von der Weihnachtsbäckerei noch Trockenfrüchte übrig hat.

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5 Antworten auf „Räuchern gestattet: Döppekooche mit Möhrensalat und Apfelkompott“

  1. Oh ja, das reicht absolut, und es gefällt mir sogar sehr, als „Ardéchoise“, also aus der Gegend, wo natürlich die besten Reibekuchen gemacht werden. 😉 (criques – spricht man „krik“ aus – heissen sie da).

  2. @Barbara:
    ja, A1 Richtung Norden und dann Remscheid ab. Und immer schön im Stau stehen, huääh!
    @Bolli:
    bei uns heißt datt „Ampelskirchen“ weil dort alle paar Meter gebremst werden muss wegen Rotlichts. So weit von Kölle weg ist das ja auch nicht, woll?

  3. Remscheid kenne ich – die Hauptverkehrsstraße habe ich bei niesligem Novemberwetter in Erinnerung.
    Du Frohnatur im bergischen Land – hm… das kann ich mir vorstellen! 😉
    Aber das deftige Gericht hat was.

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