Aus dem Crockpot: Saftplätzli mit Hörnli – nachgemacht

Saftplätzli mit Hörnli_bearbeitet-1
 

Robert hat im Rahmen des Hüttenhilfe-Kochevents "Mein liebstes Mamarezept" ein Schmorgericht vorgestellt, das eigentlich aus der Familie seiner Frau L. stammt. Einmal im Monat werden "Saftplätzli mit Hörnli" im Basler Stübli eigenhändig von Frau L. zubereitet und ich weiß auch, wieso: weil es schlicht und ergreifend wunderbar schmeckt.

Während des Lesens von Roberts Beitrag schwirrte mir der Crockpot als alternatives Kochgerät zum gut schließenden Schmortopf durch den Hinterkopf. Da der Garten nach den kalten Nächten der letzten Woche unbedingt winterfest gemacht werden musste und deshalb wenig Zeit zum Kochen blieb, wurde die Idee umgehend in die Tat umgesetzt.

Saftplätzli mit Hörnli, roh

Ein Gang in den nahegelegenen Minisupermarkt konnte mit dem Kauf der benötigten Bratensauce glücklich beendet werden und der Zubereitung, so nahe wie möglich am Original, stand nichts mehr im Wege.

Die Zwiebeln habe ich eine Minute in Dampf vorgegart, damit sie milder werden und im Gericht nicht vorschmecken. Selleriegrün war nicht vorhanden und wurde nicht durch anderes Würzgrün ersetzt. Dafür sorgte die Zitronenschale für einen ungewöhlichen Touch, der uns sehr gut gefallen hat. 

Saftplätzli mit Hörnli1

Kein Salz? war die Frage, die mich die ganze Zeit am meisten beschäftigte. Antwort: Kein Salz! So wie es im Rezept steht, genau so sollte man die Saftplätzli zubereiten. Dann ist am Ende, nach sechs Stunden Garzeit und einer sehr gefräßigen Plätzli-Hörnli-Orgie, abgerundet durch ein Apfelkompott mit Granatapfelkernen, der Crockpot leer, der Magen voll und die Seele beschwingt. 

Schade, dass nichts mehr da ist – aufgewärmt schmeckt das Gericht bestimmt noch besser.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Saftplätzli mit Hörnli (CP)
Kategorien: Lamiacucina, Mamarezept, Fleisch, Crockpot
Menge: 2 bis 3 Personen / Crockpot von 3,5 Litern

Zutaten

6     Rinds-Saftplätzli (max. 1 cm dick geschnitten,
      Am besten wirds mit plattierten Rumpsteaks,
      Aber auch Bratenstücke von der runden Nuss
      Oder von der Schulter sind gut)
1 groß.   Zwiebel in dünnen Ringen
1     Knoblauchzehe in Scheiben
6     Tomatenhälften, getrocknet und nochmals halbiert
1/2     Zitronenschale, abgerieben
      Pfeffer, Koriander
H FÜR DIE BRATENSAUCE
2 Teel.   Gebundene Bratensauce Knorr, gelöst in 2 dl
      Heissem Wasser (Tube)
1 Teel.   Tomatenmark
1     Lorbeerblatt
2-3 Messersp.   Gewürznelkenpulver
2-3 Messersp.   Rosmarinpulver
2 Teel.   Worcestershiresauce

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Robert
  http://lamiacucina.wordpress.com/2009/10/15/remake-mein-
  liebstes-mamarezept/
  Erfasst *RK* 16.10.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Zwiebeln in Ringe schneiden und im Dampfgarer, Siebeinsatz, 100° C, 1 Minute, Dampfgaren, Universal dünsten.

Crockpot mit einem Fassungsvermögen von 3,5 Litern leicht mit Öl auspinseln. 2 EL Wasser auf den Boden geben. Wenig Zwiebeln auf den Boden streuen.

Rindsplätzli abwechslungsweise mit Zwiebeln samt Tomaten einschichten. Zwischen den Fleischschichten mit geriebener Zitronenschale, frisch gemahlenem Pfeffer und Korianderkörnern (klein, ca. 6-8 Stück pro Lage) sowie dem Knoblauch würzen. Zuoberst Zwiebeln, Tomaten und Würze.

30 Minuten auf LOW garen.

Gelöste Bratensauce mit den Gewürzen zugeben, darauf achten, dass das Fleisch möglichst mit Flüssigkeit bedeckt ist. 6 Stunden auf HIGH garen. Zwischendurch die Fleischbeschaffenheit prüfen. Wenn das Fleisch weich ist und beinahe auseinander fällt, ist der richtige Zeitpunkt, die Hörnli zu kochen.

Anmerkungen, Robert: Servieren zu Teigwaren. Vorzugsweise Butterhörnli, die nehmen die Sauce am besten auf. Lässt sich mit der Sauce zusammen sehr gut einfrieren. Apropos Knorr: siehe Bibelstelle Johannes 8,1-11.

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24 Antworten auf „Aus dem Crockpot: Saftplätzli mit Hörnli – nachgemacht“

  1. Die Saftplätzli werde ich nachkochen, wenn ich wieder daheim sein werde, z.Zt. ist thailändisch essen angesagt. Erlaube mir bitte, zu bemerken, dass „richtige“ Hörnli ohne Rillen sind, das sind phantasievolle Imitate, „Hörnli Rigate“.

