Bay(e)rischen Slang einschalten und jetzt sprechen Sie mir nach: „Oberschien-Taschien“

Auberginen-Tajine, roh

Sobald ich eine Aubergine sichte, fällt mir sofort Christinas Blogeintrag ein. Ich glaube nicht, dass mich beim Lesen eines Blogs eine Episode nachhaltiger geprägt hat als diese kleine Geschichte, die das Leben schrieb. Außer vielleicht die letzte von Peppinella. 

Beim lauten Lesen des Wortes "Oberschien-Taschien" müsst ihr die Aussprache Alfons Schuhbecks nachahmen: "Also, Spezerl, dös is an Oberschien-Taschien. So an Oberschien, die hot a Heilkraft, sag i eich, und wanns dann noch an Ingwer dazu nimmst und an Knoblauch, noch besser an Arganöl, es gibt nix besseres, wenn man  hundert Johr alt werdn will. Schauts den Heesters on, der hat da rauf an Abbo…." 

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Auberginen-Tajine
Kategorien: Gemüse, Orient, Tajine, Knaller
Menge: 4 Portionen

Zutaten

2     Zwiebeln
1     Knoblauchzehe
100 Gramm   Datteln (Jutta: iranische, weiche)
2     Tomaten
2     Auberginen
1     Rote Paprikaschote
1 Essl.   Olivenöl
1 Essl.   Tomatenmark
50 Gramm   Pinienkerne
      Salz & Pfeffer
1/2 Teel.   Zimtpulver
1 Essl.   Zitronensaft
2 Teel.   Honig
2 Stiele   Frische Minze (Jutta: keine da)

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: E. Döpp, C. Willrich, J. Rebbe
  Orientküche; GU
  ISBN 3-8338-0080-1
  Erfasst *RK* 04.09.2007 von
  M. T.

Zubereitung

1. Die Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Den Knoblauch schälen und klein würfeln. Die Datteln halbieren, entsteinen und vierteln. Die Tomaten und Auberginen waschen, die Stielansätze entfernen. Die Paprikaschote waschen, putzen und entkernen. Alles in ca. 2 cm große Stücke schneiden.

2. Das Öl in der Le Creuset-Tajine erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze glasig braten. Die Tomaten dazugeben und mitbraten. Das Tomatenmark mit 3 EL Wasser glatt rühren und untermischen.

3. Knoblauch, Paprikaschoten, Datteln und Pinienkernen mischen, mit Salz, Pfeffer und Zimt würzen. Über die Tomaten-Zwiebel-Mischung in die Tajine geben. Die Auberginen mit Salz und Pfeffer würzen und obenauf schichten. Den Deckel aufsetzen und in den hohlen Knauf kaltes Wasser füllen. Auf dem Herd auf Stufe 4 aufheizen, danach herunterschalten. Zwischendurch Garzustand kontrollieren, eventuell etwas Flüssigkeit angießen.

4. Die Tajine öffnen. Das Gemüse vermischen, mit Zitronensaft und Honig abschmecken. Die Minze waschen und trockenschütteln, die Blättchen fein schneiden und darüber streuen.

Anmerkungen, Jutta:

04.11.2010

Schmeckt hervorragend! Ruhig mehr Datteln verwenden. Oder Sultaninen, Berberitzen etc.

Mit Reis serviert. Auch Couscous passt bestimmt bestens. Lamm könnte ebenfalls nicht schaden. Entweder mitgaren oder aber getrennt dazu reichen. Sehr, sehr gut.

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Stunden später, nachdem wir uns loseisen konnten,  ist die Auberginen-Tajine dann recht flott fertig und wir futtern sie ohne bayuwarische Schnörkel einfach so weg.

