Unternehmen Chefsache = Blogevent „Ran an den Speck“ = Geschmorter Schweinebauch nach Molly Stevens mit glasierten Zucchini und Salbeirisotto = DKduW = Do legst di nieder!

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Gott oh Gott oh Gott (ich höre meinen Mann im Hintergrund schon "Ja? Was möchtest du denn von mir?" rufen) – wo fange ich bloß an? In meiner Kindheit? Später? Noch später? Noch viel später? Isch weiß es nischt.

Ich fang mal von vorne an. Ganz vorne.

Als ich Kind war, hatte ich neben drei entzückenden jüngeren Schwestern (Claudi! Inchen!! Susi!!!) auch Eltern, die uns so gut es ging versorgten. Nicht immer wurden wir von einem Geldregen überschüttet, meine Mutter musste gut haushalten, um uns so über die Runden zu bringen, dass wir nicht das Gefühl hatten, allzu viel zu vermissen. Gegessen wurde täglich, immer mittags warm und abends Schnittchen und Tee, ab und an auch noch einmal mit warmen Beilagen wie Bratkartoffeln oder Reibekuchen, weil mein Vater das so mochte.

Günstige Fleischsorten wurden am Mittagstisch bevorzugt. Freitags gab es Fisch, samstags Eintopf, sonntags Braten. Am Montag wurden meist die Reste von Sonntag gefuttert, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag  kamen Frikadellen, Bratwurst, auch schon mal ein kleines Schnitzel auf den Tisch. In den meisten Fällen war Fleisch mit Gemüse und Kartoffeln auf dem Teller.

Ab und an wurde Wellfleisch serviert. Dabei handelt es sich um gekochten Schweinebauch, den meine Mutter bereits gegart beim Metzger kaufte. Das Stück Fleisch wurde in Scheiben geschnitten, wie ein Kotelette oder Schnitzel paniert, in Fett gebraten und dann zu Kartoffelpüree und Sauerkraut oder anderen deftigen Beilagen wie gestovtem Wirsing oder gestovte Schnibbelsbonne serviert.

Früher mochte ich das unheimlich gerne. Vor allem das Fett. Ich fand auch bei Eisbein das Fett immer am besten – dicht gefolgt von der knusprigen Haut. Egal wie schwabbelig es auch war, ich war im siebten Wammerl-Himmel, wenn es mal wieder den Schweinebauch gab.

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Irgendwann dämmerte mir, dass so ein "falsches Kotelette" nicht wirklich gesund sein kann und nachdem ich mir klar gemacht hatte, wie wenig so ein Stück Fett mit ein paar Fleischfasern dran zur gesunden Ernährung beiträgt, machte ich einen großen Bogen um diese Art der Beilage. Ich glaube, ich habe seit mindestens 30 Jahren keinen panierten oder wie auch immer gearteten Schweinebauch gegessen. Seit 20 Jahren auf jeden Fall nicht, so lange kenne ich nämlich meinen Mann.

Immer wenn Schweinebauch zum Thema eines Gespräches wurde, verzog er angewidert das Gesicht und obwohl er zu den stilleren Naturen gehört, musste ich mir das ein oder andere Argument gegen dieses Fettgeschwabbels anhören. Er hatte ja auch recht.Ungesundes Zeugs das. 

Blog-Event LXX - Ran an den Speck (Einsendeschluss 15. August 2011)

Bis neulich. Da kam der Chef ans Ruder. Chef Hansen ganz genau. Der erklärte sich bereit, bei zorra das monatliche Event zu "hosten", also zu initiieren, der machte also den Juli/August. Und was war das Thema? "Ran an den Speck!" Oh nee!

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Dilemma, ick hör dir trapsen. Einerseits fiel mir zu Speck nur "Datteln im Speckmantel", "Rosenkohl mit Speck", "Scholle Finkenwerder Art" und "Ich müsste mal wieder dringend drei bis acht Kilo abnehmen" ein. Andererseits hatte ich den Chef und seine Chefin kürzlich persönlich kennen gelernt und wollte aus Sympathiegründen un-be-dingt mitmachen. Als Wink des Schicksals sah ich auch, dass ins Blog eingeflochtene Banner von zorra plötzlich bei mir funktionierten und mir nicht die Aufteilung zerschossen. Leute, das war ein verdammtes Zeichen, da MUSSTE ich mir was einfallen lassen.

