Shepherd’s Pie (nach einer Idee von WW)

Hier mal wieder das Werbungsgedöns. Kann sein, dass es Werbung ist, ich krisch nix dafür. Jetzt heult und bedauert mich. Danke.

Juten Tach. Ich hab‘ watt Neues. Guckt nach oben, da steht

„(nach einer Idee von WW)“.

Manchmal, also eigentlich immer, wenn ich so ein leckeres Weight Watchers Rezept erblicke, kann ich mir schon genau vorstellen, wie das am Ende schmecken wird. Nämlich hervorragend. Und dann gucke ich in den Kühlschrank, da steht noch ein Rest Schmand, der Käse von der vorletzten Schlemmerattacke sieht auch nicht mehr so aus, als würde er zu Ostern noch an der Auferstehung teilnehmen können und auch beim Überschlagen des Inhaltes der Tiefkühltruhe fallen mir Dinger ein, Kinners, ich sach euch… DATT ZEUCH MUSS WEG.

Und so wird aus einem wunderbar mageren, aber dennoch schmackhaften WW-Gericht namens ‚Cottage Pie‘, bestehend aus einer Lage magerem Gehacktes

gekrönt von einer leichten Kartoffelhaube

eine Modifikation, von der man zwar nicht schlank wird, aber auch nicht wirklich unglücklich.

Falls man es schafft, das schlechte Gewissen zu beruhigen. Ich mache das meistens mit einem Schnaps danach. Oder ich nehme einfach noch ein wönziges Stöck.

So sieht er also aus, der Shepherd’s Pie. Ursprünglich ein montägliches Resteessen (dieses Wort sieht toll aus) mit dem übrig gebliebenen (Lamm-)Braten vom Vortag und vermutlich auch mit den Kartoffeln, ist es jetzt ein schönes Herbst- und Wintergericht, das beim Essen ein warmes Herz macht. Nicht ganz stilecht sind vermutlich die Süßkartoffeln, die in Irland eher nicht so gut wachsen. Aber what shalls, Hauptsache lecker.

Das Originalrezept findet man in der WW-App unter dem Namen „Cottage Pie mit Süßkartoffeln“. Und meine Version findet ihr hier:

==========REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Shepherd’s Pie (nach einer Idee von WW)
Kategorien: Süßkartoffel, Kartoffel, Tatar, Käse, Überbacken
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H KARTOFFELDECKE
200Gramm Gruyèrekäse oder anderen kräftigen Käse
800Gramm Süßkartoffeln
800Gramm Kartoffeln, mehlig kochend
   Salz
   Kräutersalz
   Milch / saure Sahne / Frischkäse… nach
   — Geschmack
   Petersilie, getrocknet (oder frisch)
H FLEISCHSAUCE
1Teel. Rapsöl
1Teel. Olivenöl
450Gramm Tatar
2  Zwiebeln, mittelgroß
1/4Knolle Sellerie, klein (Ersatz für Karotten)
2  Karotten (nicht vorhanden)
500Gramm Champignons (ich hatte 340 g aus dem Glas)
500Gramm Tomaten, gehäutet, TK aus dem Garten
2  Knoblauchzehen
1Teel. Thymian, getrocknet
1Essl. Worcestersauce
2Teel. Brühe, gekörnt
   Tomatenmark
   Chiliflocken
   Salz

Quelle

 Modifiziertes Rezept nach einer Idee von Weight Watchers
 "Cottage Pie mit Süßkartoffeln"
 Erfasst *RK* 11.12.2019 von
 Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 180° C vorheizen.

Käse fein reiben. Alle Kartoffeln schälen, grob würfeln, in Salzwasser garen. Abschütten, mit Kräutersalz und Milchprodukten nach Geschmack stampfen. Petersilie unterziehen. Ich durchforste den Kühlschrank und alles, was so an Joghurt oder Schmand oder was auch immer weg muss, kommt ins Püree. Die Hälfte des geriebenen Käses unterziehen.

Während die Kartoffeln kochen, die Fleischsauce zubereiten. Tatar in Öl anbraten. Karotten, Sellerie, Zwiebeln würfeln, mit den Champignons zusammen eine Weile mitbraten. Tomaten zufügen, Knoblauchzehen in Stifte scheiden, mit den Gewürzen und geschlossenem Deckel eine Weile köcheln lassen, damit die Wurzeln gar werden. Danach Deckel abnehmen, schön sämig einkochen lassen und nochmals abschmecken.

Eine geeignete Auflaufform mit der Fleischsauce füllen. Wer viel Zeit hat, kann mit dem Spritzbeutel die Kartoffelmasse auf der Sauce drapieren. Ansonsten einfach nur aufstreichen. Mit restlichem Käse bestreuen und 25 – 30 Minuten backen. Unbedingt ab und an nachschauen, damit die Oberfläche nicht zu dunkel wird.

Anmerkungen, Jutta: ein sehr schmackhaftes Herbst- und Winteressen. Feldsalat dazu wäre auch nicht zu verachten.

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Bulgogi mit scharfem Chinakohl

Ich wusste nicht, was Bulgogi ist und musste das digitale Lexikon bemühen. Es sagte mir, dass es sich um koreanisches Feuerfleisch handelt, das aber nicht so heißt, weil es besonders scharf ist, sondern weil das Fleisch auf Feuer gegart wird. Na ja, scharf war es trotzdem, aber für Weicheier wie uns noch gut verträglich. Ach, was sage ich, es schmeckte wunderbar. Und so sah das aus: 

 

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Wenn man die Schnippelei schon am Nachmittag erledigt, hat man abends in 20 Minuten das Essen auf dem Tisch. Gut, gell? Wenn man keine Probleme mit dem Gewicht hat, kann man gut noch Glasnudeln dazu essen und den Chinakohl mit einem Schwapps Kokosmilch verlängern. Muss aber nicht sein. Und so wird es gemacht: 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Bulgogi auf scharfem Chinakohl
Kategorien: Koreanisch, Schwein, Fleisch, Chinakohl, WW
Menge: 2 Portionen

Zutaten

1     Chinakohl
1/4 Teel.   Chiliflocken
15 Gramm   Sriracha Chilisauce
5 Essl.   Essig
10 Gramm   Ingwer
1 Knolle   Soloknoblauch
30 ml   Sojasauce, süß
1 Teel.   Honig
      Zitronenschale, gerieben, wenig
300 Gramm   Schweinelachs
      Salz
      Pfeffer
1 Teel.   Zucker
2     Frühlingszwiebeln
2 Teel.   Rapsöl
2 Teel.   Sesam

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  WeightWatchers 
  Erfasst *RK* 06.01.2018 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Chinakohl vierteln, in feine Streifen schneiden. Mit Chili, Chilisauce und Essig kräftig verkneten und beiseite stellen.

Für die Marinade Ingwer schälen und reiben, Soloknoblauch schälen und fein hacken. Mit Sojasauce, Honig, Zitronenschalenabrieb, etwas Chiliflocken und Salz vermengen. Schweinelachs in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Beiseite stellen. Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden.

In einem großen Topf 1 TL Öl erhitzen, Chinakohl ca. 2 Minuten anbraten. Temperatur reduzieren und Kohl weiter garen, bis alle Flüssigkeit verdampft ist.

1 TL Öl in einer Pfanne erhitzen, Schweinefleisch schön braun anbraten. Marinade zufügen und ca. 5 weitere Minuten braten. Frühlingszwiebeln und Sesam zufügen, eine Weile rösten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Chinakohl mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und mit dem Fleisch servieren.

Anmerkungen, Jutta: schmeckt mit Kokosmilch und Glasnudeln bestimmt auch nicht schlecht, ist aber nicht so gut für das Punktekonto 🙂

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Alles Gute für das Jahr 2018 wünsche ich euch, Glück, Liebe und vor allem Gesundheit. Und jede Menge Kohle. 

Griechische Tarte mit Schafskäse

Als ich das Rezept für die Griechische Tarte im Netz sah, war es um mich geschehen. Hack und Schafskäse, damit kann man mich immer locken. 

