Blogevent LXXXII – Alte Schätzchen

 

Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen (Einsendeschluss 15. November 2012)

 

Meine liebe Bushi Bushcook hat es doch tatsächlich geschafft, dass ich nach Monaten endlich mal was anderes blogge als Hochzeitstorte. Bravo! Torte gibt es aber trotzdem.Und 'ne Zuckerschnegge. Aber das Beste verwahren wir uns natürlich bis ganz zum Schluss, des leggere Schneggsche, gelle.

Meine alten Schätzchen

Meine alten Kochbuch-Schätzchen präsentieren sich in einem kleinen Segment meines Kochbuchregals. Es gibt hier gekaufte Bücher, geschenkte Bücher, Klassiker

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und welche, die mit der Hand geschrieben wurden; das sind meine Lieblinge.

 

Heute stelle ich ein Buch vor, aus dem ich noch nie etwas gekocht oder gebacken habe, das mir aber wegen seines Aufbaus und der faszinierenden Fotos sehr gut gefällt. Es heißt "Die Küche und ihre Jahreszeiten", stammt aus dem Ullstein-Verlag, erschien 1936, wurde von Dr. E. Urban und B. v. Treskow geschrieben und hat einen Umfang von 571 Seiten. Der Einband besteht aus blauem grobem Leinen. Ein schönes Buch ist das.

Altes Schätzchen

Die Rezepte orientieren sich am Jahreslauf. Quartalsweise nach Monaten geordnet werden die Anleitungen präsentiert. Auch am farbigen Buchschnitt kann man die Einteilung erkennen. Grün = 1. Quartal, Weiß = 2. Quartal, Rosa = 3. Quartal, Blau = 4. Quartal. Jeder Monat beginnt mit einer Übersicht des saisonalen Angebotes an Lebensmitteln, seien es Gemüse, Fleisch, Fisch oder Obst.

Im Anschluss an den eigentlichen Rezeptteil erfahren wir noch etwas über Diätküche, Kranken- und Säuglingskost. Sehr lehrreich auch ein Abschnitt mit dem Titel: "Das merke dir, Hausfrau!", gefolgt von einem Sach- und Namensverzeichnis, das den Abschluss bildet.

Zum Thema Kochbücher soll sich die Hausfrau beispielsweise folgendes merken:

"Die überlieferten alten Kochbücher bieten meist eine Fülle guter Zubereitungs-Vorschriften, berücksichtigen aber, soweit es sich nicht um völlig umgearbeitete Neuausgaben handelt, nicht die außerordentlichen Fortschritte, die die Ernährungswissenschaft in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Neben dem guten Kochbuch ist es für die Hausfrau wichtig, ein Rezeptbuch anzulegen, in das sie die Rezepte einträgt, die sie von guten Freundinnen bekommt oder sonstwie sammelt. […]."

12 farbige und 28 schwarze Tafeln lockern das Buch ein wenig auf, es gibt Tafeln zu Fischen, Pilzen, Geflügel, Haushaltsgeräten, Gartengemüsen… meine liebste Tafel ist diese hier:

Süßspeisen
Die faszinierendste Abbildung jene:

Hasenabzug

Und die lustigsten Tafeln sind diese:

Der Gast und die Fleischbrühe 
Der Gast und die Schüsseln

Diese Klamotten! Herrlich.

Da im November Apfelzeit ist, habe ich mich für eine Apfeltorte entschieden, die ich euch aus dem Buch vorstellen möchte.

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Das Original liest sich so:

"Ein rundes Kuchenblech legt man mit Mürbeteig aus, belegt den Teig
dicht mit Apfelschnitten, gießt etwas zerlassene Butter darüber,
streut 1/2 Tasse Zucker, 1/2 Tasse Sultaninen und 3 Esslöffel
gehackte Mandeln darauf und schiebt den Kuchen in den heißen Ofen.
Backen, bis die Äpfel weich sind.

Dann schlägt man 3 Eiweiß zu steifem Schnee, zieht 3 Esslöffel
Zucker darunter, dann die 3 Eigelb und 1 Esslöffel Maispuder, gibt
diese Masse gleichmäßig über den Kuchen und stellt ihn nochmals 15
Minuten in den heißen Ofen. Den Guss braun backen lassen."

Apfeltorte, Anschnitt

Ja, das war gar nicht so schlecht. Allerdings habe ich beim Zubereiten die Zuckermenge drastisch reduziert, 100 Gramm Zucker auf die Äpfel zu streuen, denn soviel befand sich in 1/2 Tasse, das war mir dann doch zu wild.

