Punschtorte „Biene Maja“ (M/TM)

Punschtorte, Anschnitt1

Mein Vater hatte Geburtstag. 75 Jahre ist er alt geworden und was lag da näher, als eine Biene-Maja-Torte zu backen? Schließlich ist doch jedem der Zusammenhang zwischen ihm und der Biene bestens bekannt. Oder?

Zumindest in Mönchengladbach und den umliegenden Gemeinden wissen viele Menschen,  was es mit Biene Maja und meinem Vater auf sich hat. Dazu später mehr. Zunächst einmal will ich jedoch berichten, wie so einen Biene-Maja-Torte hergestellt wird. Kurze Umschreibung: Pleiten, Pech und Pannen.

Und das ging so: aufgrund diverser Backaktionen, die des öfteren in die Hose Tonne gingen, war mir ein wenig mulmig und ich beschloss, ein Probeexemplar einer Punschtorte herzustellen, die in Bäcker Neefs Buch "Sonntagskuchen & Festtagstorten" zu finden ist. Aus dem Buch hatte ich schon den Pflaumensandkuchen  gebacken und war sehr angetan. Die Punschtorte wollte ich zunächst ohne Dekoration herstellen, aber so gefüllt, wie sie sein sollte und auch mit einer Fondantglasur überzogen, die ich selbst herstellen wollte. Von Anfang an ging alles schief, was nur schief gehen konnte.

Der Mürbeboden, ein anbetungswürdiges Objekt fragilster Bäckerskunst, ließ sich nicht vom Formboden lösen. Das Ergebnis sah so aus:

Punschtorte - Mürbeboden - verunglückt

Der Biskuit wurde auf eine für mich bisher noch nie gehörte, gelesene oder gesehene Art zubereitet. In die wunderbar aufgeschäumte Ei-Zucker-Masse (8 Eier!) kippte man geschmolzene Butter. Hä?? Das erschien mir sehr seltsam, aber ich lasse mich gerne überraschen und siehe da, die Überraschung gelang. Die Schaummasse sank in sich zusammen, wovon ich mich aber nicht abhalten ließ und den Teig trotzdem buk. Parole nach dem Backen: "Nennt mich Eierschwammerl!". Das war also auch nix.

Eierschwammerl, gebacken

Beide Objekte habe ich dann nochmals hergestellt. Diesmal mit Backpapier unter dem Mürbeboden und den Biskuit mit flüssiger, aber viel stärker abgekühlter Butter als beim ersten Versuch. Zudem habe ich den Biskuitbacktrick einer begnadeten Tortenkünstlerin, Monika vom Blog "Meine bunte Tortenwelt und mehr…",  ausprobiert.

Punschtorte - Tortentantentrick

  Und siehe da, es klappte. 

 Punschtorte - top und flop Punschtorte - Mürbeboden

Die ersten Hürden waren genommen, Boden und Tortengerüst standen. Nun noch schnell den Biskuit durchschneiden, die Torte füllen, aufeinanderstapeln, Fondant drauf, fertig. Wenn das mal alles so einfach gewesen wäre.

Das Füllen an sich gelang problemlos. Nur diese Tränke, die machte mir Kopfzerbrechen. Erfahrungsgemäß kann es sich nur um ein Missverhältnis zwischen flüssigen und festen Elementen eines Backwerks handeln, wenn ein normal großer Boden – und dann auch noch Biskuit –  mit mehr als einem halben Liter Flüssigkeit befeuchtet werden soll. Da Meisterbäcker Neef aber in seiner Anleitung diese Menge vorgab, ging ich skeptisch, aber folgsam ans Werk. Nach Verwendung von ca. 250 ml war es mit dem Gehorsam vorbei. Unmöglich konnte die Torte noch mehr Feuchtigkeit fassen und ich beließ es dabei. Mir schwante Böses.

