Quarkauflauf mit Zwetschgen

Wie immer könnte dieser Beitrag Werbung enthalten, für die ich aber keinen roten Heller bekomme. Niemals würde ich für Kohle meinen Körper – ähm – meine Schnuppschnuess verkaufen. Obwohl…

Ach nee, der Kühlschrank steht voller Quark, Mascarpone, Buttermilch, Sahne, Joghurt, Schmand, Milch und das Zeuch muss weg. Und nu?

Nu guckt Frau Schnuppschnüss durch den kleinen Bildschirm in die große weite Welt, landet im Kochuniversum ziemlich weit oben bei den Küchengöttern und findet dort Ambrosia und Manna in Form eines Quarkauflaufs mit Zwetschgen.

Wobei „Quark“ hier eine nicht genau zu differenzierende Mischung aus Magerquark, Sahne und Mascarpone bedeutet.

Die Götter hatten vorgeschlagen, die Quarkmasse vor dem Backen mit Semmelbröseln zu bestreuen. Aber nicht mit mir! „Brauner Zucker“ hießen die Zauberworte und auch ohne großartige Beschwörungen lag am Ende eine schöne karamellisierte Kruste auf dem gebackenen Milchprodukte-Pflaumen-Fluff.

Und als mir dann noch das Salzkaramell einfiel, nach Gabi Frankemölle erschaffen, da war mein Ausflug in den Auflaufhimmel aber so was von perfekt. Besser geht nicht.

Eine Frage bleibt jedoch: wie fotografiert man so was?

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

 Titel: Quarkauflauf mit Zwetschgen

Kategorien: Hauptspeise, Dessert, Pflaumen, Milchprodukte
Menge: 4 Portionen als Hauptgericht

500     Gramm  Zwetschgen
  4            Eier
 80     Gramm  Weiche Butter
100     Gramm  Zucker
  1      Pack. Vanillezucker
  1     Prise  Salz
750     Gramm  Quark (oder gemischt mit anderen Milchprodukten)
 80     Gramm  Hartweizengrieß

============================= BELAG =============================
Zucker, braun
Butterflöckchen

============================ QUELLE ============================
Rezept modifiziert. Original:
https://www.kuechengoetter.de/rezepte/quarkauflauf-mit-
zwetschgen-227
— Erfasst RK 29.10.2019 von
— Jutta Hanke

Die Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln. Manzfred auf 160° C
vorheizen. Die Eier trennen. 80 g Butter mit dem Zucker und Salz
schaumig schlagen, die Eigelbe untermischen. Quark (ich habe Reste
von Sahne, Mascarpone und Magerquark verwendet) und Grieß sorgfältig
unterrühren. Eiweiße steif schlagen, mit den Zwetschgen unterheben.

Eine Auflaufform fetten und die Masse einfüllen. Mit einer dünnen
Schicht braunem Zucker bestreuen und mit Butterflöckchen belegen.
Den Auflauf etwa 45 Min. backen.

Mit Puderzucker bestreuen. Ich hatte Salzkaramell dazu – oh mein
Gott!

=====

Jutta ohne Butta oder Not macht erfinderisch und führt zum Backen einer wunderbaren Apfeltorte namens Scharlotka

Manchmal ist es ja komisch. Da nimmt man sich etwas vor und wenn dann der große Tag da ist, stellt man mit Schrecken fest, dass es mit der Umsetzung nicht so einfach ist. Zum Beispiel heute.

Mein goldischer Mann war drei Tage auf großer Fahrt und ich stellte mir schon die leuchtenden Äugelchen vor, wenn er nach Hause kommt und als erstes einen herrlichen Körper Kuchen sieht.

Grumpy Cake – aber lecker

Ich ging also frisch ans Werk, stellte die Zutaten für einen Rührkuchen bereit um dann feststellen zu müssen, dass meine Buttervorräte gegen Null gingen. Also genau Null. Nix. Nada. Alles fott. Und nun?

Nach Heulen und Zähneklappern wurde das weltweite Netz durchsucht und beim Thermomixrezeptportal gab es die Lösung. „Scharlotka“! Dieser Name klang wie Musik in meinen Ohren. Russische Musik, Balalaikas und Lederstiefel, die den Kasatschok tanzen.

Nicht wirklich wie Musik säuselte die Spülmaschine, in der sich das Thermomixequipment befand. Also, russischen Kuchen backen ohne Butter und ohne Thermomix. Pff, kein Problem, wozu habe ich denn eine Rührmaschine!?!

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach, die Zutatenliste extrem überschaubar und das Ergebnis, ja, wie soll ich sagen… sensationell trifft es ganz gut. Biskuit mit gaaaanz viel Obst, also wirklich nicht übel, auch wenn das Aussehen des fertigen Objekts je nach Beleuchtung weniger Gutes erahnen lässt (hihi). Nein, es ist kein McFlurry.

Eine wirkliche Überraschung ist das Teil und ganz ohne Fett und bestimmt auch nicht schlecht als Dessert mit einem Bällchen Eis. Oder Eierlikör. Oder so.

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4

     Titel: Scharlotka (Russischer Apfelkuchen)
Kategorien: Biskuit, Torte, Äpfel
     Menge: 1 Springform mit 26cm Durchmesser

                   Butter zum Einfetten
    700     Gramm  Äpfel
     30     Gramm  Zitronensaft
      3            Eier
    150     Gramm  Zucker
      1      Pack. Vanillezucker
      1     Prise  Salz
    150     Gramm  Mehl
    1/2      Pack. Backpulver
                   Puderzucker zum Bestäuben

============================ QUELLE ============================
            Rezept modifiziert. Original:
            Thermomix Rezeptwelt cookidoo
            -- Erfasst *RK* 11.10.2019 von
            -- Jutta Hanke

Eier so rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, dass sie
Zimmertemperatur haben bei Backbeginn.

Boden der Form mit Backpapier belegen, Rand fetten. Manzfred auf
180° C vorheizen.

