Blog-Event LXVIII und Buchempfehlung: Geschenke aus der Küche – Müslibrot in der Holzbackform (M)

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 Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen mit dem schönen Titel

"Das Müslibrot als Instrument zwischenmenschlicher Interaktion unter besonderer Berücksichtigung seiner Rolle in der Gesellschaft als Geschenk"

eine kleine Einleitung:

Filigrane Fingerübungen zwecks Einpackens von Geschenken, Bastelfrickeleien und Faltaktionen zur Herstellung aufblasbarer Origami-Frösche sind mir suspekt. Dauert mir alles zu lange, hab ich's nicht mit, da verstauche ich mir die Pfötchen. Aber Anschauen ist in Ordnung. Wenn ich nett Verpacktes sehe, dann denke ich immer: "Könntest du eigentlich auch mal…". Wenn ich nett Verpacktes geschenkt bekomme, freue ich mich und bin baff vor Bewunderung.

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Nicole Stichs und Coco Langs Buch mit den Geschenkideen aus der Küche zu kaufen kam für mich nicht in Frage. Hach, die Rezepte sind ja wahrscheinlich ok, aber das Gedöns drumrum? Hach nee.

Dann waren mein Sherpa Tensing Norbert und ich mal wieder in Köln beim Buchgourmet – oh, ich habe vergessen zu warnen, der Eintrag hier wird etwas länger als normal, also sehr lang – also wir waren beim Buchgourmet und das Gespräch kam auf das Buch und ich greife auch noch das von der Konkurrenz und werde von Frau Wordmountain auf den richtigen Weg gebracht und ich nehme das Buch in die Hand und ich fange an zu blättern und ich schaue die netten Fotos an und sehe die schön verpackten Lebensmittel, die vor der Ummantelung mit besagtem Gedöns mit Liebe hergestellt wurden und ich sehe die Adressen, wo man all die netten kleinen Tütchen und Täschchen und Förmchen und Gedöns kaufen kann und denke mir: "Könntest du eigentlich auch mal…".

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Das Buch stand dann ein paar Stunden später hier im Wohnzimmer im Regal. Ich fand es sehr nett, aber die Basteleien… sahen wirklich gut aus. Schön. Danke Nicky und Coco. Und da stand es dann, das gute Stück. Ich freute mich an ihm und das war's.

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Bis vor ein paar Wochen eine absolut nette und unverhoffte und liebe Einladung ins Haus flatterte. Zu einer "Open-Flat-Party" in der Schweiz, in Bern ganz genau. Ja, da machen wir doch mit, da simmer dabei, datt is doch prihima. Und was nehmen wir mit? Und wie packen wir es ein? Heilige Nixnutzia der Pappkartons, hilf! Ach nee, wir haben doch auch noch Nicole und Coco und das Buch. Hallelujah!

Rausholen, blättern, Zeugs bestellen, anfangen. Nett uffresche, das geht schon. Und wie das ging. Wie geschmiert ging das. Zuerst wurden Chocolate Chip Cookies gebacken.

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Die kennt ihr ja schon. Dann wurden die kleinen putzigen Decadence in Cubes-Dinger gebacken.

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Die kennt ihr ja auch schon ewig. Als letztes wurde das Müslibrot aus Nicoles und Cocos Buch gebacken. Das sah nach getaner Tat dann so aus:

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==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.3

     Titel: Müslibrot mit Pistazien und Cranberries (M)
Kategorien: Brot, Müsli, Hefe, Weizen, Holzbackform
     Menge: 1 Brot

============================= TEIG =============================
    180     Gramm  Wasser
    150     Gramm  Milch
    100     Gramm  5-Korn-Flocken
     15     Gramm  Honig
     50     Gramm  Haselnüsse
     75     Gramm  Aprikosen, getrocknet
     30     Gramm  Pistazien, geschält
     45     Gramm  Cranberries, getrocknet
    375     Gramm  Weizenmehl (Type 1050)
      5     Gramm  Trockenbackhefe
     10     Gramm  Salz

============================= SOWIE =============================
                   Eiwasch (Ei mit Milch verrührt)
                   Haferflocken

============================ QUELLE ============================
            Rezept modifiziert.
            Original: Petra Holzapfels eigenes Rezept –
            Küchengötter-Blog-Beitrag
            — Erfasst *RK* 15.05.2008 von
            — Petra Holzapfel

In der Schüssel der Küchenmaschine die 5-Korn-Flocken mit Milch,
Wasser und Honig verrühren und 30 Minuten quellen lassen.

