World Bread Day 2013 – Landbrot aus dem Topf

 

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Ich habe schon öfter über den Dutch Oven gelesen. Vor allem
in amerikanischen Rezepte kam er immer mal wieder vor. Hat mich aber nie
wirklich interessiert, ich habe ja den Manzfred und einen billigen gusseisernen
Topf habe ich auch (toom, 19,99 Euro oder so). Deshalb sachte sisch die sparsame Rheinländerin:

„Kenne mer
nit, bruche mer nit, fott domet.“ (Rheinisches Grundgesetz, Artikel 6)

Aber irgendwann wurde ich allmählich nervös. Sandra "From-Snuggs-Kitchen" postete
Fotos und Rezept eines gar köstlichen Landbrotes, dazu kamen Appetithäppchen auf facebook, eins netter anzusehen als das andere und
alle einem ominösen DOpf entsprungen, der sich als Dutch Oven entpuppte. Kenne
mer jetzt, bruche mer aber trotzdem nit, der Manzfred kann das doch genau so gut…. jajaja…

Aber die Brote sahen schon toll aus. So toll, wie ich sie
zuvor noch selten gesehen hatte. Und dann kam Manfred. Ohne Zett. Manfred Schelli
Schellin.
Der Mann hat 'nen Manz und machte den ultimativen Brottopftest
zwischen Manz und Pott
und was soll ich sagen? Der Topf gewann. Unglaublich, aber wahr. Oder vielleicht doch nicht? 

Leute, ich war neugierig. Und ich erinnerte mich nach einem
kräftigen Denkanstoß auch wieder an meinen orangefarbenen Gusseisentopf. Und
ich hatte alle Zutaten im Haus. Was soll ich sagen, ein paar Stunden nach dem
Lesen des Tests und nach der Vereinnahmung des Sandra-Landbrot-Rezeptes für meine
Aktion inclusive einiger Ummodelungen hatte ich das Ding auf dem Küchentisch stehen. Ei, was war isch uffgerescht! Und dann habe ich das Riesentrumm aus dem Topf befreit… ohne Worte. 

 

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Ich habe nur noch geschrien vor Glück und dabei stand gar kein Bote
vor der Tür. 

Das Schlimmste neben dem Warten auf das Ende der Backzeit und der Offenbarung des Geheimnisses, das der Pott in sich barg, das Allerallerschlimmste war, darauf zu warten, dass das Brot abkühlt. Nicht nur ich war nahe daran, ins Holz zu beissen.

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Eine Nacht
schlafen, Hölle, Hölle, Hölle. Aber gelohnt hat es sich. Und zwar sowas von.

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Hilfe, jetzt bin ich auch süchtig. Sandra und Manfred, war habt ihr
getan!!!???!!! 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Landbrot aus dem Topf
Kategorien: Roggen, Weizen, Sauerteig, Topf
Menge: 1 Brot, groß

Zutaten

1/2 Teel.   Zucker
21 Gramm   Hefe, frisch
750 Gramm   Weizenmehl, Typ 1050
200 Gramm   Roggenmehl, Typ 1150
530 ml   Wasser
75 Gramm   Sauerteig, flüssig
15 Gramm   Zuckerrübensirup
10 Gramm   Olivenöl
20 Gramm   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  Sandras Blog "From Snugg's Kitchen"
  http://www.from-snuggs-kitchen.com/2013/09/landbrot.html
  Erfasst *RK* 14.10.2013 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

In 30 ml lauwarmem Wasser den Zucker mit Hefe auflösen, abgedeckt stehen lassen. 375 g Weizenmehl und 100 g Roggenmehl mit 470 ml lauwarmem Wasser verrühren, 1 Std. abgedeckt ruhen lassen. Aus 40 g festem Anstellgut und 30 g Wasser einen flüssigen Sauerteig bereiten. Ebenfalls bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Nach einer Stunde restliches Mehl (375 g Weizenmehl und 100 g Roggenmehl) sowie alle anderen Zutaten zur Mehl-Wasser-Mischung geben. Den Teig nun 5 min. auf niedrigster Stufe, dann 10 min. auf der nächsten Stufe kneten, bis ein elastischer Teig entstanden ist, der sich vom Schüsselrand löst (J: Kenwood nehmen, KA ist zu klein für die Teigmenge).

Den Teig 45 min. gehen lassen, nach jeweils 15 Minuten insgesamt 2 x falten. Rund wirken, mit dem Schluss nach unten in ein Gärkörbchen legen und für 1 Std. bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat.

