Just married 9 – Ganz in Weiß – es ist vollbracht!

 

7K1_1470_frank-beerDE

'lujah sog i!

Ist es tatsächlich wahr? Kann es wirklich sein? Habe ich es
geschafft? Jaaaa! Der letzte Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten geht
online. Manche Menschen bekommen in der Zeit, die ich für das
Vorbereiten, Durchführen, Mitteilen benötigte, Drillinge. Mindestens.Ich
hingegen bekam drei Nervenzusammenbrüche. Na ja, fast.

Beim vorletzten Mal, ihr erinnert euch (vielleicht), schrieb ich von dem
Grauen, das uns am nächsten Tag erwartete, also dem Tag nach der
standesamtlichen Hochzeit und dem partiellen Aufbau der Torte. Es ist
also Samstag, der 19. Mai 2012. Heute wird kirchlich geheiratet.

7K1_1478_frank-beerDE

Zuvor
jedoch…

Herr und Frau Schnuppschnüss liegen einträchtig im Tiefschlaf vereint
im Hotelbett, als es sich ereignet, Gestalt annimmt, uns übermächtig
und mit Gewalt überrollt…

DAS GRAUEN

Nur mühsam vermag unser gequälter Geist Signale an den geschunden
Körper zu senden. Signale, die uns sagen: "Dies ist das Klingeln eines
Weckers. Steh' auf! Du hast einen langen Tag vor dir. Schaue in den
Spiegel, erkenne, dass es tatsächlich du bist, der sich dort
materialisiert. Don't panic! Das geht wieder weg!"

Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, nach Rasseln zu fahren.
Irgendwann standen wir wieder in der Scheune und brachten die Torte in
eine präsentable Form.Verbunden mit der Drohung, ihr die Messer in den Leib zu rammen, falls sie sich zieren sollte, widmete ich mich in den nächsten Stunden den… na???? … genau!!!…

7K1_1478_frank-beerDE

Rosen!

2012 05 19_0034

Rosen und

2012 05 19_0034

Rosen wurden drapiert,

2012 05 19_0034

letzte Feinarbeiten vorgenommen,

2012 05 19_0034

und dann stand sie da…

2012 05 19_0034

Die Torte

2012 05 19_0211

Ich war so erleichtert, ich war so fertig, ich war so entzückt, ab
dem Moment erwachte das Feierbiest in mir und nachdem der Donnerhall der
Steine, die mir von der Seele fielen, verklungen war, begann für mich
die Erholung, die Entspannung und die Freude an der Festlichkeit. Da war es mir auch egal, dass die größeren Rosen nicht zwischen zweite und dritte Etage passten und ich dort nur kleine Exemplare plazieren konnte. Betrachten wir einfach nur den oberen Bereich.

2012 05 19_0215

So, genug geschmachtet. Schnell zu Mama und Papa gefahren, umgezogen, ab in die Kirche.

Dort wartete mein sichtlich nervöser und wunderbarer Sohn Tobias

7K1_1239_frank-beerDE

auf die Ankunft seiner Liebsten.

7K1_1239_frank-beerDE

Und wie schön sie war!

7K1_1239_frank-beerDE

Die Trauung war sehr bewegend, mit einem Priester, der zu Herzen
gehende Worte fand und auf das Brautpaar sehr schön einging. Hat mir
gefallen.

7K1_1323_frank-beerDE

Als die Trauung vorüber war,

7K1_1239_frank-beerDE

wurde ausnahmsweise mal mit dem Essen gespielt

Kirchliche Trauung Tobias und Dajana1

gingen ein paar Anwesende in die Luft,

 
7K1_1239_frank-beerDE

der Rest verteilte sich auf die Autos und in einem ellenlangen Korso (Hupen bei Hochzeiten ist doof – aber nur, wenn man nicht selber HUUUUUUUUUPPPPPTTTTT)

7K1_1266_frank-beerDE

machten wir uns auf den Weg ins wunderschön geschmückte Rasseln,

2012 05 19_0211

wo wir
nach dem Eintreffen der Glücklichen

7K1_1562_frank-beerDE

umgehend mit der Konsumierung alkoholischer Getränke begannen,

7K1_1478_frank-beerDE

begleitet
von der ein oder anderen Rede. Danach kam, was kommen musste: die Torte wurde präsentiert,

7K1_1478_frank-beerDE

vom
Brautpaar angeschnitten

_DSC0057

und ohne großes Federlesen gaben wir uns
ungehemmt dem Schlemmen hin – manchmal sogar mit Fleischbeilage.

7K1_1478_frank-beerDE

Meine Mutter hatte es sich nicht nehmen lassen, ebenfalls drei Torten beizusteuern und auch meine liebe Schwiegertocher Dajana hatte trotz der ganzen Vorbereitungen noch die Zeit, eine Kuppeltorte herzustellen – so schwelgten wir in
Gebackenem, das für eine Kompanie gereicht hätte.

Kirchliche Trauung Tobias und Dajana

Es wurde getanzt,

_DSC0057

es wurde köstlichster Slivovitz getrunken (selbst gebrannt und im Bus aus Bosnien importiert) und wieder getanzt

 
2012 05 19_0490

Es wurde
später, als das Buffet eröffnet war, nochmals kräfigst zugelangt,

2012 05 19_0435
es
wurde Unsinn gemacht

_DSC0057

und gelacht

2012 05 19_0211

und auch ein wenig geweint und gequatscht,
mit Händen und Füßen geredet und dem Brautpaar alles Glück der Welt
gewünscht.

7K1_1451_frank-beerDE

Gegen Mitternacht waren wir platt, so richtig schön ausgepowert,
einfach nur behaglich glücklich und froh, dass wir so ein schönes,
harmonisches Fest verleben durften.

2012 05 19_0371_bearbeitet-1

 

Viel Glück, liebe Kinder!

 
7K1_1239_frank-beerDE

 

 PS: Die nächste Torte gibt es dann zur Taufe. Keine Rosen. Keine Stapel. Einfach. Glaube ich.

7K1_1728_frank-beerDE-1

Einen besonderen Dank an Herrn Frank Beer, der die Hochzeit als Fotograf begleitete und der mir erlaubt hat, seine Fotos hier zu präsentieren. Für den Besuch seiner Website werbe ich ausdrücklich.

 

Was bisher geschah:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

Just married 7 – Schnuppschnüss beweist: Die Fondanthölle ist überlebbar

Just married 8.1 – Die lieben Kinder heiraten

Just married 8.2 – Fluch der Akribik

 

Und hier nochmals alle Rezepte:

===== Titelliste (5 Rezepte) =====

Etage 1 – unten: Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M/TM)
Etage 2 – 2. von unten: Punschtorte (M-TM)
Etage 3 – Mitte: Sachertorte Oma Buchholtz (M)
Etage 4 – 2. von oben: Schichtkuchen (M/ TM)
Etage 5 – oben: Zebrakuchen (M)

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

     Titel: Etage 1 – unten: Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M/TM)
Kategorien: Motivtorte, Hochzeitstorte
     Menge: 1 Aluform von 35 cm Durchmesser

============================= TORTE =============================
    320     Gramm  Margarine
    530     Gramm  Zucker
    1/2      Teel. Salz
     11            Eier, Größe M
    530     Gramm  Magerquark
    430     Gramm  Nougatmasse
    640     Gramm  Haselnüsse
    430     Gramm  Mehl
     36     Gramm  Weinstein-Backpulver

============================ TRÄNKE ============================
     50        ml  Wasser
     25        ml  Nusslikör
     10     Gramm  Puderzucker

============================ GANACHE ============================
    200        ml  Sahne
    300     Gramm  Nussschokolade
     10     Gramm  Haselnusssirup
      1     Prise  Salz

============================ QUELLE ============================
            Rezept modifiziert. Original:
            www.torten-talk.de, Userin Winterkirsche
            — Erfasst *RK* 15.04.2012 von
            — Jutta Hanke

REZEPT ZWEIMAL ZUBEREITEN FÜR ZWEI FORMEN

Nougat im Wasserbad schmelzen.

Haselnüsse in einer Pfanne fettfrei rösten, in ein Sieb schütten und
soviel wie möglich von den Schalen entfernen. Abkühlen lassen und im
TM fein zerkleinern.

Beide Etagen des Manzfreds auf 160° C vorheizen.

Aluformen fetten und bemehlen.

Die Margarine mit Zucker und Salz cremig schlagen, die Eier
nacheinander zufügen. Quark, Nougat und die Haselnüsse zur Eicreme
geben und verrühren. Mehl mit Backpulver unterrühren.

Kuchen eine Stunde backen, 15 Minuten vor Ende der Backzeit mit
Alufolie abdecken. Unbedingt Stäbchenprobe machen, mein Kuchen war
an der Grenze zum Klitsch.

Über Nacht auskühlen lassen.

Am nächsten Tag jeden Boden zweimal durchschneiden. Mit einem Sirup
aus Nusslikör und Zuckerwasser besprühen. Mit Nussganache
bestreichen. Kühlen.

Dünn mit Ganach bestreichen. Kühlen. Nochmals mit Ganache
bestreichen. Mit Fondant überziehen. Die Torte sollte ca. 8 cm Höhe
haben.

Anmerkungen, Jutta:

Gebacken: zu Testzwecken in der Normalversion am 15.04.2012 / einen
Tag später probiert – köstlich! Fester Kuchen, der aber saftig
schmeckt. Das Nougat unterstreicht den Geschmack der Haselnüsse.
Sehr gut. Lässt sich sehr gut aufbewahren und gewinnt noch an
Geschmack während der Lagerzeit.

BEIM NÄCHSTEN MAL: Kuchen bei 150° C backen. Damit umgeht man
eventuell das Abdecken.