Fondant kochen ist gar nicht so schwer. Man benötigt ein gutes Thermometer, am besten digital, wenige Zutaten und Geduld. Mehr nicht. 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Fondant, flüssig
Kategorien: Tortenguss, Zuckerguss, Motivtorte
Menge: 1 Rezept

Zutaten

300 Gramm   Zucker
75 Gramm   Wasser
57 Gramm   Glucose oder
1 1/2 Gramm   Cream of tartar

Quelle

  Wayne Gisslen, "Professional Baking"
  Erfasst und übersetzt *RK* 05.11.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Eine marmorne Arbeitsplatte mit Wasser benetzen. 4 Stahlriegel zu einem Quadrat zusammenfügen, um den heißen Sirup aufzunehmen, wenn er auf die Marmorplatte geschüttet wird. (Jutta: ich habe ein kleines Backblech mit einer Silikonmatte ausgelegt).

Zucker und Wasser in einem schweren Topf mischen und so lange kochen, bis exakt 105° C erreicht sind.

Entweder die leicht erwärmte Glucose oder die in wenig warmem Wasser aufgelöste Cream of tartar in den kochenden Sirup geben.

Weiterkochen, bis 115° C erreicht sind.

Den kochenden Sirup auf die Marmorplatte gießen und mit ganz wenig kaltem Wasser besprenkeln, um eine Kristallisation zu vermeiden.

Den Sirup bis auf 43° C abkühlen lassen.

Die Stahlriegel entfernen und den Zucker mit einem metallenen Teigspatel bearbeiten. Hierzu die Masse von außen nach innen legen. Der Zucker beginnt, weiß zu werden und sich zu festigen.

Entweder per Hand oder mit der Küchenmaschine (Flachrührer, langsam) die Zuckermasse so lange bearbeiten, bis sie glatt und cremig ist.

Fondant in einem gut verschließbaren Behälter aufbewahren.

Zum Verarbeiten auf Blutwärme, also ca. 38° C, erwärmen. Das geschieht am besten im Wasserbad, permanent rührend. Die Masse sollte gegossen werden können.

=====

Wenn man sich genau an die Angaben hält, ist es tatsächlich möglich, einen schönen Fondant herzustellen. Das war aber auch das einzige Element, das hingehauen hat. Zumindest beim ersten Versuch.

Punschtorte, Fondantherstellung

Die Torte war ein einziges Fiasko. Nach dem Anschnitt offenbarte sich, dass ich mit meinen Befürchtungen bezüglich der Flüssigkeitsmenge nicht wirklich schief lag. Von einer Torte konnte keine Rede sein, das Backwerk hatte eine eher puddingartige, schwabbelige Konsistenz und war nicht essbar. Mir kam die Flüssigkeit schon entgegengelaufen, als ich den Deckel des Tortencontainers anhob. So eine Schande! Meine zerrrüttete mentale Lage ließ nicht zu, das Machwerk für die Ewigkeit festzuhalten. Der Phantasie des Lesers sind aber keine Grenzen gesetzt. Ja, genau so schlimm war das!

Ich habe mich wirklich geärgert. Über meine eigene Doofheit, soviel Tränke zu verwenden. Über das Rezept, das einfach falsch ist – wird sowas nicht ausprobiert vor der Veröffentlichung? Darüber, dass auf Nachfrage vom Autor keine Reaktion kam. Darüber, dass all die schönen Zutaten in den Müll wanderten. Ich weiß nicht, warum ich 580 ml Flüssigkeit herstellen soll, wenn am Ende nur ein geringer Teil Verwendung findet. Verflixt!

Genug gejammert, ich habe mich nicht abschrecken lassen und das Ding nochmal gebacken. Dreimal ist göttlich, gell? Die Böden, deren Herstellung jetzt prima funktionierte, wurden nicht mehr getränkt. Ich habe den Rest der Flüssigkeit vom ersten Backversuch in eine Blumensprühspritze gefüllt und die Böden nur noch benetzt. Zum Fondantkochen hatte ich keine Lust mehr und habe fertige Glasur verwendet. Übrigens, wenn man zuerst die Randverzierung macht (hier Puderzuckerspritzglasur, rosa gefärbt) und dann den Fondant auf die Torte schüttet, läuft nix runter. Sehr praktisch!