Meine kleinen grauen Zellen wurden auf "reanimieren" geschaltet und nachdem sie sich ein wenig warm gelaufen hatten (Drogenscreening! Peritoneal-Lavage!), fiel mir wie Schuppen von den Haaren, dass ich vor ungefähr zwei Jahren so über den Daumen gepeilt 750 Gramm Schweinebauch eingefroren hatte. Ja, jetzt guckt ihr, gell? Ich kann das erklären.

Damals hatte ich nämlich die Bloggergemeinde ganz lieb nach ihren Lieblingskochbüchern gefragt und ich war reich beschenkt worden mit Anregungen zum Kochbuchkauf. Ein adäquater Blogeintrag steht immer noch aus (das macht mich jetzt betroffen), aber das ein oder andere Kochbuch habe ich mir daraufhin schon gekauft. Unter anderem, und jetzt, meine Lieben, nähern wir uns endlich dem eigentlichen Thema, unter anderem also ein von Petra "Chili und Ciabatta" sowie Petra "foodfreak" empfohlenes Buch von Molly Stevens: "All About Braising". Sofort nach Erwerb habe ich ein Gericht aus dem Buch zubereitet und war schlags begeistert. Allerding habe ich das Bloggen darüber total verpeilt. Damals wollte ich sofort wieder etwas aus dem Buch zubereiten und ich meine, mich erinnern zu können, dass Petra damals Schweinebauch kochte. Deshalb also das so lange verschmähte Teil in meinem Gefrierschrank.

Anscheinend verließ mich dann aber doch wieder der Mut und so dümpelte das gute Stück im Eis vor sich hin. Bis zum Event. Speck? Kochen? Warum eigentlich nicht mal Schweinebauch?

Sardonisch grinsend saß ich vor ein paar Tagen abends am Tisch, zu Abend essend mit dem guten Ehemann. Er hatte nur Blicke für seinen Teller bis ich scheinheilig sagte:

"Ich verrate dir jetz mal, was es übermorgen zu essen gibt – Kunstpause – GESCHMORTEN SCHWEINEBAUCH!"

Das Gesicht, Kinners, es war unbezahlbar. Zuerst schwand die Hoffnung, dass alles vielleicht doch nur ein schlechter Scherz gewesen war, dicht gefolgt von der Erkenntnis, dass in naher Zukunft ein schwabbeliges, fettiges Stück Schwein verzehrt werden musste. Das Grauen nahm seinen Lauf, wunderbar abzulesen in den Zügen meine armen Mannes. Tja, da musste er jetzt durch.Noch 48 Stunden bis zur Ewigkeit.

Am Nachmittag eben dieses denkwürdigen Abends hatte ich bereits mit Vorbereitungen begonnen. Das aufgetautet Stück Bauch wurde  mit einer Gewürz-Salz-Mischung kräfig eingerubbelt – wer, wie ich, aus einem 100 Jahre alten Tütchen Gurken-Einmachgewürz die Dillsamen rausklauben muss, sollte sein Zeitmanagement gründlich überdenken und ein bis zwei Stündchen früher anfangen – und dann gut verpackt im Kühlschrank deponiert.

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Bis zum Nachmittag des übernächsten Tages. Also gestern. Da ging es dann so 4 Stunden vor dem Abendessen los.

Und jetzt mal, statt Epik, der Zeitraffer:

Gemüse schnippeln,

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Schweinebauch anbraten,

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Gemüse anbraten, Pott in den Ofen, zwischendurch Risotto ansetzen, Fleisch kontrollieren, ganz am Schluss noch ungefähr 100 ml Wasser angiessen, Fleisch rausholen, kurz abkühlen lassen,

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in Scheiben schneiden,

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im Backofen braten,

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Zucchini glasieren, Teller dekorieren, Teller drapieren, hinsetzen und….

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… im siebten Schweinbauchhimmel selig schwebend "Knaller!!!" rufen.

