Donauwellen aka Schneewittchenkuchen (M)

Donauwelle1

Lang, lang ist's her, da habe ich für meine Donauwellen eine Urkunde bekommen.

Meine Freundin S. Hilgartner, eine Koryphäe in Kuchendingen, ihres Zeichens durch den Donauwellerat vereidigte Donauwellentesterin und überhaupt eine sichere Bank, wenn es darum geht, Süßes zu vernichten, eben diese Frau S. H. hatte mir die Ehre zuteil werden lassen. Wir beide haben 2004 unser Abitur gemacht und da wir Mathematik als mündliches Abifach wählten, wird das Blech Donauwellen Nervennahrung gewesen sein. Ich glaube, wir hatten uns kurz zuvor zu diesem Schritt durchgerungen und brauchten Trost (neeiin, das schreibe ich nur, weil es so schön passt – ich liebe Mathe, ehrlich! Hab' schließlich einen Ex-Mathelehrer geheiratet).

Donauwellen, Urkunde

Wer den ersten Platz bei der Herstellung der weltbesten Donauwelle belegt, habe ich verdrängt. Es war, glaube ich, eine andere Freundin von Frau Hilgartner. Oder die Mutter. Silber ist auch schön!

Das Rezept stammt aus der GU basic Reihe, hier "basic baking" von Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut. Dieses Buch verschenke ich häufig und ich selber backe immer mal wieder etwas nach. Mir gefällt der Stil, die Rezepte sind leicht nachzubauen und die Tipps helfen nicht nur Anfängern über manche Klippe hinweg.

Übirgens waren Silvia und ich auch einem extra fetten Nusskuchen aus diesem Buch verfallen. Den könnte ich auch noch mal backen, und so ein Hauch Butter, Schokolade, Haselnüsse, Zucker, Ei und Schokoglasur (wir haben noch Dooley's reingeschüttet) ist gerade richtig, wenn es mal wieder etwas Leichtes sein soll, ääähm, zurück zu den Donauwellen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Donauwellen aka Schneewittchenkuchen
Kategorien: Kirschen, Rührteig, Blechkuchen, Buttercreme
Menge: 1 Fettpfanne

Zutaten

H FÜR DEN TEIG
2 Gläser   Sauerkirschen
250 Gramm   Margarine
180 Gramm   Zucker
1 Prise   Salz
6     Eier
400 Gramm   Mehl
8 Gramm   Backpulver
4 Essl.   Eierlikör
2 Essl.   Milch
2 Essl.   Kakaopulver
2 Essl.   Rum oder Milch
H FÜR DEN BELAG
1 Pack.   Vanille-Puddingpulver
1/2 Ltr.   Milch
1 Essl.   Zucker
1 Prise   Salz
200 Gramm   Butter, weich
50 Gramm   Puderzucker
200 Gramm   Halbbitterkuvertüre
25 Gramm   Kokosfett

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: GU "basic baking"
  Schneewittchenkuchen
  Erfasst *RK* 22.07.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Auf Vortag oder mehrere Stunden vor Backbeginn für den Belag aus Puddingpulver, Milch, Zucker und Salz einen Pudding kochen (TM). Abkühlen lassen. Butter für die Belagzubereitung zusammen mit dem Pudding aufbewahren, damit sie die gleiche Temperatur haben (im gleichen Raum, nicht in der gleichen Schüssel :-)).

Fettpfanne fetten.

Manzfred auf 180° C vorheizen (konventionellen Backofen ebenso).

Kirschen abtropfen lassen, Margarine mit Zucker und Salz cremig rühren. Eier einzeln aufschlagen udn immer nur so lange unterrühren, bis keine Spuren mehr davon zu entdecken sind.

Mehl und Backpulver gut verrühren und unter die Fett-Ei-Masse rühren. Die Milch und den Likör untermischen. Die Hälfte vom Teig aufs Blech streichen. Den übrigen Teig mit Kakao und Rum vermischen, auf den hellen Teig streichen. Kirschen auflegen, leicht in den Teig drücken.

Kuchen ca. 30 Minuten backen (konvenionell: 30 Minuten, mittlere Schiene) und auf dem Blech erkalten lassen.

In der Zwischenzeit Kuvertüre in Stücke brechen und mit dem Kokosfett in einer Tasse im Wasserbad schmelzen.