HAT PETRA AUCH SCHON GEBACKEN

=====

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

     Titel: Etage 2 – 2. von unten: Punschtorte (M-TM)
Kategorien: Torte, Marzipan, Fondant, Aufwändig
     Menge: 1 Mehrlagige Torte, Durchmesser 30 cm

========================== MÜRBEBODEN ==========================
    144     Gramm  Mehl
     50     Gramm  Zucker
    100     Gramm  Butter
      1     Prise  Salz
                   Zitrone, der Abrieb
  1 1/2            Eigelb

========================= BISKUITBODEN =========================
      8            Eier
    260     Gramm  Zucker
      3      Pack. Vanillinzucker
      1     Prise  Salz
    115     Gramm  Speisestärke
    170     Gramm  Mehl, Type 405 oder 550
    3,3     Gramm  Backpulver

======================== MARZIPANFÜLLUNG ========================
    360     Gramm  Marzipanrohmasse
    216     Gramm  Butter
    115        ml  Rum
     70     Gramm  Aprikosenkonfitüre
      1     Prise  Salz

============ ZUM TRÄNKEN (NUR EINEN TEIL VERWENDEN) ============
     80        ml  Wasser
     50        ml  Rum
     10     Gramm  Zucker

============================ FÜLLUNG ============================
    936     Gramm  Aprikosenkonfitüre

========================= ZUM EINDECKEN =========================
    288     Gramm  Marzipanrohmasse
    115     Gramm  Puderzucker

=========================== GARNITUR ===========================
                   Kandierte Früchte oder
                   Zuckerblüten

============================ QUELLE ============================
            Rezept modifiziert.
            Original:  Karl Neef "Sonntagskuchen & Festtagstorten"
     &#
0160;      ISBN:978-3-7750-0482-4
            — Erfasst *RK* 04.10.2009 von
            — Jutta Hanke

ACHTUNG: REZEPT ZWEIMAL ZUBEREITEN – MÜRBEBODEN NUR EINMAL

Manzfred auf 180° C vorheizen.

Für den Mürbeteig aus allen Zutaten im Thermomix (TM) eine sandige
Masse herstellen. Den Boden einer Springform von 30 cm Durchmesser
mit Backpapier auslegen, Krümel darauf verteilen und festdrücken. 25
Minuten backen.

Für den Biskuit Eier mit Schale in heißes Wasser legen. Rührschüssel
mit heißem Wasser füllen.

Manzfred auf 160° C schalten.

Nach 10 Minuten Wasser aus der Schüssel entfernen, Eier in die
Schüssel schlagen (diesmal ohne Schale) und zusammen mit Zucker,
Vanillin-Zucker und Salz dickschaumig aufschlagen. Das dauert eine
Weile.

In der Zwischenzeit Mehl, Stärkemehl und Backpulver vermischen und
sieben. Eine Backform mit Backpapier auslegen und Manschette umlegen.

Mehlmischung vorsichtig, aber gründlich unter die Eischaummasse
heben, in die Form geben und 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen,
Kuchen 10 Minuten in der Form ruhen lassen, gerade auf Formhöhe
abschneiden und aus der Form entfernen. Dieser Boden muss nach dem
Backen sofort gestürzt werden, damit er völlig eben wird. Gebäck
komplett auskühlen lassen, am besten über Nacht. (Anmerkung, Jutta:
habe Monikas Biskuittrick angewandt, das Ergebnis ist überzeugend.
Mache ich jetzt immer so: http://tortentante. blogspot.com/2009/04/
kuchen-gleichmaig-backen.html)

Für die Marzipan-Zwischenfüllung im TM alle Zutaten glattarbeiten.

Für die Tränke Wasser, Rum und Zucker anrühren.

Den Mürbeteigboden gaaaanz vorsichtig auf eine Platte legen und mit
Aprikosenkonfitüre bestreichen. Den Biskuit-Tortenboden dreimal
waagerecht durchschneiden und das Unterteil auf den Mürbeteigboden
legen. Blumensprühflasche mit Tränke füllen. Jede Lage des
Biskuitbodens nach dem Auflegen mit der Tränke besprühen. Die
unterste und oberste Füllung besteht aus Aprikosenkonfitüre. Die
Marzipanfüllung in die Mitte streichen. Backtrennpapier auf die
fertig zusammengesetzte Torte legen, diese auf eine Platte stürzen,
beschweren und über Nacht ruhen lassen.

Die zurückgedrehte Torte mit Aprikosenkonfitüre bestreichen.
Marzipan mit dem Puderzucker glattarbeiten und mit etwas Puderzucker
ausrollen, auf Tortengröße zuschneiden und auflegen. Dünn mit
Aprikosenkonfitüre (eventuell durch ein feines Sieb streichen, um
Klümpchen zu vermeiden) bestreichen.

Als Hochzeitstorte mit heller Ganache beziehen (1 x ganz dünn, um
Krümel zu binden, dann nochmals, um Unebenheiten auszugleichen). Mit
Rollfondant beziehen.

Nach Belieben dekorieren.

=====

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

     Titel: Etage 3 – Mitte: Sachertorte Oma Buchholtz (M)
Kategorien: Motivtorte, Lagerfähig, Schokolade, Knaller
     Menge: 1 Torte von 26 cm Durchmesser

============================ KUCHEN ============================
    200     Gramm  Butter, weich
    200     Gramm  Puderzucker, gesiebt
      1      Pack. Vanillezucker (Ruf Bourbon Vanille)
    100     Gramm  Lindt Schokolade 70% mild
    100     Gramm  Lindt Schokolade 70% intensiv
      8            Eier, Größe M, getrennt
    200     Gramm  Mehl, Type 405
     12     Gramm  Kakao, dunkel, ungesüßt
      1     Prise  Salz
  3 1/2     Gramm  Backpulver

============================ FÜLLUNG ============================
     40     Gramm  Grand Marnier
    250     Gramm  Aprikosen-Vanille-Konfitüre, eigene Herstellung
                   Dunkle Ganache

============================= BEZUG =============================
                   Nur, wenn nicht mit Fondant bezogen wird
    200     Gramm  Kuvertüre
      1     Stich  Butter

============================ QUELLE ============================
            Rezept modifiziert.
            Original:  www.torten-talk.de – Userin Uschi
            — Erfasst *RK* 07.08.2010 von
            — Jutta Hanke

Rezept für Hochzeittorte zweimal zubereiten!

Backform fetten. Boden aus dem Ring entfernen und bemehlen. Ring
wieder um den Boden legen. Innenrand mit Backpapier bekleiden,
dessen Rand höher ist als der Springformrand. Außenrand mit
gefalteter Alufolie einpacken, in die nasse Papiertücher gelegt
wurden (even baking method).

Manzfred auf 160° C vorheizen.

Schokolade im TM kurz zerkleinern und 15 Minuten / Stufe Sanftrühren
/ 37° C schmelzen.

Butter mit den Zuckern schaumig schlagen, nach und nach die Eigelbe
unterziehen.

Flüssige Schokolade abgekuehlt unter die Buttercreme ruehren.

Eiweiss mit Salz zu halbfestem Schnee schlagen. Mehl, Kakao und
Backpulver sieben und sehr kurz, aber gründlich mit der
Küchenmaschine in die Schokomasse einarbeiten, dann den Eischnee
unterheben. In die Springform füllen und 60 Minuten backen.

In der Backform erkalten lassen, dann eintuppern.

Am 2. Tag die Torte 2 Mal mit einem Messer teilen. Die Marmelade mit
dem Likoer glattruehren, die Boeden satt mit diesem Gemisch
bestreichen. Die Boeden aufeinander setzen und von aussen
bestreichen. Eintuppern und in den Kühlschrank stellen.

Am 8. Tag die Torte mit Ganache überziehen (oder am 3. Tag mit
Schokolade wie im Originalrezept angegeben).

Nun muss die Torte noch bis zum 10. Tag im Kuehlschrank ruhen, bevor
sie angeschnitten wird. Die Torte vor dem Anschneiden langsam zur
Zimmertemperatur aufwaermen lassen und kleine Stuecke servieren. Die
Torte wird mit dem Ruhen saftiger und ist sehr reichhaltig

Zum Servieren Schlagsahne reichen.

Wenn die Torte für eine Motivtorte dienen soll, dann den Rand mit
einem Tortenring gerade schneiden und eventuell einen zweite Torte
backen, um einen Teil davon zu verwenden, weil die Torte
möglicherweise zu niedrig sein könnte.

=====

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

     Titel: Etage 4 – 2. von oben: Schichtkuchen (M/ TM)
Kategorien: Torte, Motivtorte, Hochzeitstorte
     Menge: 1 Backform von 20 cm Durchmesser

============================= BODEN =============================
    300     Gramm  Butter, weich
    300     Gramm  Zucker
      1      Pack. Vanillezucker
      6            Eier
      1     Prise  Salz
    300     Gramm  Mehl
      1      Teel. Backpulver

========================== FÜLLUNGEN I ==========================
    200     Gramm  Johannisbeerkonfitüre

========================== FÜLLUNG II ==========================
    225     Gramm  Marzipanrohmasse
    100     Gramm  Puderzucker
      4      Essl. Grand Marnier

========================== FÜLLUNG III ==========================
    100     Gramm  Kuvertüre, halbbitter
      1      Essl. Zucker
      1            Bröckchen Palmin
      3      Essl. Wasser

============================ ÜBERZUG ============================
                   Ganache, dunkel
    600     Gramm  Fondant; ca.
                   Farbe nach Belieben
                   Bäckerstärke oder Puderzucker zum Ausrollen

============================ QUELLE ============================
            Rezept modifiziert.
            "GU – Lieblingskuchen"
            ISBN: 3-7742-6073-7
            — Erfasst *RK* 16.08.2010 von
            — Jutta Hanke

Manzfred auf 160° vorheizen.

Eine Form mit einem Durchmesser von 20 cm fetten und mit Mehl
bestäuben.

Butter, Zucker, Salz und Vanillezucker zu einer sämigen Masse
verrühren.

Eier einzeln unterziehen. Mehl mit Backpulver mischen, sieben und
mit dem Schneebesen per Hand in zwei Etappen unterziehen.

