Zimt-Zucker-Zopf mit Marzipan (M-TM)

Marzipanzopf, Anschnitt

Ich liebe Zöpfe.

Ich hätte auch gerne welche. So richtig fette Flechten, am besten Affenschaukeln.

Datei:AffenschaukelMonikaSchlecht1944.jpg

Oder um den Kopf gewundene Haarlianen, mehrfach um die Denkmurmel geschlungen,

I dream of jeanne eden hagman

sich auftürmend zu eleganten Kreationen, atemberaubende Effekte heischend.

EmilyFox

Ich habe aber kein Haar für sowas. Rattenschwänze waren das beste, was ich je zustande gebracht habe. Wobei mir gerade einfällt, dass meine Mutter mal in der "Familie & ich" eine Anleitung fand, wie man als sparsame Frau mit vier Töchtern (aber auch mit weniger Kindern) moderne Kinderfrisuren kreiert. Der Trick bestand darin, dass an bestimmten Stellen des Kopfes mittels Haushaltsgummis Pferdeschwänze abgeteilt wurden, um diese dann ein paar Zentimeter über dem Gummi abzuschneiden.

Als meine Mutter mit mir fertig war, sah sie davon ab, ihre Kunst auch an den anderen drei Schwestern auszuüben. Ich heulte tagelang und wünschte mir eine Mütze für die Zeit in der Schule. Leider war Sommer.

Meine Oma machte mir aus den elenden dünnen Strippen, wochenlang auf "Länge" gezüchtet, einen Dutt. Dafür wurde ein "Zopf" auf dem Oberkopf durch einen weichen Ring gezogen, der aussah wie ein Bagel. Die Haare wurden um den Ring nach außen drapiert und dann irgendwie darunter befestigt. Bei mir sah man immer den Bagel rausblitzen, weil meine Haare zu dünn für so eine Aktion waren. Aber ich fühlte mich trotzdem extraordinär – Kohlhiesels Tochter Susi kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Was ich eigentlich sagen will: ich liebe Zöpfe vielleicht aus deshalb, weil ich am Kopp nie welche haben konnte. Also backe ich mir welche. Geflochtene, gerne auch aus mehreren Strängen oder gezwirbelte wie diesen hier

Marzipanzopf, Anschnitt

– den alliterierenden Zimt-Zucker-Zopf mit Marzipan. Im Original sollte er ein Kranz werden, aber wie zuvor ausgeführt, es konnte nur auf einen Zopf hinauslaufen.

Ein köstliches, saftiges und auch nach ein paar Tagen noch gut essbares Exemplar, das vor allem gleich nach dem Backen und Abkühlen besonders gut schmeckt.

Marzipanzopf, Anschnitt

Den Hefeteig hab ich übrigens auch im TM gemacht, ist mir gerade beim Schreiben des Beitrages wieder eingefallen (beim Schreiben des Rezepts waren die kleinen grauen Zellen aber noch nicht aktiv – leider). Hat super geklappt mit der Herstellung im Küchensklaven, obwohl ich eigentlich immer der Meinung war, dass ich das nicht gut finde.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Zimt-Zucker-Zopf mit Marzipan (M-TM)
Kategorien: Marzipan, Hefeteig, Zimt, Zopf
Menge: 1 Zopf

Zutaten

H TEIG
200 ml   Milch
2 Pack.   Trockenbackhefe
500 Gramm   Mehl
50 Gramm   Zucker
1 Prise   Salz
1     Ei
50 Gramm   Butter
H FÜLLUNG
5 Gramm   Zimt
50 Gramm   Zucker
10 Gramm   Vanillezucker
300 Gramm   Marzipanrohmasse
1     Ei
1 Prise   Salz
60 Gramm   Butter
H GUSS
      Puderzucker
      Wasser / Rum

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  Lecker Spezial 01/13
  Erfasst *RK* 08.02.2013 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Aus den Teigzutaten Hefeteig zubereiten und so lange gehen lassen, bis er gut sichtbar aufgegangen ist.