Was ich nicht bedacht habe war, dass im Manzfred ein sehr feuchtes Klima herrscht. Nachdem der Guss auf den Kuchen kam, hätte ich die Ofentür etwas offen lassen sollen. Hab ich nicht gemacht, deshalb ist diese bräunliche Haube zäh und nicht besonders schmackhaft. Wenn der Eischnee knusprig gewesen wäre, dann hätte der Kuchen noch mal so gut geschmeckt.

Apfeltorte, Anschnitt auf Blech
Toll geschmeckt hat er nämlich. Und deshalb bekommt ihr auch ein "ordentliches" Rezept hinterher.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Apfelkuchen (M-TM)
Kategorien: Altes Kochbuch, Äpfel, Mürbeteig
Menge: 1 Runde Form

Zutaten

H MÜRBETEIG
150 Gramm   Mehl
100 Gramm   Butter, kalt
50 Gramm   Zucker
1 Pack.   Vanillezucker
1 Prise   Salz
H FÜLLUNG
      Äpfel
      Butter
40 Gramm   Zucker
70 Gramm   Sultaninen
30 Gramm   Mandeln, gehackt
H GUSS
3     Eier
30 Gramm   Zucker
7 Gramm   Maisstärke
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Dr. E. Urban, B. V. Treskow "Die Küche und ihre
  Jahreszeiten"
  Altes Kochbuch von 1936
  Erfasst *RK* 14.11.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 170 ° C vorheizen. Einen Stich Butter in der unteren Etage schmelzen.

Zutaten für den Mürbeteig sind von mir zugefügt worden. Sie werden im Thermomix auf Stufe 5 zu Krümeln verarbeitet und auf ein rundes Kuchenblech mit 26 cm Durchmesser geschüttet. Festdrücken, dabei einen kleinen Rand hochdrücken.

Möglichst kleine Äpfel schälen, entkernen und vierteln. Dicht in Runden auf den Mürbeteig legen, mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Mit Zucker, Sultaninen und Mandeln bestreuen. Backen, bis die Äpfel weich sind. Das dauert ungefähr 25 Minuten. Gegen Ende der Backzeit kontrollieren, ob die Sultaninen eventuell zu dunkel werden. Dann abdecken.

Während der letzten 10 Minuten den Guss zubereiten. Eiweiß mit etwas Salz zu festem Schnee schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Eigelb mit Maisstärke verrühren und den Eischnee vorsichtig unterziehen. Die Masse auf dem Kuchen verteilen, nochmals 15 Minuten backen, bis der Guss schön braun ist. Dabei die Ofentür nicht ganz schließen, sonst wird der Guss zäh.

Anmerkungen, Jutta: Gebacken für Bushis Event LXXXII "Alte Schätzchen". War gut, kann wiederholt werden. Vielleicht auf den heißen Kuchen noch Zuckerguss streichen und Sahne dazu servieren.

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Zum Schluss, wie versprochen, präsentiere ich euch mein allerlieblingstes altes Schätzchen, das vorgestern wieder ein Jahr älter wurde und das mein Zuckerschneggsche ist.

Happy Birthday, altes Schätzchen 🙂

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15 Antworten auf „Blogevent LXXXII – Alte Schätzchen“

  1. Hallo Monika,
    zunächst mal möchte ich berichten, dass ich deine liebe Mail bekommen habe. Als ich deinen Kommentar hier las, fiel es mir auch wieder ein 🙁 … das Alter :-)Entschuldige bitte.
    Ja, das wäre schön, wenn wir mal den Woschtdealer besuchen. Ich hab mir gedacht, dass wir das vielleicht nach deinem Besuch beim Backkurs vom Lutz machen, denn ich bin neugierig, was du darüber zu berichten hast.
    Wenn ich dann schon mal in Ffm bin, würde ich auch gerne noch ein Geocaching-Event mitnehmen. Die machen auch schon mal Woschtessen beim Dealer. Leider habe ich für Dezember noch nichts entdecken können. Ist für dich das neue Jahr auch ok? Dann würde ich mich melden, sobald ich ein Event ausgemacht habe.
    Jetzt zum Kuchen: der Guss ist wirklich seltsam, ich war ja auch nicht begeistert, was aber an mir und Manzfred lag – so dachte ich zumindest. Aber bei nährer Betrachtung hast du recht, es ist wirklich wie ein Omelette-Rezept, was da auf die Äpfel drapiert wird. Vielleicht sollte man besser nur Eischnee verwenden und das Eigelb weglassen?
    Liebe Grüße nach Frangfodd 🙂

