Rehsteak mit Sauerkirschkompott

Rehfilet mit Kirschsauce, Detail

Im Zuge des dringend notwendigen Verfahrens, die Tiefkühltruhe von allen politisch unkorrekten Bewohnern zu befreien, haben sich der Herr Schnuppschnüss und ich heroisch geopfert. Rehfleisch vom Discounter aus einer Feiertagsaktion zu Beginn des letzten Jahres und ein Rest Rösti vom Tiefkühlkostheimlieferant, der mittlerweile der Biokiste weichen musste, wollten und sollten der Vernichtung durch Verzehr zugeführt werden. So geschah es.

Ratgeber bei dieser Aktion (ich bereite so selten Wild zu) war unter anderem ein Buch von Dr. Oetker mit dem aussagekräftigen Titel "Wild und Geflügel" von 1971.

Wild und Geflügel - Buchcover
Damals hat man gerne und oft Mehlschwitzen hergestellt und ehrlich gesagt, ist es ab und an gar nicht so schlecht, ein wenig in Nostalgie zu verfallen. Datt Sößchen war nämlich richtig lecker.

Schön war auch, dass ich aus diesem Buch noch nie zuvor etwas zubereitet habe, obwohl es seit Februar 2008 im Regal steht. Deshalb nimmt dieser Beitrag an Foodfreaks Dauerevent "DKduW" teil.


Beim Lesen des Rezeptes fiel mir ein, dass ich mal eine warme Sauerkirschsauce hergestellt hatte. Das Rezept fand ich nach ein bissi Kramerei in einem Zettelkasten. Zum Glück, denn die würzige, süße Sauce passte hervorragend zum Wild.

Rehsteak1
Ein Päckchen Hirsch und ein Päckchen Reh liegen noch auf Eis. Danach ist, glaube ich, alles Böse ausgerottet, danach versuche ich, ganz brav zu sein.

Wenn sich Opferbereitschaft immer so auszahlt, dann sind wir in Zukunft öfter dabei. Biomäßig, is klar.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rehsteak mit Sauerkirschen
Kategorien: Wild, Reh, Sauerkirschen, Kompott, Herbst
Menge: 4 Portionen

Zutaten

50 Gramm   Speck, durchwachsen
2     Zwiebeln
1 Essl.   Öl
10 Gramm   Weizenmehl
250 Gramm   Saure Sahne
      Salz
4 Scheiben   Rehfleisch (je etwa 125 g, 2 cm dick, aus der
      Keule geschnitten)
2 Essl.   Olivenöl
6     Wacholderbeeren
4 Scheiben   Weißbrot*
      Butter*
200 Gramm   Sauerkirschen (gedünstet, ohne Stein)**
1 Essl.   Johannisbeergelee**

Quelle

  Rezept stark modifiziert.
  Original: Dr Oetker Rezepte "Wild und Geflügel"
  Buch von 1971
  Erfasst *RK* 10.01.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Speck und Zwiebeln würfeln.

Öl in einem Topf erhitzen, Speck darin auslassen. Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten. Das Mehl zufügen, etwas anrösten, saure Sahne zugeben und rührend zum Kochen bringen. Die Sauce bei schwacher Hitze 10 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit das Rehfleisch leicht flach klopfen, und in Olivenöl braten. Am Schluss mit etwas Salz würzen.

Das Weißbrot in zerlassener Butter goldgelb rösten, auf eine vorgewärmte Platte geben die Steaks darauf legen. Die Wacholderbeeren zerdrücken, über die Steaks streuen.

Den Bratensatz mit Wasser loskochen, unter die Soße rühren, abschmecken und über das Fleisch verteilen.

Die Sauerkirschen mit dem Johannisbeergelee kurze Zeit erhitzen, nach Belieben auf die Steaks geben.

*Rösti statt des Weißbrots gereicht.

**Warmes Kirschkompott nach eigenem Rezept verwendet.

Anmerkungen, Jutta:

Blog: 10.01.2011

Schönes Zwischengericht / Vorspeise.

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18 Antworten auf „Rehsteak mit Sauerkirschkompott“

  1. Ich mag auch sehr gerne fruchtig-herzhaftes Essen, wobei hier die Gewürze in den Kirschen besonders gut harmonieren. Unbedingt die Wacholderbeeren verwenden. Davor hatte ich zunächst Respekt, aber sie schmecken kaum vor, sondern runden den Geschmack nur ab. Hätte ich nicht gedacht, dass sie so wenig dominant sind.

  2. Danke für wildes Gewieher vor dem Rechner… *Lachtränen wegwisch* Hach.. Aber die Idee mit den Sauerkirschen nehme ich mal mit – ich stand nämlich gerade heute grübelnd beim Discounter vor einer TK-Packung Reh. Und ich bin sowieso ein absoluter Fan der Kombination Fruchtig/Herzhaft.

  3. Huh, wenn ich mir vorstelle, dass ich an etwas herumschneide und dabei dessen Hörner (na ja, so ähnlich) in der Hand halte, gruselig.
    Für so ein schönes, im Wald aufgewachsenes Reh tät ich auch Platz machen in der Truhe. Inclusive Knochen.

  4. Horror?! Sowas liegt hier zu Hause als Tranchierbesteck rum! Altes Erbstück 😉
    Stell dir vor, du kauft beim Jäger ein ganzes (oder meinetwegen auch halbes) Reh, dann hast du auch die ganzen Knochen dabei. Und dann kannst du wunderbaren Wildfond kochen. Wie da erst das Sößchen schmeckt! Hab ich gerade erst wieder erledigt und freu mich schon drauf.

  5. Hihi, ja das Waldhorn ist sehr schick! So eins haben meine Eltern auch. Aber so retro das Kochbuch auch aussieht, das Rehsteak mit Sauerkirschen hätte ich auch gerne gegessen…
    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  6. Ja, im Winter ist das mit der Region anscheinend nicht immer machbar, obwohl ich eine regionale Kiste bestellt habe.
    Ich habe einige Kisten-Anbieter ausprobiert, und jetzt mit „novum“ endlich einen gefunden, der mich rundum zufrieden stellt. Ich sehe dann auch mal darüber hinweg, wenn der Rucola aus Italien kommt. Aber nur im Winter 🙂

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