Nachgemacht: Eingelegte Curry-Zucchetti

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Robert hat in seinem Jura-Gärtchen Zucchini gepflanzt. Dort heißen sie Zucchetti und als er schrieb, dass er ein Tütchen Samen unter die Erde gebracht habe und nun gespannt sei, was sich dort ohne sein Zutun entwickelt, da war ich kurz vor einem Lachanfall. Wir haben fünf Zucchini-Pflanzen, von denen uns drei mit riesigen Früchten überraschen, obwohl wir regelmäßig, also täglich, auf Kontrollgang gehen. Sobald ich einen Fuß in den Garten setze, hören die Biester mich und verstecken sich unter den Blättern. Bestimmt!

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Ich stellte mir vor, wie Herr und Frau L. quietschvergnügt auf Tour gehen, am Häuschen ankommen und mit Grauen feststellen müssen, dass die Zucchetti gerade dabei sind, von eben diesem Gärtchen aus die Weltherrschaft zu erlangen. Riesige Zucchiniblätter, unförmige Zucchinifrüchte, eine Zucchini-Invasion ungeahnten Ausmaßes. Wären die Beiden nur einen Monat später ins Gärtchen gefahren, die kleine Schweiz wäre ernsthaft bedroht gewesen.

Glücklicherweise hatte Robert schon im Juli damit begonnen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Unbewußt vielleicht, aber äußerst wirksam. Er gab den Kürbisartigen Saures, verwandelte sie in eingelegte Curry-Zucchetti und machte sie so nicht nur haltbar, sondern auch curry-köstlich und unwiderstehlich.

Da wir, wie oben zu sehen ist, auch mit Ansätzen einer Invasion zu kämpfen hatten, habe ich versuchsweise vier Gläser im Combi-Dampfgarer eingekocht. Wie köstlich!  

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Das war Ende Juli. Letzte Woche sind noch einmal 11 Gläser hinzugekommen. Mit etwas mehr Honig – wir sind verdorben, zu lange in Dänemark Urlaub gemacht.

Norbert habe ich an seinem Schreibtisch sitzen sehen, ein komplettes Glas mit den Zucchetti vor sich, still und weltvergessen genießend. So soll es sein!

Roberts Eingelegte Curry-Zucchetti, fertig und lecker

Robert wird nach seiner Rückkehr per LKW wahrscheinlich eine Halle anmieten, um die Früchte seiner Arbeit lagern zu können. Ich bin so gespannt auf seinen Bericht nach seiner Rückkehr….

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Eingelegte Curry-Zucchetti (DGC)
Kategorien: Zucchini, Vorrat, Süß-sauer
Menge: 4 Gläser à 500 ml

Zutaten

H FÜR DAS GLAS
800 Gramm   Zucchini, kleine
250 Gramm   Zwiebel, streifig geschnitten
6 Gramm   Senfsamen
28     Pfefferkörner, weiß
28     Wacholderbeeren
H FÜR DEN SUD
600 ml   Apfelessig
450 ml   Wasser
150 Gramm   Kastanienhonig (mal mit 200 g versuchen)
21 Gramm   Salz
6 Gramm   Curry Madras

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: http://lamiacucina.wordpress.com/2009/07/21/
  eingelegte-curry-zucchetti/
  Erfasst *RK* 27.07.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

(1) Zucchini waschen, vierteln, Kernhaus aushöhlen (für Suppe verwenden) und in mundgerechte Stücke schneiden.

(2) Zwiebeln in Streifen schneiden. 4 im Miele desinfizierte Weckgläser von jeweils 0,5 l Inhalt mit je 7 Wacholderbeeren, je 7 Pfefferkörnern und je 1,5 g Senfsamen beschicken.Zwiebeln und Zucchini randvoll einschichten.