In der Zwischenzeit Manzfred auf 230° C vorheizen, Topf mit Deckel in den kalten Ofen stellen und ebenfalls aufheizen.

Wenn das Brot genug gegangen ist, den Deckel vom Topf nehmen, das Brot vorsichtig mit dem Schluss nach oben hinein geben. Mit dem Deckel verschliessen und 55 min. backen. Anschließend den Topf aus dem Ofen holen, das Brot herausnehmen und auf einen Rost geben, abkühlen lassen.

Anmerkungen, Jutta: sehr gut!

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Dies ist mein Beitrag zum World Bread Day 2013,  der auch in diesem Jahr von der unermüdlichen
zorra gehegt und gepflegt wird.

World Bread Day 2013 - 8th edition! Bake loaf of bread on October 16 and blog about it!

Danke schön, liebe zorra. 

 


 

 

45 Antworten auf „World Bread Day 2013 – Landbrot aus dem Topf“

  1. Wie immer herrlich geschrieben! An mir ist die Topfbrotschwemme auf sämtlichen Kanälen auch nicht spurlos vorüber geganb´gen. Die Brote sehen allesamt Hammer aus. Am Ende konvertiert die ganze Freibäcker-Riege nich zum Dutch Oven…
    Ich beschränke mich vorerst weiterhin auf’s virtuelle Bewundern, da kein Gusseisentopf in meinem Hause wohnt und auch nicht reinpasst, fürchte ich.

  2. Ich bin wirklich froh, dass ich den Beitrag bei dir gelesen habe. Das Brot wird wirklich super. Aber hast du vielleicht auch den Eindruck, dass das Brot weniger lange knusprig bleibt, wenn es im Topf gebacken wird? Stört mich aber bei den meisten Rezepten nicht wirklich. Das einzig Doofe ist, dass man nicht gleich sechs Brote backen kann 😉

  3. Hallo Karin,
    mein Topf ist nicht vom Schweden, sondern vom toom, aber es ist schon so ein Billigding. Ich hatte ihn zu Anfang zu sehr aufgeheizt, da ist ein bissi was abgeplatzt, aber mit etwas verringerter Temperatur geht das jetzt ohne Probleme. Ich glaube, er hat 4,5 Liter Inhalt. Sandra schrieb, dass ein 3-Liter-Topf vermutlich für bestimmte Brote zu klein sein könnte. Ein bissi Luft nach oben ist gar nicht schlecht. Hab kürzlich Stuten drin gebacken, der ist auch gut gelungen.
    Viele Grüße aus der Rhön in den Vogelsberg
    Jutta

  4. Tut es da wirklich der Gusseiserne vom Schweden?? Ich sehe da so oft die tollen Bräter von Le Creuset oder Staub, aber da ist das Sparschwein noch nicht dick genug gefüttert. Welches Volumen sollte den der benötigte Topf haben? 3 Liter? Mehr?
    Ds bei mir kein Manz eifersüchtig werden kann und ich mit meinem Stino-Ofen beim Brotbacken immer etwas hadere, ist das Rezept seeeeeehr reizvoll
    Grüße aus dem Vogelsberg
    Karin

  5. Das Brot sieht sehr gut aus! Ich nehme ja manchmal einen Emallie-Topf, heize ihn mit dem Backstein auf und stülpe ihn einfach über den Teigling auf dem Backstein. Da ich ja eine gewisse Ungeschicklichkeit an den Tag lege, wenn es um heiße Dinge geht, habe ich mir beim Brot in den Topf werfen schon unschöne Brandblasen geholt. Daher ist mir die Überstülp-Methode doch lieber!

  6. ich sehe mit entsetzen…hab‘ mich noch gar nicht für Dein Vertrauen bedankt…
    ^^
    also, dass Du’s als eingefleischte Manzianerin trotzdem versucht hast!
    Freut mich aufrichtig, Deine Neugier.

  7. Topfbrot.. bei Topfbrot denke ich immer an den Klassiker, das no.knead-Bread, das ist ja auch schon sehr klasse, aber das hie sieht sensationell aus. Wird in Kürze auch in der Casa Foodfreak nachgemacht! Bis dahin kann ich wohl nur ins Schneidbrett beissen…

  8. Die Liste der Nachbacker hat sich gerade erhöht. Das Buch habe ich bestellt… Fehlt nur noch der Topf und dann gehts los.
    Es ist fantastisch, was man in der Bloggerwelt so alles lernt.
    Liebe Grüße
    Renate

  9. Hi Sus, im Prinzip jeden Topf oder Bräter, der gut die Hitze speichert. Nehme ich jedenfalls an. Gusseiserne Töpfe kannst du zum Beispiel auch günstig beim Schweden kaufen. Oder hast du einen schweren Schmortopf? Mit dem würde ich es einfach mal versuchen.

