Dreimal (viermal) Madeleines für Whisky-Tiramisù

Der kleine Kuriositätenladen hatte kürzlich ein Whisky-Tiramisù im Angebot, das ich einfach nachmachen musste. Erstens habe ich mal in Schottland gelebt, zweitens war ich mal in Irland, drittens liebe ich Whisk(e)y pur und viertens ist Tiramisù eines meiner Lieblingsdesserts.

Interessant war auch, dass Steph statt der ewigen Löffelbiskuits Madeleines verwendete, was mich sehr neugierig machte. Also stiefelte ich los um Madeleines zu kaufen. Die Dinger waren nirgends zu bekommen. Ich habe alle möglichen Läden abgeklappert, von Madeleines keine Spur. Also blieb mir nichts anderes übrig, als sie selbst zu backen.

Für das schöne Dessert sollten es natürlich optimale Gebäckstücke sein und so machte ich mich ans Werk. Drei Sorten habe ich gebacken und von Rezept zu Rezept wurden sie besser.

Madeleines - Dreierbande

Rezept Nummero Eins: Madeleines, klassisch = vergiss' es! (Mitte).

Flach wie Flundern, fettig, fies.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Flopp: Madeleines, klassisch
Kategorien: Kleingebäck, Frankreich, Klassiker
Menge: 12 Mini-Madeleines + 12 Bärentatzen

Zutaten

100 Gramm   Butter
1     Zitrone
1 Prise   Salz
125 Gramm   Zucker
3     Eier
1     Eigelb
125 Gramm   Mehl, gesiebt

Quelle

  "Der große Larousse Gastronomique"
  Erfasst *RK* 25.11.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Butter zerlassen ohne dass sie heiß wird. Zitrone auspressen, mit Salz, Zucker, Eiern und Eigelb in einer Schüssel mit einem Holzlöffel gut verrühren. Mehl untermischen und glattrühren. Zuletzt rasch die zerlassene Butter unterziehen. Den Teig zwei Drittel hoch in die gut gefetteten Mulden eines Madeleine-Backblechs füllen.

Im 180° C heißen Ofen Madeleines 25 Minuten, backen. Aus der Form lösen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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Rezept Nummero Zwei: Madeleines aus Commercy = schon besser!! (Oben)

Aussehen prima. Geschmack etwas flach. Zweiter Sieger.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Madeleines aus Commercy
Kategorien: Kleingebäck, Klassiker, Frankreich
Menge: 1 Rezept

Zutaten

150 Gramm   Butter
200 Gramm   Zucker
6     Eier
200 Gramm   Mehl, gesiebt
1 Teel.   Backpulver
1 1/2 Teel.   Orangenblütenwasser
1 Prise   Salz

Quelle

  "Der große Larousse Gastronomique"
  Erfasst *RK* 25.11.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Butter mit einem Holzlöffel geschmeidig rühren. Zucker und Salz dazugeben und gut vermischen. Eier, eines nach dem anderen und schließlich Mehl, Backpulver und Orangenblütenwasser einarbeiten. Ein Madeleine – Backblech fetten und mit etwas Mehl bestäuben. Den Teig in die Mulden füllen und 10 Minuten im 220° C heißen Ofen backen.

Aus der Form lösen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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Rezept Nummero Drei: Madeleines = perfekt! (Unten).

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Madeleines
Kategorien: Kleingebäck, Frankreich, Klassiker
Menge: 1 Rezept

Zutaten

100 Gramm   Butter
1/2     Orange, die Schale
1/4     Zitrone, die Schale
4     Eier
100 Gramm   Puderzucker
1 Essl.   Rum oder Cognac
      Rumaroma, ein paar Tropfen
1/2 Teel.   Vanille, gemahlen
1 Prise   Salz, kräftig
200 Gramm   Mehl
1 Teel.   Backpulver

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: "French Basics"
  C. Schinharl / S. Dickhaut
  ISBN: 978-3-8338-1440-2
  Erfasst *RK* 25.11.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Butter schmelzen und abkühlen lassen. Orangen- und Zitronenschalenabrieb herstellen.

Eier und Puderzucker schaumig schlagen. Rum oder Cognac, Rumaroma, Salz, Zitrusschalen und gemahlene Vanille unterrühren.

Mehl mit Backpulver mischen, unter die Eimasse ziehen. Butter zufügen und untermengen.