 Punschtorte1 mit Marzipan bestrichen Punschtorte2 mit Marzipandecke Punschtorte3 ohne Blütendeko 

Die Blümchen wurden aus Rollfondant hergestellt und am Ende war ich ganz zufrieden mit meinem Werk.

Punschtorte, Detail2

Und die beste Nachricht. Die Torte sah nicht nur passabel aus, sondern sie schmeckte auch noch hervorragend. Wenn man weiß, wie's geht, ist sie sehr empfehlenswert. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber mittlerweile würde ich sie sogar noch einmal oder zweimal oder dreimal oder ………. backen.

Ach so, Biene Maja!

Also, das war so: als mein Vater noch etwas jünger war und bei den Stadtwerken in Mönchengladbach als Busfahrer arbeitete, wurde jedes Jahr eine Karnevalsfeier organisiert. Zu einer dieser Feiern lief mein Vater im Kostüm auf. Ich muss hinzufügen, dass er nicht zu den baumlangen Kerls gehört und deshalb prädestiniert war für das Outfit. Er war Biene Maja. Wie es sich für eine Biene gehört, hatte er Fühler, Flügel und ein gestreiftes Leibchen. Zudem flog er während der ganzen Feier von Blüte zu Blüte, will sagen, er nervte die Anwesenden und trank deren Gläser leer. Irgendwann waren es die Kollegen leid. Einer nahm die lästige Biene unter den Arm, trug sie zu einem großen, runden, drehbaren Mantelständer und hängte meinen Vater daran auf. Nachdem willige Helfer den Ständer fleißig drehten, flog die Biene Runde um Runde und alle Anwesenden lachten Tränen.

Der Vorfall muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Nicht nur im Stadtgebiet Mönchengladbachs, auch in den Außenbezirken ging meinem Vater ein gewisser Ruf voraus. Dass dem so war, kann ich anhand der folgenden Anekdote belegen, die sich Monate später zutrug:

Ich habe viele Jahre in einem Altenheim gearbeitet. Ein neuer Zivildienstleistender trat seinen Dienst an. Er wohnte ca. 15 km von Mönchengladbach entfernt in Waldniel, einem kleinen Kaff Dorf in der Nähe der holländischen Grenze. Der Zivi, nennen wir ihn Paul, erzählte beim Frühstück von seinem Onkel, dem Busfahrer. Ich warf ein, dass mein Vater auch Busfahrer sei. Der Zivi fragte, wie er denn heiße. Als ich antwortete, guckte er mich erstaunt an and fragte: "Ist das nicht die Biene Maja???"

Punschtorte, Detail1 

Und zum guten Schluss gibt es auch noch das Rezept:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Punschtorte (M-TM) "Biene Maja"
Kategorien: Torte, Marzipan, Fondant, Aufwändig
Menge: 1 Mehrlagige Torte, Durchmesser 28cm

Zutaten

H MÜRBEBODEN
100 Gramm   Mehl
35 Gramm   Zucker
70 Gramm   Butter
1 Prise   Salz
1/2     Zitrone, der Abrieb
1     Eigelb
H BISKUITBODEN
8     Eier
150 Gramm   Zucker
1/2     Vanillestange, das Mark
240 Gramm   Mehl
80 Gramm   Butter
1 Prise   Salz
H MARZIPANFÜLLUNG
250 Gramm   Marzipanrohmasse
150 Gramm   Butter
80 ml   Rum
50 Gramm   Aprikosenkonfitüre
1 Prise   Salz
H ZUM TRÄNKEN
350 ml   Wasser ****viel zu viel***
200 ml   Rum ***viel zu viel***
30 Gramm   Zucker
H FÜLLUNG
650 Gramm   Aprikosenkonfitüre
H ZUM EINDECKEN
200 Gramm   Marzipanrohmasse
80 Gramm   Puderzucker
350 Gramm   Fondant
50 Gramm   Mandelblättchen
H GARNITUR
      Kandierte Früchte oder
      Zuckerblüten

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Karl Neef "Sonntagskuchen & Festtagstorten"
  ISBN:978-3-7750-0482-4
  Erfasst *RK* 04.10.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 180° C vorheizen.