Was haben wir gespachtelt! Mein lieber Mann war genau so hin und weg wie ich. Diese unspektakulären Schweinebauchscheiben bekommen durch den zweiten Aufenthalt im Backofen eine leichte, zurückhaltend knuspernde Ummantelung, die uns quasi umgehauen hat. Wir haben die Speckstücke nicht komplett verspeist, aber wir haben uns geschworen, beim nächsten Mal die doppelte Menge Bauch zu brutzeln.

Ein Gedicht! Und nicht nur das. Auch ein Beitrag zum Dauerevent Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen. Ja, das nenne ich optimale Ausbeute.


Übrigens, falls ihr es noch nicht kapiert habt: Unbedingt nachmachen!

Ach so: die Zucchini, im bratfettgesättigten Schmortopf geschmurgelt – ein Traum. Frau Stevens empfahl Navettes, aber ich hatte keine. Ich glaube, das war ganz gut so. Das Risotto, mit ein paar fein geschnittenen Salbeiblättchen gegart, passte prima. Wir waren – hatte ich das schon mitgeteilt? – rundum glücklich.

Danke für das tolle Event, lieber Alex. Ohne deinen Anstoß wäre das in 100 Jahre nix geworden mit dem Schwabbelbauch und uns. Also, dem göttlichen Gatten und mir und dem Bauch.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Geschmorter Schweinebauch (Molly Stevens) mit glasierten Zucchini und Salbeirisotto (TM)
Kategorien: Fleisch, Schwein, Schmorgericht
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H GEWÜRZMISCHUNG
1 Teel.   Pfefferkörner, schwarz
1 Teel.   Koriandersamen
0,5 Teel.   Dillsamen
1,5 Teel.   Salz, grob
H FLEISCH
750 Gramm   Schweinebauch, mit Knochen und Schwarte
H SCHMORZUTATEN
1 Essl.   Olivenöl
1     Zwiebel, mittelgroß
40 Gramm   Knollensellerie
4     Knoblauchzehen
1     Lorbeerblatt, frisch
4     Gewürznelken
120 Gramm   Noilly Prat
240 Gramm   Geflügelfond
H GEMÜSEBEILAGE
2     Zucchini, gelb, mittelgroß
3     Zucchini, grün, klein
1 Essl.   Bratfett vom Schweinebauch
60 Gramm   Bratflüssigkeit vom Schweinebauch
1 Teel.   Zucker
      Salz, grob
      Pfeffer, schwarz, gemahlen
H SALBEIRISOTTO
100 Gramm   Parmesan
1     Zwiebel
35 Gramm   Olivenöl
250 Gramm   Risottoreis
5 Blätter   Salbei, frisch
150 Gramm   Weißwein, trocken
700 Gramm   Gemüsebrühe, heiß
20 Gramm   Butter

Quelle

  Rezept modifiziert und ergänzt
  Original: "All about Braising", Molly Stevens
  "Braised Pork Belly with Glazed Turnips"
  Erfasst *RK* 11.08.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

VOR DEM SCHMOREN

24 bis 48 Stunden vor dem Schmoren Pfeffer, Koriander und Dill in einem Mörser zerstoßen, aber nicht pulverisieren. Salz zufügen, gut vermischen und den Schweinbauch kräftig mit der Mischung einreiben. In ein geeignetes Gefäß geben, mit Folie oder einem Deckel verschließen und im Kühlschrank mindestens einen Tag, besser aber 48 Stunden ruhen lassen.

DAS FLEISCH SCHMOREN

Am Schmortag Manzfred auf 160° C vorheizen.

Sellerie und Zwiebeln würfeln. Knoblauch fein würfeln. Lorbeerblatt vom Außenrand in Richtung Blattmitte mehrfach einscheiden.

Für das Zucchinigemüse die Zucchini waschen, längs halbieren, den wattigen Mittelteil mit einem Löffel auskratzen und die Hälften in ca. 2 cm breite Halbmonde schneiden.