Teig in die Form geben und 60 Minuten backen. Eventuell nach der von
Monika vorgestellten even-baking-Methode backen:

http://tortentante.blogspot.com/2009/04/kuchen-gleichmaig-backen.html

Am Ende der Backzeit eventuell mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe
machen! Kuchen aus der Form nehmen und erkalten lassen. Oberseite
gerade schneiden und fünfmal durchschneiden, so dass sechs dünne
Teigplatten entstehen.

Für die Füllungen Johannisbeergelee erhitzen.

Marzipan, Puderzucker und Grand Marnier in den TM geben, 10 Sekunden
auf Stufe 6, dann im Linkslauf so lange rühren, bis eine homogene
Masse entsteht. Umfüllen.

Kuvertüre 5 Sekunden, Stufe 8, schreddern. Wasser, Palmin und Zucker
zufügen und 2 Minuten, 37°, Stufe 2, zu einer pastösen Masse rühren.
Falls die Masse zu flüssig wird, kurz in den Kühlschrank stellen und
kräftig rühren, damit eine homogene Struktur entsteht.

Marzipan auf Kuchengröße ausrollen. Falls die Masse zu feucht ist,
später einfach auf den Boden aufstreichen.

Unteren Boden mit der Hälfte des Gelees bestreichen. Zweiten Boden
auflegen und mit der Hälfte der Schokoladenmasse bestreichen. Den
dritten Boden auflegen und mit der Marzipandecke belegen. Vierten
Boden auflegen und mit der restlichen Schokoladenmasse bestreichen.
Fünften Boden auflegen und mit dem restlichen Gelee bestreichen.
Sechsten Boden auflegen.

Den Kuchen in Klarsichtfolie einpacken. Mit einem Holzbrett und
einem Topf beschweren und bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank
stellen.

Am nächsten Tag den Kuchen 2x mit Ganache überziehen (1x dünn, um
Krümel zu binden, einmal etwas dicker), mit Fondant eindecken und
dekorieren.

=====

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

     Titel: Etage 5 – oben: Zebrakuchen (M)
Kategorien: Rührkuchen, Zebrakuchen, Motivtorte
     Menge: 1 Kuchen

      5            Eigelb
    250     Gramm  Zucker
    1/2      Teel. Salz
      1      Pack. Vanillin-Zucker
    1/2      &#0
160;     Fläschchen Butter-Vanille-Aroma
    125        ml  Wasser, lauwarm
    250        ml  Speiseöl
    375     Gramm  Weizenmehl
      1      Pack. Backpulver
      5            Eiweiß
      2      Essl. Kakao

============================ QUELLE ============================
            Dr. Oetker "Modetorten"
            ISBN: 978-3-7670-0383-x
            — Erfasst *RK* 02.08.2008 von
            — Jutta Hanke

Manzfred auf 160° vorheizen.

Eigelb, Zucker und Vanillinzucker in der Küchemaschine schaumig
rühren. Butter-Vanille-Aroma, Wasser und Öl unterrühren.

Mehl und Backpulver mischen, sieben und mit dem Schneebesen
vorsichtig unterziehen. Eiweiß mit Salz steifschlagen und ebenfalls
unterziehen. Teig teilen und eine Hälfte mit Kakao vermischen.

Zunächst 2 Esslöffel des hellen Teiges in die Mitte einer Springform
(Durchmesser 26 cm, Boden gefettet, mit Semmelbröseln bestreut)
geben (nicht verteilen). Auf den hellen Teig 2 Esslöffel vom dunklen
Teig geben (nicht daneben).

Den Vorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Dabei nicht
glattstreichen.

Backen 50-60 Minuten. Stäbchenprobe!

Backen konventionell: Ober- und Unterhitze, 180° vorgeheizt;
Heißluft 160°, nicht vorgeheizt; Gas: Stufe 2-3, nicht vorgeheizt.

Nach Geschmack mit Zuckerguss oder Schokolade beziehen.

ANMERKUNGEN: Für die Hochzeitstorte von Tobias und Dajana 2 Formen
von je 15 cm Durchmesser verwendet.

=====

 

Just married 8.2 – Fluch der Akribik

Als die standesamtliche Trauung vorüber war,

Ma und Pa
wir gut gegessen hatten und auf der Terrasse meiner Eltern saßen machten Norbert, meine Eltern und ich – jaaaa, richtig! Rosen

Rose
und während wir da so saßen, meine Mutter zwischendurch noch eine Erdbeertorte, eine Apfeltorte und eine Käsesahnetorte buk (phänomenal, was sie alles schafft!) überlegte ich, wie ich die Torte wohl nach Rasseln, dem Ort der Feier nach der kirchlichen Trauung, transportieren soll. Und ob alles gut geht und wie ich die Torte aufbauen soll und wie lange das dauert und wieviel Zeit noch bleibt. Eigentlich hatte ich vor, am Tag der Trauung morgens ganz früh die einzelnen Torten zu transportieren, zu stapeln, mich dann umzuziehen und um 14.00 Uhr bei der Trauung zu sein. Irgendwie erschien mir dieser Plan immer gewagter, je mehr Zeit an diesem Nachmittag verstrich. Zumal ich immer noch nicht wußte, wieviele Rosen ich endgültig benötigen würde.

Ich warf also  – mal wieder und zum Glück – alle Pläne über den Haufen (darin bin ich Weltmeisterin) und fing an zu routieren und mit mir mein armer Mann, meine Eltern, die andere Familie von Tobias im fernen Rasseln (12 km Landstraße) und der Rest meines kompletten Umfeldes. Ich entschied, dass wir abends noch die Torten zur Scheune transportieren – und ich hatte Angst. So große Angst, dass ich zweimal fuhr – falls ich einen Unfall gebaut hätte, wären zumindest ein paar Torten für den Beerdigungskaffee übrig.

Ich muss noch erwähnen, dass man nicht auf normalem Wege nach Rasseln fahren konnte. Im Ort war eine Baustelle und die Durchfahrt gesperrt. So musste man über einen Schleichweg fahren, von dessen Existenz ich wußte und von dem ich dachte, dass ich genau weiß, wo er sich befindet. Der Fokus liegt auf "dachte". Norbert und ich packten also drei Torten in das Auto, winkten meinen Eltern noch einmal zu (vielleicht zum letzten Mal?) und machten uns gaaaanz langsam auf den steinigen Weg in die Mönchengladbacher Pampa. Dort angekommen, fuhr ich irgendwie am Schleichweg vorbei – mittlerweile befand ich mich wieder in belebtem Gebiet und steuerte zielstrebig die Mönchengladbacher Innenstadt an – nur, da wollten wir ja nicht hin.

Also umgedreht und eine Ehrenrunde durch den Ort gedreht, in dem sich – irgendwo, aber wo nur? – dieser vermaledeite Schleichweg befinden musste. Die Zeit lief, der Zeiger tickte unaufhörlich und ich war am Rande der Nervenkrise – vielleicht auch ein wenig darüber hinaus. Nur mit Hilfe des Smartphones, google maps und meinem Mann als Navi aus Fleisch und Blut gelang es uns endlich, diesen doofen Weg zu finden. Stunden später kamen wir in Rasseln an, schmissen die ersten drei Tortenconainer aus dem Auto, warfen uns ins Cockpit, flogen nach Rheydt = "Melanie Gebler-Klüpfel Gedächtnisrallye", packen zwei Torten und jede Menge Werkzeug ein, fuhren wieder gaaaaanz laaangsam nach Rasseln, fanden sofort den Schleichweg, packten aus und dann begann in der schön hergerrichteten Scheune

3 hätten wir schon mal

der Aufbau der Hochzeitstorte, die am nächsten Tag die Kinder und die Gäste erfreuen sollte.

3 hätten wir schon mal

Was soll ich sagen… es hat STUNDEN!!! gedauert. Der arme Wolfgang musste alle möglichen Sachen besorgen, die ich dann doch noch brauchte, aber nicht dabei hatte. Wolfgang kannst mal, Wolfgang haste mal, Wolfgang holste mal…

3 hätten wir schon mal

Wir haben gemessen und gestapelt und gestapelt und gemessen und gestapelt und wie immer hatte ich mich völlig mit der Zeit verschätzt. Gott, ist das aufwändig!

Um die schweren Torten unfallfrei stapeln zu können, wurde jede Etage mit fünf Holzstäbchen versehen, die das Gewicht der nächsten Etage tragen sollten. Nachdem der Bereich markiert war, wo sich die Stäbe befinden sollten,

3 hätten wir schon mal

wurden die Holzstäbe angespitzt, in die Torte gesteckt, markiert, herausgezogen, abgesägt, wieder reingesteckt. Nur hatten wir leider die Säge vergessen – aaaaahhhh. Irgendwie haben wir dann, auf dem Bogen liegend, mit einem Messer die Holzdinger zerstückelt, es war schrecklich.

Auf jede Torte kam EXAKT!! mittig ein Zwischenboden,

3 hätten wir schon mal

damit eine Lücke entstand, in die später die Rosen eingepasst werden sollten. Ohne diese Zwischenlage wären die Rosen zu weit nach vorne an den Rand gelangt, das hätte nicht so gut ausgesehen. Und ein Bändchen drumrum gab es auch.

3 hätten wir schon mal

 Wichtig war, dass wirklich alle Böden

3 hätten wir schon mal

 akkurat mittig

3 hätten wir schon mal

positioniert wurden

3 hätten wir schon mal

 und das dauerte halt seine Zeit.

3 hätten wir schon mal

Vorteilhaft war, dass ich während der gesamten Prozedur stets meine gute Laune behielt. Ich bin dafür bekannt, dass ich in brenzligen Situationen stets ruhig, ausgeglichen und überlegt handle.

3 hätten wir schon mal

Trotzdem hatte ich zwischendurch, wenn ich hier und da und dort noch eine winzige Korrektur vornahm,das Bedürfnis, weniger sorgfältig zu sein und immer wieder kam mir ein Gedanke: "Fluch der Akribik!" Schludern war nicht.