Für den Mürbeteig aus allen Zutaten im TM eine sandige Masse herstellen. Den Boden einer Springform von 28 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, Krümel darauf verteilen und festdrücken. 30 Minuten backen.

Die Mandelblättchen auf einem Backblech verteilen und goldgelb rösten. (Jutta: während der Mürbeboden backt, Blech in die untere Etage des Manzfreds setzen. Bräunung kontrollieren, ab und an Blättchen durchschütteln.)

Für den Biskuitboden Eier in heißes Wasser legen und 10 Minuten temperieren. Den Boden einer Springform mit Backtrennpapier auslegen. Eier und Zucker in der Kenwood locker aufschlagen. Das Vanillemark zugeben. Mit dem Schneebesen zuerst das Mehl und dann die flüssige, nicht zu warme Butter unterheben. Die Masse in die Springform füllen und 26 Minuten bei 170° C backen. Stäbchenprobe! Dieser Boden muss nach dem Backen sofort gestürzt werden, damit er völlig eben wird. (Anmerkung, Jutta: habe Monikas Biskuittrick angewandt, das Ergebnis ist überzeugend. Mache ich jetzt immer so: http://tortentante. blogspot.com/2009/04/kuchen-gleichmaig-backen.html)

Für die Marzipan-Zwischenfüllung im TM alle Zutaten glattarbeiten.

Für die Tränke Wasser, Rum und Zucker anrühren.***Das ist viel zu viel Tränke. 1/5 bis 1/4 reicht wahrscheinlich vollkommen aus.***

Den Mürbeteigboden gaaaanz vorsichtig auf eine Platte legen und mit Aprikosenkonfitüre bestreichen. Den Biskuit-Tortenboden dreimal waagerecht durchschneiden und das Unterteil auf den Mürbeteigboden legen. Blumensprühflasche mit Tränke füllen. Jede Lage des Biskuitbodens nach dem Auflegen mit der Tränke besprühen. Die unterste und oberste Füllung besteht aus Aprikosenkonfitüre. Die Marzipanfüllung in die Mitte streichen. Backtrennpapier auf die fertig zusammengesetzte Torte legen, diese auf eine Platte stürzen und ca. 20 Minuten ruhen lassen.

Die zurückgedrehte Torte mit Aprikosenkonfitüre bestreichen. Marzipan mit dem Puderzucker glattarbeiten und mit etwas Puderzucker ausrollen, auf Tortengröße zuschneiden und auflegen. Dünn mit Aprikosenkonfitüre (eventuell durch ein feines Sieb streichen, um Klümpchen zu vermeiden) bestreichen. Die Zuckerglasur in einer Kasserolle anwärmen (Blutwärme) und die Marzipandecke damit glasieren. Seitlich abgelaufene Glasur abstreifen. Den Rand mit den Mandelblätttchen bestreuen.

Nach Belieben dekorieren.

Anmerkungen, Jutta: Torte beim ersten und zweiten Backversuch total misslungen. Mürbeboden zerbrochen, weil er am Boden festklebte. Biskuit zusammengefallen, weil Butter zu warm war. Tränke viel zu viel. Teig total nass. Wurde entsorgt. Schande!

Beim dritten Mal hat dann alles hervorragend hingehauen und der Kuchen hat wunderbar geschmeckt. Ziemlich aufwändig!