Eier, Salz, Vanillezucker und Zucker in der Küchenmaschine
dickschaumig aufschlagen. In der Zwischenzeit Äpfel schälen,
vierteln, entkernen und in hauchdünne Spalten schneiden. Mit dem
Zitronensaft vermengen. Mehl mit Backpulver mischen, unter die
Eimasse ziehen.

Die Hälfte des Teigs in die Springform geben, Äpfel aufbringen (ich
habe auch noch Sultaninen und Mandelstifte zugefügt), mit dem Rest
des Teigs bedecken.

15 Minuten backen, dann Temperatur auf 160° C reduzieren und weitere
35 Minuten backen. Gesamtbackzeit 50 Minuten.

Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestreuen. Falls noch Zitronensaft
übrig ist, kann man auch Zuckerguss verwenden.

Anmerkungen, Jutta: erstaunlich tolles Rezept

Mit dem Thermomix geht das so:

Rühraufsatz einsetzen. Eier, Zucker, Vanillezucker und Salz in den
Mixtopf geben und 4 Min./37°C/Stufe 3 aufschlagen. Rühraufsatz
entfernen. Mehl und Backpulver zugeben, 10 Sek./Stufe 4 vermischen.

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Ottolenghi: Frikadellen aus Räucherfisch und Pastinake


Dieser Beitrag enthält vielleicht Werbung. Ich habe dadurch keinen Vorteil, weder materiell noch immateriell. Außer vielleicht Ruhm und Ehre auf ewig. Aber dafür sind meine Leser zuständig und nicht Otto oder ein Verlag oder was weiß ich wer. 

Wenn ich abends koche, esse und 30 Minuten später am Laptop sitze, um die Welt an meinen Genüssen teilhaben zu lassen, dann muss es extrem köstlich gewesen sein. Und ja, liebe Leser, das war es in der Tat. Ottolenghi mal wieder und wir waren hin und weg. Ebenfalls mal wieder.

Räucherfisch mit Frikadelle las sich sehr fein. Der Händler auf dem Wochenmarkt konnte zwar weder mit geräuchertem Kabeljau noch Schellfisch dienen, meinte aber, dass Heilbutt auch in Ordnung sei. Ich glaubte ihm und offenbar hatte er nicht unrecht.

Während der Zubereitung verflog jedoch meine anfängliche Euphorie. Ich konnte mir immer weniger vorstellen, dass diese Pampe, die ich da zusammenrührte, appetitlich schmecken würde. Trotzdem machte ich weiter, versuchte Frikadellen zu formen, was kaum gelang und nur unter Zuhilfenahme eines Eisportionierers einigermaßen glückte.

Fragile Frikadellen wurden sanft gewendet, schön gebräunt und mit Kartoffelstampf serviert. Dazu Zitronenspalten. Auf keinen Fall die Zitrone verschmähen! Diese Säure, gepaart mit dem Geschmack von Geräuchertem und der Süße der Pastinaken – umwerfend köstlich ist das, ein wahrer Gaumenschmaus.

Wir sind jedenfalls hin und weg. Mal wieder! Dringend nachmachen!

==========REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Frikadellen aus Räucherfisch und Pastinake
Kategorien: Ottolenghi, Heilbutt, Pastinake, Knaller, Zitrone
Menge: 12 Frikadellen

Zutaten

600Gramm Pastinaken
8Essl. Olivenöl
600Gramm Kabeljau- oder Schellfischfilet, geräuchert (J:
   — Heilbutt)
20Gramm Dill
20Gramm Schnittlauch
2  Knoblauchzehen
   Worcestersauce
2  Bio-Zitronen (2 TL Schale abreiben)
2  Eier, Größe L
40Gramm Butter
   Salz
   Pfeffer, schwarz

Quelle

 Rezept modifiziert. Original:
 Yotam Ottolenghi, "Simple"
 ISBN 978-3-8310-3583-0
 Erfasst *RK* 21.02.2019 von
 Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 190° C vorheizen. Halbes Blech mit Backfolie bestücken.

Pastinaken schälen, in 4 cm große Scheiben schneiden. Auf dem Blech mit 3 EL Olivenöl und 1/4 TL Salz vermischen, 30 Minuten rösten, bis sie weich sind.

Währenddessen den Fisch mit der Gabel zerkleinern und alle Gräten entfernen.

Eier, gepressten Knoblauch, in Röllchen geschnittenes Schnittlauch, 1 TL Salz, Pfeffer, ein paar Spritzer Worcester Sauce, Zitronenschale und Pfeffer in eine Schüssel geben und verrühren.

Pastinaken etwas abkühlen lassen, mit Dill im TM zu einer pastösen Masse zerkleinern. Zu der Eiermasse in die Schüssel geben und sehr gut verrühren. Fisch ebenfalls unterziehen.

Aus der Masse 12 Frikadellen formen (J: mittlerer Eisportionierer ergab exakt 12 Frikadellen).

Die Hälfte der Butter und 2,5 EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Frikadellen von jeder Seite ungefähr vier Minuten braten, bis sie schön gebräunt sind. Vorsichtig wenden, sonst fallen sie auseinander. Warm stellen, bis alle Frikadellen zubereitet sind.

Zitronen in Spalten schneiden, un-be-dingt zu den Frikadellen servieren. Es schmeckt einfach, schlicht und ergreifend göttlich, wenn sich der Räuchergeschmack, die Süße der Pastinaken und die Säure der Zitrone vereinen. Aber nur, wenn auch noch Kartoffelstampf dazu gereicht wird.

Anmerkungen, Jutta: s. o. – ich muss an dieser Stelle leider "geil" schreiben.

Die Frikadellenmasse ist recht feucht und kaum zu formen. Auch gebraten noch sehr fragil, vorsichtig bearbeiten.

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PS: die Fitzelei mit dem Fisch und das Entgräten ist allerdings eine Arbeit für einen, der Vater und Mutter getötet hat. Höchststrafe und das dauert ewig!