Tarte komplett
In Nullkommanix hatte ich die Zutaten im Haus und noch schneller war die Tarte im Ofen. Dabei habe ich auf fettreduzierten Blätterteig zurück gegriffen, weil die Zeichen hier immer noch auf Abnehmen stehen. Im Original wurde ein Mürbeteig als Unterlage verwendet, darauf hatte ich keine Lust.

Die ganze Tarte haben wir bei einer Mahlzeit nicht geschafft,

Tarte komplett

doch auch am nächsten Tag schmeckte der aufgebackene Rest noch richtig gut. Das Leckerchen wird auf jeden Fall bald wieder  gebacken. Und zwar sehr bald.

 Tarte komplett

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Griechische Tarte mit Schafskäse
Kategorien: WW, Tatar, Schafskäse, Blätterteig, 5:2
Menge: 12 Stücke / 5 PP pro Stück / 2234 kcal komplett

Zutaten

H FÜR DEN TEIG
1 Pack. Blätterteig light, 275 g
H FÜR DEN BELAG
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
1 Paprika, grün
1 Paprika, gelb
1 Chilischote, rot
2 Tomaten
2 Teel. Pflanzenöl
300 Gramm Tatar, roh
2 Essl. Tomatenmark
1 Teel. Oregano, gehackt
2 Teel. Gyrosgewürz
H FÜR DEN GUSS
200 Gramm Schafskäse
75 Gramm Magerquark
2 Eier

Quelle

Rezept modifiziert. Original:
WW online
https://www.weightwatchers.de/food/rcp/RecipePage.
aspx?recipeid=244894
Erfasst *RK* 22.01.2015 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 170° C vorheizen.

Zwiebel schälen und würfeln, Knoblauch pressen. Paprika und Chilischote entkernen, Tomaten häuten und alles würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen und Tatar darin krümelig braten. Tomatenmark unterrühren und anschwitzen. Zwiebelwürfel, Knoblauch, Paprika-, Tomaten- und Chiliwürfel zugeben und kurz mitbraten. Mit Salz, Pfeffer, Oregano und Gyrosgewürz kräftig würzen.

Teig auf dem zum Produkt gehörenden Backpapier belassen oder auf Backpapier legen. Auf ein Lochblech geben und mit der Hackmasse belegen. Einen ca. 2 cm breiten Rand lassen. Schafskäse zerdrücken, mit Quark und Eiern verrühren, pfeffern, salzen und auf der Tarte verteilen. Im Backofen auf mittlerer Schiene zunächst 15 Miuten bei geschlossener Tür, dann weitere 15 Minuten mit angelehnter Tür backen. Zeit anpassen, wenn der Blätterteig appetitlich braun ist, ist die Tarte fertig.

Anmerkungen, Jutta: 2015 01 31 zubereitet. Sehr gut, hätte ich kräftiger würzen müssen. Am nächsten Tag im Miele auf einem Lochblech aufgebacken, schmeckte wie frisch. Salat dazu schadet nicht.

5:2-geeignet / 1/4 Blech hat ungefähr 560 kcal und das ist richtig viel

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Edit 2019 02 13: Backtemperatur von 200° C auf 170° C geändert.

Blogevent Lesehunger: Otfried Preußlers „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ – Bratwurst mit Sauerkraut

 

 

Ich war ein lesehungriges Kind. So unersättlich nach dem geschriebenen Wort, dass es meine Mutter grauste und sie mich einem Arzt vorstellte. Dieses Stubenhocken und das einzelgängerische Amusement, ohne Freunde, aber mit einem Buch in der Hand, das war den Eltern nicht geheuer.

Mich faszinierten die Welten, die mich umfingen, sobald ich zu schmökern begann. Ich las Bücher ohne Unterlass, Bücher, für die ich zu jung war, vor allem aus Omas kleiner Bibliothek, die vornehmlich aus Bänden bestand, die sie als Leserin der Rheinischen Post günstig beim Verlag erstand. Ich las, gerade der Grundschule entwachsen, Thriller wie "Eisstation Zebra" oder "Nacht ohne Ende" von Alistair MacLean, ich verschlang fiktiv-historische Schinken wie "Desirée" von Annemarie Selinko, ich las als Kommunionkind die Novellen von Theodor Storm, ich las und las und las einfach alles, was mir in die Finger kam. Wenn Oma es sehr gut mit mir meinte, durfte ich Eierlikör dazu trinken.

Ich sehe mich in der Großeltern Wohnzimmer sitzen, im hellgrauen Sessel mit diesem kurzgeschorenen, pieksigen Bezug. Oma und Opa hatten ein Bekleidungsgeschäft, ich war in der Wohnung über dem Laden allein und las und las und las. Einmal hatte ich die Beine über die Armlehne gehängt, vertieft in "Die Feuerzangenbowle" von Heinrich Spoerl. Was habe ich gelacht und als Opa ins Wohnzimmer kam, drehte er sich zu Oma um und rief: "Sophie, isch kann nitt verstonn, wie ene Mensch övver e Book so laache kann."

Kinderbücher verschmähte ich ebenfalls nicht. Ich ließ mir Bücher schenken, zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu jedem Anlass. Ich ging in die Bücherei, um mir Lesestoff auszuleihen. Ich hatte sie alle. Pippi Langstrumpf, Hanni und Nanni, "Der Trotzkopf – Eine Pensionsgeschichte für erwachsene Mädchen" – heiß und innig geliebt.

Ich war auch ein dickes Kind. Ein sehr dickes Kind. Das lag nicht an den Drüsen, sondern am Essen. Vermutlich auch an mangelnder Bewegung, ich musste ja lesen. Schon früh fand ich Bücher besonders toll, in denen irgendwelche Mahlzeiten oder Lebensmittel vorkamen. Ilse Trotzkopf zum Beispiel kommt renitent wie immer in derben Lederstiefeln zum Frühstück und isst eine extrem dicke Scheibe Schwarzbrot, belegt mit fingerdicker Butter. Abwechselnd beisst sie herzhaft vom Brot in der einen und von einer dicken Scheibe Wurst in der anderen Hand ab. Faszinierend.

Die "Fünf Freunde" von Enid Blyton ("Ennit Blühtonn" ausgesprochen) bekamen häufig Kekse zugesteckt, was ich absolut beneidenswert fand. Kein Weihnachten und trotzdem Plätzchen, das gefiel mir. Der lustige Richard war mein Liebling, denn er war, wie ich, ein leidenschaftlicher Esser. Gleich danach kam Georginas zerstreuter Vater Quentin Kirrin, an den ich seltsamerweise heute noch häufig denken muss.

Wen wundert es da noch, dass ich "Es muss nicht immer Kaviar sein" von J. M. Simmel gleich mehrfach las?

Als Shermin, der ich herzlich für diese tolle Idee danke, das Event ins Leben rief, wußte ich nicht nur sofort, dass ich mitmachen würde, sondern auch, über was ich schreiben wollte. Über Räuber Hotzenplotz.

Im ersten Band des Buches von Otfried Preußler, "Der Räuber Hotzenplotz",  gehen Kasper und Seppel auf die Suche nach Großmutters Kaffeemühle, die der Räuber Hotzenplotz gestohlen hat. Es kommt zu spannenden Begegnungen mit Zauberer Petrosilius Zwackelmann, Wachtmeister Alois Dimpfelmoser und mit der Fee Amaryllis. Und es wird gegessen. Pflaumenkuchen mit Schlagsahne. Salzgurken. Salami. Eine knusprige Gans. Und Kartoffeln. Kartoffeln in allen möglichen Variationen, denn sie sind die Lieblingsspeise des Zauberers Zwackelmann, was ich gut verstehen kann. Er vertilgt in kürzester Zeit respektable sieben Schüsseln Kartoffelbrei, sechseinhalb Dutzend Kartoffelklöße mit Zwiebeltunke sowie Bratkartoffeln aus sechs Eimern Kartoffeln. Halt! Zu den Bratkartoffeln kommt er nicht mehr, er geht vorher im Unkenteich unter. Müsst ihr selber mal nachlesen, sehr aufregend. Der absolute Höhepunkt sind jedoch das Brot und die beiden Würste, die sich Kasper unter den Arm klemmt, als er aus dem Zauberschloss ausbricht, um bei Vollmond das Feenkraut zu suchen. Zwei ganze Würste! Sensationell! 