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54 Antworten auf „Punschtorte „Biene Maja“ (M/TM)“

  1. Wunder-wunderschöne Torte, aber wahrscheinlich nichts für Kinder mit dem Rum drin. Die muss warten, bis ich mal einen Erwachsenen-Geburtstag habe und auf Nach-Weihnachten.

  2. In Anbetracht der Tatsache, dass ich bestimmt noch mal nach Waldniel komme, schreibe ich jetzt besser nicht, was ich so denke, hihihi.
    Aber sicher hat sich in den letzten Jahrzehnten auch in Waldniel viel verändert, hüstel… Liebe Waldnieler, ich mag euch, wirklich!!!! :-)) Und mein schöner Weichholzschrank aus dem Wohnzimmer stammt auch aus Waldniel.

  3. Ach Uschi, du wirst staunen, wie schön deine Torte wird! Sobald man mal angefangen hat, geht es doch meist viel besser von der Hand, als man befürchtet. Wenn ich mir vorstelle, was ich für Manschetten vor Fondant hatte. Und dabei ist es wirklich vollkommen unproblematisch, eine Torte mit Rollfondant zu beziehen. Leg einfach los und falls du Fragen hast, dann stehe ich für Ratschläge gerne zur Verfügung. Wenn meine Kenntnisse nicht reichen, dann sind die tollen Tortenbäcker im Netz bestimmt bereit, Hilfestellung zu geben.

  4. Oh, Gabi, das lese ich aber gerne – Dankeschön! Es soll ja Leute geben, die ihre Rezepte horten und im Leben niemandem verraten würden. Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich war mal als Kind auf einer Konfirmation eingeladen, da gab es eine ganz tolle Orangencreme. Meine Mutter hat nach dem Rezept gefragt und nicht bekommen. Das ist für mich einfach unfassbar. Komisch, dass ich das nach ungefähr 40 Jahren immer noch wie heute vor mir sehe.
    Und ansonsten gilt der abgenudelte Spruch vom Meister, der nicht vom Himmel fällt. Üben, üben, üben – es gibt noch soooo viel, was ich nicht kann (z. B. glänzenden Schokoladenguss herstellen).

  5. Leider wohnen wir 250 km voneinander entfernt, da relativiert sich das ein wenig mit dem Verwöhnen. Mal eben rüberspringen, um ein paar Plätzchen vorbei zu bringen, das ist nicht möglich. So versuche ich, sie zumindest ab und an ein wenig zu überraschen.

  6. Fehler können sich ja immer mal einschleichen. Aber wenn Jemand gegenliest und Ahnung von der Materie hat, müsste so ein Schnitzer doch auffallen. Ich frage mich zudem, ob Rezepte in Buchform veröffentlicht werden, ohne sie auf die Machbarkeit in der normalen Küche zu überprüfen. Ich glaube, dass es sich bei der Mengenangabe für die Tränke so verhält, dass sie nicht umgerechnet wurde auf die Menge für eine Torte.

  7. Also, hier noch mal genau:
    Wie Ulrike schon richtig schreibt, ist Cream of Tartar Weinstein. Weinsteinbackpulver enthält noch zusätzlich Natron, damit der Kuchen aufgeht. Bei der Fondantherstellung sollte kein Weinsteinbackpulver verwendet werden, sondern Cream of Tartar (oder halt Glucose).

  8. Liebe Heidi, die II., so soll es sein! Wenn die Geschichte gefällt und zum Grinsen verführt, dann ist das für mich die schönste Belohnung. Und falls dann am Ende auch noch etwas Essbares präsentiert wird, umso besser!
    Die lieben Grüße wird mein Vater bestimmt hier lesen, gell Papa?

  9. Hach ja, die Torte habe ich eigentlich nur gebacken, weil ich einen Blütenausstecher gekauft hatte, dem noch ein Ausstecher für eine Biene beigegeben war. So kam ich auf die Idee, für meine Vater irgendwas mit Biene Maja zu machen und musste „nur“ noch eine geeignete Unterlage für die Deko finden – das Pferd wurde quasi von hinten aufgezäumt. So wie sich die Torte im Buch präsentierte, musste sie gut sein, deshalb habe ich auch nicht aufgegeben. Solche Widrigkeiten stacheln mich eher an.

