Gemopst: Karamellisierte Kirschtomaten mit Zucchinisalat statt Zucchinicarpaccio

Wir waren ja kürzlich in den Heiligen Hallen des Schlemmens und der edlen Tropfen zu Gast. Anscheinend hat mir die Tochter vom Arthur neben einem wunderschönen Abend auch eine Gehirnwäsche verpasst. Ich esse nämlich seit dem rohe Tomaten, karamellisierte Kirschtomaten ganz genau. Ein unglaublicher Vorgang, an dem ich natürlich die Welt und vor allem die Nachbarschaft teilhaben lassen will. Ja gut, euch auch, ich bin ja nicht so. Deshalb wurden die Tomätchen gestern hergestellt und zum Probieren verteilt. 

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Astrid hatte aus den Zucchini ein Carpaccio hergestellt, das hervorragend schmeckte. Mir schwebte eine Variante vor, weil ich gestern keine kleinen Zucchini im Vorrat hatte. Deshalb wurden die dünn geschnittenen, großen Zucchinischeiben kurz im Dampfgarer blanchiert, noch heiß ins Dressing geworfen und nach dem Abkühlen mit den Tomaten garniert. Ein paar Parmesanspäne kann man zufügen, muss man aber nicht.

Ich habe gestern sechs (sic!) dieser Tomaten gegessen – das glaubt mir kein Mensch. Vor allem nicht die Menschen, die mit mir gemeinsam gearbeitet haben und mir die Deko-Tomaten für die Abendbrotteller der Altenheimbewohner schneiden mussten, weil es mich so geschüttelt hat beim Anblick dieser matschigen Körnermischung in Inneren der Frucht.

Wie Astrid schon schrieb und auch nata schon ausprobiert hat, ist die Machart total einfach. Man muss sich wirklich Zeit lassen bei der Herstellung des Karamells. Vielleicht nicht so viel Zeit wie ich, die ich wieder mal mit einer Nachbarin quatschte – diesmal aber Daheim – während die Flüssigkeit einen Tick zu dickflüssig wurde. Die Zuckerkruste wurde so schnell fest, dass der Pfeffer auf der Oberfläche nicht hielt. Ob man den Pfeffer gleich in den fertigen Karamell geben kann?

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Karamellisierte Kirschtomaten auf Zucchinicarpaccio
Kategorien: Vorspeise, Gästeessen, Knaller
Menge: 1 Rezept

Zutaten

H FÜR DIE TOMATEN
24     Kirschtomaten
125 Gramm   Kristallzucker
1 Essl.   Pfeffer, grob geschrotet
H FÜR DAS ZUCCHINICARPACCIO
4     Zucchini, klein
8 Essl.   Olivenöl
4 Essl.   Aceto Balsamico Bianco
1 Essl.   Blattpetersilie, fein gehackt (AT:von mir durch
      Rotes Basilikum ersetzt!)
  Einige   Chiliflocken, grob gerieben
      Salz
      Pfeffer, schwarz, frisch gemahlener
      Parmesan, frisch, gehobelt
      Oreganoblättchen, frisch

Quelle

  Arthurs Tochter kocht
  http://arthurstochterkocht.blogspot.com/2011/07/kunst-
  buch-essen.html
  Erfasst *RK* 01.08.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Für die Tomaten jede Frucht auf einen Zahnstocher spießen. Den Zucker mit 200 ml Wasser in einem kleinen Topf aufkochen und dann bei geringer Hitze so lange weiterköcheln, bis ein hellbrauner Karamell entsteht. Das dauert! Nicht die Geduld verlieren! Den Topf vom Herd nehmen, die Tomaten einzeln hineintauchen, mit dem Pfeffer bestreuen und zum Trocken auf Backpapier legen.

Die Zucchini mit dem Sparschäler oder auf der Maschine längs in sehr dünne Scheiben schneiden. Auf einem Teller anrichten. Das Olivenöl mit dem Essig und der Petersilie (dem Basilikum) verrühren. Mit den Chiliflocken, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing über die Zucchinischeiben geben und nach Belieben mit gehobeltem Parmesan bestreuen.

AT schreibt dazu: "Spektakulär einfach und spektakulär lecker! Die karamellisierten Tomaten sind der Hit! Sie sehen zwar ein bisschen aus wie die Liebesäpfel auf der Kirmes – aber die haben wir doch alle mal gemocht, oder? Wenn Du so eine Tomate in den Mund nimmst, hast Du erst den Eindruck von Süße, dann knackt der Karamell, von innen läuft Dir die leichte Säure der Tomate an den Gaumen und dann kommt von hinten um die Ecke der Pfeffer hinterher. Toll! Am Wochenende wird das in lauter kleinen Einzelportionen in Elchgläsern wiederholt."

