Warum ist es am Rhein so schön?

Wenn ich privat zu einer Feier in eine Wohnstatt eingeladen bin,  kenne ich die Gastgeber persönlich.  Normalerweise, im echten Leben zumindest. Alles andere ist schon seltsam, oder? Bei Foodbloggern ist das irgendwie anders. So trug es sich also zu, dass mir eine Einladung von Arthurs Tochter zu einer Party ins Haus flatterte, die ich einerseits als absolut überraschend empfand, andererseits aber auch als aufregend-zwiespältig.

Arthurs Tochter schreibt facettenreich-spannende, emotionale Geschichten, kocht hochkarätige Gerichte und trinkt dazu Wein in einer Qualität, die mir weder geläufig ist, noch habe ich jemals, vermute ich zumindest, so ein Tröpfchen getrunken. Ich kann Kölsch von Altbier und Pils unterscheiden und ich bin in der Lage festzustellen, dass mir Weißbier nicht schmeckt. Der Riesling und seine Kumpanen sind trinkbare Alternativen zum Gerstensaft, meine Ahnung zu dem Thema bewegt sich aber gegen Null und wenn Wein, dann eher einen Roten – schließlich haben wir mal an der Ahr gelebt.

Und da sollte ich hin gehen? In diese exklusive Gesellschaft eintreten? Huch, mir wurde blümerant. Aber ich fühlte mich auch gebauchpinselt. Irgendwie elitär. Mulmigkeit stellte sich ein bei dem Gedanken, dass ich nur eine Person, nämlich die seute Deern aus Hamburch, persönlich kannte. Mit einem Teil der Eingeladenen war ich über Facebook verbandelt oder über das Foodblogging bekannt, andere Teilnehmer kannte ich überhaupt nicht. Alles vollkommen Fremde im Prinzip. Und gleich so viele, so 30 ungefähr.

 

Ich zimmerte mir ein Gerüst aus Entscheidungsargumenten PRO Küchenparty zurecht:

1. Ich bin neugierig.

2. Ich wurde schon zum zweiten Mal eingeladen. Bei ersten Mal habe ich abgesagt.

3. Ich würde Arthurs Tochter zu gerne mal live erleben. Wie mag die wohl so sein?

4. Kaoskoch / Hamburg kocht! kommt auch – die kenne ich.

5. Die Foodblogger würde ich auch zu gerne mal live erleben.

6. Utecht in echt, der Mann, der mir das Heimweh nach dem Niederrhein immer wieder auf die Backe schmiert, der Wörter wie "Muurejubbel" schreibt, der, dessen Beiträge ich manchmal meinem Mann vorlese und wir dann so gute Laune bekommen, den täte ich auch zu gerne mal in Wirklichkeit sehen. Die Texte sind so… hach!

7. Ich bin schon groß, na, sagen wir lieber, erwachsen. Wenn es mir bzw. uns (denn der liebe Norbert ging auch mit) nicht gefällt, dann gehen wir halt wieder.

8. Die Gegend ist auch schön.

9. So ein Wochenende außerhalb kann nicht schaden.

10. Nata will sich um das Geschenk kümmern.

11. Ich hab' auf einmal tierisch Bock auf die Party – geh'n wir einfach hin.

 

Wir gingen hin, Leute, es war eine Sause, ich bin immer noch hin und weg. Ich habe keine einzige Speise fotografiert. Wer Bilder vom Essen sehen möchte, wende sich bitte vertrauensvoll an Heike.Essen von Au – die Frau macht Fotos zum Niederknien. Na ja, wenn das Motiv stimmt. Wenn es nicht stimmt, dann verliert man auch schon mal die Besinnung…

Schnuppschnuess in Action von Heike von Au

Herzlichen Dank an Heike von Au für die Überlassung des Fotos

Und ich habe sogar ein Autogramm von ihr bekommen, sie war nämlich in der "Lust auf Genuss" mit einem Rezept vertreten – eine ganze Seite hat sie dort eingenommen, weil sie gemeinsam mit ihrer Freundin einen Kochwettbewerb gewonnen hat. Kracher, oder?

