Sachertorte mit Johannisbeergelee (M/TM)

Demnächst möchten wir als Geschenk zum Einzug in ein neues Haus einen Kuchen oder so überreichen. Da muss man natürlich vorher im heroischen Sebstversuch diverse Rezepte ausprobieren; nicht dass der Umzug der letzte war, weil man die Neubewohner mit Gaben vergiftet, die wir als wohlmeinende aber unwissende Mitbringselmitbringer verhunzt haben – die Betonung liegt auf "wir". Deshalb steht Backen, Backen, Backen auf dem Programm, das nahtlos in Probieren, Probieren, Probieren übergeht.

Dabei fällt mir ein, dass ich immer hoffe, dass mein Haus- und Hofmedizinmann nicht mal zufällig auf mein Blog stößt. Schweinebauch gefolgt von Tarte (ganz zu schweigen von dem, was es zwischendurch gab und noch nicht verbloggt ist), er würde wahrscheinlich in Ohnmacht fallen. Hoffentlich hat er einen guten Arzt.

Die Tarte gefunden habe ich im Gemeinschaftsprojekt "Raffinierte Tartes – süß und pikant" vom Fonsi und Annik Wecker. Wobei mir gerade auch wieder etwas einfällt. Ich habe kürzlich im TV gesehen, wie der Fonsi vor einer Gruppe Ärzte über die ungeheure Wirkung der Lebensmittel auf die Gesundheit dozierte. Sein Tenor: Kräuter, Gewürze, Pflanzen können eine derartige Heilwirkung entwickeln, dass, wer sie richtig nutzt, keine Medikamente benötigt. Da konnte man wunderschön sehen, wie den Anwesenden Alles aus dem Gesicht fiel. Ich fand's  mutig, da kennt er ja nix, der Gute. An Ingwer, an Pettersil und an Arganöl – obwohl, davon hab ich schon länger nix mehr gehört, vom Arganöl. Ich habe mich mal mit Ouzo eingerieben bei einer Verspannung, das hat geholfen. Vor allem, als ich den Rest einer innerlichen Anwendung zuführte. Sehr ihr, der Fonsi, der weiß was!

Jetzt aber wirklich mal zurück zum Thema (wieso fällt mir gerade das Wort Schwadroneure ein?)

Ich habe also dieses Tarte-Rezept herausgesucht, ohne so richtig die Anleitung zu studieren. Die Zutaten waren im Haus, Johannisbeer-Gelee und Cassis hatte ich irgendwann mal selber gemacht. Sacher ist sowieso super, also ran an die Tarte.

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Und dann ging's los:

  • Mürbeteig machen, warten.
  • Teig ausrollen, Form füllen, warten.
  • Teig backen, warten.
  • Johannisbeergelee drauf, warten.
  • Biskuit drauf, backen, warten.
  • Johannisbeergelee drauf, warten.
  •  Schokoguss drauf, warten.
  • Und am besten noch eine Nacht warten, bevor man das Ding anschneidet.

Ich will sagen: fangt am besten zwei Tage vor dem Verzehr mit der Zubereitung an. Am ersten Tag backt ihr den Schokomürbeteigboden. Am zweiten Tag macht ihr den Rest. Am dritten Tag esst ihr die Tarte.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Sachertarte mit Johannisbeergelee (M-TM)
Kategorien: Tarte, Joha-Gelee, Schokolade, Cassis
Menge: 1 Tarte von 26 cm Durchmesser

Zutaten

H SCHOKOLADENMÜRBETEIG
30 Gramm   Haselnüsse
60 Gramm   Zucker
100 Gramm   Butter, sehr kalt
1 Prise   Zimt
1 Prise   Salz
1     Ei
180 Gramm   Mehl
10 Gramm   Kakao
H FÜLLUNG
220 Gramm   Johannisbeer-Gelee, schwarz
H SCHOKOLADENBISKUIT
75 Gramm   Schokolade, 70% Kakaoanteil
3     Eier, Größe L
50 Gramm   Marzipan
80 Gramm   Weiche Butter
75 Gramm   Mehl
12 Gramm   Kakaopulver
0,5 Teel.   Backpulver
40 Gramm   Mandeln, gemahlen
1 Prise   Salz
75 Gramm   Zucker
100 ml   Cassis (Likör aus schwarzen Johannisbeeren)
H GUSS
100 Gramm   Sahne
100 Gramm   Schokolade, 70% Kakaoanteil
      Puderzucker

Quelle

  Schuhbeck/Wecker: "Raffinierte Tartes – süß und pikant"
  Erfasst *RK* 21.08.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

!!! Bitte beachten, dass dieses Rezept diverse Kühl- und Trockenzeiten aufweist. Diese Tarte kann man nicht schnell zwischendurch herstellen. Eventuell den Boden einen Tag vorher zubereiten. Es schadet nicht, den gebackenen Kuchen eine Nacht durchziehen zu lassen.

Für den Mürbeteig Haselnüsse und Zucker in den Thermomix geben und auf Stufe 8 mahlen. Die restlichen Zutaten zufügen und bei Sichtkontakt auf Stufe 5 zu einer sandigen Masse verarbeiten. Zwischen Klarsichtfolie packen und 60 Minuten in den Kühlschrank legen.