3 hätten wir schon mal

Irgendwann stand dann endlich die Torte, zunächst noch ein wenig windschief, aber mit ein bisschen gutem Zureden stand sie dann wie eine Eins.

Gucken, prüfen, testen
Rosen? Haben wir nicht mehr geschafft, die mussten bis zum nächsten Morgen warten. Denn mittlerweile war schon der neue Tag angebrochen und wir fielen mal wieder erst kurz vor zwei Uhr ins Bett – total feddisch!

3 hätten wir schon mal

Das Feintuning musste dann halt am nächsten Morgen erfolgen, dem Tag der kirchlichen Trauung – es war soooo schön!  Aber vorher mussten wir erst einmal das Grauen überwinden. Was das war? Kommt in der nächsten Folge. Zorri!

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

Just married 7 – Schnuppschnüss beweist: Die Fondanthölle ist überlebbar

Just married 8.1 – Die lieben Kinder heiraten

 

Just married 8.1 – Die lieben Kinder heiraten auf dem Standesamt am 18.05.2012

Was bisher geschah:

Ich habe mal eben ein paar Torten gebacken, flott mit Fondant bezogen, schnell einige Blümchen gebastelt und jetzt stehen fünf kleine nette Törtchen im Keller meiner Eltern und bibbern vor Angst. Noch einen Tag haben sie Zeit, dann ist ihr Dasein auf diesem Planeten bedroht, allmählich werden sie sich ihrer Endlichkeit bewußt. Das war die Kurzfassung. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, kann sich die Langfassung zu Gemüte führen, während wir, die Eingeweihten, zum Standesamt fahren. Gesammelte Werke am Ende des Beitrages.

 

HEUTE WIRD GEHEIRATET! 


IMG_1838
(Nein, nicht heute. Damals. Vor über zwei Monaten…)

Die Torte gibt es später.

 

Nach einer etwas ausgiebiger geschlafenen Nacht und einem schönen Frühstück im Rheydter Park-Hotel trafen wir uns bei meinen Eltern, um mit ihnen gemeinsam zum Standesamt nach Mönchengladbach zu fahren. 11.15 Uhr war der Termin, wir waren natürlich weit vor der Zeit im Anmarsch.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Rathaus Abteiberg

Abteiberg

schien nicht nur die Sonne – was wir uns gewünscht, aber nicht zu hoffen gewagt hatten – nein, man hatte auch noch meine Lieblingsfahnen zur Begrüßung an die Häuser gehängt.

Abteiberg

Wer meinen Werdegang etwas verfolgte, der weiß, dass meine Laune bei dem Anblick nicht hätte besser sein können. Und als ich dann kurz vor dem Ziel dieses Schild sah, war mir klar, es kann einfach nichts mehr schief gehen.Was es alles gibt…

Abteiberg

Aufgeregt war ich aber auch, schließlich heiratet der einzige Sohn (ich bin nicht so klein, Tobias ist so groß)

IMG_1630

nicht alle Tage so eine liebe Schwiegertochter.

IMG_2020
Richtig schön herausgeputzt war das Brautpaar, Dajana hat ihr Kleid sogar selber genäht, die Gäste hatten sich ebenfalls in Schale geworfen und die Trauung verlief harmonisch und lustig und rührend und es war einfach nur schön. Ein paar Taschentücher habe ich auch gebraucht, hach ja…

Abteiberg

Nach der  Zeremonie,

2012 05 18_0526_bearbeitet-1-1

dem ersten Kuss als frisch Vermählte,

2012 05 18_0526_bearbeitet-1-1
dem Ausschneiden eines Herzens aus einem Betttuch und nach dem Durchklettern desselben, was sichtlich Spaß bereitete,

Abteiberg

ging es zum Mittagessen mit 20 hungrigen Menschen in eine urige Bauerngaststätte, Haus Jägersruh in Mönchengladbach-Venn, die mir sehr gut gefallen hat. Vor allem diese bodenständige Küche. Kein Schnickschnack, sondern Gerichte, die zum Niederrhein passen und die zu uns passen und denen man anschmeckte, dass das Speisen sind, die oft zubereitet werden. Krustenbraten, Geschnetzeltes, Wirsing, Bohnen, Bratkartoffeln, Spätzle… alles lecker!

Totale Buffet

Die Gastwirte präsentierten einfach, was sie am besten konnten und ich habe lange keine bessere Roulade gegessen. "Keine Experimente" war hier Programm und das war auch gut so.

IMG_1630

Wir haben gespachtelt wie blöde und für den Nachtisch war kaum noch Platz. Leider hatten wir keine Zeit, uns auch noch körperlich zu betätigen. Was sicher nicht für Erstaunen gesorgt hätte, waren wir doch bei Menschen namens Pilates zu Gast, deren Urgroßonkel Josef Hubert eben dieser Pilates war, der das gleichnamige Training erfunden hat. Beim nächsten Mal machen wir ihm zu Ehren ein paar Verrenkungen, versprochen. Powerhouse, wir kommen. Später. Erst noch Käse essen. Und Brötchen.

IMG_1630
Ich habe lange überlegt, ob ich die Deko erwähnen sollte – ich muss es einfach tun, ich habe mich so amüsiert über all die toten Tiere an den Wänden,

2012 05 18_0683_bearbeitet-1 2012 05 18_0683_bearbeitet-1

sogar Igel waren dabei. Das ist Kult und wenn es jetzt noch kein Kult ist, dann wird das aber Kult werden. Wenn ich in Gladbach bin, muss ich wieder hin. Igel gucken.

2012 05 18_0683_bearbeitet-1

Jedenfalls haben wir köstlich gespeist, was unschwer am glücklichen Gesichtsausdruck abzulesen ist.

IMG_1865 IMG_1865

Am Nachmittag trennten sich unsere Wege, schließlich gab es noch viel zu tun.

Die Familie des Bräutigam-Vaters legte letzte Hand an die Ausstattung der Kunst-Scheune, die mein geschiedener Mann Wolfgang, Tobias' Vater, als Ausstellungsraum für seine Malerei nutzt. Alle Bilder, die ihr in den kommenden Beiträgen an den Wänden seht, hat er gemalt. Hauptsächlich sind es Motive niederrheinischer Landschaften, die mir immer ein wenig Heimweh verursachen, wenn ich sie sehe.

2012 05 18_0744_bearbeitet-1

Tobias' zweite Mutter, die einmalig-wunderbare Bozica, ist mit Tobias' Vater verheiratet. Sie hat Tobias wie einen eigenen Sohn in ihr Herz geschlossen und sie ist eine großzügige, warmherzige Frau, der ich unendlich dankbar bin für die Liebe, mit der sie an Tobias hängt und für alle guten Taten, die sie dem Kind und Mann angedeihen ließ und lässt. Bozica, ich umarme dich, du bist ein Schatz!

IMG_1861
Bozica und ihre sympathische Schwester, die extra mit dem Bus (und Slivovitz – oh Mann, da durfte man nicht kleckern, der brannte Löcher in die Tischdecke) aus Bosnien angereist war,

Bozica und ihre liebe Schwester

wirbelten wie die Hummeln herum, um alles piekfein zu machen. Die kreative Bozica hatte mal wieder nicht nur ein tolle Idee.

2012 05 19_0299

Überhaupt war die Scheune wunderschön geschmückt und ausstaffiert, hat mir richtig gut gefallen. Die Vorfreude auf die Feier stieg, ei, was war isch uffgerescht…

 

Ihr wollt Torte? Dann schaut einfach mal bei Teil 8.2 rein… der ist auch bald fertig.

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

Just married 7 – Schnuppschnüss beweist: Die Fondanthölle ist überlebbar

Just married 7 – Schnuppschnüss beweist: Die Fondanthölle ist überlebbar (Danke Norbert, Danke Mama, Danke Papa)

Ok… ihr wundert euch, wieso fast drei Wochen nach dem letzten Eintrag vergangen sind? Ganz einfach – um euch ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn man mit fünf Torten 250 km weit extremst ungern Auto fährt. Jeder Kilometer war eine einzige Tortur und ich hatte ja keine Ahnung, dass ich so phantasiebegabt bin. Ich habe alles aufgeschrieben, was mir durch den Kopf ging während der Fahrt und es hat eine Kladde von 1267 Seiten gefüllt und ich habe schon einen Regisseur gesucht, der dieses Grauen, dieses Splattermovie erster Güte – allererster Sahne quasi – verfilmen wird. Ja gut… noch habe ich keinen gefunden. Wird schon. Zurück zum Thema:

Es ist Donnerstag. Es ist Feiertag. Es ist der Tag des Tortentransportes. Dieser Torten:

Frühstück bei Ma und Pa

Eigentlich hatte ich vor, gemeinsam mit meinem allerliebsten Norbert (keine Ahnung, wie der Mann das alles aushält mit mir) sehr sehr sehr sehr früh an diesem Feiertagsdonnerstag nach Mönchengladbach zu Mama und Papa zu fahren, damit der Verkehr nicht so dicht ist und die Gefahr gering, dass ich laut kreischend vor Panik umdrehe (also von der Autobahn abfahre), auf den nächsten Parkplatz zusteuere und die kompletten Torten aufesse. Aber da wir in der Nacht zuvor wieder einmal sehr spät bzw. früh die Öhrchen aufs Kopfkissen legten, mussten wir erst mal ausschlafen. Bis 6.00 Uhr. Immerhin.

Danach die übliche Morgenroutine absolvieren, Auto packen = Millionen von Utensilien neben den Torten, Wäsche für drei Übernachtungen, Klamotten für Standesamt und Kirche – ich kam mir vor wie der Marrakesh-Express auf dem Weg nach Dopeington. Meinen Eltern hatte ich vorgeschlagen, gemeinsam zu frühstücken. Daraus wurde dann erst recht spät eine Art Brunch. Während der Fahrt gab Norbert immer wieder unsere Position durch, damit die Eltern nicht vor Sorge ins Gras bissen. Und irgendwann, so gegen Mittag, waren wir dann tatsächlich dort. Im Land meiner Träume. Ich habe vor Erlösung geweint, so froh war ich, als die fünf Biester endlich im Rheydter Keller standen.