ALLE Menschen bei Astrid und ihrem Mann und der entzückenden Tochter waren so lieb, so herzlich, so interessiert, so genießerisch, dass es eine einzige Freude war, teilnehmen zu dürfen.

Manche Blogger hatte ich mir ge-nau so vorgestellt, andere ge-nau so nicht. Überraschung! Das für die Augen unsichtbare Wesentliche war aber bei allen ge-nau so, wie ich dachte. Super eben! Übrigens haben nette Blogger und Nicht-Blogger auch nette Partner. Gut, oder?

Das Essen war wunderbar – ich habe tatsächlich Tomaten verzehrt und das mit Lust und einem Eindruck, der so nachhaltig war, dass ich gleich der Nachbarin versprochen habe, diese Tomaten zu ihrem Geburtstag herzustellen. Schwedisches Möbelhaus, ich komme! Alle Speisen haben mir wunderbar geschmeckt, alles würde auch ich meinen Gästen vorsetzen, alles habe ich probiert.

Die Getränkeauswahl war faszinierend, der Zettel mit den Bestellungen liegt schon bereit, das Lenchen, präsentiert von Désirée Eser, der rührigen Winzerin und der Sekt vom Weingut Hemmes haben mir am besten gefallen.

 

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Aber ich habe auch alkoholfreies Bier zwischendurch getrunken und Niemand hat mich vom Balkon geschmissen.

Im Laufe des Abend wurden Urlaubspläne geschmiedet, ein Spätzle essender Krimi-Kommissar und dessen Schöpfer durchgehechelt, die Suche nach Schätzen diskutiert, Schnapsfläschchen als Präsente liebend gerne angenommen, überreicht von einer Missionarin des guten Geschmacks. Zudem wurde der Kaiserschmarren einstimmig als unabdingbare Zutat zur Sicherstellung glücklichen Daseins erkoren. Wie mir zu Ohren kam, rang  am folgenden Mittag im Hahnenhof in Mainz ein knuspriges Backhendl mit der Mehlspeise um die ungeteilte Vorherrschaft. Ich weiß nicht, wer gewonnen hat, ich weiß nur, dass Beide gemeinsam eine am Abend anwesende Nicht-Bloggerin erlegt haben.

Überall konnte man ein Pläuschchen halten, auf den Balkonen, auf der Couch, in der Küche. Wir haben gelacht, unglaublich viele liebe und interessante Menschen getroffen, die zum Teil lange Strecken zurück gelegt haben, um an diesem Ereignis teilnehmen zu können. Wir haben Lebensgeschichten und Lebensentwürfen gelauscht, Musik gehört, Leidenschaft, Herzlichkeit, Offenheit, Unverstelltheit und Gastfreundschaft erfahren.

Warum es am Rhein so schön ist? Darum:

    Astrid4

Astrid, ich danke dir und deiner Familie für die Stunden, die wir nicht ver-, sonder erleben durften. Es war wunder-, wunderschön!

 

37 Antworten auf „Warum ist es am Rhein so schön?“

  1. Jedenfalls sollten wir für die 17 km nicht den französischen Taxifahrer nehmen. Ich bin zwar ein Fan von Umwegen, die die Ortskenntnis erweitern, aber nicht, wenn das Essen wartet ;o)
    Südtirol ist wirklich sehr schön.

  2. CLAUS!!!! Mann, Mann, Mann, Mann, Mann… das sage ich alles Jack B., der kommt vorbei und haut dich.
    Wärst du da gewesen, hättest du bemerkt, dass Frau A.P. aka A.T. schlank ist und elfengleich, quasi ätherisch durchscheinend durch die Wohnung schwebte.

  3. Ich war ganz erstaunt, dass du, wenn ich deinen Beitrag richtig interpretiert habe, Astrid auch noch nicht persönlich kennen gelernt hattest. Ich dachte, ihr wärt alte Freundinnen. Warst du auch im Hotel Erholung?