(3) Aus den übrigen Zutaten einen Sud kochen, 2 Minuten kochen lassen. In die Gläser schütten (laufen beim Deckelauflegen über – Tuch unterlegen) und im Miele Dampfgarer bei 90° C 30 Minuten einkochen.

Anmerkungen, Jutta:

Norbert mag die Zucchetti sehr gerne. Mir schmecken sie auch bestens. Nach vier Probegläsern Ende Juli nochmals Ende August 2009 11 Gläser (dreifache Menge) eingekocht. 6 Gläser mit der herkömmlichen Würzung, 5 Gläser (mehr Zucchini hatten wir nicht) mit einer gekauften Würzmischung für eingelegte Gurken von Ostmann. Hier 1,5 g pro Glas verwendet. Honigmenge auf 200 g pro Rezept erhöht (= 600 g). Zwiebeln Mischung aus roten, weißen und normalen Küchenzwiebeln.

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Übrigens ist der Jura-Garten nicht das einzige gefährliche Gebiet in der Schweiz. Auch Erich hatte schwer zu kämpfen. Mit gutem Erfolg.

19 Antworten auf „Nachgemacht: Eingelegte Curry-Zucchetti“

  1. Zucchini sind total unkompliziert. Ein bissi Tomatendünger rangeworfen (wir haben Kompost benutzt), immer schön gegossen und dann ernten, ernten, ernten. Bei uns hält sich alles im Rahmen, wir haben nur wenig Gemüse gepflanzt, damit man nicht wochenlang mit dem Essen kaum nachkommt.

  2. Mit Honig schmecken die sicher genial. Nächstes Jahr werde ich mir auch ein kleines Stück Land organisieren. Das macht sicher total Spass zu ernten und nochmehr natürlich das alles zu essen. Ihr habts echt gut.

  3. Wenn du die Teilchen mit dem Zollstock riesig nennst, dann hättest du mal das Monster sehen sollen, das mir nach dem Urlaub aufgelauert hat.
    Es war ca. 60 cm lang, wie eine Keule (Obelix) geformt und wog 2,5 Kg. Zum Glück war es nicht bissig, sondern nur ein wenig stachelig. Leider hab ich’s nicht fotografiert.
    Nach einer Woche warten auf Ideen, was man damit machen könnte, habe ich es erstmal geraspelt und eingefroren.
    Darauf was Robert vorgefunden hat bin ich auch gespannt.

  4. Genau, das mit der Zucchetti-Weltherrschaft bzw. Juraherrschaft habe ich mir auch gedacht. 😉 Ich könnte meine Pflanzen nie unbeaufsichtigt lassen. Sie haben ja auch fast Y. übermannt. 😉

  5. Vor dieser Ernte erblasse ich Nicht-Nutzgärtner vor Neid und dann auch noch so schön eingeweckt und die Gläser hübsch beschriftet….Jutta, ich verneige mich vor deinem Fleiß! 🙂

  6. Eine Zucchini im Topf hatte ich zu Studienzeiten auch einmal, die Pflanze hatte gut getragen.
    Dieses Jahr wollte ich es mit den kugeligen Zucchini versuchen, habe aber leider keine Samen mehr bekommen können. Im nächsten Jahr werde ich einen neuen Versuch starten.

  7. Wir haben eine Zucchini-Pflanze in einen großen Blumentopf gepflanzt, die produziert Früchte ohne Unterlass. Auch ein Hokkaido im Topf hat drei schöne große Kürbisse angesetzt. Norbert hat viel Kompost auf den Topfboden gegeben und dann mit Pflanzerde aufgefüllt. Klappt fast noch besser als im Beet.

  8. Ihr habt’s gut: bis auf ein einziges Ufo vor drei Jahren hat keine meiner Zucchini-Pflanzen nennenswerte Früchte geliefert. Ich bin auf Almosen aus Schwiegermutters Garten angewiesen 🙁
    Kürbisse funktionieren merkwürdigerweise im selben Beet.
    Liebe Grüße, Sus

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