Das Olivenöl in einem backofenfesten Schmortopf erhitzen und den mit einem Papiertuch abgetupften Schweinebauch (abfallende Gewürze aufheben) mit der Hautseite nach unten bei Mittelhitze (Stufe 8 von 12) 10 Minuten braten. Die Haut sollte danach schön gebräunt sein. Fleisch aus dem Bratfett nehmen. Nur zwei Esslöffel Fett im Topf belassen (mehr war bei mir sowieso nicht vorhanden), den Rest zur Seite stellen. Sellerie und Zwiebeln bei Mittelhitze (Stufe 6 von 12) in ungefähr 8 Minuten leicht bräunen. Knoblauch, Lorbeerblatt und Nelken zufügen, nochmals ca. 1 Minute mitbraten.

Noilly Prat angießen und bis auf einen kleinen Rest einkochen lassen. Geflügelfond zufügen, aufkochen, Fleisch mit der Hautseite nach oben einlegen, die aufgehobenen Gewürze zufügen. Deckel fest verschließen und 45 Minuten schmoren. Inhalt des Topfes kontrollieren. Die Flüssigkeit sollte nicht zu stark simmern. Eventuell die Temperatur reduzieren. Im Manzfred köchelte die Flüssigkeit bei 160° C zu stark, deshalb wurde die Temperatur auf 140° C reduziert. Nach weiteren 45 Minuten den Inhalt des Topfes kontrollieren. Fehlt Flüssigkeit, dann etwas Wasser zufügen. Köchelt der Inhalt unzureichend, Temperatur erhöhen.

Alle 45 Minuten in den Topf schauen, bis das Fleisch nach 2 1/4 – 3 Stunden weich ist. Nach 2 1/4 Stunden war die Flüssigkeit beinahe komplett verkocht. Etwas Wasser angegossen und weitere 45 Minuten geschmort.

RISOTTO ZUBEREITEN

30 Minuten vor Ende der Schmorzeit mit dem Risotto beginnen. Ich bereite es im Thermomix zu.

Parmesan in den Mixtopf geben, 10 Sek./Stufe 10 zerkleinern. Umfüllen und den Topf kurz mit heißem Wasser ausspülen.

Zwiebel geviertelt in den Mixtopf geben und 3 Sek./Stufe 5 zerkleinern.

Olivenöl dazugeben und 3 Min./100°C/Stufe 1 dünsten.

Den Reis dazugeben und zusammen mit den sehr fein geschnittenen Salbeiblättern 3 Min./100°C/Linkslauf/Stufe 1 andünsten.

Den Wein dazugeben und 5 Sek./Linkslauf/Stufe 2 verrühren.

Die heiße Brühe zufügen und 22 Min./100°C/Linkslauf/Sanftrührstufe garen. Dabei den Messbecher entfernen und das Gärkörbchen aufsetzen, um Spritzer zu vermeiden. Sollte der Topfinhalt zu sehr kochen, die Temperatur auf 90° C reduzieren. In der Zwischenzeit kann man sich wieder dem Schweinebauch widmen.

Nach der Garzeit den Reis probieren. Er sollte nicht zu weich sein, aber auch nicht zuviel Biss haben.

Vor dem Servieren die Butter und 40 g Parmesan unterziehen. Den restlichen Parmesan nach Belieben dazu verzehren.

FINISH SCHWEINEBAUCH

Mittlerweile dürfte der Schweinbauch fertig geschmort sein. Den Schmortopf aus dem Ofen nehmen, den Deckel entfernen und das Fleisch etwas abkühlen lassen. Dann auf ein Schneidbrett legen, die Rippenknochen heraus ziehen, die feste Haut (nur die Haut – Speckschicht bleibt am Fleisch) entfernen. Die Speckschicht rautenförmig einschneiden.

Manzfred auf 175° C hochheizen.

Das Fleisch in vier Portionen schneiden und in eine flache Form legen, die gerade groß genug ist, die Fleischscheiben aufzunehmen.

Die Schmorflüssigkeit mit dem Gemüse in ein Sieb geben, dabei die Flüssigkeit auffangen und das Gemüse leicht auspressen. Flüssigkeit in eine Fettscheidekanne füllen. Falls nicht genug Schmorsaft vorhanden ist, mit etwas Fond oder Wasser auffüllen. Man benötigt ungefähr 150 -200 ml Flüssigkeit. 60 Gramm entfetteten Bratensafts und 1 EL Fett für das Gemüse beiseite stellen. Den Rest der entfetteten Schmorflüssigkeit über die Fleischscheiben gießen und das Fleisch für ca. 20 Minuten in den heißen Manzfred schieben. Tür dabei angelehnt lassen. Die Flüssigkeit verkocht in dieser Zeit fast komplett und das Fleisch wird sagenhaft knusprig-braun. Falls das Fleisch noch zu hell ist, einfach noch eine Weile im Ofen lassen.