  4. Tja, bei Heidi K. wäre ich aber trotzdem gnadenlos rausgeflogen. Zum Glück waren wir ja bei Astrid P. 🙂
    Was das Wochenende angeht, haben wir gestern unseren Garten inspiziert, das Chaos bestaunt, das in ein paar Tagen entstehen kann und beschlossen, am kommenden Samstag und Sonntag nirgends hinzugehen, sondern den Dschungel zu bändigen. Zumal wir in der Woche darauf auch schon wieder was vor haben. Oh nee, aber es ist wirklich bitter nötig.

  5. Wenn ich vielleicht irgendwann einmal für 16.00 Uhr eingeladen sein sollte, stehe ich um 15.50 Uhr vor der Haustür, Finger auf der Klingel, Stoppuhr in der Hand, damit ich um Punkt 16.00 Uhr die heiligen Hallen des Schlemmens einfallen kann. Nix mehr mit „wir kommen zwei Stunden später“. So doof bin ich nur einmal.

  6. Ein schoener Bericht ueber einen wundervollen Tag.
    Ich hatte zwar keine Entscheidungsschwierigkeiten, aber dass es soo sehr passt mit allen, das hatte ich nicht erwartet!

  7. Schön hast Du da gemodelt! 😀
    Meinst Du, wir schaffen es am Wochenende mit einem gemeinsamen Ausflug, z.B. am Samstagnachmittag?
    P.S.: Die Querstreifen sehen doch an Astrid absolut perfekt aus. Der Schnitt hat was elegantes, das aber meines Erachtens nur bei schlanken Personen wirkt. Also bitte das Shirt nicht im Schrank vergraben!

  8. Das sieht ja nach einer prima Sause aus bei der Astrid – da wirds beim nächsten Mal wohl kein Zaudern mehr geben, hmmm Jutta ?!
    @Astrid: man sieht auch nicht, dass du ein Jahr älter geworden bist – Streifen hin oder her 🙂

  9. Wenn es ums Laufen geht, mache ich ja jeden Schiet mit – dir ist aber schon klar, dass sich der Hahnenhof in Mainz befindet und laut Routenplaner ein Fußweg, immer entlang der Bundesstraße, von 17 km absolviert werden müsste? Ich glaube, da sollten wir dann vorher noch eine dritte Frühstücksrunde einplanen 🙂 oder uns doch lieber mal gemeinsam zum Wasserfall aufmachen. Südtirol fehlt uns auch noch auf der Liste, das scheint ja wirklich ein Paradies zu sein.

  10. Ich finde nicht, dass du dick aussiehst und für Alle,die das anders sehen, kann ich nur bestätigen, dass Arthurs Tochter schlank ist. Und dass ihr Querstreifen stehen. Und dass sie tolle Partys feiert.

  11. Mein Mantra der letzten Tage:
    „ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift ich trage nie wieder quergestreift“
    Ehrlich, eigentlich bin ich ganz anders. Schlanker! 🙂
    Liebe Jutta, Du hast einen wunderbaren Bericht über einen wunderbaren Abend geschrieben! Aber eines werde ich nicht müde zu wiederholen- dass diese Schwingungen, diese feine Harmonie und Glückseligkeit des Abends möglich war, lag nicht so sehr an mir sondern an Euch. An Dir und vielen anderen wundervollen Menschen, die so mutig, so großherzig und so liebevoll waren, mir einen der schönsten, ach was: DEN schönsten Geburtstag meines Lebens zu bescheren!
    Danke dass Du da warst und Deinen lieben Mann mitgebracht hast und schade, dass Ihr mittags nicht mehr mit dabei wart. Aber der Hahnenhof ist für jemanden der kurz hinter Frankfurt wohnt, zum Glück nicht weit! Eugen freut sich schon! 🙂

  12. Das Frühstück war der Hammer! Als sich Heike zu mir gesellte und mich auf Schinken und Ei aufmerksam machte, drehte ich glatt noch eine zweite Runde. Nächstes Mal müssen wir uns besser absprechen, damit wir alle zusammen frühstücken und danach in den Hahnenhof gehen können (jawoll, gehen. Platz schaffen, weil sonst entweder Frühstück oder Hahnenhof geht. Selbst bei mir). Danke, dass Du mir auf das Hotel aufmerksam machtest; ich wäre ja sonst auf der Boehringer-Seite gelandet.
    Das mit dem GPS eilt nicht so, erst mal stehen keine Wandertouren an. Ich bin aber das Kartekaufen Leid, und dass wir 3 x zu doof waren, die Partschinser Wasserfälle zu finden, wurmt mich auch. Wenn das dann trotz GPS auch nicht klappt, sollte ich mir Gedanken machen ;o)