Ottolenghi: Zitronenhähnchen

Dieser Beitrag könnte Werbung sein, obwohl ich das Buch mit meinem eigenen Geld gezahlt habe. Und auch sonst verdiene ich nichts mit meinen Zeilen. Oh schnöder Mammon, tapfer werde ich heute und für alle Zeiten deinen Versuchungen widerstehen!  Und nun, folgt meinen Worten, ihr treuen Gesellen…

Gääähn… Zitronenhähnchen…wie innovatihiiiv…

Dachte ich auch. Aber dann las ich das Rezept und konnte mir vorstellen, dass uns so ein Hähnchen ganz gut schmecken würde.

Ein Biohähnchen von 1,3 Kilo wurde auserkoren, Ottolenghis Rezept in Essbares zu verwandeln und – glaubt es oder glaubt es nicht – mir fehlen die Worte, dieses Geschmackserlebnis entsprechend zu würdigen.

Nackt und fettig – gleich wird es heiß, Baby.

Ihr MÜSST es einfach zubereiten, dieses Hähnchen ist göttlich. Wenige Zutaten werden zu einem wunderbaren Mahl verbandelt, und die Vorgehensweise ist gelingsicher, was für mich wichtig ist, weil, ganze Hähnchen zu braten ist nicht so mein Ding.

Zwischenstand

Mehr schreibe ich nicht, macht! es! nach!

Fertig, köstlich, genial.
==========REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Zitronenhähnchen
Kategorien: Knaller, Ottolenghi, Simple
Menge: 4 Portionen

Zutaten

70Gramm Butter, weich
3Essl. Thymianblätter (J: 1 TL getrocknet)
3  Knoblauchzehen
30Gramm Salzzitrone
1  Bio-Zitrone
1  Hähnchen, 1,5 kg (J: 1,3 kg Biohähnchen)
   Salz
   Pfeffer, schwarz

Quelle

 Rezept modifiziert. Original:
 Yotam Ottolenghi "Simple"
 ISBN 978-3-8310-3583-0
 Erfasst *RK* 15.01.2019 von
 Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 190° C vorheizen (entspricht Umluft im normalen Backofen).

Salzzitrone entkernen, Schale und Fruchfleisch grob hacken.

Von der Bio-Zitrone die Schale abreiben und 1,5 EL Saft auspressen.

Butter mit Thymian, gepresstem Knoblauch, Zitronenschale, eingelegter Zitrone, 1/4 TL Salz (J: hier ruhig etwas mehr) und Pfeffer verkneten. Otto nimmt den Mixer, das ist aber nicht nötig, wenn die Butter weich ist.

Die Haut des Hähnchens vorsichtig von der Brust lösen (J: ich habe auch noch die Schenkelhaut gelöst) und einen Teil der Buttermischung gleichmäßig auf den Brustfilets und den Schenkeln verteilen. Mit der restlichen Butter, das war bei mir eine ordentliche Portion, das zuvor innen und außen leicht gesalzene und gut gepfefferte Hähnchen einreiben (Otto reibt zuerst mit Butter ein und salzt und pfeffert später).

Hähnchen mit der Brustseite nach oben in einen geeigneten Bräter setzen (J: flache weiße Steingutschale, rechteckig), mit Zitronensaft beträufeln.

Etwa 70 Minuten braten, alle 20 Minuten mit Bratensaft begießen. Die letzten 20 Minuten die Tür vom Manzfred nur anlehnen. Vor dem Servieren 10 Minuten ruhen lassen.

Anmerkungen, Jutta: ein traumhaftes Brathähnchen, so gut ist mir noch selten Geflügel gelungen. Köstlich!!!

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PS: Ich hatte keine Salzzitrone, ich kann mir aber vorstellen, dass das Hähnchen dann noch besser schmeckt. Was eigentlich unvorstellbar ist. Tschühüüüüssss!

Ottolenghi: Pappardelle mit Harissa, schwarzen Oliven und Kapern

Dieser Beitrag könnte Werbung sein, obwohl ich das Buch mit meinem eigenen Geld gezahlt habe. Und auch sonst verdiene ich nichts mit meinen Zeilen. Oh schnöder Mammon, tapfer werde ich heute und für alle Zeiten deinen Versuchungen widerstehen!  Und nun, folgt meinen Worten, ihr treuen Gesellen…

Seit einiger Zeit geistern immer wieder Rezepte durch das weltweite Netz, die dem Buch „Simple“ von Yotam Ottolenghi, Tara Wigley und Esme Howarth entstammen, gepostet von vertrauenswürdigen Nachkocherinnen und Nachkochern.

Und alle sahen so gut aus. Also, die Fotos der Rezepte. Na guuuut, auch die Nachkocher und -innen. Liegt vielleicht am köstlichen Essen. Jedenfalls war mein Jagdinstinkt geweckt, ich musste dieses Kochbuch einfach haben.

Auf 320 Seiten tummeln sich hier die tollsten Speisen, viele vegetarisch, manche vegan, einige auch mit Fisch und Fleisch und ich möchte sie, bis auf ein paar wenige Ausnahmen (Avocado, Queller, Tintenfisch und Garnele – bitte nicht!), alle nachkochen.

Die Kategorien „Brunch“, „Rohes Gemüse“, „Gegartes Gemüse“, „Reis, Getreide und Hülsenfrüchte“, „Nudeln“, „Fleisch“, „Fisch“ und „Dessert“ enthalten Kochanleitungen, die über eine meist übersichtliche Zutatenliste verfügen und mit übersichtlich meine ich die Anzahl der zum Einsatz kommenden Komponenten. Manche Rezepte verlangen nicht mehr als 10 Zutaten und es ist auch kein Hexenwerk, sich Fehlendes zu beschaffen. Aber ich bin sicher, das, was an Gewürzen und so weiter benötigt wird, ist sowieso im Haus, ansonsten wird halt etwas experimentiert.

Rezeptfotos sind reichlich vorhanden, ab und an muss man die Phantasie bemühen, weil ein Bildchen fehlt, aber das ist für mich kein Hindernis. Ich kaufe auch Kochbücher, in denen gar keine Abbilder vorhanden sind und es stört mich überhaupt nicht.