  10. Klar kannst du dein erprobtes Biskuitrezept verwenden. Durch das vorsichtige Tränken wird der Kuchen sowieso saftig. Ich glaube, ich würde beim nächsten Mal auch auf mein bewährtes Rezept zurückgreifen. Liebe Grüße! Wie ist eigentlich das Straßenfest gelaufen? Wahrscheinlich muss ich nur mal bei „backrezepte-online“ stöbern – Asche auf mein Haupt!

  11. Ah ja, Danke! Hier kommt also auch Butter in den Teig, interessant. Werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. Eigentlich habe ich ja auch ein gelingsicheres Biskuitrezept, aber die Verwendung der Butter hat mich schon gereizt.

  12. was für eine torte
    was für nerven (ich hätte geschmissen)
    und vor allen dingen: was für ein vater!!!!
    wenn das mal bloß nicht die waldnieler lesen, was du über ihre stadt schreibst…..:-))

  13. Von mir „Hut ab“ für dein Durchhaltevermögen und Glückwunsch zu dem schönen Ergebnis und für deinen Vater alles Gute.
    Die Biene Maja Geschichte fand ich köstlich.
    Das inspiriert mich jetzt nach einer Torte für meinen Vater zu suchen, der bald 95 Jahre wird. Mit deiner Torte wird sie allerdings nicht mithalten können!

  14. Liebe Jutta, eine schöne Geschichte…köstlich.
    Und zum Thema Torte: nie im Leben hätt ich so hartnäckig eine Torte vorangetrieben. Beim Kochen und Backen fehlt mir noch einem flop grundsätzlich der Ehrgeiz. Sicher ein Fehler, wenn man dies hier so liest.
    Und ALLE Deine Kuchen die ich hier von Deinen Rezepten nachgebacken habe, sind immer hochgelobt, IMMER wollte irgendwer das Rezept! Hut ab, wer sooooo lecker backen kann.
    Und schön wieder von Dir zu lesen. Gabi

  15. Du verwöhnst ja Deine Eltern! Ich folge mittlerweile dann oft nicht mehr den Rezepten, wenn ich mir schon vorher denken kann, dass da der Erfolg fraglich wird. Hut ab, ich hätte nicht durchgehalten.

  16. Liebe Jutta,
    ich bewundere Deine Hartnäckigkeit- ich hätte nach dem ersten Fehlversuch aufgegeben! Die Torte im dritten Anlauf sieht aber wirklich super aus. Und über die Story mit Biene Maja habe ich mich schier totgelacht! Wahnsinn, wie das Kreise gezogen hat und noch Jahre später weitererzählt wird.
    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  17. Ach Jutta, was für eine köstliche Geschichte!!! Du Ärmste, sowas ist ja echt zum Aus-der-Haut-fahren! Aber toll, daß du nicht aufgegeben hast. Die Torte sieht traumhaft schön aus! Gratulation, an dich zu deiner Sturheit(:-)) und an deinen Vater zum Geburtstag und der tollen Tochter:-)
    liebe Grüsse und: schön, daß du wieder da bist!
    p.s. aus dem Kochbuch hab ich auch schon was nachgebacken was absoluter Müll war (muß mal nachschaun was das war, habs -geistig- verdrängt, aber ich schätze ich find das Rezept wieder)

  18. Jutta, ich liebe Deine Geschichten. Biene Maja… 😉
    Nachträglich ein Gruß an Deinen Vater, schön, diesen runden Geburtstag so fit und mit solch einer tollen Torte feiern zu dürfen.
    Mich ärgern falsche Rezepte auch immer… Mir geht’s dann aber wie Dir, ich muss mich da durchkämpfen. Meist mache ich aber auch meinen Standardbiskuit und fertig, bevor ich ein neues Rezept ausprobiere, von dem ich ahne, dass es eh nix wird.