In der Zwischenzeit die Zuchini zubereiten.

Ca. 10 Minuten vor dem Ende der Garzeit die in Streifen geschnittene Schwarte ebenfalls in den Ofen stellen und knusprig braten.

GLASIERTE ZUCCHINI

In den ungespülten Schmortopf, in dem der Schweinebauch gegart wurde, gibt man die Zucchini, 1 El des reservierten Schmorfetts, den Zucker und die Schmorflüssigkeit. Mit Salz und Pfeffer würzen und alles zum Köcheln bringen. Mit aufgelegtem Deckel so lange köcheln, bis die Zucchini knapp gar und bissfest sind. Deckel entfernen und so lange kochen, bis die Flüssigkeit komplett verdampft ist und die Zucchini appetitlich glänzen.

SERVIEREN

Den Risotto mit Butter und Parmesan verfeinern. Zusammen mit dem Zucchinigemüse und dem Schweinebauch auf einem Teller anrichten. Reis mit Parmesan bestreuen, ein Salbeiblättchen als Dekoration auflegen. Eventuell den Teller mit einem blühenden Kräuterstrauß dekorieren. Wer mag, kann noch ein paar Streifen Schwarten dazu legen.

Und dann: genießen. Es hat uns so hervorragend geschmeckt, wir waren hin und weg. Ein absoluter Knaller!

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Und jetzt, Alex, hab' ich mir doch noch ein Piccolöchen verdient, oder?

36 Antworten auf „Unternehmen Chefsache = Blogevent „Ran an den Speck“ = Geschmorter Schweinebauch nach Molly Stevens mit glasierten Zucchini und Salbeirisotto = DKduW = Do legst di nieder!“

  1. Ja, die Schwabbelwampe war wirklich zwei Jahre im Tiefkühler – ich bin da ziemlich schmerzfrei. Wenn der Ötzi Jahrhunderte im Eis einigermaßen ansehnlich (hust) übersteht, dann so ein fettes Schweinchen bestimmt. Ich packe allerdings das Fleisch, das ich einfriere, immer separat in Folie ein. Also nicht eingeschweißt, sondern gut in Frischhaltefolie verpackt und dann noch mal eingetütet. Da kann eigentlich nix passieren.

  2. Das Lesen des Blogbeitrages verpflichtet nicht zum Essen von Schwabbelfett 🙂 Bei diesem Thema gibt es entweder ganz oder gar nicht – dazwischen nur wenig, oder?
    Hach ja, manchmal da klappt das Schreiben wie geschmiert, so wie bei diesem Eintrag. Ein anderes Mal finde ich keinen Einstieg – so geht auch schon mal ein Gericht verschütt, das ich eigentlich posten wollte.
    Der „Kochbuchständer“ ist eigentlich ein Bett-Tablett, das ich umfunktioniert habe. Gab’s mal beim Discounter. Schön ist, dass man etwas drunter stellen kann und das Geschriebene auf Augenhöhe ist – ab einem gewissen Alter ist man für solche Feinheiten empfänglich 🙂

  3. Juhu, wenn ich Koffer lese, dann mache ich Freudensprünge – wie toll! Das ist ja wunderbar, eine ganz erholsame und entspannende Zeit wünsche ich euch.
    Das mit dem notwendigen Ernst dürfte schwierig werden, deshalb schreibe ich nur für euch brave Schnuppschnüss-Leser und nicht für den schäbigen Rest, so!
    Mit dem Blick in die Kristallkugel liegst du richtig – wir feiern dort Norberts Geburtstag. Zum 50. waren wir in Venedig, zum 55. essen wir ein venezianisches Menü. Ich freue mich schon so. Dauert aber noch ein paar Wochen. Ich bin so angetan von dem schönen Kochbuch, dass wir einfach mal hinfahren müssen.
    Gute Reise!