Das ganze Cholesterin scheint sich jedoch bei Kasper auf die geistige Beweglichkeit niedergeschlagen zu haben. Am Ende erbittet er sich von dem Ring, der ihm drei Wünsche beschert: 1. Eine neue Zipfelmütze. 2. Großmutters gestohlene Kaffeemühle. 3. Dass der zu einem Gimpel verwandelte Räuber wieder seine ursprüngliche Gestalt annimmt. Ähh, jaaa…Trotzdem war ich gespannt, wie es wohl weiter gehen würde.

Titelbild Räuber Hotzenplotz-1

Der Inhalt des Buches ist schnell erzählt:

14 Tage nach der Wiederbeschaffung von Großmutters Kaffeemühle und des Einstreichens einer Belohnung von 555,55 Mark müssen Kasper und Seppel schon wieder ran. Denn Räuber Hotzenplotz, der seitdem im Spritzenhaus gefangen war, entkommt durch das Vortäuschen einer Blinddarmverrenkung, entführt Großmutter und verlangt als Lösegeld 555,55 Mark – so ein Schuft.

Auch wenn die Rückschau auf den Fortsetzungsband "Neues vom
Räuber Hotzenplotz" erkennen lässt, dass viel weniger Speisen zubereitet
und verspeist werden als im Vorgänger- es gibt unspektakuläre
Butterbrote, Zuckerplätzchen und Schwammerlsuppe (aus Rotkappen, mit
Speck und Zwiebeln und einer guten Einbrenne) – so ist ein Gericht von
einer derart hohen und überwältigenden Qualität, von der Komposition her jedoch so verstörend, dass es sich für immer
in mein kulinarisches Gedächtnis gebrannt hat.

Vorher

Es ist Donnerstag und donnerstags, Punkt 12.00 Uhr, gibt es bei Großmutter zu Mittag Bratwurst mit Sauerkraut, Kasper und Seppels Lieblingsspeise.

Was mir völlig unverständlich war und ist und was mich seit ungefähr 45 Jahren umtreibt, ist die Frage: Wieso gibt es dazu kein Kartoffelpüree?

Aber das Unfassbarste waren und sind die zubreiteten Mengen. Großmutter ist eine ältere Dame. Seppel und Kasperl sind Kinder oder junge Jugendliche. Und in der Pfanne brutzeln NEUN Würstchen. Für DREI Menschen, von denen zwei noch nicht erwachsen sind und eine schon so alt ist, dass sie – so dachte ich damals – bestimmt keinen großen Appetit mehr haben kann.

Ich kam da nicht drüber weg. DREI Würste für eine Person und kein Püree. Unvorstellbar. Verschärfend kam hinzu, dass der Räuber Hotzenplotz in Großmutters Küche eindringt und das Sauerkraut sowie die komplette Würstchenriege ALLEIN verputzt. Zapperlot! Wie oft habe ich mich gefragt, ob der Räuber auch den kompletten Kartoffelbrei gegessen hätte, wenn welcher da gewesen wäre. Schwammerlsuppe futtert er ja auch hektoliterweise.

Immer, wenn am heimischen Esstisch die Kotelettes geteilt wurden, hätte ich zu gern gewußt, wieviele Kotelettes oder Schnitzel oder Schweinshaxen Kasper und Seppel wohl auf einmal essen durften und ich erträumte mir ein Schlaraffenland, mit drei Würsten, Sauerkraut und Kartoffelbrei auf dem Teller.

Es war also abgemacht, ich wollte unbedingt über dieses Buch und das Gericht schreiben. Beim Durchforsten des heimischen Bücherregals fand sich das Buch "Der Räuber Hotzenplotz", aber "Neues vom Räuber Hotzenplotz" war nicht vorhanden.

Da fiel sie mir wieder ein: Monika Beckers. Des Schaustellers Töchterlein, Gefährtin ausschließlich im 1. Realschuljahr. Danach zog sie weiter. Mit Vaters Losbude, dem Softeiswagen und meinen beiden Büchern im Schlepptau. Entschwunden auf Nimmerwiedersehen. 

Band 1 habe ich mir irgendwann wieder zugelegt. Um an die für dieses Event benötigte Fortsetzung zu gelangen, musste ich Anfang der Woche die örtliche Bibliothek aufsuchen, die das Exemplar glücklicherweise vorrätig hatte. Nach der Ausleihe ging es zum Einkaufen. Bratwürste (aber nur vier Stück), Sauerkraut, mehr nicht, der Rest war im Vorrat.

 Dann wurde gekocht.

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Zwiebeln mit durchwachsenem Speck in Gänseschmalz langsam anbraten.

Sauerkraut im Dampfgarer 7 Minuten vorgaren – wir mögen es gerne weich. Kraut mit ein paar Wacholderbeeren und einem gewürfelten Apfel zu den Zwiebeln geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Dass Großmutter mit Beerenauslese ablöschte, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich bin ja noch keine Großmutter, deshalb durfte ich das.

Bratwurst, Sauerkraut und Kartoffelpüree

Dann wird geschmurgelt, bis der Rest der Mahlzeit parat ist. Wer mehr Zeit hat als ich, lässt das mit dem Dampfgarer, fängt ein Stündchen früher an und gart das Kraut gleich komplett im Topf. 

Bratwurst in Öl langsam braten.

Bratwurst, Sauerkraut und Kartoffelpüree

Kartoffeln schälen, in Salzwasser kochen. Wenn sie gar sind, mit einem guten Stich Butter und Vollmilch stampfen. Muskat zufügen, für eine geschmeidige Konsistenz saure Sahne unterziehen. Abschmecken.

Fertig! Aber ohne Kartoffelpüree? Unvorstellbar.

Am Ende des Buches, nach Irrungen und Wirrungen, nach dem Einschalten der staatlich geprüften Wahrsagerin Frau Schlotterbeck, die nicht mehr hext, seit sie bei dem missglückten Versuch, ihren Langhaardackel Wasti in einen Bernhardiner umzuhexen, zur stolzen Besitzerin eines Krokodils mit Hundemanieren wurde, am Ende also wird doch noch alles gut. Hotzenplotz wird geschnappt, Großmutter kocht nochmals Sauerkraut und Bratwurst, obwohl Sonntag ist und alle sind glücklich. Wir auch. War gut.

Bratwurst, Sauerkraut und Kartoffelpüree

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann futtern sie noch heute.

Übrigens prangere ich nicht nur Monika Beckers, sondern auch Agnes W. aus B. an. Sie hat noch mein wunderbares Buch "Seidenraupe Dschungelblüte" über das Leben von Maria Sibylla Merian in ihrem Besitz.

Blogevent LXXXV – Aus Sultans Küchen *** Türkische Köfte mit Backofen-Kartoffeln

Blog-Event LXXXV - Aus Sultans Küchen (Einsendeschluss 15. März 2013)

Ein Event so ganz nach meinem Geschmack betreut diesmal Ninive von music, dream and more. Alles dreht sich um den Orient, speziell um die Türkei und dieses Thema weckt Erinnerungen an schöne Reisen und köstliche Speisen.

In Usbekistan aßen wir Plow, in Marokko Tajine und in Iran köstlichen Reis mit knuspriger Kruste. Und in der Türkei? Da waren wir noch nicht.

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Woher also das Rezept für dieses Event nehmen? Ein Blick ins Bücherregal half weiter – nehmen wir doch einfach "Orient" von Zabert-Sandmann. Dieses Buch steht seit April 2009 ungelesen im Schrank, was eine absolute Schande ist, denn die Rezepte lesen sich köstlich und das, was ich heute daraus gekocht habe, schmeckte auch so. Wunderbar!

Es gab Köfte, also türkische Frikadellen, mit Backofen-Kartoffeln, Tomaten und einem schönen Quarkdipp. Sehr zu empfehlen.

Tuerkische Koefte mit Backofen-Kartoffeln_bearbeitet-1

Mit einem Stück Fladenbrot und der doppelten Menge Dipp als Begleiter würde ich es auch nicht vom Tisch treten.