  10. Oh toll! Ich glaube, ein Körnerbrot im eigentlichen Sinne hatte ich auch noch nicht. Da warte ich mal gespannt!
    Gestern gabs hier ein Brot aus Kamut- und Dinkelmehl mit Dinkelschrot und Kamutflocken, auch gut geworden, hat einen schönen nussigen Geschmack 😀

  11. Ja, das mit dem Nicht-Warten-Können auf ein abgekühltes Brot kenne ich… der Liebste beißt auch so ungern in Holz…
    Bei dieser Begeisterung: was für einen Topf kann man denn noch verwenden?
    Liebe Grüße, Sus

  12. Ich war ja auch zunächst ein wenig beunruhigt, wenn ich an den Manzfred dachte. Aber ich will ja die verschiedensten Varianten backen und spätestens bei Zopf oder länglichem Brot oder Brötchen oder süßen Broten kommt er wieder zu Ehren. Und wenn ich mehr als ein Brot backe sowieso. Also, wir sollten den Pott als Bereicherung sehen, nicht als Konkurrenz. Glaub ich 😉

  13. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du keinen ST hast, wo du so viel und wunderbar backst. Züchte dir doch einfach einen. Einmal gemacht und du wirst dich fragen, wieso du das nicht schon eher probiert hast. Es ist wirklich keine Hexerei.

  14. Ich hatte meinen Pott total vergessen, bis Schelli was von einfachen gusseisernen Töpfen erzählte. Da fiel mir das Ding wieder ein. Ich habe ihn wohl ein wenig zu kräftig aufgeheizt, ein bissi was ist abgesprungen am Deckel. Aber das ist nur optisch relevant. Beim nächsten Mal gibt es etwas weniger Feuer unterm Hintern 🙂 Mach mal nach, das gefällt dir bestimmt.

  15. Hoffentlich kommt beim Topf bald und ich kann endlich loslegen.
    Smilla mag keinen Brei mehr essen und verdrückt zum frühstücken lieber
    Marmeladen Brot. . Perfekt!
    Danke für’s anstecken.
    Liebste grüße

  16. 😉
    So eine komplett knusprige Kruste, die das Brot vollkommen umschließt, schafft der Manzfred nicht. Allerdings hatte ich am nächsten Morgen den Eindruck, dass Brot aus dem Manz die Knusprigkeit länger hält. Das müsste ich tatsächlich testen und ebenfalls ein Vergleichsbacken starten. Mache ich nächste Woche vielleicht mal.

  17. Die Lawine rollt… 😀
    Ein ,wie immer, toller Bericht! Und ein wirklich tolles Brot hast Du oder der Topf, da gebacken 😉 Und wie passend für Dich -ohne große Löcher- da bleiben die Schokostreusel drauf *g*
    Es macht wirklich süchtig! Und die Spannung auf das Brot ist jedes mal da. Bin gespannt, ob noch weitere Brote folgen.

  18. Mensch Jutta, das mach ich nach!! Nachdem die Schoschonen den Klappstuhl ausgegraben haben, grabe ich jetzt meinen Backtopf wieder aus und werde mich bald ans Werk machen!!
    Sieht echt mega lecker aus!!
    Grüße aus dem Allgäu 🙂

  19. das ist das Schöne am Bloggen und an facebook etc….man lernt permanent Neues kennen und wird angefixt – wie ich jetzt wieder von euren Versuchen: dein Brot sieht einfach klasse aus! Daher werde ich mich auch mal mit dieser Topf-Backerei auseinandersetzen müssen, denn Frau will ja nicht ‚auf der Stelle stehenbleiben‘! 🙂
    Liebe Grüße an euch zwei! :-)))

  20. Ein Prachtkerle! Meint auch das Brot ;)!
    Und die Geschichte ist ja ein Knüller, dass der Topf den Manz schlägt. Das muß ich mir sofort genauer angucken!
    viele liebe Grüße an euch beide…

  21. Hihi, das Brot war sicher besser als das Holzbrett! Liebe Grüße an den Holz- und Brottester und an Dich natürlich – ich bin beim Lesen hier mal wieder erheitert. 🙂

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