Gedeckte Apfeltorte (M)

Gedeckte Apfeltorte – wie lange habe ich diesen Kuchen nicht gebacken?

2011 10 08 Gedeckter Apfel - komplett

Früher kam er ganz oft auf den Tisch, damals, als ich nur eine sehr überschaubare Menge an Kochbüchern besaß, der Drucker noch mit Nadeln arbeitete, das bedruckte Papier Löcher an den Seiten hatte und Computer zum Schreiben da waren und sonst nix konnten.

Vor drei Wochen war meine beste Freundin zu Besuch. Ihren sympathischen Lebensgefährten brachte sie mit, sowie neben einer schönen Pflanze auch einen ganzen Korb voller Äpfel. Alle möglichen Sorten, aus dem eigenen Garten und eigenhändig gepflückt. Lageräpfel wie der Boskoop waren dabei, aber auch Äpfel, die den netten Namen "Rheinische Schafsnase" trugen.

Vor unserem Urlaub hatte ich keine Zeit mehr, die Früchte zu verwerten. Aber da meine Freundin R. meinte, dass die Schafsnasen schnell verarbeitet werden müssen, habe ich sie gut gekühl gelagert, um sie nach der Rückkehr gleich zu verbrauchen. Aber was tun mit so einem Schatz? Kompott wollte ich nicht daraus kochen, das war mir zu profan. Irgendwas Ausgefallenes sollte es sein. Da fiel mir der gedeckte Apfelkuchen ein, den ich schon so lange nicht mehr gebacken hatte.

R. und ich waren Kolleginnen im Altenheim, kennen uns seit 30 Jahren und damals haben wir ab und an diesen Kuchen gefuttert. Deshalb – obwohl jetzt nicht wirklich soo ausgefallen und exklusiv – habe ich als schöne Erinnerung an alte Zeiten dieses Rezept gewählt.

2011 10 08 Gedeckter Apfel - komplett

Damals hatte ich noch keinen Dampfgarer und habe die Äpfel in der Mikrowelle kurz angegart. Vor Urzeiten habe ich auch kein Marzipan für die Füllung verwendet und statt dessen die Apfelmasse gezuckert. Aber die weniger süße Füllung schmeckt uns heute besser und ich habe den Eindruck, dass die Fruchtmasse weniger matschig ist, was dem Boden gut tut.

Uns tat der Kuchen jedenfalls sehr gut. Ganz prima hat er uns geschmeckt, wie früher. Aber etwas fehlte doch. R. und ihren Gefährten hätten wir gerne mit am Tisch gehabt. Beim nächsten Mal, gell?

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gedeckte Apfeltorte
Kategorien: Torte, Mürbeteig, Äpfel, Marzipan, Sultaninen
Menge: 1 Torte von 26 cm Durchmesser

Zutaten

H MÜRBETEIG
450 Gramm   Mehl
300 Gramm   Butter
120 Gramm   Zucker
30 Gramm   Vanillezucker
0,5 Teel.   Salz
H FÜLLUNG
2 kg   Äpfel, nicht vorbereitet gewogen
100 Gramm   Marzipanrohmasse
100 Gramm   Sultaninen
100 Gramm   Mandelstifte
1 Prise   Salz
H ZUSÄTZLICH
1 Schuss   Rum
3     Vollkornkekse, zerkrümelt
H GLASUR
      Puderzucker
      Rum oder Wasser
      Mandelblättchen

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 07.10.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 190° C vorheizen.

Aus den Zutaten für den Teig in der Kenwood mit dem K-Haken einen Mürbeteig bereiten. Zunächst Streifen für den Springformrand zuschneiden. Restlichen Teig halbieren.

Einen Springformboden mit einer Hälfte Teigs belegen und 17 Minuten hellbraun backen. Auskühlen lassen. Aus der anderen Hälfte einen Deckel ausrollen und kühlen.

Apfel schälen und in nicht zu große Stücke schneiden. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einen ungelochten Behälter geben und offen im Dampfgarer, Universal, 100° C, 4 Minuten garen. 1 Schuss Rum zufügen.

Springformrand um den Boden legen, Teigstreifen anlegen. Boden mit den Keksbröseln bestreuen. Apfelmasse aufbringen, Deckel auflegen und gut festdrücken.

55 Minuten backen. Der Kuchen sollte schön braun sein. Falls nicht, noch ein paar Minuten zugeben. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann den Springformrand lösen.

Mit Rumglasur und Mandelblättchen garnieren.

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20 Antworten auf „Gedeckte Apfeltorte (M)“

  1. Schön, wenn man mit Kochen und Backen gemeinsame Erinnerungen wach rufen kann!
    Einen gedeckten Apfelkuchen hab ich auch schon ewig nicht mehr gemacht – warum eigentlich nicht? 😉

  2. Ein Klassiker! Auf gedeckten Apfelkuchen habe ich inzwischen ganz oft Appetit, obwohl ich ihn als Kind überhaupt nicht mochte. Irgendwie erwischte ich immer Stucke, in denen Fetzen vom Kerngehäuse drin waren.

  3. Igitt, ja, das ist aber auch fies, wenn man die „Kitsch“ zwischen den Zähnen hat.
    Meine Schwiegermutter machte oft gedeckten Apfelkuchen auf dem Blech. Den könnte ich auch mal backen. Und eventuell die Äpfel mit Quitten mischen. Das notiere ich mir jetzt mal.
    Mach ett jut.

  4. Der stand IMMER bei Familienfesten auf den Tisch, neben der Majala-Buttercremetorte und dem Hefe-Blechkuchen… Danke, dass du ihn mir wieder in Erinnerung gerufen hast 🙂

  5. Bei uns gab es immer noch Grillage-Torte. Dafür keine Majala-Buttercreme, obwohl Norbert und ich uns eben sofort einig waren, dass wir damals Majala Traumcreme liebten – nein, wie fühlten wir uns doch so exklusiv, wenn wir das mal essen durften.

  6. Jedesmal, wenn ich Schnuppschnüss lese, muss ich lachen.
    Der Name gefällt mir so gut:)
    Dann entdeckte ich die herrliche gedeckte Apfel-Torte, die gute Erinnerungen wachrief.
    Vielen Dank für das Rezept!! Ganz schnell habe ich mich bei Dir, als Dein Google Freund eingetragen, damit ich weitere Rezepte nicht verpasse.
    LG Gisela

  7. Der Kuchen sieht ja perfekt aus und wahrscheinlich schmeckt er auch so. Ich werde ihn nachbacken sobald alle wieder zu Hause sind Äpfel habe ich in Massen.

  8. Wir essen immer noch davon und der Mürbeteig ist immer noch knusprig. Falls die Äpfel zu saftig sein sollten, einfach auf einem Haarsieb abtropfen lassen. Meine waren recht trocken, trotz des offenen Garens im Dampfgarer. Viel Spaß beim Nachbacken.

  9. Dankeschön! Neben der Tatsache, dass die Frucht mit etwas Phantasie tatsächlich wie eine Schafsnase aussieht, faszinierte mich vor allem ihr sehr helles Fruchtfleisch. Wie Apfelschnee sieht es aus, sehr schön. Der Apfel erscheint mir nicht sehr saftig, mit festem Biss und recht säuerlichem Geschmack. Da ich Äpfel gemischt habe, kann ich dir gar nicht sagen, wie die Kocheigenschaften sind. Mir war er jedenfalls sehr sympathisch, wohl auch deshalb, weil die Formen so unterschiedlich und so "unordentlich" (groß, klein, dick, dünn, ausgeprägte und nicht so ausgeprägte "Nase") daher kamen.

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