Protokoll einer Ernte: Sauerkirschen

Garten - Blütenfülle im Juni

Am letzten Freitag wanderten mein Mann und ich über die weitläufigen Obstwiesen unseres Anwesens. Aufmerksam schweifte unser fachmännischer Blick über die Bäume und Sträucher, verweilte jubilierend bei einem Sauerkirschbaum um schließlich festzustellen: 

Die Kirschen waren reif

Nach einer erquickenden Diskussion (der Gärtner hatte frei) entschlossen wir uns, am kommenden Tage früh aufzustehen, ein leichtes, selbst bereitetes Breakfast zu uns zu nehmen (das Mädchen hatte frei), die Leiter aus den Gewölben unseres Cottages hervorzuholen (der Butler hatte frei) und persönlich, mit eigenen Händen und frohen Herzens, die Früchte der Arbeit unserer Angestellten zu ernten. Ja, es ist wahr. Wir wollten die Kirschen ernten. Alle. Vom Baum. Komplett.

Nun, liebe Leser, ich darf vermelden, dass uns dieses waghalsige und ein wenig übermütige Unternehmen vorzüglichst geglückt ist.

Ohne Zögern wurde die Leiter an den Stamm des Baumes gelehnt. Der Herr des Hauses machte sich mutig auf, um in schwindelerregenden Höhen die roten Früchte zu ernten. Nach getaner Tat wurden die Schätze ins Haus gebracht, wo sie von meiner Hand (die Köchin hatte frei) höchstpersönlich verarbeitet wurden.

Die überwältigende Ausbeute des Tages:

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Die Metamorphose derselben:

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Ich weiß, dass Staunen und Entzücken von Ihnen, lieber Leser, Besitz ergriffen hat. Doch rate ich zu Zurückhaltung. Ich möchte nicht zuviel preisgeben, deshalb nur dies:

 Süßkirschen

18 Antworten auf „Protokoll einer Ernte: Sauerkirschen“

  1. Der Kirschbaum wedelt gnädig im linken Bildrand. Er trug in diesem Jahr zum dritten Mal, im ersten Jahr hatten wir eine Kirsche, im letzten Jahr ein paar mehr und in diesem Jahr dann diese „Schwemme“ *ggg*
    Während der Blüte ist es nochmal richtig kalt geworden und die Insekten haben wahrscheinlich nicht genug bestäubt. Denn Blüten hatten wir genug. Nur keine Früchte. Na ja, im nächsten Jahr halt.

  2. Ich werde es weiterleiten 🙂
    Mir ist zu warm zurzeit. Heute hatten wir auf dem Balkon am Nachmittag 34,8° C und das im Schatten. Deshalb bleibe ich lieber im Haus, wo Rolläden die Hitze aussperren.

  3. Vor lauter Tränen des Lachens (oder war es die Ergriffenheit, ob der Tollkühnheit, sich ohne Personal an die ordinären Dinge des Alltages zu wagen) konnte ich in den Weiten der Obstplantage den Kirschbaum nicht erblicken.
    Es wird doch nicht das winzige Etwas im Kübel links hinter dem wunderschönen Roselspalier sein??:))
    Ich gehe gleich mal schauen, ob meine Feigenplantage schon Früchte trägt.
    Wohl denn, holde Maid,
    bis dann,
    mehdi

  4. Ihr habt einen wunderschönen Garten – Kompliment an den Gärtner! Hach, was bin ich froh, auch einen Garten zu haben, nicht drinnen irgendwo eingesperrt zu sein und womöglich nur auf einem Balkon mal ins Freie zu dürfen! Es ist die Zeit des Barfußlaufens, der kühlen Getränke, der lauen Nächte, des Gießens, der blühenden Rosen, des duftenden Lavendels und der Kirschenernte! So darfs noch eine Weile bleiben!

  5. die Ausbeute ist in der Tat überwältigend! Wusste garnicht, das es auch Kirsch-Bonsais gibt. Ist wahrscheinlich ne schweineteure Spezialzüchtung aus eurem Gentechniklabor in Silicon-Valley…

  6. Das ist wirklich eine Schande mit dem Gesinde heutzutage!
    Vor Kirschen habe ich dank extrem verwurmter Exemplare aus der Kindheit eine absolute Aversion. Die werden aufgebissen, entkernt und genau begutachtet. Spaß ist das keiner mehr. 😉

  7. Es ist schon erstaunlich, wozu man fähig ist, wenn es die Not gebietet. Nachdem wir derart über uns hinausgewachsen sind, bekam ich Migräne, die mir zeigte, wo meine Grenzen liegen. Arbeit mit den Händen und körperliche Anstrengung sollte ich unbedingt vermeiden.

  8. Ach, meine Gute, bei der Freizeitplanung sind mir wohl, benebelt von der momentanen Hitezwelle, gravierende Fehler unterlaufen. Nun ja, wir wissen jetzt, wie es sich anfühlt, ganz unten und Personal zu sein.
    Wer nascht, wird entlassen.

  9. Mon dieu!
    Bei Euch muss der Butler selber in den Keller laufen und Leitern schleppen, wenn er nicht glücklicherweise frei hat?
    Das würde ich dem unserigen niemals zumuten. Solche Aufgaben übernimmt der 2. Hilfsbutler, der sich dafür den Schlüssel bei der 1. Hausdame holen muss.
    Und dann seit Ihr wirklich zu Fuß?
    Dafür würden wir Tage brauchen. Kürzere Strecken auf unserem Anwesen legen wir gerne mit dem Pferd zurück, ansonsten muss der 4. Wagenmeister den Land Rover bereitstellen. Und dann läßt P. es sich nicht nehmen, vorne neben dem 2. Chauffeur zu sitzen!

  10. Als Gutsbesitzer wissen wir eben genau, wann wir Verantwortung gegenüber dem Betrieb wahrnehmen müssen. Das Personal pocht auf seinen Lohn und seine freien Tage und kümmert sich einen Deut darum, ob die Ernte trocken in die Scheune kommt. Die Anspruchshaltung gegenüber den Besitzenden schockiert mich immer mehr in diesem Land.

  11. Sa-gen-haft! Aber wir kommst du dazu sämtlichem Personal auf einmal freizugeben?
    Aber die Ausbeute ist ja phä-no-me-nal! Wenn da das Personal ‚mal genascht hätte…

  12. Das muss ein tolles Erlebnis gewesen sein, wenn Hausherr und -herrin einmal selbst im Garten tätig werden dürfen, ohne dass das Personal dazwischenfunkt 😉

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