Vielen Dank an Ninive und zorra für das Event, das uns neben schönen Erinnerungen auch eine tolle Mahlzeit und die Lust auf Urlaub in der Türkei bescherte.

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Türkische Köfte mit Ofenkartoffeln (M)
Kategorien: Türkei, International, Rinderhack, Kartoffeln
Menge: 4 Portionen

Zutaten

2     Zwiebeln
2 Essl.   Olivenöl
500 Gramm   Rinderhack
1     Ei
1 Teel.   Salz
1 Teel.   Thymian, getrocknet
1 Teel.   Kreuzkümmel, ganz
1/2 Teel.   Rosenpaprika
2     Knoblauchzehen
2 Essl.   Petersilie
4 Essl.   Paniermehl
150 Gramm   Schafskäse
1 kg   Kartoffeln
4     Tomaten, groß
200 ml   Wasser
2 Teel.   Gek. Brühe
2 Teel.   Tomatenmark
H FÜR DEN DIPP
3 Essl.   Zitronensaft
250 Gramm   Quark, 40%
1 Essl.   Petersilie
1/2 Teel.   Salz

Quelle

  "Orient" – modifiziert
  ISBN 9783898831147
  Erfasst *RK* 11.03.2013 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 180° C vorheizen.

Zwiebeln fein zerkleinern, in 2 EL Öl glasig dünsten.

Rinderhack mit Ei, Salz, Thymian, Kreuzkümmel, Rosenpaprika, den zerdrückten Knoblauchzehen, Petersilie, dem gewürfelten Schafskäse, Paniermehl vermengen. Aus der Masse 12 Knödel formen und auf ein Blech setzen.

Kartoffeln schälen und klein schneiden. Um die Köfte herum drapieren. Tomaten heiß überbrühen, abziehen und das Innenleben entfernen. Ebenfalls in kleine Stücke schneiden und auf das Blech legen.

Wasser aufkochen, mit der gekörnten Brühe und dem Tomatenmark verrühren. Über die Zutaten auf dem Blech gießen.

Blech in den Ofen schieben und 30 Minuten backen. Ab und an die Tür öffnen, um Schwaden abzulassen.

In der Zwischenzeit für den Dipp alle Zutaten verrühren.

Nach dem Backen Köfte, Kartoffeln und Tomaten mit dem Dipp genießen.

Anmerkungen, Jutta: köstlich! Ein Stück Fladenbrot dazu und die doppelte Menge Dipp schaden nicht.

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Auch ich: Boeuf Bourguignon nach Julia Child

Vom Hype um das Boeuf im Zuge der Austrahlung des Films "Julie und Julia" habe auch ich mich anstecken lassen. Ich schicke voraus: So gerne krank war ich schon lange nicht mehr.

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Den Film hatte ich schon gesehen, als er vor geraumer Zeit zum ersten Mal im TV ausgestrahlt wurde. Damals hat er mich so wenig begeistert wie heute. Ohne Julie wär's in Ordnung gewesen. Diese eingebildete Trulla mit ihrem ungezogenen Freund und dessen überschaubaren Tischmanieren ist mir ganz schön auf die Nerven gegangen.Trotzdem habe ich mich durch die Eventstimmung anstecken lassen, die in der Facebook-Gruppe "Käptn's Dinner" vor der Ausstrahlung des Films aufkam. Wie das so geht, eine Idee jagt die andere, eine Information die nächste und am Ende schmurgelte Land auf, Land ab Julia Childs "Boeuf Bourguignon" in den Töpfen.

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Durch die Berichterstattung in den Medien beim Kinostart wurde ich das erste Mal auf Julia Child aufmerksam, zuvor hatte ich noch nie von ihr gehört. "The Way to Cook", eine DVD mit ihren Auftritten im amerikanischen Fernsehen, landete damals umgehend im heimischen Regal. Ich könnte stundenlang zuschauen, wie sie lakonisch und ein wenig respektlos vor der Kamera kocht. Auch DAS Kochbuch, "Mastering the Art of French Cooking", wurde angeschafft. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit Louisette Bertholle und Simone Beck, das die Grundlage zum Film bildete. Aber anscheinend hat es mich nicht so inspiriert, dass ich sofort daraus hätte kochen wollen. Das erste ausprobierte Rezept ist tatsächlich das wunderbare "Boeuf Bourguignon", so köstlich, dass wir große Lust auf mehr bekamen. Nicht nur ich habe beschlossen, es an Silvester wieder zu schmoren.

Das von mir gewählte Stück Rind war recht mager, da sollte man eine etwas fettere Qualität bevorzugen, damit das Endergebnis nicht zu trocken wird. Bei mir waren manchen Fleischstückchen an der Grenze.

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Das aufwändigste an der Zubereitung war die Aufbereitung der Rezepte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die einzelnen Komponenten in meiner Rezeptverwaltung verewigt hatte. Ich gebe die Übersetzung hier stark gekürzt wieder. Wer am modifizierten Original interessiert ist, darf sich gerne bei mir melden. Glücklicherweise kann man bei der Zubereitung ein paar Schritte prima im Voraus erledigen, zum Beispiel das Schmoren von Pilzen und Zwiebeln.

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Aber dieses Gericht ist sowieso jeden Aufwand wert. Wer es noch nicht ausprobiert hat, sollte es einmal versuchen.

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Großes Kino eben.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Boeuf Bourguignon (Julia Child)
Kategorien: Rind, Schmorgericht, Klassiker
Menge: 6 Portionen

Zutaten

H FÜR DAS FLEISCH
170 Gramm   Speck, geräuchert, durchwachsen
1 Essl.   Olivenöl
1,35 kg   Rindfleisch, nicht zu mager
1     Karotte
1     Zwiebel
1 Teel.   Salz
1/4 Teel.   Pfeffer
30 Gramm   Mehl
590 ml   Rotwein, jung (Beaujolais, Côtes Du Rhône, St,
      Emilion claret, Burgunder) oder Chianti
400 ml   Rinderfond
1 Essl.   Tomatenmark
2 Zehen   Koblauch, zerdrückt
1 Teel.   Thymian, getrocknet
1     Lorbeerblatt
      Speckschwarte, blanchiert
H FÜR DIE ZWIEBELN
18     Zwiebeln, geschält, 2,5 cm im Durchmesser, bis
      — 1/3 mehr
25 Gramm   Butter
1 Essl.   Öl
140 ml   Rinderfond, Rinderbouillon, trockenen Weißwein,
      Rotwein oder Wasser
      Salz
      Pfeffer
4     Petersilienstängel
1/2     Lorbeerblatt
1/4 Teel.   Thymian
H FÜR DIE PILZE
30 Gramm   Butter
10 ml   Öl
75 Gramm   Champignons, frisch

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: "Mastering the Art of French Cooking" – Julia
  Child, Louisette Bertholle, Simone Beck
  Erfasst *RK* 03.11.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

BOEUF BOURGUIGNON [Rindfleisch Burgunder Art mit Zwiebeln und Pilzen]

Manzfred auf 230° C vorheizen.

Rindfleisch in Würfel mit einer Kantenlänge von 5 cm schneiden.

Zwiebel in Streifen, Möhren in dicke Scheiben schneiden.

Vom durchwachsenen Speck die Schwarte entfernen. Diese in ca. 1200 ml Wasser für 10 Minuten köcheln. In der Zwischenzeit den Speck in Streifen schneiden, die ungefähr 0,5 cm dick und 4 cm lang sind. Die Speckschwarte abwaschen und trocknen.

In einem Schmortopf mit ca. 25 cm Durchmesser wird der Speck im Öl ausgelassen, bis er leicht gebräunt ist. Aus dem Topf entfernen. Das Öl erhitzen, bis es beinahe raucht.

Rindfleischwürfel gut abtrocknen und portionsweise schmoren, bis die Stücke schön gebräunt sind. Wichtig ist, dass nicht zu viele Fleischstücke auf einmal zubereitet werden. Hier ist weniger mehr. Die geschmorten Fleischstücke zum Speck geben.