Drei Gerichte habe ich schon ausprobiert, alle waren wunderbar. Heute stelle ich euch die Pasta mit Kapern, Oliven und Harissa vor,

ein schnell zubereitetes Essen, eher ein Sommergericht, das bestimmt gewinnt, wenn man die Tomaten frisch vom Strauch erntet und sonnengereift und noch warm verarbeitet. Jetzt, im Winter, hätten es noch ein paar Tomaten mehr sein dürfen, vielleicht kann man auch auf gute Dosenware zurück greifen, damit der Tomatengeschmack konzentrierter hervor tritt. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau – uns hat die Pasta sehr sehr gut geschmeckt. Den Joghurt sollte man auf keinen Fall weg lassen, das war das Tüpfelchen auf der Sauce! Ein kleiner Teelöffel voll Harissa war für uns Schärfe genug, aber wir sind auch Weicheier in der Beziehung, probiert einfach aus, wie es euch behagt.

==========REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Pappardelle mit Harissa, schwarzen Oliven und Kapern
Kategorien: Knaller, Simple, Ottolenghi, Pasta, Sommer
Menge: 2 Portionen Sauce, 4 Portionen Nudeln

Zutaten

2Essl. Olivenöl
1  Gemüsezwiebel
1Teel. Harissa, klein
400Gramm Kirschtomaten
60Gramm Kalamataoliven, entsteint
20Gramm Kapern, Nonpareilles
200ml Wasser
15Gramm Petersilie
500Gramm Pappardelle
120Gramm Joghurt, griechisch
   Salz

Quelle

 Rezept modifiziert. Original:
 Yotam Ottolenghi, "Simple"
 Erfasst *RK* 16.01.2019 von
 Jutta Hanke

Zubereitung

Zwiebel in dünne, halbe Ringe schneiden; Kirschtomaten vierteln, Oliven halbieren, Petersilie grob hacken.

Zwiebelringe in Öl braten, bis Sie hellbraun und weich sind. Harissa, Oliven, Kapern, Tomaten und 1/2 TL Salz (J: eher mehr!) zufügen und garen, bis die Tomaten beginnen, zu zerfallen. Wasser zufügen und 10 Minuten köcheln lassen. Deckel abnehmen und Sauce bis zur gewünschten Konsistenz reduzieren. Zwei Drittel der Petersilie unterziehen. Abschmecken.

Zwischendurch Nudelwasser zum Kochen bringen, Pappardelle darin garen.

Pasta mit Sauce vermischen (J: das habe ich nicht gemacht – erschien mir zu wenig Sauce bei der Menge Nudeln), mit Joghurt und Petersilie garniert servieren.

Anmerkungen, Jutta: eher ein Sommergericht, das bestimmt gewinnt, wenn man die Tomatensaison nutzt. Aber auch mit Wintertomaten köstlich und empfehlenswert. Vielleicht auf Dosenware zurück greifen.

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Nachgemacht: Sie kamen, ich sah, sie siegten – Digestive Biscuits

Kennt ihr die McVitie’s Digestive Biscuits? Oder die Hobnots? Vor allem letztere „Verdauungskekse“ liebe ich und der Genuss dieser Dinger erinnert mich jedes Mal an alte Zeiten. Und ich will die immer essen. Deshalb kam ich mir vor wie der Pawlow’sche Hund, als ich die Kekse sah und fing beinahe an zu sabbern.

Auch ich habe mal eine Weile im Vereinigten Königreich, in Schottland, zugebracht und die Haferkekse dort kennen und lieben gelernt. Wie Nata, auf deren Blog „Pastasciutta“ ich diese herrlichen Verführer fand, sofort die Butter rauslegte und die Biester am nächsten Tag buk. Am Butterrauslegetag kamen mir 27 Gläser Quittengelee dazwischen, da musste ich schieben.

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und das Warten hat sich aber so was von gelohnt.

Und wenn man es schafft, nach dem Backen und Verzieren noch eine Nacht drüber zu schlafen, dann haben die Kekse ihre Hochform erreicht und sie schmecken wirklich fast genau so wie das Original. Also besser. Versteht sich, gell? 

Wie datt Kölsche Mädschen hatte auch ich das Gefühl, dass die Kekse aus dem Laden nicht mehr so schmecken wie früher. Ich hatte den Eindruck, dass sie  immer süßer wurden, was mir gar nicht gefiel. Deshalb bin ich umso glücklicher,  jetzt dieses Rezept in Händen zu halten.

Wie was wo und warum? Lest alles über die Krümelmonster im Natablog nach, dort steht auch der Link zum Original von Missboulette.

Norbert und ich träumen schon von unseren zukünftigen Wanderungen, mit diesen Plätzchen im Gepäck, dann aber ohne Schokoladenverzierung und voller Hoffnung, dass die Plätzchen nur das Durchhaltevermögen fördern mögen und nicht den ihnen vormals zugeschriebenen Zweck erfüllen. Wär schon blöd, so in der Pampa.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Digestive Biscuits
Kategorien: Knaller, Sünde, Plätzchen
Menge: 45 Stück


Zutaten

200 Gramm Haferflocken, fein
200 Gramm Weizenvollkornmehl
100 Gramm Vollrohrzucker (J: Demerara)
4 Gramm Natron
2 Gramm Salz
200 Gramm Butter, weich, in Stücken
30 Gramm Milch
H DEKO
150 Gramm Vollmilchkuvertüre

Quelle

Rezept modifiziert.
Original:
https://pastasciuttablog.blogspot.com/2018/11/keks-
therapie-zum-nachmittagstee.html
Original des Originals:
https://missboulette.wordpress.
com/2016/09/02/digestive-biscuits-nach-gary-
rhodes/
Erfasst *RK* 09.11.2018 von

Zubereitung

Manzfred auf 170 °C vorheizen.

Die Hälfte der Haferflocken im Thermomix 10 sec/ Stufe 8 zu Mehl verarbeiten. Alle weiteren Teigzutaten zufügen und auf Teigstufe 2 Minuten verkneten.