In der Zwischenzeit Marzipan mit Ei und Salz im Thermomix zu einer geschmeidigen Masse verrühren. Umfüllen. Butter schmelzen und abkühlen lassen. Zimt, Zucker und Vanillezucker mischen.

Manzfred auf 170° C vorheizen.

Den Teig durchkneten, auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche rechteckig möglichst dünn ausrollen. Mit 40 g der lauwarmen Butter bestreichen. Butter etwas anziehen lassen, dann die Marzipanmasse auf dem Teig verteilen (eventuell einen nassen Löffel verwenden). Dabei einen unbestrichenen Teigrand von ca. 2 cm stehen lassen. Zuckermischung aufstreuen und von der Längsseite her fest aufrollen.

Teigrolle auf Backpapier legen und der Länge nach bis auf ein kleines Stück am Anfang durchschneiden. Teigstränge fest umeinander wickeln, Enden fest zusammendrücken. Mit den restlichen 20 g Butter bestreichen. Auf ein Backblech ziehen, wieder gehen lassen, bis der Zopf leicht an Umfang gewonnen hat (mindestens 20 Minuten).

Den Zopf 25 – 30 Minuten backen, wenn er zu dunkel werden sollte, mit Alufolie abdecken.

Den Kranz auf ein Rost legen, noch heiß mit dickflüssigem Guss bestreichen und gut auskühlen lassen.

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26 Antworten auf „Zimt-Zucker-Zopf mit Marzipan (M-TM)“

  1. Meine Geschichte ist lange nicht so schön wie Deine, aber ich kann bestätigen, dass das Rezept superlecker ist, denn ich habe nachgebacken. Ich habe übrigens ganz viele und dicke Haare und kann (gottseidank) fast alles damit anstellen. Vielleicht sieht der Hefezopf deswegen nicht ganz so gelungen aus wie bei Dir! LG rike

  2. eine echt lustige Ausführung zum Thema Zöpfe, stell dir vor, ich hatte auch Rattenschwänze, noch dazu ohne Pony, sieht echt … naja aus, aber mein Haar hat sich später verändert, wurde dicker.
    Zöpfe aus Hefe mag ich auch sehr gerne, wenn ich am Wochenende einen backe, ist er oft schon am Abend weg. Aber die schmecken am ersten Tag meistens ja am besten, also nicht schlimm 🙂
    Marzipan habe ich noch nie im Zopf verarbeitet, muss ich mir mal merken 🙂
    Ganz liebe Grüße von Barbara

  3. sowas kann einen das ganze leben prägen 🙂 ich habe seit der 3. klasse längere haare, bin aber zu faul um sie wirlich zu frisieren. zöpfe – nur zur wiesn. aber das flechten fällt mir nicht sehr schwer. dein zopf hier ist wunderschön! dafür hab ich es mit hefe noch nicht so 😀

  4. Hallo Jutta, hab deinen blog gerade erst kennen gelernt: Toll, sofort per Reader abonniert! Eine dummer Frage: Was bitte bedeuten die Abkürzungen? Unter TM kann ich mir gerade noch Thermomix vorstellen, aber M? Und O?
    Herzliche Grüße
    von Neuleserin Ingrid

  5. Hallo Frau Schnuppschnüss,
    habe gerade mal wieder mächtig Probleme mit der Bewältigung des Speichelflusses…Jesses und ich wollte doch eigentlich mal etwas zurückstecken mit der Kuchenfutterei…Soooo wird das aber nix!Diesen Traum m u ß ich backen!!!
    Ich konnte und kann noch heute nicht verstehen warum man lange Haare haben mag. So lästig… und wenn frau so ne Putzwolle auf dem Kopf hat wie ich , ist kurzes Haar das Mittel der Wahl.Ich habe sehr darunter gelitten Affenschaukel gemacht zu bekommen und auch der berühmte Dognut blieb mir nicht erspart. Ich denke mit Grausen zurück an die langen Haarnadel, die die Haare fixieren sollten und oft höllisch wehtaten. Ich fand meine Chemo-Glatze war die beste Frisur überhaupt…:-) 🙂
    Herzlichst
    Ilona