Im selben Fett das Gemüse anschmoren und bräunen.

Das Fett soweit wie möglich aus dem Topf schütten, Fleisch und Speck zufügen und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Das Mehl aufstreuen, Topf schütteln, um das Fleisch mit dem Mehl zu ummanteln und den Schmortopf für 4 Minuten in den Backofen setzen. Das Fleisch umrühren und nochmals für 4 Minuten in den Backofen setzen. Ziel der Aktion ist, dass das Mehl leicht bräunt und das Fleisch mit einer leichten Kruste umgeben ist. Den Topf aus dem Ofen entfernen und die Hitze auf 160° C reduzieren.

Den Wein und soviel Brühe angießen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist. Tomatenmark, Knoblauch, die Kräuter und die Speckschwarte zufügen. Auf dem Herd das Ganze zum Simmern bringen, mit einem gut schließenden Deckel versehen und in den Backofen stellen. Das Fleisch soll jetzt für drei bis vier Stunden langsam schmoren. Ich habe nach gut drei Stunden nachgeschaut, da war das Fleisch schon fast ein wenig trocken. Also ruhig nach 2,5 Stunden mal in den Topf lauern. Das Fleisch ist gar, wenn eine Gabel problemlos hinein sticht.

Während das Fleisch gart, werden die Zwiebeln und die Pilze vorbereitet. Sie werden bis zum Gebrauch beiseite gestellt, man kann sie schon am Vortag herstellen, wenn man möchte.

OIGNONS GLACÉS A BRUN [Braun geschmorte Zwiebeln]

Butter und Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Die Zwiebeln zufügen und so lange bei Mittelhitze schmoren, bis sie so gleichmäßig wie möglich gebräunt sind. Das erreicht man, indem man die Zwiebeln in der Pfanne hin und her rollen lässt. Das sollte vorsichtig geschehen, damit die Häute nicht beschädigt werden. Die Flüssigkeit angießen, würzen und das Kräutersträußchen zufügen.

Pfanne abdecken und den Inhalt 40-50 Minuten sehr langsam schmoren, bis die Zwiebeln zwar weich, aber noch in Form sind und die Flüssigkeit verdampft ist. Die Kräuter entfernen und die Zwiebeln beiseite stellen. (Jutta: Die Zwiebeln schmecken hervorragend. Taugen auch bestimmt auf einem schön gebratenen Steak, am besten zusammen mit den geschmorten Pilzen.)

CHAMPIGNONS SAUTÉS AU BEURRE [Geschmorte Pilze]

Bei der Zubereitung sollten die Butter heiß und die Pilze trocken sein. Unbeding darauf achten, nicht zu viele Pilze auf einmal zu braten. Pilze ganz verwenden. Sind sie sehr groß, vierteln.

Eine Bratpfanne mit Butter und Öl erhitzen. Sobald die Butter nicht mehr schäumt, die gewaschenen, gut getrockneten Pilze portionsweise zufügen und in 4-5 Minuten braun braten, während man die Pfanne immer wieder schüttelnd bewegt. Zunächst werden die Pilze das Fett aufnehmen, aber nach 2-3 Minuten kommt es wieder zum Vorschein und die Pilze werden zu bräunen beginnen. Aus der Pfanne nehmen, sobald sie leicht gebräunt sind.

*************** VIER STUNDEN SPÄTER *****************

Wenn das Fleisch weich ist, den Inhalt des Schmortopfes in ein Sieb schütten, das in einen Topf gehängt wurde. Den Schmortopf spülen und das Fleisch sowie das Speck wieder hinein geben. Zwiebeln und Pilze darüber verteilen.

Die Sauce vom Fett befreien, dann eine oder zwei Minuten köcheln, um weitres Fett abschöpfen zu können, das durch diesen Vorgang an die Oberfläche kommt. Man sollte ungefähr 500 ml Sauce zurück behalten, die so dick ist, dass sie einen Löffelrücken leicht überzieht. Ist sie zu dünn, dann sollte man sie noch etwas einkochen. Ist sie zu dick, dann kann man ein paar Esslöffel Fond oder Brühe zufügen. Zum Schluss wird die Sauce vorsichtig abgeschmeckt und dann über das Fleisch und das Gemüse geschüttet.

Entweder serviert man das Boeuf Bourguignon sofort, nachdem man es 2-3 Minuten abgedeckt hat köcheln lassen oder man wärmt es ca. 20 Minuten vor dem Servieren auf, indem man es sehr langsam bis zum Simmern erwärmt und 10 Minuten köcheln lässt.

Anmerkungen, Jutta: ausgezeichnet!

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Auch hier wurde fleissig geschmurgelt:

….in Frau Kampis Küche
Heikes Blog
Chef Hansen
kaquu's Hausmannskost
Gaumenkitzler
Barafras Kochlöffel
Die Landfrau

tobias kocht!

Schöner Tag noch!

Ohhh… Mhhh…

Beinahe Stevans Schneller Teller: „Bulgur-Curry mit Möhren, Nüssen und Chorizo“

Stevans Schneller Teller - Start

Schneller Teller? Und wie! Das Ding – und damit meine ich Stevan Pauls und Vijay Sapres nagelneues Kochbuch "Schneller Teller" – macht seinem Namen alle Ehre. Ich meine, hat es schon mal jemand von euch erlebt, dass ein Buch gerade mal 25 Stunden in meinem Besitz war und schon daraus gekocht wurde? Nee, jede Wette, das ist noch nie nie niemals vorgekommen.

Zudem ist das nicht nur ein Buch, das man sofort nutzen MUSS, es ist auch ein Buch, bei dem die Zeitangaben stimmen. Zumindest bei diesem Rezept, dem Bulgur-Curry mit Möhren, Nüssen und Merguez, das ich mit Chorizo zubereitet habe. Zudem wurde die Chilischote durch Piment 'Espelette ersetzt.

Stevans Schneller Teller - Start

Stevan Pauls Buch gefällt mir ausnehmend gut. Auf 224 Seiten findet man 100 Rezepte, die innerhalb von 30 Minuten auf dem Tisch stehen. Das Layout ist schlicht, aber edel. Endlich mal kein Schnickschnack bei den Foodfotos, endlich mal Gerichte auf weißen Tellern, die man komplett betrachten kann und nicht nur einen wönzigen Teil des Essens zeigen, endlich mal Rezepte, die den Eindruck erwecken, als könne man sie tatsächlich innerhalb der angegebenen Zeit herstellen. Zudem passt das Buch farblich perfekt in mein neues Mädchenzimmer – ich überlege schon, ob ich mir nur noch weiße Kochbücher kaufen soll.

Kleine Regale, ziemlich voll
Bei der Zubereitung des schönen Essens werden keine abgedrehten Zutaten verwendet, keine riesigen Einkaufslisten müssen geschrieben werden, nichts ist überkandidelt – wunderbar.

Stevans Schneller Teller - Start

Wegen der Authentizität (mein Gott, da musste ich aber ganz langsam schreiben, was für ein Wort) habe ich mich diesmal bei der Zubereitung des Bulgurs an die Topfmethode gehalten. Beim nächsten Mal werde ich diesen Part dem Dampfgarer überlassen, der kann das bestimmt auch.

Ein nächstes Mal wird es ganz bestimmt geben. Das Curry war köstlich und die Zubereitung hat statt der angegebenen 25 Minuten nur fünf Minuten länger gedauert. Hätte ich nicht gedacht und ich freue mich schon darauf, demnächst noch ein paar flotte Köstlichkeiten präsentieren zu dürfen.

Anmerkung, 20.10.2011:

Lesern der Zeitschrift "Effilee" dürfte der Inhalt des Buches bekannt vorkommen, handelt es sich doch um eine Bündelung der Rezepte "Schneller Teller" der letzten drei Jahre. Darauf war ich beim Schreiben dieses Beitrages gar nicht gekommen, erst ein Kommentar von Claus, bei dem nur "Nur das gute Zeugs" auf den Teller kommt, brachte mich dazu, einmal nachzuforschen.