  2. Ich habe heute morgen den Kuchen gebacken, und er hat uns wunderbar geschmeckt. Aber… Obwohl ich mich genau an das Rezept und die Größe der Backform gehalten habe, ist der Guss sehr viel dicker und er duftet und schmeckt – nach Omelette… Schon als der Kuchen im Backofen war, duftete es ganz intensiv nach Ei, was sich noch verstärkte, als ich die Backform aus dem Ofen rausgeholt hatte. Mein Sohn, wie immer hungrig, wurde durch den Duft angelockt und fragte schon auf der Treppe: Mama, gibt es Omelette? Die Enttäuschung war groß, aber der Kuchen hat auch ihm geschmeckt. Wir haben ihn (den Kuchen!) dann Omelette-Kuchen getauft.
    Ich werde ihn wieder backen, denn er ist köstlich. Den Guss werde ich dann aber nur aus 2 Eiern bereiten und gemahlene Mandeln und etwas Sahne oder Creme Fraiche oder Schmand hinzufügen, um den intensiven Eigeschmack zu mildern.
    Schönes WE und – wenn auch völlig verspätet – Glückwünsche an Dein Schätzchen!
    LG
    Monika

  3. Vielen herzlichen Dank euch allen für die lieben Wünsche, die ich gerne übermittelt habe und ein Grinsen in das zerknitterte… na ja, wunderbare Antlitz des Geburtstagkindes gezaubert haben.
    Und eure Kommentare erwärmen natürlich auch mein Herz, ich drück‘ euch.

  4. Dem Zuckerschneggsche unbekannterweise alles Gute!!!
    Der Frau Schnuppschnüss ein herzliches Danke dass ich mich nun nicht mehr so lange nach neuen Bloggeinträgen verzehren muss. Freu‘ mich wieder von Ihnen zu lesen! Endlich…
    LG
    Ilona

  5. Auch von mir alles gute zum Geburtstag nachträglich.
    Der Kuchen mit Baiser-Haube sieht gut aus….aber mit zähem Eiweißschaum hab ich auch schon gekämpft.
    Die amüsante Sorte alter Kochbuch-Schätzchen stehen bei meiner Mutter im Regal….

  6. Lieber Norbert, auch von mir noch einen herzlichen Glückwunsch nachträglich!
    Hallo, Jutta, das Buch „1×1 der guten Küche“ habe ich auch. Dort hatte ich vor Kurzem nach Krautwickeln gesucht: Fehlanzeige. Hätte ich nicht gedacht.
    Liebe Grüße, Sus (und vom Kuchen nehm‘ ich mir auch ein Stück…)

  7. Glückwünsche an dein Zuckerschneggsche!
    Ist mir auch aufgefallen, dass in alten Rezepten nicht mit Zucker gespart wurde. Sehr wahrscheinlich auch, weil ja so ein Kuchen nur bei besonderen Gelegenheiten auf den Tisch kam.

  8. Auch von hier nachträglich die besten Geburtstags-Glückwünsche! Herrlich, wie du das mal wieder in einen Eintrag verpackt hast 🙂
    Diese alten Kochbücher samt ihren Tipps und Illustrationen sind auch hier immer wieder Anlass für Heiterkeit!

  9. Alles Gute zum Geburtstag nachträglich, lieber Norbert! Diese wunderbare Liebeserklärung deiner lieben Jutta war bestimmt dein schönstes Geburtstagsgeschenk?!
    Und dir, liebe Jutta, abermals DANKE für diesen wieder so schöööönen Blogbeitrag 🙂

  10. Alles Liebe zum Geburtstag, Norbert!
    Liebe Jutta, ich bin sehr froh, daß ich Dich aus dem Torten-Nirwana holen konnte und Dein altes Schätzchen ist doch wirklich würdig für eine große Präsentation (beide alte Schätzchens 🙂 )

  11. Alles Gute, Norbert!
    Dein Kuchen sieht lecker aus,auch wenn ich mir das mit der Kruste vorstellen kann. Das sind dann so Gaumenkleber,gell? Ich hätt trotzdem gern ein….drei Stück. Ach, mach 5, die gehen hier eh weg 😉

  12. Happy Birthday Norbert! Mit diesem Apfelkuchen hattet Ihr ja sicherlich einen schönen Tag. Kaum zu glauben, dass das Rezept schon so alt ist. Auch diese Illustration mit den Süßspeisen ist viel fröhlicher als meine Gedanken zum Jahr 1936.

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