Nachgemacht: Lädderkestaat (M-TM)

2014-01-29 14.08.46

Nata postete DAS Rezept und nennt die Torte Riemchenapfel oder Appeltaat. Ich kenne sie seit meiner Kindheit auch unter diesen Namen (die Torte, nicht Nata), aber bei uns in Rheydt heißt dieses köstliche Hefeteig-Apfelmus-Backwerk Lädderkestaat – Leiterchentorte. 

Wie Natalie in ihrem Blog pastasciutta.de richtig schreibt, entweder schmeckte früher in den Bäckereien das Brot oder der Kuchen. Lädderkestaat kriegten sie alle hin. Auch ich habe diese Torte schon lange nicht mehr in den Kuchentheken gesehen. Vielleicht liegt es daran, dass ich so selten in solche Theken schaue. Ich werde mal darauf achten, ob ich die Riemchentorte irgendwo entdecke. 

Meine Mutter ist die Meisterin des Lädderkestortenbackens. Jedes Jahr kochen sie und mein Vater aus Gartenäpfeln Unmengen an Apfelmus. Das wird eingefroren und im Laufe des Jahres zu einem großen Teil für die Zubereitung von Lädderkestaat verwendet. Die gibt es nämlich häufig. Und immer wollte ich der Mama nacheifern, habe das aber nie gemacht. Wieso jetzt Nata die Initialzündung lieferte, kann ich nicht sagen. Ich wußte nur, als ich die Torte erblickte: DICH WILL ICH. SOFORT! 

Sofort heißt, schon zwei Tage später, ich musste die Appeltaat einfach backen. 

Mein Apfelmus ist auch selbst gekocht, aber nicht von eigenen Äpfeln. Cox Orange habe ich verwendet, die ein sehr schönes Mus hervor brachten. 

Apfelkompott

Die Lädderkes jedoch sind mir, trotz oder wegen des Einsatzes eines schon seit Jahren vorhandenen, jedoch nie zuvor genutzten Helferleins, total misslungen.

Apfelkompott

Blödes Ding, das klappte überhaupt nicht. Soviel Muckis habe ich nicht, den Teig per Rolle so fest auf das Raster zu drücken, dass die Rauten durch den Rost fallen. 

Apfelkompott

Also wurde der ganze Summs zusammengepappt, nochmal geknetet, ausgewellt und eingeschnitten, so wie Nata es vorgemacht hat. 

Apfelkompott

Na ja, so ähnlich jedenfalls. Auf jeden Fall war es schon eine gewisse Form der Folter, bis der Kuchen gebacken war und so weit abgekühlt, dass ich dieses nette Stück verputzen konnte. 

Apfelkompott

Nach zwei weiteren Test, ob der Kuchen auch wirklich so schmeckt wie früher, darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass dem so ist.

Abendessen fiel aus. 

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Lädderkestaat (M-TM)
Kategorien: Hefeteig, Apfelmus, Rheinisches
Menge: 1 Torte von 30 cm Durchmesser

Zutaten

H HEFETEIG
500 Gramm   Mehl
250 Gramm   Milch
1 Teel.   Salz
80 Gramm   Zucker
80 Gramm   Butter
2 Pack.   Trockenbackhefe
H APFELMUS
750 Gramm   Äpfel, vorbereitet gewogen
1 Prise   Salz
10 Gramm   Zitronensaft (oder mehr, wie es beliebt)
20 Gramm   Zucker
20 Gramm   Vanillezucker
40 ml   Wasser
H EIWASCH
1     Eigelb
1 Essl.   Milch
1 Prise   Salz
1 Teel.   Zucker
H DEKORATION
      Hagelzucker zum Bestreuen
      Fett für die Form

Quelle

  Nach einer Inspiration von Natas Blog
  pastasciutta: http://networkedblogs.com/Tci3F
  Erfasst *RK* 29.01.2014 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Alle Teigzutaten in der Küchemaschine 10 Minuten kneten. Auf doppelte Größe gehen lassen.

Äpfel putzen, würfeln und mit den anderen Zutaten in den Thermomix geben. 10 Minuten, 100° C, Stufe 1 kochen, dann 10 Sekunden, Stufe 5 pürieren. Abkühlen lassen.

Die Zutaten für das Eiwasch verkleppern.

Manzfred auf 160° C vorheizen.

Teig gut durchkneten und teilen. Eine Hälfte so groß ausrollen, dass sie später umgeschalgen werden kann und dabei den Teigdeckel etwas überlappt. Ich habe eine Form mit abnehmbarem Rand verwendet, die unten 28 cm Durchmesser hatte und oben 30 cm.

Die andere Hälfte des Teiges so ausrollen, dass sie auf die Füllung passt. Mit mehreren kurzen, versetzten Längsschnitten versehen und in die Form legen.