  6. Danke, Jutta! der Mohnstreusel ist ja Sünde pur! Ich werde sowohl dieses Prachtstück versuchen nachzubacken als auch die Mohnfüllung für einen Mohnzopf verwenden, d. h. eine kleinere Portion…
    Danke und schönes WE
    Monika

  7. Ich rieche den Duft nach Zimt und Zucker auch übers Internet… Legga!!! Ich hatte (und habe immer noch) ganz viele dichte und rasend schnell wachsende Haare, aber jedes einzelne ist seidenfadendünn und gerade wie Schnittlauch… Gab in meiner Kinderzeit dicke Zöpfe oder einen imposanten „Dutt“, aber bei meinem Temperament für max ne halbe Stunde, dann waren sämtliche Haargummis oder -nadeln rausgerutscht. Führte zu einem Pagenkopf aus „Schnittlauchlocken“. Heute wieder. War nix mit Zöpfeflechten… Und Hefezöpfe kann ich bis heute auch nicht gut flechten, da bevorzuge ich die Kordel. Da in unserer Familie die Marzipanhasser überwiegen: versteckt sich in Deinem Blog auch ne Mohnfüllung – habe gerade frisch gemahlenen Mohn im Haus?

  8. Ich hab das mal bei einer Schulfreundin gemacht und zur Zierde ein Kämmchen reingedreht. Blöd nur, dass das Ding nicht mehr raus ging und mit einer Schere entfernt werden musste. Ich möchte aber trotzdem gerne deine Haare flechten, vielleicht habe ich ja aus meinen Jugendsünden Lehren gezogen?

  9. Huhu Angelika, ich denke viel an dich und den guten Gino. Auf für dich und deinen treuen Begleiter ein traumhaftes Wochenende und allerliebste Grüße. Ich schreibe bald mal wieder, so richtig viel Neues gibt es nicht, aber what shall’s, gell?

  10. Wir könnten ja mal eine Umfrage starten. Eine wissenschaftliche Erhebung zum Thema Haarpracht und Backverhalten – ich muss lachen 🙂 Dein Chnopf-Zopf ist hier übrigens immer noch sehr oft zu finden, auch wenn er nicht ständig im Blog erscheint. Ich liebe das Teil.

  11. Ach Manuel, und ich dachte, das sein ein rein weibliches Problem. Anscheinend weit gefehlt! Jedenfalls finde ich gut, dass wir eine Ersatzbeschäftigung gefunden haben. Eine schöne Zeit – hat die Wäscherei auch samstags geöffnet?

  12. Hm, das sieht super aus! Und wie immer hast Du Deine Mehlspeise in eine schöne Geschichte gepackt. Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende! Ganz liebe Grüße aus Wien, Angelika mit Gino

  13. Das hört sich wieder sehr gut an. Ein Zopf ist genau meins. Mit den Zöpfen an der Denkmurmel kann ich dir sehr gut nachfühlen. Ich werde auch nie flechten können. Wenn ich meine 5 Zotzen wachsen lasse, weil ich denke ich möchte mal schick ne Kurzhaarfrisur stylen können… Naja lassen wir das. Der Hefezopf ist jedenfalls auf meiner Liste zum nachbasteln. Dir ein schönes Wochenende liebe Jutta.
    Gruß Manuel

  14. Das ist ja wirklich ein Prachtexemplar und super lecker.
    Wer braucht denn da die Pracht auf dem Kopf?! Genüsslich essen ist doch besser als anschauen. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Ingrid

  15. Lustig, bei mir ist es genau umgekehrt: die Haare sind nicht zu bremsen und ich kann die unglaublichsten Frisuren innerhalb kürzester Zeit machen. Aber wehe, ich soll einen Zopf flechten, wenn ich die Teigstränge vor mir habe. Wird nix! Irgendwann werde ich versuchen, einen Hefezopf hinter meinem Rücken zu flechten, vielleicht klappt das auf diese Weise.

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