  4. Urlaubskoffer sind gepackt (yeah! ein positives Zeichen!), ich setz‘ mich grad noch mal zum Durchschnaufen an den PC – und was entdecke ich da? Das wäre mir wegen Köln doch fast durch die Lappen gegangen! Du hattest es ja schon angekündigt, aber dass so ein Knaller rauskommt, große Klasse! Wird unter Garantie nachgekocht!
    Mindestens genau so große Klasse ist wieder mal dein Blogeintrag. Die Anregung von Eva solltest du dir tatsächlich ernsthaft (kannst du das überhaupt? ;-)) überlegen.
    Bis die Tage (seh ich da eine Verabredung in einer östlich gelegenen Hauptstadt? Wenn ja – viel Spaß!)

  5. Zum Schweinebauch sag ich jetzt mal nichts….da kann ich einfach nicht mit, tut mir leid. 😉
    Aber dein posting wieder = einsame spitze; schreib bitte endlich mal einen Roman: ich werde deine erste und treueste Leserin sein!
    Was hast du da für einen tollen Kochbuchständer, das sieht sehr praktisch aus?!

  6. Hi Peggy, man muss den Speck nicht komplett aufessen. Aber er gibt dem Fleisch so eine schöne Zartheit, die ist wirklich toll.
    Dillsamen musste ich deshalb aus dem Gurkengewürz klauben, weil ich sie für diese Gewürzmischung zum Einreiben benötigte. Allerdings hatte ich keine Dillsamen im Vorrat und im Garten hatte er noch keine Samen angesetzt. Das war vielleicht eine Aktion..

  7. Hallo Angelika, so ein Piccolöchen nehme ich doch gerne – wir springen hier vor Vorfreude im Dreieck, wie toll, dass es genau zu diesem Termin geklappt hat.
    Ach ja, die Kinderzeit. So ganz rosarot sehe ich sie nicht, aber es gab schon viele Situationen, an die ich mich heute wohl anders erinnere. Zum Beispiel habe ich nur heiße Sommer im Gedächtnis, die wahrscheinlich genau so durchschnittlich waren, wie die Sommer in den letzten Jahren. Wie schön, dass das Gute bleibt und das Mittelmaß in der Versenkung verschwindet 🙂
    Ich melde mich morgen ausführlicher bei dir… liebe Grüße

  8. Ich glaube, die Wocheneinteilung des Speiseplans war früher usus – Norbert kennt das auch so. Er träumt heute noch von den Pfannkuchen mit Fleischresten und Sauce am Montag.
    Das Speck haben wir auch nicht komplett gegessen, aber das Fleisch war so zart und schmackhaft, wirklich ein Genuss.

  9. Wie immer köstlich! Obwohl ich vom speckigen Schweinebauch noch immer nicht restlos überzeugt bin. Dass Dein Mann bekehrt wurde, spricht allerdings deutlich für Köchin, Rezept und Zutat.
    Eines habe ich trotz des detaillierten und facettenreichen Berichts trotzdem nicht geschnallt. Warum sortierst Du Dillsamen (r)aus???

  10. Hallo liebe Jutta, was für ein schönes Posting! Da kriegst Du von mir einige Piccolöchen (oder wie Du das auch nennst). Ich mag vor allem diese Kindheitserinnerungen, die sind immer ein wenig verklärt und daher doppelt schön, nicht wahr? Ansonsten schreibe ich Dir gleich noch mehr, hab mich seeeehr gefreut gestern… Dicke Umarmung aus Wien, Angelika

  11. Schweinebauch gab es früher bei meiner Oma, knusprig gebraten, aber wie du kam ich auch irgendwann davon ab. Dein gebackenes Stück sieht schon lecker aus, aber ich glaub ich kann mich dazu heute nicht mehr durchringen. Kruste geht, aber das wäre mir zuviel Fett auf einmal. Das Rezept speicher ich natürlich trotzdem, frau weiß ja nie…

  12. Haha, ich muss grad lachen: Barbaras Speckring und Juttas Schweinebauch. Sorry, couldn’t resist… Aber dieser Event ist echt der Hammer. :-))
    Das untere Foto über dem Rezept – das ist der absolute Knaller, dafür kriegst Du von mir einen sieht-genial-aus-Preis – da könnte ich mich reinlegen!!!
    Ich liebe ja sowieso diese Schwabbelsachen… Super geschrieben, Gratulation.