Meine Mutter, den irdischen Genüssen nicht abgeneigt, hatte aus lauter Vorfreude auf ihre Kinder und deren glückliche Ankunft – ja! es ist wahr! wir haben MG ohne Probleme erreicht! – ein nettes Tellerchen voller Breakfast-Freuden für das unterernährte Töchterlein vorbereitet.

Frühstück bei Ma und Pa

So sind se halt, die Mütter. Schnell noch Kaffee in der Kopp jeschüttet und dann gingen die Vorbereitungen für die Torte in die nächste Runde. Irgendwie muss mir das Ei und vor allem der Speck sofort auf die Arme geschlagen sein.

Frühstück bei Ma und Pa

  • Memo für das nächste Mal: Ich sollte keine ärmellose Kleidung tragen und Fotos der Po-Ebene unterstreichen die Schönheit meiner wunderbaren Gestalt suboptimal.

Schwamm drüber: Eigentlich hatte ich ja vor, die Torten schon mit Fondant bezogen zu transportieren. Da mir die Zeit fehlte, wurden sie nur im Ganache-Kleidchen nach Gladbach geschafft, was sich im Nachhinein als goldrichtig entpuppte, denn die ein oder andere Delle in der Schoko-Sahne-Masse war doch entstanden. Das ließ sich aber mit einem warmen Messer wieder flott ausbessern. Bei Fondant wäre der Schaden irreparabel gewesen. Puh, Glück gehabt.

Stück für Stück wurden die Torten mit Fondant bezogen. Ich habe mit der kleinsten angefangen und mich langsam nach oben hochgearbeitet.

Frühstück bei Ma und Pa

Ich verwende Massa Ticino Tropica von Carma und bin immer wieder erstaunt, wie gut sich die Masse verarbeiten lässt.

Frühstück bei Ma und Pa

Für die Torten habe ich 7 Kilo Fondant benötigt und auch die ganz große Torte ließ sich absolut problemlos damit beziehen. Hier musste ich den Fondant immerhin auf 60 cm Durchmesser ausrollen und diese Platte dann auf der Torte positionieren. Das klappte viel besser, als vermutet. Uff!

Frühstück bei Ma und Pa

Man darf nur nicht während des Ausrollens mit Quatschen anfangen und kein Ende finden, dann trocknet die Chose ein und es gibt eine schrundige Oberfläche – so geschehen bei Torte Nummer Drei – 25 cm Durchmesser. Meine Mutter hat gesagt: "Datt sieht kein Mensch, mach' datt bloß nich' mehr neu!"

Frühstück bei Ma und Pa

Ausnahmsweise habe ich mal auf meine Mutter gehört und sie hatte auch recht. Wie immer.

Dann standen sie da. Fünf Torten. Alle mit Fondant bezogen. Alle in unschuldigem Weiß und ich mit tränennassen Wangen vor Erleichterung, dass ich tatsächlich soweit gekommen war. Ok, ich hätte vielleicht auf den Basteltisch meines Vaters* eine Decke legen sollen, aber es war mir sowas von piepegal in dem Moment. Ich wollte einfach nur staunen und mich freuen und glücklich sein, dass die fünf Kandidaten endlich parat waren für ihren Auftritt zwei Tage später.

Frühstück bei Ma und Pa

Jetzt musste ich nur noch ungefähr 50 Rosen machen (oder 10? oder 20? oder 100?) – ich hatte immer noch keine Ahnung, wieviele Blüten ich benötigte und da nach dem Spiel vor dem Spiel ist, setzten wir uns dann auf die Terrasse und ich machte Rosen, Rosen, Rosen, Rosen, Rosen.

Meine Mutter (73) hat uns währenddessen aufs beste bewirtet, bemuttert und betreut. Mein Vater (77) war ebenfalls ein wahrer Schatz und ich kann gar nicht genug "DANKESCHÖN" sagen, dass wir euch so lange auf den Wecker fallen durften, liebe Mama und lieber Papa.

Ma und Pa
Gegen 22.00 Uhr war dann Schicht. Ich konnte nicht mehr und wir sind Richtung Bett gewankt. Am nächsten Tag stand schließlich der schönste Tag im Leben meines Sohnes Tobias und seiner lieben Dajana an – die standesamtliche Trauung im Rathaus Abteiberg in Mönchengladbach. Es war soooo schön!

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

 

 

*Wusstet ihr eigentlich, dass mein Vater ganz tolle Krippen und Schwibbögen und Weihnachtsdekorationen machen kann? Ein richtiger Künstler ist das.

 






Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

Genau das waren meine ersten Gedanken, liebe Leser, als ich nach satten vier Stunden erholsamsten Schlafes um 8.00 Uhr am Mittwochmorgen (noch drei Tage bis zur Präsentation) versuchte, die Augenlider zu öffnen, was mir allerdings nur bis zur minimalen Schlitzgröße gelang.

Ich tastete mich bis zur Küche vor, heizte die Kaffeemaschine an, schnitt zwei Scheiben Brot ab, stellte schon mal den Teller auf den Tisch und brachte danach die gefüllte Kaffeetasse ins Esszimmer. Das sah dann so aus:

P1300842

Ich weiß bis heute nicht, wer die zweite Tasse hingestellt hat. Da ich alleine im Haus war, werde ich es wohl gewesen sein, aber erinnern kann ich mich nicht daran.

In Anbetracht meiner mentalen Konstitution versprach der Tag ausgesprochen heiter zu werden. Auch wegen des Plans.

Der Plan: Schichtkuchen füllen – vorher Füllungen herstellen. Fünf Torten zweimal mit Ganache beziehen. Fünf Torten mit Fondant beziehen. Auto mit 1,79 Milliarden Back- und Dekountensilien, Rosen, Klamotten und Ehemann bepacken (letzterer darf die Nacht noch im Haus verbringen). Und vielleicht auch mal schlafen?

9.00 Uhr ging es los:

Ganache aus dem Kühlschrank holen – die hatte ich am Vortag zubereitet.

Die Füllungen für die Schichttorte herstellen und die Böden füllen. Damit war ich mittags fertig.

P1300842

Der Rand war mir zu dunkel und zu trocken geworden. Ein scharfes Messer und beherzte Schnitte erlösten ihn von seinem Elend.

P1300842

Normalerweise ruht die Torte über Nacht im Kühlschrank. Dafür war jetzt keine Zeit mehr. Kühlschrank auf maximale Kühlleistung fahren, beschwerte Torte rein und gut war.

Ganache aufschlagen. Juhu – sie ist geronnen, verda…!"&&%//%$$§§""… Thermomix rausholen, Ganache vorsichtig erwärmen und dabei aufschlagen. Hey, das klappt ja super! Wieder was gelernt. Ganache etwas abkühlen lassen und auf die drei dunklen Torten (Oma B., Zebra, Nuss) schmieren streichen. Zunächst einmal nur dünn, um die Krümel zu binden. Torten in den Kühlschrank stellen und kühlen. Dann nochmals Ganache aufstreichen, diesmal möglichst ordentlich und faltenfrei, so glatt wie ein Kinderpopo oder meine jugendlichen Wangen. Oder so. Auf alle Fälle glatt, glatt, glatt, sonst wird der Fondant hubbelig, das möschten wir nischt.

P1300842

Zebra ohne Streifen

Den kleinen Zebrakuchen zu beziehen, stellte noch keine Herausforderung dar. Aber die untere Etage mit dem Quark-Nuss-Nougat-Kuchen hat mich schon an den Rand der Verzweiflung gebracht. Die Handhabung einer so großen und schweren Torte ist reichlich gewöhnungsbedürftig und ich hatte große Angst, dass mir das Teil durchbrechen könnte.

P1300842

Mann, ist die dick, Mann!

Damit die beiden Einzelböden schön aufeinander bleiben und nicht verrutschen, habe ich eine Zwischenschicht Ganache eingezogen – das war vielleicht ein Akt. Zu wenig Ganache hatte ich auch, so musste ich nochmal ran und welche nachmachen. Beim Geradeschneiden des Kuchens entdeckte ich, dass er so gerade eben durchgebacken war – also wirklich nur so gerade eben. Mache ich jetzt immer, er ist dann so schön saftig. Endlich, der Koloss ist bezogen:

P1300842

Für dieses Riesenteil habe ich keinen Tortencontainer auftreiben können. Meine Freunde bei facebook unterstützten mich – nicht nur in dieser Beziehung – tatkräftig bei der Suche und boten mir unter anderem an, einen Kühlwagen zu mieten oder ein Kühlhaus zu kaufen. Ist doch schön, wenn das tiefste Innere mit der großen Schachtel voller Begehrlichkeiten von den Freunden gelesen werden kann wie ein offenes Buch. Ihr seid die Besten! Am Ende wurde es dann ein Karton.

Weiter: Schichttorte rausholen, ebenfalls zweimal mit Ganache beziehen. Punschtorte zweimal mit Ganache beziehen. Ach, die ist ja noch gar nicht zubereitet. Ganache herstellen. Abkühlen lassen. Punschtorte zweimal mit Ganache beziehen.

Torten mit Fondant beziehen. Mit Fondant beziehen? Einen hysterischen Lachanfall unterdrückend dieses Vorhaben auf den nächsten Tag – bei Mama – verschieben.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich noch Rosen, Rosen, Rosen herstellen musste? Das machte ich auch noch, irgendwann zwischen Tag und Traum. Partiell. So ungefähr 50 oder 70 oder 97 oder …ich hab doch auch keine Ahnung wieviel Rosen ich brauche ver..&%$$$§)??=))&… brauchte ich noch für diese Torte, die ich nie, nie, niemals heil nach Mönchengladbach bringen würde.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir morgens schon früh los wollten, ging ich dann mal früh ins Bett. Schon um 2 Uhr. Diese Kandidaten wollten auch mit:

Hochzeitstorten, nackig
Nix, die kamen in den Keller. Zum Abkühlen.