Gefettete Madeleine-Form mit Teig bestücken. Im 200° C heißen Ofen (mittlere Schiene, Umluft 180° C, Manzfred 180° C) etwa 13 Minuten backen. Aus der Form lösen und auf einem Gitter abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

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Der Gewinner ist also das Madeleines-Rezept aus dem GU-Buch "French Basics" von C. Schinharl und S. Dickhaut. Taraaaahhhh! Die Madeleines sehen zwar nicht so perfekt aus wie die aus Commercy, sind aber geschmacklich nicht zu toppen. Ausgewogen, nicht übertrieben aromatisch, feine Krume.

Nun ging es also an die Zubereitung des Tiramisùs. Statt Madeleines in Förmchen zu backen, habe ich eine Platte hergestellt. Aus ihr wurden Kreise in Größe des späteren Servierglases ausgestochen.

Madeleines - Kreise ausstechen

Danach nett geschichtet und für eine Nacht in den Kühlschrank gestellt. Ergebnis: für meinen Geschmack darf es noch ein wenig mehr Alkohol sein und der Espresso war nicht stark genug. Aber ansonsten köstlich.

Whisky-Tiramisù

Diese Idee mit den Madeleines ist wirklich klasse. Der Teig ist fest und nicht so schwammig, das gefällt uns ungemein und kommt Weihnachten auf den Tisch!

Ach so, während das Tiramisù über Nacht im Kühlschrank darauf wartete, verzehrt zu werden, schrieb ich einen Einkaufszettel und fuhr am nächsten Morgen los. In einen recht neuen Laden, den ich bisher nur selten besuchte. Und was finde ich?

Madeleines - gekauft

Und noch zwei weitere Sorten. Gekauft habe ich glücklicherweise nur eine Variante zu Vergleichszwecken und die schmeckte scheusslich. Vollkommen überwürzt, mit künstlichem Aroma durchzogen, ungeniessbar. Das ist mir in diesem Jahr übrigens auch absolut unangenehm bei Dominosteinen und Spekulatius aufgefallen. Die konnte ich nicht essen, so sehr schmeckten sie nach künstlichen Zusatzstoffen. Grauenhaft!

Aber das Tiramisù….

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Whisky-Tiramisù
Kategorien: Dessert, Whisky, Mascarpone, Madeleines
Menge: 6 Sturzgläser à 230 ml

Zutaten

3     Eier
75 Gramm   Zucker
1 Prise   Salz
250 Gramm   Mascarpone
5 Essl.   Whisky
1 Tasse   Espresso, stark
12     Kreise Madeleines-Teig
      Kakao zum Bestäuben
      Gehackte Kakaobohnen

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Stephs Blog "Kleiner Kuriositätenladen"
  http://kuriositaetenladen.blogspot.com/2009/11/whisky-
  tiramisu.html
  Erfasst *RK* 27.11.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Am Vortag ein halbes Alublech Madeleines-Teig als Platte backen (nach dem Rezept aus "French Basics").

Am nächsten Tag eine Tasse kräftigen Espresso kochen und vollständig abkühlen lassen – 3 EL Whisky dazugeben. Mascarpone glattrühren, 3 Eigelb und 45 g Zucker zufügen und schön cremig rühren. Am Schluss zwei EL Whisky unterziehen.

Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen, 30 g Zucker unter ständigem Weitermixen einrieseln lassen und weiterschlagen, bis der Schnee komplett fest ist. Den festen Eischnee unter die Mascarponecreme heben.

Aus der Teigplatte 12 Kreise in der Größe des Serviergeschirrs ausstechen, nebeneinander auf einen Teller legen und mit der Kaffee- Whisky-Mischung beträufeln. Je einen EL Mascarpone-Creme in sechs 230 ml-Sturzgläser verteilen und mit einer dünnen Kakaoschicht bedecken. Getränkte Madeleinescheibe darüberlegen und mit einer weiteren Schicht Creme bedecken. Vorgang wiederholen.

Mindestens 2 Stunden kühl stellen und vor dem Servieren mit Kakao und gehackten Kakaobohnen bestreuen.

Anmerkungen, Jutta: kann man gut am Vortag zubereiten. Madeleines- Platte hält sich gut verpackt ein paar Tage, eventuell einfrieren.

Kreise etwas feuchter machen. Wirklich starken Espresso verwenden und mehr Whisky. Zuckermenge ist optimal.