  13. Tja, wenn der kleine Hunger kommt, da hilft auch kein Frühstück kurz zuvor *ggg*
    Ich würde die Scheiben entweder mit Sichtkontakt grillen oder aber wie beschrieben backen und die Tür immer mal wieder kurz öffnen, damit der Dampf abziehen kann. Ich würde dann auch weniger Flüssigkeit verwenden, das Fleisch nur mit jeweils ungefähr einem Esslöffel Bratensaft benetzen und ab in den Ofen.

  14. Hallo Jutta, toller Post, ich lache noch, das Gesicht des Gatten kann ich mir lebhaft vorstellen. Hierzulande ist der Schweinebauch übrigens längst rehabilitiert – mit Recht finde ich. Als wir noch Jäger und Sammler waren, haben wir das Zeugs auch nicht weggeworfen…. und in der richtigen Zubereitung ab und zu genossen, schmeckt es schon gut!
    LG
    Gudrun

  15. Wow, das klingt überwältigend, dabei hab ich grad gefrühstückt ;-). Ich hab noch keine Frage zum Rezept, das ich bald nachkochen möchte: ich kann bei meinem Ofen die Backofentür nicht angelehnt lassen, da startet er nicht – hast du einen Tipp für mich, wie es trotzdem so knusprig gelingen könnte?

  16. Liebe Jutta, bis zum Abschnitt „Ab und an wurde Wellfleisch serviert“ hätte das eine Beschreibung meines Kindheitsessens sein können 😉 Allerdings lautete meine Schlussfolgerung: Bääh, gekochtes Wabbelfett… Schweinebauch habe ich seitdem nie wieder angerührt, auch nicht vom Grill und obwohl deine Version toll aussieht, werde ich sie nicht versuchen 😉

  17. Piccolöchen gibts bei Lanz gleich, gell? 😀
    Es ist immer das gleiche Stück „Fleisch“, ob Wammerl oder Dörrfleisch, Speck oder Bauch oder Pancetta oder wie auch immer genannt. Das Fett gibt den Geschmack. Es ist immer die Bauchdecke des Schweins.
    Jeder hat das schon gegessen.
    Wer einen stabilen Keller hat, kann sich seinen Bauch recht leicht selbst aufhängen.

  18. Heike, wieviele Piccolöchen und Kräutersträuße hattest du heute? 🙂
    Dörrfleisch, was bei uns im Rheinland geräucherter durchwachsener Speck heißt, ist hier auch immer im Vorrat. Und ab sofort gibt es das Teufelszeug hier bestimmt öfter. Das war so lecker!
    Oh, gepökelt in Erbseneintopf, das ist bestimmt auch gut.

  19. Sehr zu empfehlen, musst du wirklich mal ausprobieren. Als ich die Schweinbauchscheiben nach dem Garen sah, konnte ich mir nicht vorstellen, was das Backen im Ofen noch rausreissen soll. Aber dann…

  20. HAHA!
    Bis zum Kennenlernen des Ehemanns konnt ich exakt folgen: So lief das bei uns auch.
    Aber bei Gott! Schweinebauch! Der Himmel auf Erden! Auch hier gibt es Wellfleisch und was sonst soll man denn zu Sauerkraut oder sauren Linsen essen?
    Scheiss aufs Fett, das Ding schmeckt einfach 🙂
    Gepoekelt! Gepoekelt und gekocht – gepoekelt und getrocknet – gepoeckelt, getrocknet und gekocht – nur gekocht – gegrillt – in jedweder variation zusaetzlich geraeuchert.
    In meinem Kuehlschrank ist immer immer immer Dörrfleisch, also gepoekelter getrockneter Bauch. Ohne koennte ich gar nicht…
    Wie waere es eigentlich mal mit einem Blogevent ueber „gruenen Speck“?
    🙂
    *kiss*
    Heike

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