Zwischen Folie 5 mm dick ausrollen und mit einem Durchmesser von 5,5 cm runde Plätzchen ausstechen. Mit wenig Abstand auf Backfolie platzieren, 15 Minuten backen.

Die Vollmilchkuvertüre bei 35-40° C im Dampfgarer, Heißluft, langsam schmelzen. Auf 26° C abkühlen lassen, dann wieder auf 30° C erhitzen. Die abgekühlten Kekse auf einer Seite per Löffelchen mit der Schokolade bestücken. Sobald die Kuvertüre fest geworden ist, die Digestives in luftdichte Behälter packen.

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Schwäbisches Bauernbrot

Nicht nur Brötchen und Stütchen dürfen hier nie nie niemals ausgehen,

sondern das Brot will auch selbst gebacken sein. Zwischenzeitlich hatte ich mal ein Brotbacktief und null Bock auf die Backerei, aber das hat sich wieder gelegt und es wird gewerkelt wie anno dazumal.

Ich habe mir irgendwann mal eine Knetmaschine namens Ankarsrum zugelegt, die auch diese 3,5 Kilo und bis zu knapp 5 Kilo Teig schafft, so ist für Vorrat schnell gesorgt, vor allem, wenn kein Sauerteig benötigt wird.

Beim Schwäbischen Bauernbrot handelt es sich um ein Weizenmischbrot mit Hefezusatz, das recht flott zubereitet ist. Das umgemodelte Originalrezept stammt aus dem Brotbackbuch von Manz, das ich schon lange nicht mehr in der Hand hatte. Fünf Kastenformen von 20 cm wurden nach dem ersten Gehen mit jeweils 700 Gramm Teig gefüllt, nach dem neuerlichen Gehen 45 Minuten gebacken und dann noch mal 15 Minuten ohne Form.

Am Ende hatten wir ein schönes, knuspriges, eher neutral schmeckendes Brot, das zu allem passt. Und Brötchen und Stütchen natürlich auch. Das waren aber andere Teige.

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Schwäbisches Bauernbrot
Kategorien: Mischbrot, Weizen, Roggen, Dinkel, Hefe
Menge: 5 Kastenbrote, 20 cm, 700 g


Zutaten

1,4 Ltr. Wasser, lauwarm
40 Gramm Salz
1 Würfel Hefe
1,6 kg Weizenmehl, Type 1050
200 Gramm Roggenmehl, Type 1150
200 Gramm Dinkelmehl, Type 812

Quelle

Rezept modifiziert.
Original: Manz Brotbackbuch „Meisterhaft Brotbacken“
Erfasst *RK* 17.10.2018 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Alle Zutaten nacheinander in die Ankarsrum geben und 15 Minuten nicht zu schnell mit dem Knethaken kneten. 90 Minuten gehen lassen, zwischendurch einmal falten. 5 Kastenformen von 20 cm Länge fetten, Teig fünfteln, kneten, Laibe formen und in die Formen geben. Oberfläche mit Mehl bestäuben. Gehen lassen, bis der Teig gut sichtbar aufgegangen ist. Manzfred auf 250° C vorheizen. Brot einschneiden, Backformen in den Ofen geben, Hitze auf 180° C reduzieren und 45 Minuten backen. Brote aus den Formen nehmen, Ofen auf 200° C hochjagen, weitere 15 Minuten backen. Oder länger. Oder kürzer. Je nach gewünschter Bräunung.

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Ich habe fertig! 5 Monate, 10 Kilo und WW-Wowowowowowowowwwwwwwwwww!!!!!

Ja hallo zusammen!

Mein Name ist Jutta, ich bin 58 Jahre alt und nicht mehr übergewichtig.

Wie es dazu kam – also zum Übergewicht und zum Verlust desselben, könnt ihr hier lesen. Es wird unfassbar grauenhafte Fotos geben, zerrüttende Bekenntnisse und ich warne ausdrücklich vor Nervenkrisen und Abscheu. Wem Abnehmvereine wie Weight Watchers oder Gequatsche über Diäten auf den Geist gehen, der klappe jetzt bitte den Laptop zu. Oder gehe backen. Oder shoppen. Die anderen kochen bitte Kaffee/Tee, lehnen sich bequem zurück und ergeben sich dem Elend meines Lebens.

Vorhang auf!

Wonneproppen.

Es geht die Kunde, dass Wonneproppen bereits mit drei Monaten Frikadellen aß. Jetzt mal ehrlich, Leute, was sollte aus mir schon werden?

Eine Feier in unserer Familie – Codename „Familie Fress“ – ist keine Feier, wenn sich die Tische nicht unter der Last des Essens biegen. War datt Essen nix, war datt Fest nix. Oder der Urlaub. Oder die Einladung. Bevor erörtert wird, wer eingeladen wird, wird erst mal besprochen, was gekocht wird. So simmer nun mal.

Als ich endlich laufen konnte,  war ich immer bestrebt, das Haus der Eltern und meiner drei nervigen Schwestern (die heute die allerbesten sind!!!) zu verlassen, um bei Oma zu wohnen. Die war fußläufig 10 Minuten entfernt und dort hatte ich das Paradies auf Erden. Ich war allein (Oma und Opa hatten im Erdgeschoss ein Bekleidungsgeschäft, in dem sie von morgens bis abends arbeiteten). Ich musste mich nicht bewegen und konnte lesen, lesen, lesen. Ich hatte einen Schrank voller Knabberzeug in Reichweite und am Sonntag wurden Ausflüge gemacht.

Freitags begann ich schon, mich auf das Wochenende vorzubereiten: Weißbrot (= süßer Stuten) bei Bäcker Helpenstein kaufen. Oma vorheulen, dass ich samstags Daktari gucken will und Opa deshalb nicht die Sportschau gucken darf. Oma vorheulen, dass mir von Bockwurst schlecht wird, wenn es Sonntag zum Ausflug mit „Einkehren“ geht. Vom Weißbrot eine dicke Scheibe abschneiden und fett mit Butter und Marmelade bestreichen. Und noch eine. Huch, das halbe Brot ist ja schon weg. Das war ich nicht. Das war Opa.