  19. Weil auch ich schon den sonderbarsten Biskuitrezepten begegnet bin, verlasse ich mich schon seit Jahren auf folgendes Rezept, das ich nicht ohne Grund Strapazierbiskuit nenne. Das Original ist von Gaston Lenotre ubnd funktioniert immer, vorausges. man hält die wenigen Vorschriften exakt ein. Er ist locker und saft,stabil, weicht nicht durch, wird nicht matschig, läßt sich super aufbewahren, einfrieren und schmeckt einfach göttlich:
    Zutaten:
    5 Eier (ca. 1/4 liter d.h. eher kleinere, Bio wenn möglich)
    150 gr. Zucker
    150 gr. Mehl
    1 Prise Salz
    45 gr. Süßrahmbutter geschmolzen, nur noch lauwarm.
    Eier ganz mit dem Zucker eine halbe Stunde lang rühren, bis man eine weißliche schaumige Masse erhält und sich das Volumen etwa verdreifacht hat. Das Mehl und das Salz vorsichtig unterheben, nicht schlagen oder schnell rühren. Die flüssige Butter ebenfalls unterheben. Falls gewünscht etwas Vanillemark dazu. Backen wie üblich. Fertig.
    LG
    paopao

  20. Die Torte ist letztendlich einmalig schön geworden, der „Werdegang“ liest sich allerdings eher wie eine Horrorgeschichte :-). Deine Geduld könnte ich nie aufbringen und hätte nach dem 1. Fehlversuch vor Ärger schon genug (Murks in die Tonne, Buch „verbannen“). Mit falschen Mengenangaben in Backbüchern (kommt leider immer wieder vor) habe ich auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Ich finde es schwach, daß auf Anfrage keine Reaktion erfolgte.
    Nachträglich noch herzlichen Glückwunsch an die Biene Maja.

  21. Ich hätte breits nach dem Mürbeteigdisaster aufgegeben. Eine Prachtstorte ist es geworden. Dein Vater hat sich sicher sehr darüber gefreut, ausser er mag die Biene Maja Geschichte nicht mehr hören. 😉

  22. Ich bin wieder hin und weg und lache immer noch – ein echter Jutta-Eintrag!
    Dass der Bäcker sich nicht gerührt hat, finde ich ja unschön – der müsste doch Interesse daran haben, nachbackbare Rezepte zu verbreiten und evtentuelle Fehler aufzuklären (ich glaube, du bist sogar über mich an das Buch gekommen? Tut mir ja Leid, aber die Backergebnisse im Laden waren wirklich ausgesprochen vorzeigbar).
    Aber egal, du hast schließlich den Punschtortengipfel mit Bravour gestürmt und ein echtes Meisterwerk abgeliefert. Toll, toll, toll – ich hätte gar nicht erst angefangen, da ich dekorativ ausgesprochen minderbemittelt bin.
    Die Biene Maja-Geschichte setzt dem Ganzen dann aber wirklich noch die Krone auf. Herzlichen Glückwunsch auch von mir an den Jubilar, möge er weiterhin so munter durch die Gegend wandern 🙂

  23. Die sieht fantastisch aus. Mich würde die viele Arbeit daran abschrecken, aber wenn man sie erst mal fertig hat, ist es sicher ein tolles Gefühl, so etwas Schönes gemacht zu haben.

