PLL SWP KLL SWK juchheissassa / Diamondback Socks nach 2,5 Jahren endlich fertig

Dieser Erguss könnte unbezahlte Werbung enthalten. Nur mal so gesacht.

Mein Gott, was für eine lange Geburt! Damals hatte mich eine gute Bekannte gefragt, ob ich ihr nicht auch mal ein paar Socken stricken könne. Das war im Februar 2017 und ich habe natürlich sehr gerne zugesagt. Sie hat sich sehr gefreut, mir ihre Vorlieben bei den Farben verraten und war schon sehr gespannt. Und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, wollte ich sie nicht enttäuschen (fingerüberkreuz).

Ich ließ mir also Zeit. Viel Zeit. Und noch viel mehr. Was nicht daran lag, dass ich keinen Bock hatte, sondern eher daran, dass ich für die gute Dame etwas Besonderes anfertigen wollte und mich dieses vermaledeite Muster schier zur Verzweiflung brachte. Die Anleitung ist – es ist kein Scherz – 16 Seiten lang, auf Englisch und mit Fachbegriffen, was die Stiche angeht, derart gespickt, dass ich den goldenen Stern der Youtube-Fans mehr als verdient hätte, weil ich einen Film nach dem anderen angeschaut hatte und am Ende wieder alles vergaß. Was habe ich geflucht über PLL (purl left lifted increase), SWP (shadow wrap purl side) und Konsorten. Die Krönung: slPLLpo (eine Masche wie zum Linksstricken abheben, links strickend nach links gerichtete Zunahme in den Stich zwei Maschen unter dem abgehobenen Stich stricken, abgehobenen Stich überziehen) und so weiter und so weiter.

Jede Ablenkung führte unweigerlich dazu, dass ich nicht mehr wusste, wo ich war. Dazu kamen dann noch Malheurs wie Masche von der Nadel rutschen, was bei dem Muster extrem unangenehm war, denn es wird permanent überzogen, zusammengestrickt, Shadow-Wraps oder noch Schlimmeres (s. o.) hergestellt und wehe, wenn dann eine Masche ribbelt – nicht wiederherstellbar, für mich zumindest der Supergau. Schrecklich. Sobald Norbert mich mit dem roten Fetzen in der Hand stricken sah, drehte er sich wortlos um und ergriff panikartig die Flucht. Manchmal kann ich halt recht „temperamentvoll“ sein.

Ich weiß nicht, wie oft ich aufgeribbelt habe, jedenfalls so oft wie nie zuvor in meiner Sockenstrickkarriere und zwischendurch war Feierabend, ich hatte keine Lust mehr und wollte den Mist verbrennen. Aber das entspricht nicht meinem Naturell, der kleine Terrier WILL das dann schaffen, das lässt mich nicht ruhen, bis es vollbracht ist. Und so auch hier.

Die einzelnen Diamanten entstehen durch das Stricken verkürzter Reihen, die irgendwann auch wieder länger werden müssen, es wird in „Tiers“, also in Ebenen gestrickt und eine Ebene besteht aus zwei Runden, wobei die erste Runde aus bis zu 15 Reihen besteht, die mehrfach wiederholt werden und an deren Ende halbe oder ganze Diamanten stehen. Oder so. Wenn ihr es nicht versteht, macht euch nix draus, ich auch nicht. Die zweite Runde verbindet dann quasi die Elemente und führt zum Beginn der nächsten Ebene. Hölle, Hölle, Hölle.

Nun ja, genug gejammert und gezetert, Fakt ist, dass die Socken fertig sind. Und wie es bei einer Geburt so ist, gleich danach sagt man „Nie mehr!“ und nach ein paar Stunden ist alles vergessen und die Freude groß. So auch hier. Ich trage mich mit dem Gedanken, noch ein Paar zu stricken. Für mich diesmal. Ich bin jetzt total glücklich über das Ergebnis, aber noch besser finde ich, dass ich nicht aufgegeben habe. Geht doch!

Hier die Daten:

Das Muster stammt von Kirsten Hall, ist auf ravelry als Kaufanleitung zu finden und heißt Diamondback Socks.

Nadelstärke 2,25, mit Nadelspiel gestrickt.

Die Wolle heißt BellaLana Marathon, Farbe 426. Verbrauch in Größe S – was hoffentlich Größe 37 entspricht – 61 Gramm.

Statt der Originalspitze habe ich eine Propellerspitze angefertigt. Bandspitzen mag ich nicht so gerne. Sie gefallen mir einfach nicht so gut.

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