Auberginen-Tajine, fertig1

Ihr fragt euch wahrscheinlich, was das alles soll mit Schuhbeck, bayrisch und Oberschien, wo die Tajine doch in Nordafrika beheimatet ist und Auberginen auch nicht gerade in Münchner Gärten wuchern.  Erstens weiß ich es auch nicht genau, wahrscheinlich weil sich "Oberschien-Taschien" so schön anhört. Zweitens ist es auch egal, wieso weshalb warum, das vegetarische Gericht schmeckt einfach prima. Drittens klappt die Zubereitung bestimmt auch ohne Taschien und viertens habe ich jetzt, wie versprochen, etwas Herzhaftes gebloggt.

Hach, wie schön, jetzt kann ich ja wieder Kuchen einstellen 🙂

 

20 Antworten auf „Bay(e)rischen Slang einschalten und jetzt sprechen Sie mir nach: „Oberschien-Taschien““

  1. Hallo Jutta,
    kaum stellst Du mal wieder was
    „Vernünfiges“ vor …
    schon droht..s Du wieder mit Kuchen..
    Du weißt doch, daß ich kein „Kuchenzahn“
    bin…(:
    EinenSchönen Advent Dir und Deinen Lieben.
    HBG
    eibauer

  2. Mir fehlt da noch so ein Button, den man anklicken kann und sich dann die richtige bayerische Aussprache, selbstverständlich von der Bloginhaberin selbst gesprochen, einmal anhören kann. Falls man des bayerischen nicht mächtig ist. I hob do zwar koane Probleme, aber es kennt ja sei 😉

  3. Da denkt man schon bezüglich Oberschienen geht´s nimmer schlimmer, und dann kommt doch tatsächlich noch die Oberschien-Taschien und sorgt für Sprachverwirrungen. 😉 Grandios! Sieht sehr „hineinsitzwürdig“ aus, muss bei mir allerdings auch ohne Taschien funktionieren, denn so oani hob i ned.

  4. Hallo Erich, ich würde auch am liebsten zuerst in Iran die Datteln kaufen, um dann in Marokko die Tajine zu kochen 🙂 Ach so, der Reis fehlt noch, den kaufe ich in China, da war ich noch nicht 🙂
    Ist doch schön, wenn die Gerichte immer anders schmecken, da wird es nicht langweilig und du wirst aus den Zutaten bestimmt ein schmackhaftes Gericht zaubern.

  5. Hallo Jutta, da hast Du was sauberes hingezaubert, sieht so fantastisch aus, ich krieg Heimweh nach der Küche. Datteln verkochte ich noch nie, kann mir aber den Geschmack des Gerichtes gut vorstellen, aber vielleicht wird es ganz anders, wenn ich es nachkoche. Eine Enttäuschung erwarte ich allerdings keinesfalls.

  6. Beim Titel musste ich zweimal hingucken, jedenfalls beim zweiten Wort 😉 Denn der Einkaufszettel bei Christina hat auch bei mir bleibende Erinnerungen hinterlassen, der war einfach zu köstlich.
    Bei Helmut fürchte ich, kann ich mit diesem Gericht nicht so sehr punkten. Dafür bin ich sicher, Kathi könnte sich dafür sehr stark erwärmen 🙂 Ich nehm’s also gerne mal mit.

  7. @Arthurstochter:
    Gerade bei den Gemüsesachen klappt das Garen bestimmt genau so gut im Topf. Bei Fleischgerichten ist das womöglich anders, denn der Kochdampf kondensiert im Deckel und tropft dann wieder aufs Gargut. Aber ob das einen so großen Unterschied macht? Nach unserem Urlaub in Marokko musste ich unbedingt eine Tajine haben und ich habe sie auch schon ungefähr zweimal benutzt – in zwei Jahren 😉
    @Robert:
    Die Rezeptdichte bezüglich Benutzung der Tajine ist bei mir nicht besonders hoch. Aber ich habe schöne Kochbücher zu dem Thema 🙂 Das gute Stück setzt hier ziemlich viel Staub an, ich sollte das ändern und ich meine damit nicht, dass ich öfter Staub wischen will.

  8. Dir zuliebe würde ich mir ja sogar einen solchen Topf anschaffen. Aber wenn Du den Blog gleich wieder auf Kuchen umstellst, lohnt sich das wegen eines einzigen Rezeptes nicht für mich.

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