  24. Liebe Jutta,
    schön, dass Du wieder da bist:)
    Bemerkenswert finde ich Deine masochistische Art, selbst unbackbare Rezepte backbar zu machen. Noch bemerkenswerter allerdings ist, dies in einem schonungslosen Bericht öffentlich zu machen.
    Ich musste schon lachen, als ich den fragilen Mürbeboden als „Entenfutter“ in der Schüssel sah.
    Das tolle Endprodukt würde ich nun – wo Du jetzt alles so schön vorbereitet hast – gerne mal nachbacken.
    Allerdings nur 1 Versuch!
    Ganz besonders liebe Grüße
    mehdi

  25. Du hast meine Bewunderung !!!!
    zum Einen für Deine wundervoll gelungene Torte und zum Zweiten für Deine Willenskraft, die Torte bzw. das Rezept zu *besiegen*
    Da Geduld bei mir ein Fremdwort ist, hätte ich wütend aufgegeben …
    Deine Geschichte ist wunderschön erzählt, für Deinen Vater noch alles Gute zu seinem besonderen Geburtstag!

  26. Die Torte sieht toll aus, aber ich hätte auch spätestens nach dem 2. Fehlversuch aufgegeben.
    Ich bin auch für die Verleihung der Tapferkeitsmedallie an dich.
    Das mit dem Fondant würde mich auch interessieren, daher die Frage: Ist Cream of tartar = Weinsteinbackpulver oder habe ich das falsch verstanden?

  27. Du wirst mir hoffentlich verzeihen – ich habe gelacht, gelacht, gelacht…
    Obwohl – Dir wird nicht mehr danach gewesen sein…
    Ich hätte auch gestreikt – bei Dir gereicht es dann ja schon zur Tapferkeitsmedaille des Konditorei-Handwerks.
    Noch ärgerlicher finde ich, dass man auf Anfrage natürlich zu einer „fundierten“ Antwort kommt, nämlich keiner.
    Ich würde aus der Ferne mal davon ausgehen, dass möglicherweise ein Komma oder ein Null vergessen wurde, welche aus etwa 500 ml (0,5 l) nur noch 50 ml (0,05 l) gemacht hätten. (Ich hätte mich aber auch achselzuckend an das Rezept gehalten und erst hinterher geflucht, wie ein Droschkenkutscher… )
    Deinem Vater ebenfalls nachträglich alles Liebe und Gute.
    LG Heidi

  28. Jutta, dein Durchhaltevermögen möchte ich mal haben – nach Nr. 1 hätte ich alles vernichtet und mich an was ganz anderem versucht.
    Aber toll, dass du durchgehalten hast, denn das Ergebnis ist wunderschön – ein richtiger Traum.
    Auch von mir nachträglich alles Gute für ‚Biene Maja!!

  29. Schön, dass du wieder da bist. Die Torte siehr zauberhaft aus und das Rezept lies sich schön. Danke, dass du die Fehlversuche auch schon für uns erledigt hast. Könnte man für die Torte nicht auch Bisquit – ganz ohne Fett – verwenden? Sind ja genügend andere gehaltvolle Sachen drin.

  30. Das mit den Fehlversuchen kenne ich nur zu gut! Vor einiger Zeit habe ich nacheinander verschiedene neue Rezepte ausprobiert (aber jeweils nur 1 x) und musste die Ergebnisse wegschmeissen 🙁
    So wie Du dranbleiben und rumtüfteln, bis ein schönes Ergebnis entsteht: Du hast meine volle Bewunderung!
    Die fertige Torte sieht übrigens super lecker aus – kommt auf meine Nachbackliste…

  31. schön das du wieder da bist und danke für diesen herrlichen Bericht. ich finde die Torte zum Schluß wunder schön.. nur hätte ich wohl auch nach dem 2ten Versuch das Handtuch geworfen. Respekt!!

  32. Sag mal, du gehörst schon zu den ganz harten ;-))!
    Ich hätte nach dem ersten, ach was wahrscheinlich schon vorher, misslungenen Teil sofort alles hingeworfen und nie wieder einen Backlöffel angerührt!
    Kompliment und Glückwünsche an Biene Maja 🙂

  33. Die Geschichte der Herstellung und der Hintergrund dazu sind so köstlich, dass ich mir jetzt gerne ein Stück von der Torte genehmigen möchte, obwohl ich sonst kein Süsser bin.

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