Sandkuchen (M) – so ungefähr

Die Bezeichnung "Sandkuchen" ist ein wenig irreführend, denn beim Backen von Sandkuchen wird in Deutschland neben dem Mehl immer Speisestärke verwendet.  Das ist hier nicht der Fall. Ich kenne den Kuchen unter der Bezeichnung Eischwer-Kuchen oder Pfundkuchen.
 
Sandkuchen
"Pfund auf Pfund" – da kann sich Jeder vorstellen, was in so einen Kuchen hineinkommt. Von Allem ein Pfund halt. Ein Pfund Mehl, ein Pfund Zucker, ein Pfund Butter, ein Pfund Eier (mit Schale gewogen – ohne Schale verwendet), ein Pfund eine Prise Salz, 1 Päckchen Backpulver. Mehr ist nicht. Mir war dieser Kuchen immer suspekt. Ein Pfund Butter! Das sind zwei Päckchen!! Und dann die ganzen Eier. 500 Gramm Zucker! Oh nein – Fett- und Kohlenhydratealarm (!!!), dem musste ich entrinnen. In meinem ganzen Bäckerinnenleben habe ich diesen Kuchen noch nicht gebacken.

Dann trug es sich jedoch zu, dass ich mir ganz zufällig, wie es häufiger passiert, ein nettes Backbuch zulegte. Trish Deseines 'I love cake', dessen Veröffentlichung hier und da erwähnt wurde. Auf Valentinas Kochbuch konnte man davon lesen, bei den Buchgourmets ebenfalls. Ich musste einfach zuschlagen.

Zugeschlagen hätte ich das Buch tatsächlich beinahe, als ich das erste Rezept sah – Sandkuchen aka Pund-auf-Pfund, ich war fertig mit der Welt. Aber als ich dann nochmal genau hinschaute, da war mit gleich wohler. Soooo viele Fett- und Kohlenhydratalarme waren das ja gar nicht. Ich kann sogar ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass quasi nur noch die Hälfte der Bösewichte vorhanden waren.

Na gut, es war auch nur die halbe Menge Teig, aber trotzdem, irgendwie las sich das alles nicht so grauenvoll. Ich machte mich also ran. Die Eier wogen 236 Gramm mit Schale – sagen wir 250 g, dann gibt es keinen Butterrest und dieses Gewicht diente dann als Grundlage für die anderen Zutaten.

Das Backwerk ist wirklich problemlos in der Herstellung. Es handelt sich um einen einfachen, gehaltvollen Rührkuchen, einen Alltagskuchen für Menschen, die nicht allzu sehr auf ihre Linie achten müssen. Nichts, was einen vor Staunen erstarren lässt, solides Handwerk eben.

Sandkuchen

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Sandkuchen (M)
Kategorien: Pfund-auf-Pfund, Einfach, Schnell, Trish Deseine
Menge: 1 Kastenform, mittelgroß

Zutaten

4     Eier (ca. 250 Gramm)
250 Gramm   Butter (das Gewicht der Eier)
250 Gramm   Zucker (das Gewicht der Eier)
1 Prise   Salz
250 Gramm   Mehl (das Gewicht der Eier)
1/2 Pack.   Backpulver

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: "I love cake", Trish Deseine
  Erfasst *RK* 17.01.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Butter und Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, damit sie bei Verwendung Zimmertemperatur haben. Manzfred auf 170° C vorheizen. Eine mittelgroße Kastenform fetten und bemehlen.

Die Butter mit Zucker und Salz so lange schlagen, bis ein helle Masse entstanden ist. Nach und nach die Eier zufügen und sorgfältig unterziehen. Das dauert etwa fünf Minuten.

Das Mehl mit dem Backpulver auf die Grundmasse sieben und schnell unterziehen. Keinesfalls zu lange rühren, das schadet der Lockerheit des Kuchens.

Den Teig in die Form füllen und 50 Minuten backen. Nach erfogreicher Stäbchenprobe aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten in der Form belassen und dann vorsichtig stürzen. Komplett erkalten lassen.

Anmerkungen, Jutta: schlicht, einfach, gehaltvoll, schmeckt. Kann man gut mitnehmen. Sandkuchen kenne ich aber nur mit einer Mischung aus Mehl und Speisestärke.

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Geschmeckt hat er, auch zum Mitnehmen ist er prima geeignet. Aber andauernd backen würde ich ihn nicht.

Tipp: Rührkuchen immer aus zimmerwarmen Zutaten herstellen, so verbinden sich die Komponenten optimal.