Den Rand des Deckels mit Eiwasch bestreichen und den überlappenden Teig darauf klappen. Die Oberfläche des Kuchens mit Eigelb bestreichen, den Rand eventuell noch mit einem Dekokneifer verzieren, Hagelzucker aufstreuen.

So lange gehen lassen, bis der Ofen Backtemperatur erreicht hat. 40 Minuten backen. 10 Minuten abkühlen lassen, dann den Ring vom Boden entfernen. Komplett auskühlen lassen.

Mit geschlagener Sahne genießen.

=====

 

15 Antworten auf „Nachgemacht: Lädderkestaat (M-TM)“

  1. Hallo Jutta, das mit dem geklappten Teig versteh ich nicht so richtig, meinst du dass der Teig größer als die Form ausgerollt wird und dann innen einen Rand bildet? Und der Deckel wird dann zwischen Füllung und Rand gesteckt?
    Dass man den Deckel einfach längs einschneidet finde ich sehr praktisch, viel einfacher als Riemchen 🙂

  2. Schön, wenn einem plötzlich Kindheitserinnerungen über den Weg laufen. In meinem Erinnerungsrepartoire findet sich kein Apfelmuskuchen gleich welchen Namens. Apfelmus war generell nicht so meins. Vllt. sollte ich an dieser Stelle meine Vorlieben nochmal überdenken. 😉

  3. Hefeteig:
    500 Mehl
    20 Hefe
    50 Zucker
    50 Butter
    1 Prise Salz
    1/8 l Milch
    2 Eier
    Belag
    1,5 l Milch
    200 Grieß (Hartgrieß)
    100 zucker
    1 P V.Zucker
    50 g Rosinen
    3 Eier
    Hefeteig herstellen.
    Für den Belag:
    Milch zum Kochen bringen, u. Rühren das Grießmehl einlaufen lassen.
    Zucker u. Van.zucker einrühren,
    Rosinen dazu. Etwa 5 min. mit Rühren köcheln lassen.
    Die Eigelb von 2 Eiern mit einem TL Wasser verrühren u. in die heiße nicht mehr kochende Masse ziehen. Den Grießbrei abkühlen lassen, dabei öfter umrühren, damit sich keine Haut bildet.
    2 Eiklar sehr steif schlagen u. vorsichtig unter den kalten Grießbrei heben.
    Den Hefeteig auf ein rundes gefettetes Tortenblech legen. Ränder hochdrücken u. mit etwas verquirltem Ei bestreichen.
    Den Teig mehrmals mit einer Gabel einstechen.
    Dann den abgekühlten Grießbrei behutsam auf den Teig verteilen, mit etwas verquirltem Ei bestreichen und in den vorgeheizten Backofen bei 220 Grad 10-15 min. backen, dann auf 160 Grad runterschalten und weitere 10-15 min. backen.
    LG
    Birgitt

  4. Hallo Jana,
    tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung. Ich hatte das Rezept mal, kann es aber nicht mehr finden. Ich hoffe, du wirst im www fündig. Laut meiner Mutter wird es auf jeden Fall mit handelsüblichem Gries gemacht.
    LG
    Birgitt

  5. huhu Birgit, ist dieses Griesmehl (ich werde es auch gleich noch googlen, aber auch da gibt es ganz sicher wieder UNterschiede in aller möglich erdenkbaren Herstellungsrichtungen) mit Eiern?
    LG!

  6. Hi du! Ich suchte schon soooooo lange nach einem Rezept für einen wirklich begeisternden Kuchen mit Mus statt Würfeln. Ich hab nie eins gefunden außer Streuselkuchen. Und den mache ich seit gefühlten Jahrhunderten ohnehin schon in allen Varianten.
    Danke für dein sehr uriges Rezept.
    Eine Anmerkung: WIr nutzten das Netz immer für Linzer Torte, allerdings nutzten wir es als Stempel von oben. Hast du das schon versucht?
    GLG!! Jana

  7. Mit Aprikose kenne ich die Torte auch noch, aber mit Griesmehl (den Ausdruck kenne ich auch noch aus dem Rheinland – Grissmehl gesprochen)habe ich das noch nicht gesehen. Das ist bestimmt total lecker, ich muss ein Rezept suchen! Liebe Grüße in die Eifel.

  8. Das sieht so lecker aus! Bei uns in der Eifel gibt es die „Apfelriemchen“-Taat eigentlich immer noch in jeder Bäckerei. Alternativ auch noch mit Aprikose oder mit Griesmehl (so eine Art Griespudding)! Sehr lecker. Falls du also mal in der Eifel bist, probier’s mal.
    LG
    Birgitt

  9. Hach, wie toll! Ich liebe diese Begeisterung! Deine Torte ist total klasse geworden. Mit der Stanze sieht sähe sie doch aus wie aus der Fabrik. – Und ich könnte jetzt glatt schon wieder… :))

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