Das Wochenende: neues Weißbrot kaufen, reicht nicht mehr bis Sonntag. Daktari gucken. Sonntag eine Runde um den Weiher von Schloss Rheydt drehen. Ab zum Hardter Wald, ins HQ, in die „Oase“, einkehren. Oma isst Bockwurst, ich esse Zigeunerschnitzel. Opa ist sauer. Verstehe ich nicht.

Bei Onki und Kiki trinke ich Underberg aus den kleinen roten Deckelchen. Samstags frühstücken wir dort Brötchen mit Butter und gekochtem Schinken, von meiner Schwester Ina eingekauft. Kiki backt „Pottweck“, Stuten aus dem Topf und mit Butter bestrichen, die schmilzt, weil der Weck noch warm ist. Das sind Feiertage, wenn Kiki Pottweck kredenzt. Heute muss ich sagen, dass er eigentlich total misslungen war, ganz großporig und viel zu wenig aufgegangen. Aber damals… Himmel!!!

Bei Oma klaue ich Sherry oder Eierlikör aus der Schrankbar.

Das dicke Kind hat in der Grundschule eine einzige Freundin, Karin, die Metzgerstochter. Wir kaufen von unserem Taschengeld eine Tüte mit 10 Teilchen bei Bäcker Hering, das Stück für 60 Pfennige und essen alle auf. Das machen wir oft. Mittags gibt es dort schon mal „Filetköpfe“ – so was hat die Welt noch nicht gesehen, das schmeckt! Ich bin gerne bei Karin, obwohl sie immer ein wenig nach Geräuchertem riecht. Manchmal darf ich die Därme für die Bratwürste auf die Fülltülle ziehen, das macht Spaß.

Das fette Kind kommt in die Realschule und wird gehänselt. Bei C&A kauft die Mutter Kleidung in „extraweit“. Es kann nicht schnell laufen und springen, die Sportstunden sind eine Tortur. Kasten und Bock – die Wörter des Grauens. Es hat nur Freunde, die auch gehänselt werden. Zum Beispiel Monika, des Schaustellers Töchterlein. Immerhin mit Softeiswagen. Sie bleibt nicht lange in der Schule und mit ihr entschwinden meine Räuber Hotzenplotz Bücher. Ich bin Stier, ich behalte so was.

Die Pausenbrote bestehen aus Oberländer Brot von Aldi und gekochter Mettwurst aus dem Glas. Die schmiere ich mir selber, also fingerdick drauf mit dem Belag. Mindestens. Nach der Schule setze ich mein Taschengeld in „Drei Berliner für eine Mark fuffzich“ oder „Die weiße Crunch“-Schokolade um. Luftschokolade finde ich auch super. Die Berliner esse ich gleich an der Bushaltestelle. Drei. Hintereinander. Danach gibt es Mittagessen.

Irgendwann fangen die „Diäten“ an. Ich will doch so gerne nicht mehr dick sein.

„10 Tage – 10 Pfund“, „Eierdiät“, „Ananasdiät“, „Mayodiät“, „Brigittediät“, „1000 Kalorien-Diät“, „800 Kalorien-Diät“, „Kohlsuppendiät“… es gibt keine Diät, die ich nicht ausprobiere. Ich nehme ab, ich nehme zu, ich nehme ab, ich nehme zu. Ich bin noch ein Kind. Eigentlich.

21. Februar 1976 – ich bin 15 Jahre alt  und werde von einem Auto angefahren. Ein älterer Herr dachte, ich wäre ein „Ast“. Ungefähr so weit fliege ich auch.  Ich sehe mich noch auf dem Weg, kurz vor der Ampel. Stiefel, graues Wollkleid ohne Ärmel, rotes Shirt mit langen Ärmeln. Sehr schick. Die Sachen hat Oma gekauft, durfte ich mir im Geschäft aussuchen. Im Krankenhaus schneiden sie mir die Klamotten vom Leib. Zu dem Zeitpunkt bin ich nicht übergewichtig, kann mich aber nicht erinnern, welche Diät dafür verantwortlich war. Nach sechs Wochen Krankenhaus werde ich gertenschlank entlassen, muss noch lange an Krücken gehen, mein Knie ist steif, irgendwann kann ich wieder laufen, werde noch mal operiert, ich bin dünn und ich bleibe es tatsächlich eine Weile. Vom Schmerzensgeld kaufe ich mir einen Plattenspieler.

Ich gehe aufs Gymnasium. Wilde Zeiten. Kein Abschluss.

Danach eine Weile Schottland.

Ich mache eine Ausbildung, werde Altenpflegerin. Oma bezahlt die Schulgebühren. 150 Mark im Monat.  Es ist anstrengend. Morgens und jedes zweite Wochenende in der Pflege arbeiten, nachmittags Schule. 15 Stunden aus dem Haus von montags bis freitags. Ich bin immer noch schlank.

Ich heirate.

1985 werde ich schwanger. Mein Gewicht im Mutterpass: 60,0 Kilo. Diese Zahl werde ich für die nächsten 33 Jahre nicht mehr auf der Waage sehen. Von nun an geht’s bergauf. Mit dem Gewicht.

Irgendwann geht meine Ehe den Bach runter, ich nehme wieder ab. Ich lerne Norbert kennen – bei uns geht die Liebe durch den Magen. Ich nehme zu. Ich höre auf zu rauchen. Ich bin so fett wie nie.

Ich sehe Fotos aus dem Urlaub

und Fotos von der Couch

und ich weiß, dass es so nicht weiter geht. Ich bin 1,60 m groß und ich wiege mehr als 80 Kilo. Meine Gelenke machen Probleme. Alles macht Probleme. Ich mache eine Umschulung zur Industriekauffrau. Und einen erfolglosen Abnehmkurs bei der AOK.

Ich gehe zu Weight Watchers und nehme 18 Kilo ab – mein Gott, bin ich glücklich. Ich fühle mich wie neu geboren und kann es nicht fassen, dass ich es geschafft habe, sogar Dauermitglied zu werden. 64 Kilo. Ein Traum!

