Blogevent XC – Outtakes from my kitchen oder Nur ein Genie beherrscht das Chaos

 

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

 

Melanie will Outtakes aus meiner Küche? Klar. Wollte ich schon längst mal
zeigen. Letzten Karneval. Aber ich habe mich nicht getraut, denn ganz schön peinlich ist das
schon. Nicht, dass es hier um ein Rezept ginge. Da fotografiere ich so viel
Mist, dass ich in drei Monaten noch schreiben würde. Es geht eher um das große
Ganze, die Schöpfung des Chaos. Das herrscht nämlich immer, wenn ich den Kochlöffel schwinge
oder die Backformen malträtiere. Chaos. Absolutes Chaos.

Ich muss voraus schicken, dass ich es eigentlich gerne
ordentlich habe. Ich finde Hausarbeit aber nicht schön. Putzen und Schrubben
gehört nicht wirklich zu den Dingen im Leben, die ich leidenschaftlich
absolviere. Ich sehe die Notwendigkeit ein. Gezwungener Maßen. Ich könnte aber auch dabei zuschauen, wie es für mich gemacht wird. So aus der Ferne, mit einem guten Buch in der Hand. 

Ich habe allerdings ein paar Ordnungsticks:

Ich bügele die Küchenhandtücher und lege sie dann
stapelweise in eine „englische Schublade“. Aber nicht einfach so, wie sie
kommen, sondern geordnet. Die Küchentücher haben verschiedene Karomuster oder
sind einfarbig und jede Sorte muss beieinander liegen. Nicht große blaue Karos
zu kleinen blauen Karos oder – Gott behüte – Karos mit weißen Handtüchern
gemsicht. Das geht gar nicht.

 
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Meine Gewürze sind alle in beschrifteten lock’n’lock-Dosen
beheimatet. Überhaupt habe ich einen Dosenfimmel. Ich packe unheimlich gern
Sachen in gut schließende Dosen.

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Die Plastikschüsseln im Küchenschrank müssen auf eine
bestimmte Art geordnet sein. Auch die Deckel. Schön der Größe nach. Schüsseln werden von
unten weg genommen und nach dem Spülen oben aufgesetzt. So hat man immer einen
kontinuierlichen „Schüsseldurchlauf“ und keine muss sich
vernachlässigt fühlen.

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Die Deckel müssen farblich zur Schüssel passen. Niemals
gibt es einen blauen Deckel auf einer gelben Schüssel.

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Das Besteck liegt immer so in der Schublade

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Beim Aufhängen der Socken werden die Paare immer gemeinsam
aufgehängt. Ich habe Sportsocken, die mit rechts und links gekennzeichnet sind.
Die werden natürlich auch so auf die Leine gehängt. Rechts nach rechts, links
nach links. Und immer verwende ich gleiche Wäscheklammern. Also ein Paar
Strümpfe mit zwei weißen Klammern oder 
zwei roten. Auf keinen Fall eine weiße oder eine blaue – schrecklicher Gedanke.

Diese Liste lässt sich noch ein wenig fortsetzen. Ihr denkt
sicher, dass sich das absolut krankhaft und zwangsgestört liest. Ehrlich
gesagt, ich denke das auch und ich würde mir auch Sorgen machen. Wenn da nicht
eine Kleinigkeit in meinem Leben wäre, die diese ganzen, eben beschriebenen Marotten ad absurdum führen würde.

Wenn ich in der Küche Speisen zubereite, dann sieht es
währenddessen und danach (vorher nicht, da ist immer alles ordentlich, sonst
kann ich nicht anfangen – ich mein, wo sollten auch die Zutaten hin?) so aus:

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Oder so: 

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Detailansicht: 

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Klar, ich habe schon von mise en place gehört. Ich
interpretiere das so: Je mieser der Platz, desto besser das Ergebnis. 

Melanie, das bist du schuld! 