Die Butter für den Belag mit dem Puderzucker schön cremig rühren, Pudding löffelweise gut untermischen, auf dem kühlen Teig verstreichen.

Die leicht abgekühlte Kuvertüre dünn und vorsichtig auf die Buttercreme laufen lassen, mit einem Löffel verstreichen. Fest werden lassen. Kühl schmeckt der Kuchen am besten ( mir nicht).

=====

Donauwellen macht man nicht mal eben so ruck-zuck. Aber dafür kann man sie wunderbar aufbewahren und stellt sie sowieso mindestens einen Tag vor dem Servieren her. Das ist entspannend, wenn man Besuch bekommt oder am Tag der Präsentation keine Zeit hat. Ich mag solche Kuchen.

Und wenn sie dann auch noch fein schmecken, umso besser. Nachmachen lohnt.

26 Antworten auf „Donauwellen aka Schneewittchenkuchen (M)“

  1. Apfel-Schoko-Wellen

    Sie hat eine Urkunde ber herrausragende Leistungen bei der Herstellung von Donau-Wellen bekommen, sie kann sie auch backen, aber ich oute mich jetzt: Ich habe noch nie welche gebacken. Der beste Ehemann von allen liegt mir schon lange in den Ohre…

  2. Also warum du nur Platz 2 belegt hast, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Da muss dem Donauwellenrat ein Fehler unterlaufen sein, anders kann ich mir das nicht erklären 😉

  3. Wunderschöner Kuchen, Jutta!!!! Du bringst mich auf eine Idee, denn Donauwellen gab es bei mir lange nicht mehr.
    Ich mache ihn ein klein wenig anders. Z.B. koche ich den Pudding für die Creme mit Kirschsaft. Das macht den Kuchen noch fruchtiger und manchmal kommt auf die Fruchtbuttercreme eine Schicht von in Rum getränkten Butterkeksen, dann erst Schokoguss. Aber diese „Diääätvariante“ mache ich nicht immer. Nichtdestotrotz, demnächst gibt`s bei Brigittes Donauwellen……
    Und danke für das Tortenlob!

  4. Hallo Juliane,
    habe mir gestern noch ein Treppchen gebastelt, auf das ich mich jetzt immer stelle, wenn mir wieder so viel Ehre zuteil wird. Bin also gerade wieder einmal aufs Siegerpodest geklettert – vielen Dank dafür.
    Und auch dir rufe ich zu: Schöner Tag noch 🙂
    Jutta
    PS: ich wollte eigentlich den Schokoguss chic mit einem Wellenmuster verzieren. Das ist mir auch nicht gelungen, weil der Guss noch zu flüssig war und die Wellen immer wieder ineinander flossen. Ich hab’s dann gelassen.

  5. „Basic baking“ ist echt ein tolles Backbuch, es war mein erstes und ich verwende es immer noch sehr gerne. Letzte Woche habe ich genau diese Donauwellen nach genau diesem Rezept das 1. Mal gebacken. Bei mir ist aber die Glasur etwas verunglückt, weil sie nicht schnell genug trocknen wollte… jetzt weiß ich auch, dass ich die Donauwellen besser einen Tag im Voraus zubereite! Deine Donauwelle sieht absolut perfekt aus und ich verleihe Dir ebenfalls den 1. Platz 😉
    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  6. Das geht mir auch oft so, dass Rezepte, die man eine Weile häufig verwendet hat, in der Versenkung verschwinden. So war es hier mit den Donauwellen. Eine Nachbarin erzählte davon, es hat sofort „Pling“ gemacht und ich musste sie umgehend zubereiten. Während des Schreibens fiel mir dann auch wieder der extrafette Nusskuchen ein. Den mache ich bald auch noch mal, aber das ist so ein Kalorienhammer, da muss dann auch wieder Besuch helfen beim Vernichten.