2004 erfülle ich mir einen anderen großen Traum und lege meine Abiturprüfung ab. Mit knapp 44 Jahren, am Abendgymnasium in Bonn. Ach, was für ein erhebendes Gefühl!

So fett wie damals werde ich nie mehr, aber bis an die 75 Kilo werden es dann doch wieder und ich frage mich, warum??? Warum habe ich es wieder so weit kommen lassen? Es geht wieder los mit den Diäten. Mit intermittierendem Fasten nehme ich 2015 toll ab, aber an fünf Tagen in der Woche belohne ich mich für zwei Tage in der Woche, an denen ich „durchgehalten“ habe. Das kann es doch nicht sein.

Das Gewicht steigt wieder, das Rad dreht sich weiter. Ich melde mich wieder bei Weight Watchers an. Online. Ins Treffen gehe ich nicht, brauche ich nicht, kann ich allein. Nicht!

Ich schaffe es einfach nicht, dauerhaft auf ein Gewicht zu kommen, das mir gut tut. Meine Kniegelenke krachen, ich komme kaum die Treppen rauf und runter. Mein Blutdruck ist zu hoch. Mein Cholesterin im Blut ist viel zu hoch. Ich mag mich nicht im Spiegel anschauen. Ich will auch mal schöne Klamotten tragen, ohne den Bauch einzuziehen. Ich will wieder 60 Kilo wiegen. Wie damals, vor 33 Jahren.

Ich will mir ein Sommerkleidchen nähen und das Burda-Schnittmuster sagt: Größe 48. Ich will eine Schneiderpuppe kaufen und ich brauche eine in Größe M – die fängt bei 42 an. Wir buchen einen Urlaub. Wandern auf Mallorca mit einer Gruppe und Führer. Alpinschule Innsbruck. Mallorca. Ich. Mit meinen Knien.

Ich muss was tun und es macht

KLICK!!!

Mittwoch, 16.05.2018: Ich melde mich im Weight Watchers Treffen in Fulda an. Ich habe ein Ziel:

Bis zum Urlaub will ich auf der Weight Watchers Waage 60,0 Kilo wiegen. Und ich will eine Schneiderpuppe in Größe S. Die geht nur BIS 42. Basta!

Die wunderbare Fuldaer Gruppenleiterin Petra Baier motiviert mich von Woche zu Woche. Ich esse gesund, ich esse viel, ich esse abwechslungsreich und mit Genuss. Ich nehme ab. Trotz der Feierei zur Diamantenen Hochzeit meiner Eltern, diverser Einladungen und der ein oder anderen Kuchenschlacht verliere ich im Schnitt 500 Gramm an Gewicht pro Woche.

Am 8.8.2018, mit 64 Kilo, werde ich Goldmitglied, ohne Erhaltungsphase, weil ich schon Dauermitglied bin. Ich bin so überrascht und überwältigt in dem Moment, schöner als Weihnachten und Ostern zusammen ist das.

Damit habe ich nicht gerechnet, ich hatte keine Ahnung. Und ich muss nicht mehr bezahlen.

Heute, Mittwoch, 10.10.2018 habe ich mein persönliches Ziel erreicht, obwohl der Urlaub noch gar nicht ansteht. Ich habe 10,3 Kilo abgenommen, wiege 59,4 Kilo auf der Weight Watchers Waage, habe insgesamt 40 cm Umfang an diversen Stellen verloren, dafür ziemlich viele Falten bekommen und bin unfassbar glücklich. Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann.

Glücklich nicht nur wegen all der Mörder-Klamotten, die ich jetzt tragen kann (s.u.),

sondern vor allem wegen des körperlichen Wohlbefindens, das sich einstellte. Ich bin sehr viel zu Fuß unterwegs und es ist halt ein riesiger Unterschied, ob man 60 oder 70 Kilo rumträgt. Die Knie spüre ich gar nicht mehr und ich muss mich manchmal kneifen, weil ich es nicht glauben kann.

Die Wanderung eben (jetzt ist schon Donnerstag) über 17 km in der Rhön hat jedenfalls hervorragend funktioniert.

Offenbar zeigt sich auch beim Abnehmen der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht. Ohne Druck geht gar nix. Und brav sein will ich auch. Abliefern. Jeden Mittwoch auf der Waage. Als wäre ich acht Jahre alt und nicht 58.

Nun ja, hier jedenfalls war es nur zu meinem Besten. Und weil mein Coach Petra so total kompetent und nett und motivierend und mitreißend und verständnisvoll ist, wollte ich auch immer so ein bissi zurück geben. Um gleichzeitig wieder etwas für mich zu tun. Irgendwie gut, oder? WinWin!

Nun hoffe ich, dass ich am Ball bleibe, mich vernünftig ernähre, mir auch schon mal erlaube, über die Stränge zu schlagen, trotzdem aber wieder zurück zu rudern, wenn der Schweinehund die Macht übernehmen will. Und ich werde weiter in die Treffen gehen. Vielleicht nicht mehr jede Woche, aber regelmäßig.

Essen und Trinken sind meine Seelentröster und gleichzeitig mein größter Fluch. Nichts wandert unbeschwert in meinen Mund, alles wird gescannt, bewertet, eingeteilt. Gut, böse, fett, gesund, brauche ich, brauche ich nicht, esse ich trotzdem. Mir etwas „gönnen“ – das geht am besten mit Essen. Kuchen. Brot. Kohlenhydrate. Fett. Und Alkohol. Nicht viel, aber doch schon mal. Ein schöner Wein macht kurzfristig froh – bis das Hirn anfängt zu rattern. Ich kenne Menschen, die behaupten, nicht darüber nachzudenken, was sie sich in den Mund stopfen. Gibt es das?

Die Balance zu finden, ist schwer. Ich schaffe das oft nicht. Muss mich immer disziplinieren. Habe keine Lust dazu. Jetzt gibt es Alternativen. Die WW-Rezepte aus dem Internet sind meine Rettung. Norbert und ich probieren viel aus und sind immer wieder überrascht. Diese kleinen Twists, die das Tüpfelchen auf dem I sind, gefallen uns.