Den gut gekühlten Teig auf einer bemehlten Silikonmatte 5 mm dick ausrollen (zwischen Backpapier ist auch nicht schlecht). Ungefetteten Formboden (ich benutze Formen mit heraushebbarem Boden) auflegen, mit einem Holzschieber oder Tortenheber unter die Matte fahren und umdrehen. Silikonmatte abziehen, Boden im ungefetteten Formrand plazieren. Aus dem restlichen Teig eine dünne Rolle formen, in die Form legen und als Rand hochdrücken. 30 Minuten einfrieren.

Manzfred auf 180° C vorheizen.

120 g Johannisbeergelee erhitzen (ich mache das auf der Warmhaltezone des Kochfelds).

Schokoladenmürbeteig mehrfach mit einer Gabel einstechen, 14 Minuten blindbacken, dann Backpapier und Hülsenfrüchte oder Keramikkugeln entfernen, nochmals zwei Minuten backen. Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.

Manzfred auf 160° C schalten.

Abgekühlten Boden mit dem Johannisbeergelee bestreichen, auskühlen und fest werden lassen.

In der Zwischenzeit für den Schokoladenbiskuit Schokolade im Wasserbad schmelzen und bei Seite stellen.

Die Mandeln im TM auf Stufe 8 mahlen. Umfüllen. Mehl, Backpulver und Kakao dazu sieben.

Eier trennen. Eiweiß mit Salz in den Kühlschrank stellen.

Das Marzipan im Thermomix auf Stufe 6 zerkleinern. Umfüllen. Butter und Eigelb zum Marzipan geben und in der Küchenmaschine in 5 Minuten schaumig rühren.

Das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen und den Zucker langsam einrieseln lassen. Ein Drittel des Eischnees und die Mehlmischung in die Schokoladenmasse rühren. Zum Schluss den restlichen Eischnee vorsichtig unterheben.

Die Biskuitmasse auf dem Johannisbeergelee verteilen und 30 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Tarte herausnehmen, mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen und gleichmäßig mit dem Cassis beträufeln. Abkühlen lassen.

Währenddessen das restliche Johannisbeergelee (100 g) erwärmen, auf dem abgekühlten Kuchen verteilen, wieder alles abkühlen lassen.

Für den Guss die Sahne aufkochen und über die zerbröckelte Schokolade gießen, 2 Minuten stehen lassen und dann rühren, bis die Schokolade geschmolzen ist. Den Schokoladenguss auf dem Gelee verteilen.

Tarte mindestens 30 Minuten kühl stellen, bis der Guss fest geworden ist. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Anmerkungen, Jutta: ein aufwändiges Rezept wegen der Wartezeiten, aber sehr lecker und locker. Der Mürbeteig ist etwas fest, die Butter war wohl nicht kalt genug. Ungewöhnlich, gästegeeignet, prima! Unbedingt eine Nacht durchziehen lassen.

=====

Falls ihr jetzt denkt: "Die spinnt!", dann möchte ich euch nicht widersprechen, allerdings gestatte ich mir die Anmerkung, dass diese Tarte extrem köstlich ist und unbedingt versucht werden sollte. Sie erinnert eher an Schwarzwälder Kirsch Torte, ein paar Sauerkirschen im Teig würden bestimmt eine gute Variante abgeben.

Nicht komplett zufrieden bin ich mit dem Mürbeteig, er ist mir ein wenig zu kompakt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Butter zu weich war. Bei den gestrigen Temperaturen wäre ein Anfrieren der Butterstückchen vor der Verarbeitung im TM wahrscheinlich ratsam gewesen. Beim nächsten Mal…

Ach so, ihr wollt vielleicht auch wissen, wie so ein Stückchen Sachertraum aussieht?

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Durch Sivies Kommentar ist mir aufgefallen, dass ich aus diesem Buch noch nichts gebloggt habe, also ein typischer Fall für Foodfreaks Dauerevent – jetzt aber flott:


9 Antworten auf „Sachertorte mit Johannisbeergelee (M/TM)“

  1. Da sitz ich spätabends vor dem Computer und stolpere beim Foodblog-Lesen über deine Tarte. Das dürfte wirklich nicht sein, so ein Rezept zu bloggen. Was soll ich denn jetzt machen – wo die doch tagelang braucht, bis sie fertig ist! Ich such jetzt in der Speisekammer ein Stück Schokolade, mehr kann ich nicht tun …

  2. hab gestern abend, so um 10, so einen unheimlichen drang auf was suesses verspuert.
    10:40-10:50 hab ich 3 stueck schokokuchen gegessen.
    ohne boden und guss.
    und leider ohne rezept.
    *duck*

  3. Sieht ja lecker aus. Aus dem Buch habe ich bisher erst zwei herzhafte Tartes (stark abgewandelt und unverbloggt) gemacht. Warum habe ich den süßen Teil eigentlich ignoriert?

  4. Ja, so eine Torte übt auf mich auch gleich ihre heilende Wirkung aus, durch den Monitor, ich spür’s, ehrlich! Wie kann so eine Köstlichkeit der Gesundheit schaden? Nie!

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