Ich brauchte auch Abkühlung. Ich fahre doch so ungern Auto. Die Autobahn rief. Nur noch ein paar Stunden…

Kopfkino an: "Wir werden einen Unfall haben, ich werde eine Vollbremsung machen, der Kuchen wird durch den Innenraum geschleudert und die armen, armen Kinder, Eltern, Schwestern, Schwäger, Nichten, Neffen, Freunde, Nachbarn, die ganze Welt wird an unserem Grab stehen und sagen: "Typisch Jutta. Von einem sieben Kilo schweren Nusskuchen erschlagen. Typisch!""

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

 

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Guten Morgen, liebe Leser. Wir schließen die Augen (NEIN! Du nicht! Du musst weiterlesen!!!), wir atmen ruhig, wir gehen zurück in die Vergangenheit. Es ist Mittwoch, noch drei Tage bis zur Präsentation. Mittwochmorgen, 3.50 Uhr. Langsam gehen wir weiter zurück in die Vergangenheit. Es ist Dienstagnacht. Dienstagabend. Dienstagnachmittag. Dienstagmittag. Dienstagvormittag. Dienstagmorgen…..Montagabend. Was sehen wir?

2012 05 14_0933 Worschtdealer – Best Worscht in Town

Diese nette kleine Portion Worscht vom Worschtdealer

2012 05 14_0933

wird für die nächsten Stunden und Tage das letzte herzhafte Gericht sein, das die Autorin dieser Zeilen zu sich nehmen wird. Der Worschtdealer besitzt in Frankfurt und Umgebung ein paar versteckte Winkel, wo er seine heiße Ware vertickt. Als Belohnung für eine gute Nachricht vom Arzt, bei dem ich zuvor war, habe ich mich dem Schlemmen von diesem grässlich abhängig machenden Stoff hingegeben. Man kann dort im Snack Point Currywurst in verschiedenen Schärfegrade bestellen – ich hatte die Weicheiversion – und das phantastische Bauernbrot als Beilage ist der Knaller überhaupt. Man kann sich auch noch was nachholen, wenn man immer noch Hunger haben sollte. Zudem sind die Dealer entweder total freundliche Zeitgenossen oder aber so frankfurterisch-kodderisch, dass es zur Worscht auch noch eine Menge Entertainment dazu gibt.

Ähm, wo war ich? In der Vergangenheit. Stimmt. Also weiter. Wir bleiben stehen auf unserem Weg in die Vergangenheit. Allmählich, Schritt für Schritt bewegen wir uns in die Gegenwart zurück. Es ist Montagabend. Es ist Montagnacht. Es ist Dienstagmorgen.

DINGDONG! DINGDONG!! DINGDONG!!!

Erquickt von einer wunderbaren Nacht springt Frau Schnuppschnüss aus den Federn. Juhu! Heute ist der wunderbare Tag, an dem ich wieder meine geliebte (hust) Punschtorte backen "darf". Ich freue mich schon sehr darauf, weil es doch immer so toll klappt mit der gefügigen Punschtorte. Zum Beispiel damals, als ich die Punschtorte "Biene Maja" buk.

Punschtorte, Detail2

Für meinen Vater. Damals gingen nur vier oder fünf Sachen schief, kaum der Rede wert (klick hier für die ausführliche Story).

Danach habe ich die Torte wieder gebacken zur Hochzeit der Tochter meiner liebsten Nachbarin, der wunderbaren Duuurrris aus Schloggebach.

Punschtorte

Damals gingen nur noch drei oder vier Sachen schief, überhaupt kein Thema. Stand ich total drüber. War mit absolut egal und hat mich überhaupt nicht um Lichtjahre altern lassen (klick hier für die ausführliche Story).

Was soll ich sagen, ich konnte es einfach nicht lassen, die Torte schmeckt eben so gut und sieht so gut aus und da mein Sohn meinte, eine Torte könne nie genug Marzipan enthalten und da er doch, zusammen mit seiner Dajana, die Hauptperson bei der Hochzeit war, hab ich sie halt wieder gemacht. Glaubt es oder nicht, ett fluppte wie am Schnürchen. Zunächst jedenfalls.

P1300811

Mein Plan für den Tag: Biskuitböden für die Punschtorte backen. Biskuitböden für die Schichttorte backen. Mürbeboden für die Schichttorte backen. Füllungen für die Torten bereiten. Tränke für die Punschtorte bereiten. Ganache herstellen, einmal dunkel, einmal hell, einmal Nuss. Torten abends füllen und über Nacht ruhen lassen. Tja, das war's schon, das sollte doch wohl bis abends zu schaffen sein.

Ich habe den Punsch-Biskuit (2 x 30 cm) ohne Probleme backen können, auch hier in zweifacher Ausführung, wegen der Tortenhöhe.

P1300811

Zwischendurch wurde noch eben die Schichttorte vorbereitet, die Biskuitböden (2 x 20 cm) sollten nach dem Punsch-Biskuit in den Ofen und so geschah es. Zwischendurch immer wieder spülen, spülen, spülen. Und Eier aufschlagen, denn heute benötigte ich derer 28 für meine Aktionen.

P1300811

Als die vier Böden gebacken waren, auskühlten und die Küche wieder in einen begehbaren Zustand versetzt war, zog bereits der Nachmittag herauf.

Hilfe! Wo ist die Zeit geblieben? Na, jetzt noch schnell den Mürbeboden backen und dann ist ja schon die halbe Miete drin. Schlau wie ich bin, habe ich den Teig im Thermomix geschreddert, einen Tortenring auf eine Tortenplatte aus Aluminium gesetzt, diese Schredderbröselmasse in den Ring geschüttet, festgedrückt und ab in den Manzfred damit. Das hat schon öfter geklappt, allerdings habe ich damals ein Blech verwendet. Mit dieser Alutortenplatte war das viel einfacher und viel…. blöder. Das merkte ich, als ich den fertigen Boden, der mir ausnahmsweise mal nicht verbrannt war, aus dem Ofen holen wollte. Irgendwie ging das nicht. Ich bekam diese Tortenplatte nicht aus dem Ofen. Sie war festgebacken. Zunächst habe ich noch vorsichtig gerüttelt, dann mit einem Küchenfreund dagegen gedrückt, am Ende musste ich ein großes Tortenmesser zur Hilfe nehmen, mich unter Backplatte und Alublech fummeln und diese Aluplatte quasi vom Ofenboden schneiden. Wieso, weshalb, warum das so war?

Ich hatte total vergessen, dass die Platte auf einer Seite eine Plastikbeschichtung hatte – ich nehme an, um sie vor Kratzern zu bewahren –

P1300811

und ich IDIOTIN hatte diese Plastikschicht nicht entfernt. Also löste sich beim Backvorgang das Plastik durch die Hitze auf und ging eine wunderbare Liäson mit meinem armen Manzfred ein.

P1300811

Ich habe mir einen Wolf geputzt und mir den Mund fusselig geschimpft, was dazu führte, dass mein Timing total neben der Spur war. Irgendwas ist ja immer mit dieser blöden, doofen, miesen Punschtorte. Obwohl sie eigentlich nix dafür kann. Ach, aber immer diese blöde Punschtorte, ich kann sie nicht ausstehen. Aber sie schmeckt halt so gut. Doofe Punschtorte, doofe! 

Jetzt fing das Routieren an. Ich mache es kurz. Ich habe es an diesem Tag noch geschafft, die Punschtorte zu füllen und für die Nachtruhe bettfein zu machen. Ich habe geschafft, die Ganache vorzubereiten – sie muss eine Nacht im Kühlschrank oder im kalten Keller auskühlen, erst dann kann man sie verarbeiten.

Die Schichttorte habe ich nicht mehr füllen können, denn mittlerweile war der Nachmittag in den Abend übergegangen, dieser in die Nacht und irgendwann war es 3.50 Uhr am Mittwochmorgen – ihr erinnert euch? Ich war fertig mit der Welt. Die Küche war sauber und bereit für den nächsten Tag, also eigentlich für gleich, ich bin nur noch ins Bett gefallen. Wecker war auf 8.00 Uhr gestellt, der arme Norbert hatte einen Zettel vor der Schlafzimmertür liegen: "Kaffee ist in der Maschine, nur noch anstellen. Frühstückstisch ist gedeckt. Bitte in der Kantine essen. Auf keinen Fall wecken.Tschöh."

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Es ist Samstag. Der Countdown läuft. Noch eine Woche bis zur Präsentation.

Ihr wisst noch? Fünfstöckig? Nuss, Punsch, Oma B., Schicht und Zebra? Alles paletti, dann legen wir mal los mit dem Backen.

Einen Tag zuvor hatte ich die Zutaten eingekauft. Mein Einkaufszettel wies unter anderem folgende Posten auf: 80 Eier, 1,3 Kilo Haselnüsse, 1 Kilo Nougat, 1,2 Kilo Quark, 1,8 Kilo Marzipanrohmasse, 1,6 Kilo Aprikosenkonfitüre, 3 Kilo Zucker, 1 Kilo Puderzucker, 1,2 Kilo Kuvertüre, 500 Gramm Haselnussschokolade, 400 Gramm Bitterschokolade, 400 Gramm Nougatschokolade, 20 Becher Sahne und diverser Kleinkram. 7 Kilo Fondant hatte ich schon zuvor geordert – spätestens jetzt dürfte wohl klar sein: ich hatte viel vor. 