Aprikosen in Streifen schneiden, Cranberries grob hacken. Mit
Pistazien und Haselnüssen vermischen.

Mehl, Hefe, Salz und die eingeweichten Flocken in der Küchenmaschine
zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Das dauert ca. 8 Minuten.

Den Teig auf eine leicht bemehlte Silikonmatte geben und rechteckig
ausrollen. Die Nuss-Frucht-Mischung aufstreuen. Die Längsseiten
etwas einschlagen, dann die Teigplatte mithilfe der Matte fest
einrollen. Soviel einschlagen, dann der Teig in eine leicht geölte
Schüssel passt und bei 30° C (im Miele) etwa eine Stunde abgedeckt
gehen lassen.

Den Teig grob rund formen, kurz entspannen lassen und dann zu einem
länglichen Brotlaib formen. Darauf achten, dass möglichst wenig von
der Frucht-Nuss-Mischung an die Oberfläche gelangt. Brot in ein
Holzbackform setzen. Die Oberfläche mit verquirltem Ei bestreichen
und mit Haferflocken bestreuen. Abgedeckt etwa 30 Minuten gehen
lassen.

Manzfred auf 200° C vorheizen.

Nach der Gehzeit das Brot 30 Minuten backen, dann aus der Form holen
und weitere 10 Minuten auf der Edelstahlplatte zu Ende backen.
lassen.

Anmerkungen, Jutta: sehr schmackhaft und sieht toll aus. Wird am
Wochenende als Geschenk mitgenommen.

Gebacken: 17.05.2011

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Das Originalrezept des schönen Brotes stammt von Petra Holzapfel. Nicky hat es leicht abgewandelt übernehmen dürfen und wenn die Beiden von dem Brot überzeugt sind, dann kann es nur geling- und verschenksicher sein.

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Ich hatte bei der Bestellaktion auch Holzbackformen angefordert. Die wurden ausprobiert und als manzfredtauglich eingestuft. Erstaunlich, hätte ich nicht gedacht. Ich befürchtete, dass das Holz beim Kontakt mit den Edelstahl-Backplatten ziemlich dunkel werden würde. Tiefdunkel, dachte ich. Aber nach dem Gebrauch sah die Form fast unverändert aus.

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So, den Inhalt hätten wir also schon mal, jetzt ging's ans Verpacken. Ich hatte Angst.

Die kleinen dekadenten Knusperwürfel wurden in eine Cellophantüte gesteckt, der obere Bereich umgeschlagen und mit echt platinem Faden zugenäht (könnt ihr ruhig glauben). In die Mitte der Naht wurde ein Knopf mit einem echten Diamanten (drei Karat, mindestens) plaziert. Wegen des Trennungsschmerzes vom Edelstein schwammen  meine Augen in Tränen, fotografieren war deshalb nicht möglich. Ich musste das ganze noch in eine fröhliche Papppackung werfen, damit ich das Funkeln und Glitzern des wertvollen Steines nicht mehr sehen musste. Bändchen drum, Siegel aufgeklebt. Danach ging es mir besser.

Die Cookies wurden ebenfalls zunächst in eine Tüte eingepackt, bedruckt mit königlichem Lilienmuster. Ein Locher fraß Aussparungen ins Material, durch die ein Schmuckband gezogen wurde. Schleifchen binden. Fertig.

Zwei Gläser Konfitüre bekamen ein Hütchen aus Papier und einen Kragen aus buntem Maisstroh.

Das Brot, zunächst in Frischhaltefolie und dann in Backpapier eingewickelt, wurde mit einem Anhänger versehen. Dazu habe ich das Rezept gescannt, den mir interessant erscheinenden Teil auf Pappe geklebt und in Schildchenform ausgeschnitten.

Und so sah das dann am Ende aus, als es fertig war. 

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Alle Anregungen habe ich dem Buch von Nicole Stich und Coco Lang "Geschenkideen aus meiner Küche" entnommen. Hier findet man Hinweise auf Bestelladressen, Links im Web, Bastelanleitungen und Etiketten zum Herunterladen, sehr schöne Fotos sowie interessante Rezepte. Ohne das Buch wäre ich mit der gewohnten Nullachtfuffzehnverpackung auf Besuch gefahren. So, die Mitbringsel in einem Körbchen drapiert, gefiel es mir bedeutend besser.