20 Antworten auf „Blogevent XC – Outtakes from my kitchen oder Nur ein Genie beherrscht das Chaos“

  1. Schön, daß es noch jemanden gibt, der den passenden Socken die gleichen Klammern gibt und den bunten Schüsseln den passenden Deckel!
    Ich bin also nicht allein! 😉

  2. An Deinen Ordnungstick könnte ich mich gewöhnen. Auch in mir steckt ein Mr. Monk. Aber wenn ich Süßigkeiten zubereite und mich noch so sehr anstrenge so sauber wie die MOFs (Kings of Pastry) zu arbeiten, bei mir ist die Küche nacher voll versaut. …besonders wenn ich mit Schokolade hantiere. Ich wundere mich immer wie die an so manche Orte überhaupt gelangen konnte… Bei Dir fällt im Gegensatz zu unserer Küche, gar nicht auf. 🙂

  3. toll das ich bei dir lesen darf und toll das du uns teilhaben lässt und noch tollerer das dein Arbeitsplatz nach Arbeit aussieht … du bist mir sooo sympathisch denn das Deckel-Farben-Problem und Socken-Wäscheklammern-Problem kenne ich nur zu gut … hachz toll.
    super zufriedene Grüße

  4. Ach wie schön, dass auch anderswo kreatives Chaos herrschen darf 🙂 Das war wieder ein wunderbarer Post!
    Ich finde ja nichts nervenaufreibender, als wenn ich mit meiner Mama koche und dann, kaum wenn ich ihn aus der Hand gelegt und mich umgedreht habe, mein Kochlöffel schon wieder in der Spülmaschine verschwunden ist. Aber da ticken meine Mama und ich einfach unterschiedlich.
    Meine Geschirrtücher machen oft nicht mal den Umweg über die Schublade, ich verwende sie am liebsten direkt aus dem Saubere-Wäsche-Wäschekorb.

  5. Ich sitze hier und lache Tränen! Liebe Jutta, das tut sooo gut, so etwas zu sehen.
    Und ehrlich gesagt hätte ich im Leben nie gedacht, dass bei jemandem, der so perfekte Sachen bastelt wie du, so ein Chaos herrschen darf.
    Danke!

  6. Herrlich!!! Ich musste ja lachen ab deinen Gerschirrtüchern, bei mir würde das aber im absoluten Chaos enden, da kaum 2 Stück dieselbe Farbe resp Muster haben 😉 oder gibt es so grosse Schubladen? Ich habe somit 2 Stapel, einmal die 0815 Küchentücher (für die Kinder zum aufwischen resp Teig zudecken etc) und die Jemako Waffeltücher, die ich zum abtrocken brauche (die nehm ich auch überall mit…) jedoch sieht es dann in meinen Schränken überhaupt nicht so chic aus….. ich finde das ein gelungener Event und schmöckere gerne in all den *Outings* 🙂
    Liebs Grüessli
    Irene

  7. Liebe Schwestern, lieber Bruder im Geiste – ich liebe euch alle. Wie schön zu lesen, dass es in einigen Küchen auch so – öhm – gemütlich zugeht wie bei mir. Ich dachte wirklich, dass es nur bei mir und so. Umso mehr freut es mich, dass verwandte Seelen hier in unserem Jammertal wandeln. Hach, wie herrlich!

  8. Jutta, echt herrlich, dein Beitrag, ich habe so gelacht Geschirrtücher bügle und sortiere ich nicht, aber die Art, Besteck einzusortieren, kenne ich von mir selbst auch so. Aber noch einmal eine Frage zu den Schüsseln: es gab bei namhaften Kunststoffdosen-Herstellern durchaus schon mal andersfarbige Deckel zu den Schüsseln, was machste denn dann?
    Mir scheint, dass alle, die irgendwie mit Waschen und Bügeln zu tun haben, ihre strammgeplätteten Geschirrtücher vehement verteidigen. Nur zu! 😀