  2. Ich mag es auch gerne deftig. Und dabei war es eigentlich ein Essen, das wenig „Brennstoff“ liefert. Kaum Fett drin, also sogar ein Tipp für Schlankheitsbewußte (irgendwo habe ich das Wort schon mal gelesen oder gehört oder so… kann im Moment nicht wirklich etwas damit anfangen …)

  3. Hach Brigitte, die Sonne geht auf – und weil wir so schön aufgegessen haben, war heute hier so schönes Wetter. Reicht bestimmt für morgen mit, weil es so viel war, was wir gefuttert haben. Die Variationen finde ich immer gut und ich glaube, Frau L. hat auch nichts dagegen, dass wir mit dem Mamarezept kreativ verfahren. Danke für die Rückmeldung!

  4. Heute habe ich es nachgekocht. Das war eine Wucht!!!!!
    Kleine Änderungen von meiner Seite waren: Sojasauce statt Worcestershiresauce; selbstgekochte Rotwein-Gemüse-Juice-Paste (nach Alexander Hermann)statt Knorr-Bratensauce und statt Koriander habe ich Thymian genommen. Es war ein Traum und leider ist auch bei mir nichts zum Einfrieren übrig. Danke Robert und Jutta für das tolle Rezept. Der Crocky hat seine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden.

  5. Schon mehr als ein Jahr! Letztes Jahr war’s eine Saison-Eröffnungsfahrt, jetzt ja wohl eher Abschluss. An das Drumrum vom letzten Mal erinnerst du dich besser als ich 😉
    Die große Zeit des Braising-Buches kommt jetzt wieder. Toll, wenn man Gartenarbeit macht und dann leicht fröstelnd nach drinnen kommt und es schon verlockend duftet…

  6. Schon ein Jahr her? Ich kann mich noch daran erinnern, als Helmut im letzten Jahr zurück kam. Ich glaube, ihr habt noch einen großen Fisch gegessen und seid zum Tanzen gegangen.
    Mit schönen Nudeln, die den Kohlenhydratspeicher auffüllen, kannst du mit dem Saftplätzli-Gericht nix falsch machen und Helmut kann danach bestimmt wieder eine kesse Kohle aufs Parkett legen.
    Übberiggens: „All about braising“ ist ja wohl der Oberhammer. Was ein tolles Buch. Ich muss unbedingt noch das Roundup zur Kochbuchumfrage schreiben.

  7. Ich habe ja im 3,5 Liter Pott gekocht. Wenn du den 6.5 Liter Pott verwendest, müsste das mit der doppelten Menge hinhauen. Wenn ich mal wieder Platz in der TK-Truhe haben sollte (schöner Traum!), dann werde ich dreifache Menge kochen und tatsächlich einen Teil einfrieren. Gleich mit Hörnli, wie Robert empfohlen hat. Echt ärgerlich, dass ich nicht genug zum Aufwärmen übrig hatte. Verfressen!

  8. *sabber:-))) Also es gibt morgen kein gekochtes Rindfleisch mit Dillsauce, sondern Rindsplätzli! Wunderbares Schulterscherzel das ist doch perfekt geeignet dazu!

  9. Klasse sieht das auch bei dir aus! Sag mal, meinst du das geht auch mit meiner neuesten Errungenschaft – mit dem Großen??? Muss ich dann einfach alles nur verdoppeln?? (das Zuviel könnte ich dann ja einfrieren)

  10. Das Vorschmecken der Zwiebeln hat weniger mit mangelndem Vertrauen in eure Kochkunst zu tun sondern mehr mit dem Crockpot-Phänomen. Alles, was ich darin zubereite, schmeckt mir zu sehr nach Zwiebeln (natürlich nur, wenn auch Zwiebeln im Rezept verlangt werden :-)). Norbert spricht von „Einbildung“. Wie auch immer, mit dem Vorgaren der Ringe war für mich das Problem gelöst und Norbert hatte auch nichts zu meckern.

  11. Huhu, die Frage mit dem Salz hatte ich mir auch schon gestellt, als ich das Rezept bei lamiacucina gesehen habe; habs auch ohne gemacht.
    Nun ja, auf jeden Fall sah das sooo köstlich aus, dass ich das für heute eingeplant habe und ich melde es numehr schmurgelnderweise auf dem Herd 🙂 Allerdings habe ich kein Rumpsteak gekauft sondern eigenes Wildschwein aus der Kühltruhe genommen. Bin mal gespannt, wie das schmeckt. Habe aber in Erwartung einer Köstlichkeit gleich die doppelte Menge gemacht, damit ich morgen was zum Aufwärmen habe.
    Ach, ich liebe Euch Foodblogger:))
    LG mehdi

  12. Nun hast du es geschafft. Ich habe auch so ein Teil, allerdings mit 5 l Inhalt. Gekocht habe ich bisher noch nichts damit. Aber diese Saftplätzli sind einen Versuch wert, weil die sich superlecker anhören.

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