Bedenken muss man bei der Vorbereitung, dass für solche Tortenpräsentationen die einzelnen Backwerke ungefähr 8 cm hoch sein sollten. Das lässt sich aber meist nicht bei einem Backvorgang erreichen. So war ich gezwungen, jede Torte zweimal zu backen (= 10 Torten), worauf ich wenig Lust verspürte. Mein Plan: Die Teigmengen in einem Arbeitsgang mit zwei Küchenmaschinen herstellen,  zwei identische Formen füllen und beide Etagen des Manzfreds ausnutzen. So konnte ich in einem Arbeitsgang abwiegen, rühren, Formen füllen, backen. Ich bestellte also alle Formen nochmal, bis auf die untere.

2012 05 26_0872
Zum Glück fiel mir nämlich vorher noch auf, dass ich nur eine Küchenmaschine besitze, die so groß ist, dass ich die einfache Menge Teig für einen Kuchen von 35 cm Durchmesser herstellen kann. Die Kenwood war dazu in der Lage, die KitchenAid überfordert, die Rührschüssel ist schlicht zu klein. Die untere Etage der Torte wurde also in zweimaligem Arbeitsgang hergestellt, der Rest unter Zuhülf!enahme meiner beiden Küchensklaven in Sachen Quirlen und Kneten.

  Doppelwhirler

Das Problem beim Backen von Unmengen an Torten ist unter anderem auch, dass sie möglichst frisch und möglichst essbar (nicht verschimmelt, ranzig, umgekippt – echt jetzt!) päsentiert werden sollten. Für mich bestand die logistische Herausforderung darin, die Kuchen möglichst spät zu backen (außer Oma B.) und die Ganache, die zu einem großen Teil aus Sahne besteht, noch viel später als spät herzustellen, damit bloß nichts schlecht wird. Gedanken an hohe Außentemperaturen zur Zeit der Herstellung resp. des Transportes bringen mein Blut in Wallung und mich um den Schlaf. Und hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Feier 250 km von meinem Wohnort entfernt stattfand?

Das sich von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde steigernde Unbehagen, im Folgenden "Grauen" genannt, ging diesmal so weit, dass mein Zahnarzt nach der Tortenshow fragte, ob ich Stress gehabt habe – es seien Schleifspuren auf den Zähnen erkennbar vom nächtlichen Knirschen. Ihr könnt euch also ungefähr vorstellen, wie es in mir arbeitete und welche Gedankengänge ich hegte.

Verschärfend kam hinzu, dass ich montags, also an dem Montag vor dem Hochzeits-Samstag, einen Arzttermin hatte, den ich nicht aufschieben wollte. Ich hatte monatelang gewartet und musste ihn wahrnehmen. Ein Tag, der mir sehr fehlte bei den Vorbereitungen. Deshalb fing ich schon am Samstag mit dem Backen an.

Backformenparade-1
Die Sachertorte "Oma Buchholtz" wird ja ohnehin sehr frühzeitig gebacken (ich war eigentlich schon zu spät dran) und da ich einmal im Element war, habe ich auch gleich die Nougat-Nuss-Quark-Torte und die Zebratorte gebacken.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Etage 5 – oben: Zebrakuchen (M)
Kategorien: Rührkuchen, Zebrakuchen, Motivtorte
Menge: 1 Kuchen

Zutaten

5     Eigelb
250 Gramm   Zucker
1/2 Teel.   Salz
1 Pack.   Vanillin-Zucker
1/2     Fläschchen Butter-Vanille-Aroma
125 ml   Wasser, lauwarm
250 ml   Speiseöl
375 Gramm   Weizenmehl
1 Pack.   Backpulver
5     Eiweiß
2 Essl.   Kakao

Quelle

  Dr. Oetker "Modetorten"
  ISBN: 978-3-7670-0383-x
  Erfasst *RK* 02.08.2008 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 160° vorheizen.

Eigelb, Zucker und Vanillinzucker in der Küchemaschine schaumig rühren. Butter-Vanille-Aroma, Wasser und Öl unterrühren.

Mehl und Backpulver mischen, sieben und mit dem Schneebesen vorsichtig unterziehen. Eiweiß mit Salz steifschlagen und ebenfalls unterziehen. Teig teilen und eine Hälfte mit Kakao vermischen.

Zunächst 2 Esslöffel des hellen Teiges in die Mitte einer Springform (Durchmesser 26 cm, Boden gefettet, mit Semmelbröseln bestreut) geben (nicht verteilen). Auf den hellen Teig 2 Esslöffel vom dunklen Teig geben (nicht daneben).

Den Vorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Dabei nicht glattstreichen.

Backen 50-60 Minuten. Stäbchenprobe!

Backen konventionell: Ober- und Unterhitze, 180° vorgeheizt; Heißluft 160°, nicht vorgeheizt; Gas: Stufe 2-3, nicht vorgeheizt.

Nach Geschmack mit Zuckerguss oder Schokolade beziehen.

=====

 

P1300798

Oma Buchholtz (Zwillinge, mehreiig) und zwei kleine Zebras

Das Enthäuten der Nüsse für die große Torte brachte mich fast um den Verstand. Die billigen Flittchen waren kein Problem, die zogen sich so schnell die Klamotten aus, so schnell konnte man nicht gucken. Aber die teuren, mondänen Supernüsse – oh nee, was hatte ich da für eine Mühe, die zum Entblättern zu überreden. Zudem hätte die Nougat-Quark-Nuss-Torte nicht viel größer sein dürfen, die Form passte so gerade noch in den Manzfred und auch ansonsten war der Umgang mit so einem großen, schweren Kuchen gewöhnungsbedürftig.

P1300798

Aus lauter Angst, dass das Gebäck (nicht die Sachertorte) während der Ruhezeit zu trockenen, schimmeligen, ranzigen, umgekippten also ungenießbaren Ungetümen mutierte, wurde es mit schlechtem Gewissen eingefroren.

P1300798

Im Nachhinein betrachtet, würde ich es immer wieder so machen, denn die Torten waren bei der Präsentation frisch und geschmacklich oder von der Konsistenz her war kein Unterschied feststellbar.

Hier mal das Rezept für den Nusskuchen für den etwas größeren Haushalt:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Etage 1 – unten: Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M/TM)
Kategorien: Motivtorte, Hochzeitstorte
Menge: 2 Aluformen von 35 cm Durchmesser

Zutaten

640 Gramm   Margarine
1,06 kg   Zucker
1 Teel.   Salz
22     Eier, Größe M
1,1 kg   Magerquark
900 Gramm   Nougatmasse
1,3 kg   Haselnüsse
900 Gramm   Mehl
70 Gramm   Weinstein-Backpulver

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  www.torten-talk.de, Userin Winterkirsche
  Erfasst *RK* 15.04.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

ACHTUNG! MENGE DER ZUTATEN HALBIEREN; ZWEIMAL BACKEN; NUR EINE ALUFORM VORHANDEN; KENWOOD VERWENDEN – KA ZU KLEIN;

Nougat im Wasserbad schmelzen.

Haselnüsse in einer Pfanne fettfrei rösten, in ein Sieb schütten und soviel wie möglich von den Schalen entfernen. Abkühlen lassen und im TM fein zerkleinern.

Obere Etagen des Manzfreds auf 150° C vorheizen.

Aluform fetten und bemehlen.

Die Margarine mit Zucker und Salz cremig schlagen, die Eier nacheinander zufügen. Quark, Nougat und die Haselnüsse zur Eicreme geben und verrühren. Mehl mit Backpulver unterrühren.

Kuchen eine gute Stunde backen, unbedingt Stäbchenprobe machen. Der Kuchen sollte so gerade gar sein. Auf keinen Fall zu lange backen.

Anmerkungen, Jutta: ich habe zum Teil irgenwelche Luxusnüsse verwendet, die teuer waren, deren Haut sich aber kaum abrubbeln ließ. Krise!! Die billigen Nüsse sind da bedeutend williger, sich nackig zu machen.

=====

Am Ende dieses Backtages, nach 11,5 Stunden in der Küche und der Verarbeitung von 43 Eiern, 1300 g Nüssen, 900 g Nougat, 1 kg Butter, 1,2 kg Quark, 1,6 kg Mehl, 1,75 kg Zucker und 400 g Schokolade und mit Spülhänden, die Tante Tilly in die ewige Ohnmacht getrieben hätten, hatte ich KEINEN BOCK mehr!!! Aber das war ja erst der Anfang… manchmal ist es halt gut, wenn man nicht alles vorher weiß, gell?

Aussicht auf die nächste Folge: die böse gemeine und immer für eine Überraschung gute Punschtorte und die brave Schichttorte, die immer funktioniert. Blöde Punschtorte! Blöde!

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

 

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Arbeitsplatz Wohnzimmer Blüten

Ok – kommen wir also zu den Blumen. Dass der Beitrag, wie gestern angekündigt, noch gaaaanz lange auf sich warten lassen würde, war geflunkert. Und da einige LeserInnen gestern so sehr auf einen pünktlichen Eintrag gewartet haben, der nicht kam, lasse ich euch heute ein wenig früher an den grausigen Geschehnissen teilhaben.Vielleicht kommt ihr ja doch noch irgendwann in den Schlaf. Seid also stark!

Der Traum:

Blumenkaskaden, Orchideen, Margariten, Tulpen, Wicken, Narzissen, Maiglöckchen, Gerbera – Blüten, eine schöner als die andere, breitgefächerte Variationen aus dem Reich der Flora, duftige Kleinode der Zuckerpastendekorierkunst, von lebendigen Exemplaren nicht zu unterscheiden. Hach ja…

Die Realität:

Ich habe es wirklich versucht. Ich habe Unmengen an Büchern geordert. Ich habe Blütenpaste selber hergestellt. Ich habe Blütenpaste gekauft. Ich habe Ausstecher rangeschafft. Ich habe wochenlang das Wohnzimmer mit meinem Bastelgedöns überflutet. Und irgendwann, als 

D A S

OMG - die Orchideen des Grauens


OMG - die Wicken des Grauens

 als Ergebnis meiner Anstrengungen vor mir lag, wurde mir eines klar:

Ich kaufe frische Blumen!