Nun könnte es ja sein, dass Abonnenten oder regelmäßige Leser des Magazins durch diesen Umstand von einem Kauf abgehalten werden. Aber nach einer Nacht des Nachdenkens kommt ich zu folgenden Schlussfolgerungen: 

Erstens kann man nie genug Kochbücher haben.

Zweitens hat man jetzt alle Rezepte schön beieinander.

Drittens siehe erstens.

Stevans Schneller Teller - Start

Und jetzt? Unbedingte Kaufempfehlung! Es lohnt sich.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Bulgur-Curry mit Möhren, Nüssen und Chorizo
Kategorien: Stevan Paul, Bratwurst, Asien, Curry, Schnelles
Menge: 4 Portionen, klein

Zutaten

2 Essl.   Öl
4     Chorizo-Bratwürste
3 Essl.   Olivenöl
2     Zwiebeln, rot
4     Möhren
1     Knoblauchzehe
8     Backpflaumen
      Piment d'Espelette
15 Gramm   Currypaste, grün
2 Teel.   Gemüsebrühe, gekörnt
400 ml   Wasser
1     Orange, Saft
150 Gramm   7-Minuten-Bulgur
      Salz
2 Stängel   Petersilie, glatt
100 Gramm   Cashew-Nüsse, gesalzen, geröstet

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Stevan Paul, "Schneller Teller"
  ISBN: 9783941641563
  Erfasst *RK* 15.10.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Zubereitungsdauer: 30 Minuten

Grillpfanne aufheizen, auf Stufe 5 von 12 herunterregeln. 2 EL Öl hinzufügen, Würste in die Pfanne legen und langsam schmurgeln, während man den Möhren-Bulgur zubereitet. Immer mal wieder drehen.

In einem Topf Olivenöl erhitzen. Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden, ins heiße Öl geben und dünsten. Möhren putzen und schräg in dünne Scheiben schneiden, zu den Zwiebeln geben und mitdünsten. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden, Backpflaumen hacken. Ebenfalls in den Topf geben und mit Piment d'Espelette, Currypaste, Brühe und Orangensaft vermischen.

Den Bulgur einrieseln lassen, nochmals alles aufkochen, vorsichtig salzen und zugedeckt 7 Minuten bei milder Hitze garen.

Petersilie und Nussmischung hacken, über den Möhren-Bulgur streuen. Mit der Chorizo servieren.

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Wer es noch nicht weiß: Stevan Paul ist auch Autor des herzerwärmenden Buches "Monsieur, der Hummer und ich: Erzählungen vom Kochen" , das ich in diesem Blog schon einmal kurz besprochen habe. Damals im Zuge einer Nominierung, die natürlich längst Geschichte ist. Das Buch jedoch ist immer noch toll und sein Autor immer noch so sympathisch wie eh und je.

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Zwei Tage später: Nun habe ich auch noch die Sauerkraut-Puffer mit einem Rest vom Quittensauerkraut nachgemacht. Bei uns wurde es köstlichstes Sauerkrautsouffle und wir haben – zu zweit – zwölf von diesen Biestern vernichtet. OMG!! Rezept folgt.

Pferdegulasch

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr 53 Gramm Pferdefleisch verzehrt, was bedeutet, dass wir uns gestern die Vierjahresdröhnung eingepfiffen habe.

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Schon immer habe ich gerne Pferdefleisch gegessen; Sauerbraten beispielsweise ist nicht zu toppen, wird er aus diesem Fleisch hergestellt. Als wir noch in Remscheid wohnten, gab es auf dem Wochenmarkt einen Pferdemetzger, dessen Stand von uns häufig besucht wurde. Als wir danach an die Ahr zogen, war es vorbei mit der Glückseligkeit und dem Super-Sauerbraten. Und mit dem Gulasch sowieso.

Beinahe hätte mich der Schlag getroffen, als ich kürzlich in der Fleischtheke eines naheliegenden Supermarktes hier im wunderschönen Hesseländsche das lang vermisste Fleisch entdeckte. Heureka! Natürlich habe ich mich gleich eingedeckt und aus einem der netten Fleischstücke wurde das wirklich gelungene Gulasch unter Zuhilfenahme eines Apfelperlweins hergestellt. 

Aus regionaler Produktion  hatte ich nämlich noch eine Flasche Apfel-Prosecco im Kühlschrank, der probiert werden sollte und musste. Abwechselnd landete ein Schlückchen im Pferd, eins im Quitten-Apfel-Kompott und eins in mir. Norbert bekam auch einen (!)  Schluck ab und der Rest – na ja, der Secco schmeckte wirklich gut. Ockstädter, morgen mische ich euer Dorf auf und decke mich ein.

Das Pferd jedenfalls bekam nach Beendigung der Flasche noch ein paar Nudeln und Kompott mit auf den Weg und machte uns als Gesamt-Esswerk ziemlich froh. Soll noch Einer sagen, dass das Glück der Erde ausschließlich auf dem Rücken der Pferde liegt.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Pferdegulasch
Kategorien: Fleisch, Pferd
Menge: 2 Portionen

Zutaten

      Butterschmalz
400 Gramm   Pferdefleisch
400 Gramm   Gemüsezwiebeln
50 Gramm   Tomatenmark (ca.)
100 ml   Apfelsecco (ca.)
400 ml   Rinderfond
      Salz
      Pfeffer
      Piment d'Espelette

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 05.10.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Das Fleisch in gulaschgroße Stücke schneiden. In heißem Butterschmalz schön braun anbraten, die in Streifen geschnittenen Zwiebeln zufügen und mitbraten, bis sie goldgelb sind. Tomatenmark zufügen, kurz anrösten und dann mit Apfelsecco (oder Apfelsaft oder Apfelwein oder…) ablöschen. Salz, Pfeffer und Piment d'Espelette zufügen und schmoren. Ab und zu in den Topf schauen und die verkochte Flüssigkeit mit Fond ersetzen.

Am Ende (nach ca. 1,5 Stunden) abschmecken und genießen. Bei uns gab es dazu Pasta und Apfel-Quitten-Kompott (2 Äpfel, 1 Quitte, Rohrzucker, Apfelsecco, 1 Prise Salz zu Kompott kochen).

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Unternehmen Chefsache = Blogevent „Ran an den Speck“ = Geschmorter Schweinebauch nach Molly Stevens mit glasierten Zucchini und Salbeirisotto = DKduW = Do legst di nieder!

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Gott oh Gott oh Gott (ich höre meinen Mann im Hintergrund schon "Ja? Was möchtest du denn von mir?" rufen) – wo fange ich bloß an? In meiner Kindheit? Später? Noch später? Noch viel später? Isch weiß es nischt.

Ich fang mal von vorne an. Ganz vorne.

Als ich Kind war, hatte ich neben drei entzückenden jüngeren Schwestern (Claudi! Inchen!! Susi!!!) auch Eltern, die uns so gut es ging versorgten. Nicht immer wurden wir von einem Geldregen überschüttet, meine Mutter musste gut haushalten, um uns so über die Runden zu bringen, dass wir nicht das Gefühl hatten, allzu viel zu vermissen. Gegessen wurde täglich, immer mittags warm und abends Schnittchen und Tee, ab und an auch noch einmal mit warmen Beilagen wie Bratkartoffeln oder Reibekuchen, weil mein Vater das so mochte.

Günstige Fleischsorten wurden am Mittagstisch bevorzugt. Freitags gab es Fisch, samstags Eintopf, sonntags Braten. Am Montag wurden meist die Reste von Sonntag gefuttert, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag  kamen Frikadellen, Bratwurst, auch schon mal ein kleines Schnitzel auf den Tisch. In den meisten Fällen war Fleisch mit Gemüse und Kartoffeln auf dem Teller.

Ab und an wurde Wellfleisch serviert. Dabei handelt es sich um gekochten Schweinebauch, den meine Mutter bereits gegart beim Metzger kaufte. Das Stück Fleisch wurde in Scheiben geschnitten, wie ein Kotelette oder Schnitzel paniert, in Fett gebraten und dann zu Kartoffelpüree und Sauerkraut oder anderen deftigen Beilagen wie gestovtem Wirsing oder gestovte Schnibbelsbonne serviert.