Viele Wege führen nach Rom, WW ist für mich die einzige Ernährungsumstellung, die bislang immer funktioniert hat. Solange ich die Treffen besuche. Es wird viele Menschen geben, die diese Form des leicht sektenhaften Gemeinschaftserlebnisses ablehnen. Das ist so ein bisschen wie Thermomix für Dicke. Entweder man schwört drauf oder man hasst es. Jeder muss seinen Weg selber finden, jeder setzt seine Messlatte der Zufriedenheit mit sich selbst anders. Ich bin im Moment euphorisch und hoffe, das noch eine Weile zu bleiben.

Mein Gott, gut,  dass ich keine anderen Probleme habe, was für ein Luxus. Ich bin aber trotzdem „over the moon“ und überglücklich, dass ich heute so wenig wiege wie irgendwann vor 1985. Hammer, oder? Her mit der Schokolade! Quiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeetsch!!!!

 

 

 

Rezepte von A – Z wieder im Angebot

Eieieieieieieiiiiiiiiiiiiiii.

Jedes einzelne Rezept, das aus dem alten Blog an diese Stelle transferiert wurde, habe ich mit einem neuen Link versehen, damit hier wieder auf die Rubrik

 „Rezepte von A – Z“

zugegriffen werden kann. Das ist eine Schweinearbeit.

Vor allem, wenn man beim Buchstaben „S“ entdeckt, dass man gar nicht die Rezeptlinks, sondern den Link der Suche eingegeben hat. Also alles noch mal von vorn. Ich bin aber auch wirklich saublöd.

Den Link findet ihr in der Kopfzeile der Startseite, damit ihr nicht so viel suchen müsst. Ich hoffe, ich habe jetzt alle Verbindungen ordentlich hergestellt, wenn nicht, sagt Bescheid, ich ändere das.

Jetzt brauche ich Kaffee und freie Sicht in den Himmel, damit ich meine eckigen Augen etwas entspannen kann.

Make it good, but not too often – it nervs namely 🙁

 

Körnerbrot (M)

Das Körnerbrot gibt es hier immer mal wieder. Am Vortag muss man zwei Arbeitschritte im Abstand von ein paar Stunden erledigen, dann wird der Teig gekühlt und am nächsten Tag ist die Verarbeitung ein Kinderspiel.

Diesmal habe ich den Teig gedrittelt, geknetet, in mit Weizenvollkornmehl bestäubte Gärkörbchen bugsiert und schön aufgehen lassen. Das mit dem Eindrücken habe ich mir gespart. Die Backzeit habe ich angepasst, weil die Brote ja kleiner waren als im Originalrezept, das aus Lutz Geisslers erstem Brotbackbuch stammt.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Körnerbrot
Kategorien: Grieß, Weizen, Roggen, Vollkorn, Körner
Menge: 2 Brote


Zutaten

H QUELLSTÜCK (VORTAG, 14.00 UHR)
150 Gramm Fünf-Korn-Flocken (oder kernige Haferflocken)
140 Gramm Leinsamen
100 Gramm Sonnenblumenkerne
100 Gramm Kürbiskerne
90 Gramm Hartweizengrieß
20 Gramm Salz
620 Gramm Wasser
H HAUPTTEIG (VORTAG, 20.00 UHR)
Quellstück
320 Gramm Weizenmehl, Type 550
340 Gramm Weizenvollkornmehl
60 Gramm Roggenvollkornmehl
180 Gramm Wasser
5,4 Gramm Trockenbackhefe (oder 16 g Frischhefe)
2 Eier
40 Gramm Pflanzenöl

Quelle

Rezept modifiziert.
Original: Lutz Geissler „Brotbackbuch“
Erfasst *RK* 18.10.2013 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Alle trockenen Zutaten vermengen, mit Wasser verrühren und bei Zimmertemperatur abgedeckt 6 Stunden stehen lassen.

Für den Hauptteig alle Zutaten in der Küchenmaschine 8 Minuten langsam auf niedrigster Stufe kneten. Danach 6 Minuten auf der nächsthöheren Stufe kneten, bis ein weicher, elastischer Teig entstanden ist. Teig abgedeckt 10-12 Stunden im Kühlschrank lagern.

Am Backtag Teig von Hand auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten, halbieren, zu Kugeln formen und abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 30 Minuten gehen lassen.

Kugeln oval formen, mit dem Schluss nach unten auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche setzen, Längsachse bemehlen und mit einem Rollholz (oder Kochlöffelstiel)der Länge nach bis auf wenige Millimeter vor Erreichen der Arbeitsfläche eindrücken. Teiglinge mit der eingedrückten Seite nach unten in bemehlte Gärkörbchen legen. Abgedeckt 1,25 Stunden gehen lassen.

Ca. 30 Minuten vor Ende der Gehzeit Manzfred auf 250° C vorheizen. Brote mit Schluss nach unten in den Ofen schieben. Nach 10 Minuten Tür kurz öffnen, um Schwaden abzulassen. Temperatur reduzieren auf 210° C. Weitere 30 Minuten backen, wieder Ofentür kurz öffnen und angelehnt lassen. Temperatur auf 250° C erhöhen, 10 Minuten zu Ende backen.

Anmerkungen, Jutta: im Original ist die Salzmenge doppelt so hoch, wie sie sein sollte. Das habe ich nicht bemerkt und das erste Brot total versalzen (und verschenkt – voll peinlich). Ärgerlich!

Ansonsten ein super tolles, sehr empfehlenswertes Brot; knusprig, nussig, kräftig, ein Knaller, den ich schon ganz oft gebacken und verschenkt habe.

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Nach dem Backen habe ich mit Schrecken festgestellt, dass sich ein einäugiger Kugelfisch in den Ofen eingeschlichen hatte. Ich prangere das an!

Der Verzehr eines Butterbrotes trug aber nachhaltig zur Verbesserung meines Zustandes bei.