  9. Liebe Jutta,
    endlich jemand, der mich versteht und mich nicht gleich in die Anstalt schicken will – endlich!!!!!!!!!!!!!!!!
    Dieser Ordnungssinn kommt mir so bekannt vor, seien es die Bestecke, die Dosen, die Deckel, die Geschirrtücher, die Klammern – auch bei mir sind sie alle wohlgeordnet und farblich aufeinander abgestimmt, was anderes käme mir gar nicht in den Sinn. Und die hämischen Bemerkungen, für solche Kinkerlitzchen habe man keine Zeit, kann ich gar nicht nachvollziehen: ob ich den roten Deckel auf die gelbe Dose tue oder den Weißen: es ist immer nur ein Handgriff! Ich verstehe Dich so gut!!!!!!!!!!!!
    Beim Kochen sieht es bei mir allerdings anders aus: kurz vor dem Servieren ist die Küche wieder tiptop sauber… Ich könnte im Chaos nicht gut kochen, das ging bisher immer schief, es hat nicht geschmeckt oder nicht geklappt oder beides zusammen.
    Schön, eine verwandte ordentliche (man könnte auch sagen: pingelige) Seele getroffen zu haben. Laß Dich nicht beirren und ordne weiter! ICh werde mich jedenfalls nicht ändern… und lasse alle anderen so sein wie sie sind.
    Liebe Grüße aus Frankfurt
    Monika

  10. Ich halte mit – es sieht bei nach dem Kochen auch so aus. Ich kann einfach nicht anders. Ist wohl erblich. Meine Mutter, die sonst die Ordnungsliebe in Person ist, hat mir diesen Küchen-Chaos-Gen mitgegeben.

  11. Mir gehts so, wie einige oben schon geschrieben haben: Während des Kochens und Backens siehts aus, als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte! Ich fand das auch immer ganz schlimm – bis zu deinem Artikel 🙂
    Schön, dass es bei vielen anderen auch so aussieht: Genie braucht eben Chaos!!!
    Am Besten gefällt mir übrigens dein vorletzter Satz 😉

  12. HERRLICH! Das mit den Handtüchern finde ich schon „bedenklich“ 😉
    Aber das mit den Dosen halte ich genauso, ich habe nur die roten, weil es die mal im Supermarkt im Angebot gab. Die sind bei mir alle mit Post its und Tesa beschriftet, damit ich evtl. auch mal was anderes reinfüllen kann.
    Das mit den Schüssel ist so eine Sache – ich habe wirklich welche, die im Original mit z. B. grüner Schüssel und weißem Deckel geliefert wurden… da würdest Du ja wahnsinnig werden 😉
    Ansonsten sieht es bei mir gerne mal aus, wie bei Dir, wenn ich am Werkeln bin!
    Danke für den tollen Einblick, das macht Dich gleich noch sympathischer, als wäre es nicht eh schon so! 😀

  13. Du bist der Hit!!!!! Muss ich lachen 🙂 Einiges kommt mir extrem bekannt vor. Ich hatte auch schon böse Freunde in der Küche die mir dann Geschirrtücher und so durcheinander gebracht haben. Das schreit nach Höchststrafe. Salz im Kaffee oder so 😉

  14. Herrlich. So sieht es bei mir nach dem Kochen oder Backen auch aus. Mindestens! Deine Ticks finde ich goldig, solange ICH meine Geschirrtücher unsortiert lagern darf und keine Rücksicht auf Wäscheklammerfarben nehmen muss. 😉

  15. Hihi, du weißt gar nicht, wie gut mir die letzten Fotos tun: wie oft sage ich zu Knut nach dem Kochen „so wie bei mir sieht es bestimmt in keiner Küche aus, ich kann einfach nicht gescheit kochen!“
    Und nun darf ich sehen, dass es bei dir dann auch etwas chaotisch aussieht und du die ganze Küche in Beschlag nimmst = SCHÖN!! Danke für diesen offenen Bericht!!
    (jetzt müsste ich nur noch lernen die Handtücher so schön zu sortieren wie du 🙂 )

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