Früher mochte ich das unheimlich gerne. Vor allem das Fett. Ich fand auch bei Eisbein das Fett immer am besten – dicht gefolgt von der knusprigen Haut. Egal wie schwabbelig es auch war, ich war im siebten Wammerl-Himmel, wenn es mal wieder den Schweinebauch gab.

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Irgendwann dämmerte mir, dass so ein "falsches Kotelette" nicht wirklich gesund sein kann und nachdem ich mir klar gemacht hatte, wie wenig so ein Stück Fett mit ein paar Fleischfasern dran zur gesunden Ernährung beiträgt, machte ich einen großen Bogen um diese Art der Beilage. Ich glaube, ich habe seit mindestens 30 Jahren keinen panierten oder wie auch immer gearteten Schweinebauch gegessen. Seit 20 Jahren auf jeden Fall nicht, so lange kenne ich nämlich meinen Mann.

Immer wenn Schweinebauch zum Thema eines Gespräches wurde, verzog er angewidert das Gesicht und obwohl er zu den stilleren Naturen gehört, musste ich mir das ein oder andere Argument gegen dieses Fettgeschwabbels anhören. Er hatte ja auch recht.Ungesundes Zeugs das. 

Blog-Event LXX - Ran an den Speck (Einsendeschluss 15. August 2011)

Bis neulich. Da kam der Chef ans Ruder. Chef Hansen ganz genau. Der erklärte sich bereit, bei zorra das monatliche Event zu "hosten", also zu initiieren, der machte also den Juli/August. Und was war das Thema? "Ran an den Speck!" Oh nee!

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Dilemma, ick hör dir trapsen. Einerseits fiel mir zu Speck nur "Datteln im Speckmantel", "Rosenkohl mit Speck", "Scholle Finkenwerder Art" und "Ich müsste mal wieder dringend drei bis acht Kilo abnehmen" ein. Andererseits hatte ich den Chef und seine Chefin kürzlich persönlich kennen gelernt und wollte aus Sympathiegründen un-be-dingt mitmachen. Als Wink des Schicksals sah ich auch, dass ins Blog eingeflochtene Banner von zorra plötzlich bei mir funktionierten und mir nicht die Aufteilung zerschossen. Leute, das war ein verdammtes Zeichen, da MUSSTE ich mir was einfallen lassen.

Meine kleinen grauen Zellen wurden auf "reanimieren" geschaltet und nachdem sie sich ein wenig warm gelaufen hatten (Drogenscreening! Peritoneal-Lavage!), fiel mir wie Schuppen von den Haaren, dass ich vor ungefähr zwei Jahren so über den Daumen gepeilt 750 Gramm Schweinebauch eingefroren hatte. Ja, jetzt guckt ihr, gell? Ich kann das erklären.

Damals hatte ich nämlich die Bloggergemeinde ganz lieb nach ihren Lieblingskochbüchern gefragt und ich war reich beschenkt worden mit Anregungen zum Kochbuchkauf. Ein adäquater Blogeintrag steht immer noch aus (das macht mich jetzt betroffen), aber das ein oder andere Kochbuch habe ich mir daraufhin schon gekauft. Unter anderem, und jetzt, meine Lieben, nähern wir uns endlich dem eigentlichen Thema, unter anderem also ein von Petra "Chili und Ciabatta" sowie Petra "foodfreak" empfohlenes Buch von Molly Stevens: "All About Braising". Sofort nach Erwerb habe ich ein Gericht aus dem Buch zubereitet und war schlags begeistert. Allerding habe ich das Bloggen darüber total verpeilt. Damals wollte ich sofort wieder etwas aus dem Buch zubereiten und ich meine, mich erinnern zu können, dass Petra damals Schweinebauch kochte. Deshalb also das so lange verschmähte Teil in meinem Gefrierschrank.

Anscheinend verließ mich dann aber doch wieder der Mut und so dümpelte das gute Stück im Eis vor sich hin. Bis zum Event. Speck? Kochen? Warum eigentlich nicht mal Schweinebauch?

Sardonisch grinsend saß ich vor ein paar Tagen abends am Tisch, zu Abend essend mit dem guten Ehemann. Er hatte nur Blicke für seinen Teller bis ich scheinheilig sagte:

"Ich verrate dir jetz mal, was es übermorgen zu essen gibt – Kunstpause – GESCHMORTEN SCHWEINEBAUCH!"

Das Gesicht, Kinners, es war unbezahlbar. Zuerst schwand die Hoffnung, dass alles vielleicht doch nur ein schlechter Scherz gewesen war, dicht gefolgt von der Erkenntnis, dass in naher Zukunft ein schwabbeliges, fettiges Stück Schwein verzehrt werden musste. Das Grauen nahm seinen Lauf, wunderbar abzulesen in den Zügen meine armen Mannes. Tja, da musste er jetzt durch.Noch 48 Stunden bis zur Ewigkeit.

Am Nachmittag eben dieses denkwürdigen Abends hatte ich bereits mit Vorbereitungen begonnen. Das aufgetautet Stück Bauch wurde  mit einer Gewürz-Salz-Mischung kräfig eingerubbelt – wer, wie ich, aus einem 100 Jahre alten Tütchen Gurken-Einmachgewürz die Dillsamen rausklauben muss, sollte sein Zeitmanagement gründlich überdenken und ein bis zwei Stündchen früher anfangen – und dann gut verpackt im Kühlschrank deponiert.

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Bis zum Nachmittag des übernächsten Tages. Also gestern. Da ging es dann so 4 Stunden vor dem Abendessen los.

Und jetzt mal, statt Epik, der Zeitraffer:

Gemüse schnippeln,

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Schweinebauch anbraten,

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Gemüse anbraten, Pott in den Ofen, zwischendurch Risotto ansetzen, Fleisch kontrollieren, ganz am Schluss noch ungefähr 100 ml Wasser angiessen, Fleisch rausholen, kurz abkühlen lassen,

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in Scheiben schneiden,

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im Backofen braten,

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Zucchini glasieren, Teller dekorieren, Teller drapieren, hinsetzen und….

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… im siebten Schweinbauchhimmel selig schwebend "Knaller!!!" rufen.

Was haben wir gespachtelt! Mein lieber Mann war genau so hin und weg wie ich. Diese unspektakulären Schweinebauchscheiben bekommen durch den zweiten Aufenthalt im Backofen eine leichte, zurückhaltend knuspernde Ummantelung, die uns quasi umgehauen hat. Wir haben die Speckstücke nicht komplett verspeist, aber wir haben uns geschworen, beim nächsten Mal die doppelte Menge Bauch zu brutzeln.

Ein Gedicht! Und nicht nur das. Auch ein Beitrag zum Dauerevent Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen. Ja, das nenne ich optimale Ausbeute.


Übrigens, falls ihr es noch nicht kapiert habt: Unbedingt nachmachen!

Ach so: die Zucchini, im bratfettgesättigten Schmortopf geschmurgelt – ein Traum. Frau Stevens empfahl Navettes, aber ich hatte keine. Ich glaube, das war ganz gut so. Das Risotto, mit ein paar fein geschnittenen Salbeiblättchen gegart, passte prima. Wir waren – hatte ich das schon mitgeteilt? – rundum glücklich.