  7. Stimmt! Bei Barbara auf der Spielwiese gibt es Links zu Umrechnern, da ist es ein Kinderspiel, für kleine Formen zu planen.
    Diese Creme hier ist eigentlich keine Buttercreme, ich glaube, man nennt sie Konditorcreme. Mir gefällt, dass nicht so viel Fett enthalten ist. „Richtige“ Buttercreme, also nur Butter, Puderzucker und eventuell noch Vanille o.ä. benutze ich für Motivtorten als Schicht zwischen Kuchen und Fondant. Und die ist mir nicht wirklich geheuer. Könnte ich mir nicht gut vorstellen, davon mehr als einen Hauch zu essen. Aber mehr Schokolade, das ist ok 🙂

  8. Ja, ist mir auch schon aufgefallen. Aber es ist hier meist so, dass nicht am Herstellungstag gebloggt wird. Die Wellen schwappten schon vorletztes Wochenende durch die Wetterau. Aber als kleinen Ausblick auf die Zukunft: der nächtste Beitrag wird kein Kuchen sein 🙂

  9. So wie Sivie habe ich den Kuchen früher auch öfter gebacken, aber so wie die Spaghetti Carbonara und manch anderen Rezepten ist es irgendwie ‚verschwunden‘. Höchste Zeit es wieder hervorzuholen.
    Ich muss ‚mal eben schnell an mein Backbuchregal…

  10. Die Wellen habe ich früher auch öfter gebacken, aber mein Rezept hatte noch mehr Butter in der Creme und eine dickere Schokoschicht. Das Rezept müßte man direkt mal für einen kleinen Kuchen umrechnen.

  11. Hmmm, Donauwellen waren die Spezialität meiner Tante! Deren Rezept habe ich übernommen und verwende auch den Kirschsaft mit: nach dem Abkühlen des Kuchens den mit Tortenguß angedickten Saft aufstreichen und dann erst die Buttercreme darüberstreichen – so wird’s noch saftiger!
    Und es stimmt: Donauwellen lassen sich super vorbereiten und schmecken am 2. oder 3. Tag erst richtig gut.
    Danke für’s Erinnern!

  12. Hier wird aber viel Kuchen gebacken in letzter Zeit … Ich kenne zumindest den Begriff „Schneewittchenkuchen“ noch aus DDR-Zeiten (sprich Kindheit), aber irgendwie ist mir dabei nie eine Donauwelle unter die Kuchengabel gekommen … Die hier sieht zum Anbeißen aus! Diese Wellen im Teig, bin begeistert!

  13. Ui, Ritterschlag. Ich fühle mich geehrt!
    Freundin Silvia und ich, wir hatten eine große Affinität zu Alkohol im Kuchen. Wir haben ständig irgendwelche Liköre in Teige gekippt. War gut 🙂 Leider lebt sie viel zu weit weg, um Backorgien zu veranstalten. Heul!

  14. Donauwelle gehört in den Nichtsommermonaten zu einem unserer beliebtesteb Blechkuchen. Aber mit dem Rum und Eierlikör im teig, das habe ich noch nie probiert! Klingt ja echt verlockend! Also von mir kriegtse auch ne Goldmedaille. ,-)

  15. Na ja, was das Mütze tragen angeht, hast Du ja schon heftig geübt (ich lache mich gerade schief).
    Ich habe heute Apfel gegessen. Ist aber nix passiert. Vielleicht doch böse Stiefmutter? Werde mal den Spiegel befragen.

  16. Sehr schön. Dazu sollte man sich unbedingt den Walzer an der schönen, wie hiess der fluss schon wieder ? auflegen. Ich bin noch unentschlossen ob ich mich als Zwerg Brummbär oder Schlafmütze verkleidet hinter den Kuchen mache.

  17. Ach Eva, Du auch soooo lieb 🙂 Auch hier ganz liebe Dank, ansonsten: s. Kommentar bei Barbara.
    Zu Silvia muss ich noch hinzufügen, dass sie aber mit ihrem Abi mehr angefangen hat als ich. Sie hat ihr Studium beendet 🙂

  18. Hihihi… Danke, Danke! Du bist ja so lieb zum mir. Aber Sivia wußte bestimmt, was sie tat, sie ist einfach unbestechlich und eine Meisterin ihres Fachs. Dafür hab ich das bessere Abi *rofl*. Silvia, verzeih mir!
    Die Wellen habe ich tatsächlich gebacken, als Besuch ins Haus stand.

  19. Donauwellen – bisher habe ich die noch nie selber gebacken, nur immer irgendwo serviert bekommen. Ich glaube, dafür braucht man einen Anlass und viele Mitesser…
    Ich verstehe gar nicht, warum es dafür nur den 2. Platz gibt??!! Also, bei mir kriegst Du den ersten! GOLD für Juttas Donauwellen!!! 🙂

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