  13. Ehre, wem Ehre gebührt. Schön, dass wir noch ein paar Schritte gemeinsam unternehmen konnten.
    Sag mal, das Frühstück im Hotel war aber prima, oder? Und die Dame so nett. Ich habe mir noch einen Kaffee zum Mitnehmen geschnappt, diese Möglichkeit habe ich zuvor noch nicht gehabt.
    Wegen des GPS-Gerätes schreibe ich dir bald noch was und schicke dir mal ein paar Tracks mit Auswertungen, kannste dir mal anschauen. Zum Wandern ist so ein Ding optimal, du kannst dir die Routen aufs Gerät packen und dann lang laufen. Entweder planst du selber oder du lädst sie dir von Plattformen runter. Wegpunkte, wie z. B. die Lage des Hotels oder die Adresse des Feierbiests kannst du dir über Google draufpacken und dich dann hinleiten lassen. Toll ist auch, dass du genau nachvollziehen kannst, wo du gelaufen bist und welche Strecke du zurück gelegt hast. Auch das Höhenprofil kannst du abrufen und weiterer Schnickschnack.
    Ich bin aber auch schon mal fast gegen einen Laternenpfahl gelaufen und über Wurzeln gefallen, weil ich nur noch auf das Ding geguckt hab 🙂

  14. So was, ich bin ein Entscheidungskriterium – welche Ehre! Und Du hast den Abend geanu so beschrieben, wie er war. Zauberhaft! Und für Dich war also das alkoholfreie Bier ;o) Es war schön, Norbert und Dich wiederzusehen. Und übrigens: Danke für das Heimbringen! Der Weg hätte ich ohne Euch niemals gefunden, und ohne Euch wäre ich auch nicht nachts um Kirchenmauern herum geschlichen auf der Suche nach Muttern (wobei ich ja schnell schlappich zur Bank schlich und Euch zusah).
    Komisch, bei ATs erster Einladung hatte ich auch noch Bedenken, weil ich nicht kochen kann und bei Wein allenfalls Rot von Weiß unterscheiden kann (und selbst das nicht immer), aber in den letzten Monaten ist irgendwann der Knoten geplatzt, und ich bin deutlich entspannter.

  15. Ich finde das Kochbuch super – handfeste Küche, schöne Fotos, habe es aber erst einmal flott durchgeblättert.
    Am 1. September sind wir bei den Klufti-Papas, ist ja noch ein bissi hin, aber ich freue mich schon. Reise- und Wanderführer für’s Allgäu habe ich mir auch schon ausgeliehen 😉

  16. Wie findest Du das Kochbuch? Du MUSST in den Hahnenhof! Aber vorher nix essen. Ich hätte mir mein Hendl mit dem Kommisarencousin teilen sollen, aber gierig, wie ich bin 😉
    Wann gehst du denn zur Lesung?

  17. Als ich den Teller bei nata auf dem Blog gesehen habe, wollte ich schon in die S-Bahn nach Mainz springen. Da müssen wir unbedingt schnellstens hin.
    Übrigens ist die Mission Kluftinger erfolgreich gestartet. Gestern habe ich die Karten gekauft, heute ist das herzhaft-deftige Kochbuch eingetroffen. Ich muss immer noch lachen…

  18. Ich schliesse mich in Allem an…..und gewonnen hat übrigens…der Backschmarren….das Kaiserhendl……
    Jutta, ich bin immer noch satt. Und deine Kuchen bei Astrid waren der Knaller!

  19. Echt? So lange musstest Du überlegen? – Im Ernst, so war es, ganz genau so. Ein Riesenerlebnis mit einer zauberhaften Gastgeberin und vielen tollen Menschen.
    Ich finde es schön, dass wir uns endlich mal getroffen haben!

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