Danke für das tolle Event, lieber Alex. Ohne deinen Anstoß wäre das in 100 Jahre nix geworden mit dem Schwabbelbauch und uns. Also, dem göttlichen Gatten und mir und dem Bauch.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Geschmorter Schweinebauch (Molly Stevens) mit glasierten Zucchini und Salbeirisotto (TM)
Kategorien: Fleisch, Schwein, Schmorgericht
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H GEWÜRZMISCHUNG
1 Teel.   Pfefferkörner, schwarz
1 Teel.   Koriandersamen
0,5 Teel.   Dillsamen
1,5 Teel.   Salz, grob
H FLEISCH
750 Gramm   Schweinebauch, mit Knochen und Schwarte
H SCHMORZUTATEN
1 Essl.   Olivenöl
1     Zwiebel, mittelgroß
40 Gramm   Knollensellerie
4     Knoblauchzehen
1     Lorbeerblatt, frisch
4     Gewürznelken
120 Gramm   Noilly Prat
240 Gramm   Geflügelfond
H GEMÜSEBEILAGE
2     Zucchini, gelb, mittelgroß
3     Zucchini, grün, klein
1 Essl.   Bratfett vom Schweinebauch
60 Gramm   Bratflüssigkeit vom Schweinebauch
1 Teel.   Zucker
      Salz, grob
      Pfeffer, schwarz, gemahlen
H SALBEIRISOTTO
100 Gramm   Parmesan
1     Zwiebel
35 Gramm   Olivenöl
250 Gramm   Risottoreis
5 Blätter   Salbei, frisch
150 Gramm   Weißwein, trocken
700 Gramm   Gemüsebrühe, heiß
20 Gramm   Butter

Quelle

  Rezept modifiziert und ergänzt
  Original: "All about Braising", Molly Stevens
  "Braised Pork Belly with Glazed Turnips"
  Erfasst *RK* 11.08.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

VOR DEM SCHMOREN

24 bis 48 Stunden vor dem Schmoren Pfeffer, Koriander und Dill in einem Mörser zerstoßen, aber nicht pulverisieren. Salz zufügen, gut vermischen und den Schweinbauch kräftig mit der Mischung einreiben. In ein geeignetes Gefäß geben, mit Folie oder einem Deckel verschließen und im Kühlschrank mindestens einen Tag, besser aber 48 Stunden ruhen lassen.

DAS FLEISCH SCHMOREN

Am Schmortag Manzfred auf 160° C vorheizen.

Sellerie und Zwiebeln würfeln. Knoblauch fein würfeln. Lorbeerblatt vom Außenrand in Richtung Blattmitte mehrfach einscheiden.

Für das Zucchinigemüse die Zucchini waschen, längs halbieren, den wattigen Mittelteil mit einem Löffel auskratzen und die Hälften in ca. 2 cm breite Halbmonde schneiden.

Das Olivenöl in einem backofenfesten Schmortopf erhitzen und den mit einem Papiertuch abgetupften Schweinebauch (abfallende Gewürze aufheben) mit der Hautseite nach unten bei Mittelhitze (Stufe 8 von 12) 10 Minuten braten. Die Haut sollte danach schön gebräunt sein. Fleisch aus dem Bratfett nehmen. Nur zwei Esslöffel Fett im Topf belassen (mehr war bei mir sowieso nicht vorhanden), den Rest zur Seite stellen. Sellerie und Zwiebeln bei Mittelhitze (Stufe 6 von 12) in ungefähr 8 Minuten leicht bräunen. Knoblauch, Lorbeerblatt und Nelken zufügen, nochmals ca. 1 Minute mitbraten.

Noilly Prat angießen und bis auf einen kleinen Rest einkochen lassen. Geflügelfond zufügen, aufkochen, Fleisch mit der Hautseite nach oben einlegen, die aufgehobenen Gewürze zufügen. Deckel fest verschließen und 45 Minuten schmoren. Inhalt des Topfes kontrollieren. Die Flüssigkeit sollte nicht zu stark simmern. Eventuell die Temperatur reduzieren. Im Manzfred köchelte die Flüssigkeit bei 160° C zu stark, deshalb wurde die Temperatur auf 140° C reduziert. Nach weiteren 45 Minuten den Inhalt des Topfes kontrollieren. Fehlt Flüssigkeit, dann etwas Wasser zufügen. Köchelt der Inhalt unzureichend, Temperatur erhöhen.

Alle 45 Minuten in den Topf schauen, bis das Fleisch nach 2 1/4 – 3 Stunden weich ist. Nach 2 1/4 Stunden war die Flüssigkeit beinahe komplett verkocht. Etwas Wasser angegossen und weitere 45 Minuten geschmort.

RISOTTO ZUBEREITEN

30 Minuten vor Ende der Schmorzeit mit dem Risotto beginnen. Ich bereite es im Thermomix zu.

Parmesan in den Mixtopf geben, 10 Sek./Stufe 10 zerkleinern. Umfüllen und den Topf kurz mit heißem Wasser ausspülen.

Zwiebel geviertelt in den Mixtopf geben und 3 Sek./Stufe 5 zerkleinern.

Olivenöl dazugeben und 3 Min./100°C/Stufe 1 dünsten.

Den Reis dazugeben und zusammen mit den sehr fein geschnittenen Salbeiblättern 3 Min./100°C/Linkslauf/Stufe 1 andünsten.

Den Wein dazugeben und 5 Sek./Linkslauf/Stufe 2 verrühren.

Die heiße Brühe zufügen und 22 Min./100°C/Linkslauf/Sanftrührstufe garen. Dabei den Messbecher entfernen und das Gärkörbchen aufsetzen, um Spritzer zu vermeiden. Sollte der Topfinhalt zu sehr kochen, die Temperatur auf 90° C reduzieren. In der Zwischenzeit kann man sich wieder dem Schweinebauch widmen.

Nach der Garzeit den Reis probieren. Er sollte nicht zu weich sein, aber auch nicht zuviel Biss haben.

Vor dem Servieren die Butter und 40 g Parmesan unterziehen. Den restlichen Parmesan nach Belieben dazu verzehren.

FINISH SCHWEINEBAUCH

Mittlerweile dürfte der Schweinbauch fertig geschmort sein. Den Schmortopf aus dem Ofen nehmen, den Deckel entfernen und das Fleisch etwas abkühlen lassen. Dann auf ein Schneidbrett legen, die Rippenknochen heraus ziehen, die feste Haut (nur die Haut – Speckschicht bleibt am Fleisch) entfernen. Die Speckschicht rautenförmig einschneiden.

Manzfred auf 175° C hochheizen.

Das Fleisch in vier Portionen schneiden und in eine flache Form legen, die gerade groß genug ist, die Fleischscheiben aufzunehmen.

Die Schmorflüssigkeit mit dem Gemüse in ein Sieb geben, dabei die Flüssigkeit auffangen und das Gemüse leicht auspressen. Flüssigkeit in eine Fettscheidekanne füllen. Falls nicht genug Schmorsaft vorhanden ist, mit etwas Fond oder Wasser auffüllen. Man benötigt ungefähr 150 -200 ml Flüssigkeit. 60 Gramm entfetteten Bratensafts und 1 EL Fett für das Gemüse beiseite stellen. Den Rest der entfetteten Schmorflüssigkeit über die Fleischscheiben gießen und das Fleisch für ca. 20 Minuten in den heißen Manzfred schieben. Tür dabei angelehnt lassen. Die Flüssigkeit verkocht in dieser Zeit fast komplett und das Fleisch wird sagenhaft knusprig-braun. Falls das Fleisch noch zu hell ist, einfach noch eine Weile im Ofen lassen.

In der Zwischenzeit die Zuchini zubereiten.

Ca. 10 Minuten vor dem Ende der Garzeit die in Streifen geschnittene Schwarte ebenfalls in den Ofen stellen und knusprig braten.

GLASIERTE ZUCCHINI

In den ungespülten Schmortopf, in dem der Schweinebauch gegart wurde, gibt man die Zucchini, 1 El des reservierten Schmorfetts, den Zucker und die Schmorflüssigkeit. Mit Salz und Pfeffer würzen und alles zum Köcheln bringen. Mit aufgelegtem Deckel so lange köcheln, bis die Zucchini knapp gar und bissfest sind. Deckel entfernen und so lange kochen, bis die Flüssigkeit komplett verdampft ist und die Zucchini appetitlich glänzen.

SERVIEREN

Den Risotto mit Butter und Parmesan verfeinern. Zusammen mit dem Zucchinigemüse und dem Schweinebauch auf einem Teller anrichten. Reis mit Parmesan bestreuen, ein Salbeiblättchen als Dekoration auflegen. Eventuell den Teller mit einem blühenden Kräuterstrauß dekorieren. Wer mag, kann noch ein paar Streifen Schwarten dazu legen.

Und dann: genießen. Es hat uns so hervorragend geschmeckt, wir waren hin und weg. Ein absoluter Knaller!

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Und jetzt, Alex, hab' ich mir doch noch ein Piccolöchen verdient, oder?