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17 Antworten auf „Dreimal (viermal) Madeleines für Whisky-Tiramisù“

  1. Grandios. Habe die Madeleines ausprobiert und muss Ihnen für das Rezept ein großes Lob aussprechen. Habe mir direkt vorgenommen, meiner Familie zu Weihnachten dieses Dessert vorzulegen. Die werden besgeistert sein. Besoders meine 6-jährige Tochter, die schon seit dem letzten Spanienurlaub nur von den kleinen Kuchen unserer Gastfamilie spricht 😉

  2. Meine Bewunderung hast du auch. Ich hätte schon nach den vergeblichen Einkaufsversuchen auf Löffelbiskuit zurückgegriffen. Hast du die Madeleines alle in der gleichen Form gebacken? Der Größenunterschied ist ja gewaltig. Zufällig, frau kann ja nie wissen wofür, habe ich mir letzte Woche auch gerade eine Madeleineform zugelegt.

  3. Da hast du die aber viel Mühe gegeben für dein Dessert!
    Madeleins habe ich auch schonmal gemacht, allerding in nicht Stilecht sondern in Muffinförmchen. Bei dem Rezept musste man den Teig für eine Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
    Wenn ich nochmal Lust drauf hab werd ich mal dein Gewinner Rezept testen

  4. Mir geht’s wie Barbara- ein Backform, die ich nicht habe 😉 Und was ich auch ncit habe, ist deine Hartnäckigkeit, Rezepte kleinzuklopfen und zu optimieren, Hut ab!

  5. Jutta, Wahnsinn! Ein Selbstversuch zum Thema Madeleines – wow!!! 🙂
    Bei dieser Backform konnte ich bisher noch widerstehen. Falls je doch nicht, dann weiß ich ja jetzt, welche Rezepte funktionieren… 😉
    Die meisten gekauften finde ich auch furchtbar.

  6. Hi Jutta
    Wow, ich bin beeindruckt. Neulich versuchte ich mich selbst zum ersten Mal an Madeleines und sie haben ganz gut geklappt. Tiramisu damit ist eine tolle Idee.
    Danke für die Story.
    LG

  7. Ich glaube, dass ich meine Familie auch eher mit Baileys glücklich machen könnte. Aber da müssen die durch. Dein Madeleines-Rezept werde ich gleich mal suchen. Sie sind ja schnell gemacht und ich bin für jede Abwechslung zu haben 🙂

  8. Wo ich das so lese fällt mir ein, dass wir aus Usbekistan einen ganz süßen, braunen Wodka mitgebracht haben. Wo der wohl ist? Den werde ich mal suchen, ich glaube, der passt optimal. Juppiduh!

  9. Holla die Waldfee, das nenn ich Einsatz ;o)
    Ich find’s ganz toll, dass Du diese kleine Madeleines-Studie durchgeführt hast und die Idee, daraus eine Platte zu backen ist toll.
    Ich bekomm hier zwar überall Madeleines, die auch nicht ganz so fies künstlich schmecken, aber selbstgemacht ist natürlich 1000x besser – das mach ich das nächste Mal auch so!
    Beim Whisky kommt es ja immer drauf an, welche Sorte man nimmt. Ich hab durch meinen sammelnden Mitesser eine riesige Auswahl und such mir daher immer recht süße Whiskys aus – andere Sorten kann man aber durchaus auch anders dosieren und überhaupt, kommt’s da ja auch auf die persönliche Vorliebe an ;o)
    Freut mich sehr, dass Euch das Tiramisù geschmeckt hat – da sieht man es wieder, in der Schule lernt man was für’s Leben ;o)

  10. Toll, dass du uns an deinen Madeleine-Versuchen teilhaben lässt (ich hätte da auch noch ein Rezept zu bieten, schon ewig nicht mehr gemacht)! Das Tiramisu lockt ja gewaltig und ist ausgesprochen präsentabel 🙂 An Whisky mangelts auch nicht, der Herr des Hauses trinkt ab und zu ganz gerne einen.
    @Heidi: ich hätte da ein Schoko-Tiramisu mit Baileys im Angebot 😉

  11. Cognac geht auch bestimmt, vielleicht sogar Rum? Nur die Portion mit Baileys, die musst du leider selber essen. Liköre mit Sahnezusatz sind nicht mein Ding. Ich habe aber schon Baileys in Teig eingerührt. Das ist dann wieder ok.

  12. Tolles Dessert!!!! Und dein Ehrgeiz drei Versuche zu starten ist fast nicht zu schlagen:-))) Muß mal nach so einem kleinen Alkoholiker-Notfallfläschchen gucken, bei uns trinkt kein Mensch Whisky die Flasche würde in der Bar vergammeln! Das Tiramisu reizt mich trotzdem ungemein… vielleicht noch ein paar Löffelchen Baileys drauf? hmmmm

  13. Ach das erinnert mich an meine Madeleines-Versuche, die Viecher sind nicht einfach.
    @Robert Irischer Whiskey, Schottischer Whisky, Amerikanisch: Bourbon aaans kloor?

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