Die Beschenkten haben sich gefreut. Da habe ich mich dann auch noch mal gefreut. Ganz doll. Der Nachmittag und Abend im schönen Bern mit den lieben Freunden und deren Gästen hätte schöner nicht sein können. Auch an dieser Stelle danken wir herzlich für die entspannte Feier mit tollem Essen, guten Gesprächen, betörender Sicht auf Wald und Berge, sowie der Entdeckung eines Rezepts für Zitronenkuchen, das ich schon mehrfach gabacken und weiter gegeben habe. Jaaa, hier gebe ich es auch bald weiter.

Ganz doll gefreut habe ich mich dann nochmal, als ich las, dass Frau Gourmetbüdchen genau zu dieser Aktion passend einen Blog-Event ausrichtet.

Blog-Event LXVIII - Geschenke aus der Küche

So, Klärchen Kompott aus'm Gourmetbüdchen, das war knapp aber trotzdem noch rechtzeitig. Vielen Dank für die schöne Eventidee und liebe Grüße. Isch abe fertig.

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10 Antworten auf „Blog-Event LXVIII und Buchempfehlung: Geschenke aus der Küche – Müslibrot in der Holzbackform (M)“

  1. Endlich mal ein Eintrag derjenigen die es bekommen hat…
    Es war so super fein dass ich so lange brauchte um mich davon zu erholen und der echte Diamant liegt auf der Kaffeemaschine und erinnert mich wieder jeden Tag daran…
    Werde die Rezepte sicher nachahmen sobald ich etwas Zeit habe 😉

  2. Äußerst gefällig fürs Auge, Jutta! Hmm, vielleicht brauche ich das Buch doch. Auf Werbung aus dem Hause Schnuppschnüß reagiere ich ja gerne… Und perfekte Gare! Doch, Gedöns liegt Dir ;)!

  3. Na ja… meine Traumbeschäftigung wird das nicht werden mit dem „Gedöns“ ;-)Sah schon schön aus, aber ohne Anleitung geht bei mir nix, da habe ich überhaupt keine Ideen.
    Die Holzbackformen kann man auch öfter verwenden – hab ich ausprobiert. Nach dem dritten Backen hat sich vorne die Befestigung gelöst, mit einer backofenfesten Klammer kann man aber das Malheur aus der Welt schaffen. Bei Teeträume gibt es diese Holzbackformen übrigens auch.
    Ohne dein Rezept wäre das aber alles nicht möglich gewesen – das Brot hat super geschmeckt und ist auch beim Beschenkten prima angekommen.

  4. Huch, da bin ich wohl in den falschen Zug eingestiegen… na, wenn du mal eine Open-Flat-Party machst, dann versuche ich, nicht vom Weg abzukommen 🙂
    Mei, was hast du viele Mitwirkende bei deinem Event. Da hast du aber ordentlich was zu tun. Glückwunsch, mit dem Thema hast du anscheinend offene Türen eingerannt.

  5. Liebe Frau Schnuppschnuess,
    was bin ich froh, dass Sie die Liaison mit dem Manzfred und seinen Edelstahlplatten eingegangen sind. Wer hätte uns sonst so ein tolles Müslibrot gebacken? Nur schade Frau Schnuppschnuess, dass Sie sich verfahren haben, wollten die Geschenke nicht eigentlich in die andere Richtung gebracht werden?
    Fettisch wäre es jewesen wnn alles hier auffem Tisch liegen würde;-)
    Ganz lieben Dank für Deinen Beitrag und das Buch ist wirklich klasse;-)
    LG
    Klärchen

  6. Ach, jecke Ditz – das war eine Einweihungsparty. Tag der offenen Wohnungstür. Flatrate-Saufen sah bei mir so aus: 1 Glas Begrüßungssekt und 1/2 Glas Rotwein. In sieben Stunden. Ansonsten Kaffee und alkoholfreies Bier. Und lecker Essen. Flatrate-Fressen trifft es bei mir schon eher 🙂

  7. Hallo Marla, freut mich, dass dir das Brot gefällt. Das ist ein richtiges Schietwetterbrot, weil die Farben gute Laune machen 🙂
    Den Link habe ich beim ersten Mal gesucht wie die Nadel im Heuhaufen. Durch die Veröffentlichung geht er mir nicht mehr verloren und die Leser freuen sich. Ich fand ihn sehr hilfreich und habe mir gleich alles ausgedruckt, was dort an Zettelchen, Vorlagen und Etiketten angeboten wurde. Irgendwo am Ende des Buches war ein Hinweis auf die Seite.
    Schöne Grüße!

  8. Toll geworden Jutta 🙂 Find das Buch auch sehr schön und hab mir auch schon ein paar Anregungen daraus geholt… 😉
    Danke auch für dein Link zu den Bastelanleitungen und Etiketten, den kannte ich noch nicht.

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