 

 

 

 

 

 

25 Antworten auf „Sandkuchen (M) – so ungefähr“

  1. So bin ich an mein Scones-Rezept gekommen. Meine Englischlehrerin hat es aus einem Lehrbuch ausgegraben und mich gebeten, die Scones zu backen. Ein Glücksgriff, die Dinger sind echt gut. Könnte ich auch mal bloggen…

  2. Liebe Frau Schnuppschnüss, meinst Du es wär möglich den Feed Deines Blogs so einzustellen dass man die Posts vollständig im feedreader angezeigt bekommt, und nicht nur einen Teaser? So wie das grad läuft ist das Lesen arg mühsam… merci beaucoup

  3. Oh, da gibt es eine Menge erprobter Rezepte, die hier andauernd auf den Tisch kommen. Wir essen beinahe jeden Tag Kuchen oder Plätzchen und ein paar Knaller werden regelmäßig gebacken.
    Dafür essen wir aber so gut wie nie gekaufte Süßigkeiten. Schokolade gibt es hier nur zum Backen, auch Schokoriegel, Eis, süße Brotaufstriche oder Knabberzeugs kaufe ich äußerst selten. Vorgestern bin ich allerdings rückfällig geworden und musste eine Packung Schokoküsse mitnehmen.
    Der Sandkuchen hat es jedenfalls nicht in die Knallerrubrik geschafft 😉

  4. Das war der erste Kuchen, den mein Sohn in der zweiten Klasse gebacken hat; das Rezept stand in seinem Sachkundebuch. Sag noch einer in der Schule lerne man nichts fürs Leben! Ich kenne den Kuchen auch als klassisches französisches Rezept unter der Bezeichnung: quatre quarts!

  5. Ganze Eier in den Teig??? Tolle Geschichte 🙂
    Die von dir genannten Argumente haben mich bisher auch vom Backen eines Pfundkuchens abgehalten… So gut er aussieht, ich werde den weiterhin nicht backen – aber schön, dass du dich trotz deiner Vorbehalte mal drangewagt hast 🙂

  6. Ah, die Bücher hab ich auch! Habe gerade anlässlich deines Kommentars mal wieder drin geschmökert, da sind ja super Rezepte drin, war mir vollkommen entfallen. Obwohl die Schinkenhapjes und Lachsbonbons immer gut angekommen sind, wenn ich sie zubereitet hatte. Dieser beschwipste Schotte tät mich interessieren, den backe ich bald mal nach (So kocht Frau Antje heute – S. 169).

  7. Also wirklich, 1/2 Paket Zucker in einem Kuchen, das ist wirklich grenzwertig. Amerikaner und Briten sind ja dafür bekannt, dass sie bei den Zutaten ordentlich zuschlagen. Viele Rezepte im Buch sind hammerhart und nur etwas für Gesunde 🙂
    Der Kuchen hält sich wegen des Fetts sehr lange frisch und sieht tatsächlich so gelb aus wie auf dem Foto. Als hätte man Safran verwendet. Solange man nicht weiß, was drin ist, sehr appetitlich, gell?

  8. Waren das noch schöne Zeiten, als man keine imaginären Salmonellen auf den Rührbesen sah und einfach mit Lust alles sauber schleckte! Dass Jemand Teig zubereitet bekommt, damit er ihn ungebacken verzehren kann, habe ich noch nie gehört. Verstehen kann ich es.

  9. Claus, ich bin da ein gebranntes Kind. Als ich so mit 10 oder 11 Jahren die Backkarriere begann, habe ich mich natürlich genau ans Rezept gehalten und ganze Eier in die Küchenmaschine geworfen. Meine Mutter ist fast in Ohnmacht gefallen.

  10. Ich oute mich jetzt auch als jemand, der noch NIE einen Pfundkuchen gebacken hat. Irgendwie klang das für mich mit diesem 1 Pfund Zucker, usw. nicht so toll.
    Deiner hier sieht aber richtig lecker aus!

  11. Das war mein allererster selbstgebackener Kuchen. Das Rezept kam von einer englischen Brieffreundin, konnte man sich ja wirlich prima merken. Ich musste den Teig daraufhin noch viele Male rühren – mein Bruder hat ihn nämlich roh gefuttert. Und zwar mit Begeisterung! Ich hab da allerdings nur jeweils einen kleinen Ansatz mit 100 g gemacht – aber das hat er ratzeputz vernichtet. Unglaublich, aber wahr!

  12. Das ist eigentlich mein! Kuchen, den kann ich auch ohne Rezept 🙂 Mal mit Apfel, Plaumen, Schokolade, Nüsse …… Ich starte immer mit dem Gewicht von 1 oder 2 Eiern, kleine Kuchen halt – gelingsicher ;o)

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