Anmerkungen, Jutta:

Obwohl ich keine Tomaten mag, habe ich sie probiert und war begeistert. Sehr gut!

Nachgemacht am 2.8.2011 / Zucchini in 2 mm dicke Längsscheiben geschnitten. Im Dampfgarer 1 Minute blanchiert. Noch heiss ins Dressing gegeben. / Tomaten sofort nach dem Eintauchen mit Pfeffer bestreuen oder den Pfeffer gleich ins fertige Karamell streuen.

=====

Nachtrag, 07.08.2011:

Leute, hört auf die Könner unter den Karamellisierern von Kirschtomaten. IMMER schön langsam und schön geduldig und, wie Chef Hansen rät, eher zu lange köcheln als zu kurz. Hält man sich nicht an diese eherne Regel, dann sehen die Tomaten nach dem Beziehen so aus

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was dazu führt, dass man die Dinger in die Tonne kloppen kann. Und was lernen wir daraus? Zucchinisalat ohne karamellisierte Tomaten ist zwar essbar, aber nur halb so schön. Heul!

18 Antworten auf „Gemopst: Karamellisierte Kirschtomaten mit Zucchinisalat statt Zucchinicarpaccio“

  1. Ich glaube, das Wasser muss komplett verdampfen. Bei ersten Mal hat die Masse kein Geräusch mehr von sich gegeben und war ganz hell karamell-braun. Beim zweiten Mal wollte ich klüger sein, um die Zuckerkruste schön dünn zu bekommen. Deshalb habe ich früher getaucht, was mit einem totalen Reinfall endete. Konnte ich wegwerfen. Grrrr!

  2. Wenn man jedes einzelne Früchtchen sofort mit Pfeffer bestreut, hält er. Auch wenn danach die Zuckerkruste blind wird und abblättert, weil man nicht geduldig genug war bei der Karamellkocherei. Super…

  3. Ich habe geduldigst gekocht und topfgeguckt, aber das Wasser war verdunstet, als der Zucker noch nicht die kleinste Färbung angenommen hatte. Jetzt hab ich Kirschtomaten mit kleinen weißen Zuckerpampenhaufen drauf. Hab trotzdem einfach Pfeffer drüber gestreut – lecker, aber nicht so hübsch.

  4. Bei Pfeffer und Mitköcheln wäre ich auch vorsichtig. Der bekommt einen ganz anderen Charakter.
    Klingt wirklich gut. Wenn ich jetzt noch jemanden finde, der mir 80 Tomätchen bezieht… Aber ich kann ja mit weniger anfangen.
    Das mit der überwundenen Tomaten-Phobie ist ja interessant.

  5. Das ist jetzt schon das zweite oder dritte Mal,dass ich über diese Tomaten etwas lese……….jetzt werden sie auch nachgebaut……Ich möchte auch begeistert sein….Gut ,dass bei mir die Ernte dieser Tomaten auf Hochtouren läuft und ich ne weitere Verwendung dafür gefunden habe…nur naschen oder einlegen ist auch langweilig
    LG
    Martina

  6. Hach, ich bin noch immer ganz begeistert. Aber ich habe sie seitdem auch nicht mehr gemacht, weil ich keine schönen Zucchini mehr bekam. Die SCheiben zu garen, ist natürlich auch eine gute Idee… Könnte sein, dass ich das jetzt auch mal versuche.

  7. Ach wie schön, dass du schon ausprobiert hast, den Pfeffer dem Karamell zuzufügen. Dann kann ich mir das sparen. Jetzt bestreue ich die Tomaten einzeln. 80 mal tunken, streuen, absetzen – das liest sich ziemlich meditativ 🙂

  8. Das es mit der Herstellung dauert, stört mich nicht. Mein „Problem“ war eher, dass das Karamell schon zu dickflüssig war, nicht mehr richtig ablief und sofort erstarrte. Die Tomaten sahen wirklich aus wie kleine Paradiesäpfel vom Jahrmarkt, stilecht mit Zuckerfuß.

  9. ich habe es mit weniger Wasser versucht – der Karamell wird nicht so schön! Lieber mehr Zeit verwenden und dann dieses schöne Ergebnis erhalten. Den Pfeffer hineinzugeben hat mich nicht überzeugt. Der Karamell schäumt dadurch zu sehr auf und wird dann auf den Tomaten trüb.
    Man muss wirklich schnell arbeiten… karamellisiere, wenig mit Nachbarinnen reden, tunken, streuen… aber wenn das Ergebnis dann sogar DICH überzeugt 🙂 🙂 🙂
    Und so geschehen Zeichen und Wunder…

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