Merke:

Wer einen Rolls Royce vor der Haustür stehen hat, aber keinen Führerschein besitzt, der muss das Fahren den Könnern überlassen. Kreiiiiiisch!!!

Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass alle Blumen, die man hier so kaufen kann, mit Pestiziden verseucht sind und absolut ungeeignet, eine Torte zu zieren, welche man danach noch essen möchte. Also fragte ich bei facebook nach, ob man irgendwo ungespritzte Blüten kaufen könne. Darauf entwickelte sich eine Diskussion, unter anderem zwischen Cami, Frau Kampi und mir. Tenor Frau Kampi: "Kein Problem! Man kann ohne weiteres frische Blumen verwenden." Tenor Cami: "Mach' doch das was du kannst – Rosen!" Tenor ich: "Lieber Gott, bitte lass es einen Knall geben und es ist Juni. Oder lass mich auf einer schönen Insel aufwachen, mitten im blauen Ozean."

 

Cuba Cajo Levisa
Boah, datt klappt ja!!! Ich bin erschüttert!!!! Was soll ich mir bloß als nächstes wünschen?

Nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen hatte, war die Insel verschwunden und ich habe auf Cami gehört. Nicht, dass ich frische Blumen doof gefunden hätte. Aber ich war in Wöllstadt und die Hochzeit fand in Mönchengladbach statt. Ich hätte gerne persönlich mit den Menschen gesprochen, bei denen ich die Blumen gekauft hätte. Also Rosen. Die Kinder wurden gefragt, sie waren einverstanden und so stand die Deko endlich. Ich hatte einen Plan, ein Gerüst, an dem ich mich festhalten konnte:

Hochzeitstorte. Fünfstöckig. Mit Ganache bestrichen. Mit Fondant eingedeckt. Mit Rosen umlegt. Farbe Weiß. Na denn, man los…War ja noch massig Zeit, so ungefähr zwei, drei Wochen – hahaha.

Wieder Blütenpaste bestellt, Wohnzimmer in eine Rosenblütenhölle verwandelt. Das Kochen eingestellt. Brot gekauft! Irgendwie alles runtergefahren und dann Rosen, Rosen, Rosen gemacht. Mein armer Mann!

 

P1300758
P1300792
P1300792
P1300792
Zwischendurch noch eine Woche Griechenland – hier eine wunderschöne Ansicht von den Felsen des Weltkulturerbes Meteora, wie es sich uns an dem Morgen der Besichtigung offenbarte:

Meteora oder so

Nebenher immer wieder Inserate gewälzt, Makler angeschrieben, Makler angerufen, Häuser angeschaut, überlegt, diskutiert, abgesagt. Nervtötend!

Als die heiße Phase der Hochzeitswoche begann, war ich immer noch nicht fertig mit den Biestern. Und ich hatte montags noch einen vor Monaten gemachten Arzttermin, der Tag fiel schon mal flach. Wie lange wir noch Rosen gemacht haben, lest ihr in einem anderen Post. Auch, dass viele Rosen umsonst gemacht wurden. Aber das war dann auch schon egal.

Öhm, will eigentlich jemand wissen, wie die Rosen hergestellt wurden? Also Draht einmal umbiegen, so dass ein Häkchen entsteht. Einen Blütenpastenkegel herstellen, Draht reinstechen, über Kopf trocknen lassen. Dann geht es so weiter, wie hier beschrieben, nur mit dem Unterschied, dass die Blumen immer über Kopf getrocknet werden. Und ich habe nur fünf Blütenblätter als letzte Reihe gemacht. Diese fünf Blätter wurden am Rand mit einem Balltool auf einem Schaumkissen behandelt, damit die Ränder schön dünn werden und sich ein wenig wellen. Bei manchen habe ich noch mit einem Zahnstocher auf einem Fingerknöchel nachgearbeitet, damit sie besonders filigran werden. Schweinearbeit!

Aussicht auf morgen: vielleicht gibt es zu diesem Thema erst am Samstag wieder was zu lesen. Aber zu einem anderen Thema vielleicht schon morgen. Vielleicht aber auch nicht. Hach, ist das aufregend. Das mit morgen.

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

 

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M-TM)

P1300623

So, ungefähr im November letzten Jahres war also klar: "Das Kind heiratet!"

Dajana hatte ich mittlerweile auch kennengelernt und ich war sehr, sehr einverstanden. Was ja eigentlich auch egal ist, aber so ist schöner.

Weihnachten wurde bei meinen Eltern gefeiert und da beratschlagten wir, wie die Torte denn aussehen soll.

Den beiden Turteltauben schwebten Torten vor, die auf Säulen ruhen. Mir schwebten mindestens vier Etagen vor. Gestapelt. Warum? Weil man Torten, die gestapelt sind, nicht so aufwändig dekorieren muss. Man hat halt kaum Oberfläche und nur den Rand, auf dem man sich austoben kann.

Den Kindern schwebte eine Blütenkaskade vor, die sich elegant von oben nach unten entlang des Kuchens ergießt, malerisch hinab fließend in mäandernden Bögen. Mir schwebten grauenvoll missratene Gebilde vor, die einer großen Gästeschar zum Amusement dienten und die als Protagonisten eines spontan ins Leben gerufenen Ratespieles fungierten mit dem lustigen Titel: "Interpretation des Grauens oder Was will die Künstlerin uns damit sagen?" Nach deren Veröffentlichung in einem meiner Lieblingsforen "Cake Wrecks" wurde diese Website wegen Gefährdung der mentalen Gesundheit für immer geschlossen.

Tortenbücher wurden gewälzt, Tortenfotos wurden hin und her geschickt, Anleitungen wurden gelesen, mir wurde immer mulmiger. Wie sollte ich die Blüten machen, wie sollten die Blüten über die "Leerstellen" geleitet werden, würden die Säulen die einzelnen Kuchen tragen? Mir wurde noch mulmiger.

Mittlerweile war Februar oder März, ich kam nicht in die Pötte.

Hinzufügen muss ich, dass wir seit Januar auch noch intensiv auf Haussuche waren bzw. sind. Jaaa, ich weiß, manch einer von euch wird sagen "Wie? Ich denke die ziehen nach Bayern…!!??!!". Wir ziehen nicht nach Bayern. Diese Geschichte wird auch noch zu erzählen sein. Aber nur kurz und nicht jetzt.

Also, wir waren auf Haussuche und ich hatte irgendwie für alles keine Zeit. Keine Zeit zum Üben, keine Zeit zum Ausprobieren, keine Zeit mal alles so richtig akribisch zu planen. Deshalb schwamm in meinem Kopf der Hochzeitstrubel wie wild hin und her, ich war zu keinem klaren Gedanken fähig. Bis auf dieses diffuse Gefühl der Panik.

Klar war zu diesem Zeitpunkt nur, dass ich keinen Kuchen mache mit Säulen. Und dass der Kuchen fünfstöckig werden soll. Er soll mit Fondant überzogen werden und er soll weiß sein. Und Blumen haben. Selbst gemachte Blumen.

Ich hatte auch eine entfernte Ahnung, welche Torten ich backen wollte. Nur die untere Etage, die große, auf der quasi der ganze Aufbau ruhen sollte, dazu fiel mir nicht so viel ein. Es sollte ein saftiger Kuchen sein, ein Kuchen, den man gut vorbereiten und aufbewahren kann. Zudem musste er eine gewisse Stabilität haben, weil ja noch vier Kuchen… Oh je..

Hilfe kam mal wieder aus dem Forum torten-talk in Form eines Nougat-Quark-Nuss-Kuchens, den ich der Userin Winterkirsche stibitzte. Netterweise war sie auch sofort damit einverstanden, dass ich das Rezept hier veröffentliche. Viel später habe ich herausgefunden, dass eine euch wohlbekannte Bloggerin ebenfalls diesen leckeren, saftigen Kuchen gebacken hatte. Petra von Chili und Ciabatta hat ihn zumindest in der Rezeptgruppe RezKonv gepostet. Aber einen Blogeintrag dazu habe ich nicht gefunden.

Ich startete also ein Probebacken und diese Torte war soooo gut, ihr müsst sie einfach mal versuchen.

Nougat-Quark-Nuss-Kuchen
Ohne vorgreifen zu wollen, mein Lieblingsneffe Tim hat sich sogar ein zweites Stück am Tag der Hochzeit geholt, was ich als großes Kompliment empfand. Das war also auch geklärt. Wir halten fest:

  • Oben: Zebratorte – 15 cm Durchmesser
  • Zweite von oben: Schichttorte – 20 cm Durchmesser
  • Mitte: Oma-Buchholtz-Torte – 25 cm Durchmesser
  • Zweite von unten: irgendwasgehtimmerschiefmitdiesermiesenPunschtorte – 30 cm Durchmesser
  • Unten: Nougat-Nuss-Quark-Torte – 35 cm Durchmesser

Jetzt gibt es erst mal das Rezept für die Nusstorte, damit wir uns dann ab morgen oder so irgendwie schön der Reihe nach den Geschehnissen der letzten Tage widmen können.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M/TM)
Kategorien: Motivtorte, Hochzeitstorte
Menge: 1 Aluform von 24 cm Durchmesser

Zutaten

150 Gramm   Margarine
250 Gramm   Zucker
1/4 Teel.   Salz
5     Eier
250 Gramm   Magerquark
200 Gramm   Nougatmasse
300 Gramm   Haselnüsse
200 Gramm   Mehl
1 Pack.   Weinstein-Backpulver
      Haselnuss-Glasur

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  www.torten-talk.de, Userin Winterkirsche
  Erfasst *RK* 15.04.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Aluform fetten und bemehlen. Manzfred auf 160° C vorheizen. Nougat im Wasserbad schmelzen.

Haselnüsse in einer Pfanne fettfrei rösten, in ein Sieb schütten und soviel wie möglich von den Schalen entfernen. Abkühlen lassen und im TM fein zerkleinern.

Die Margarine mit Zucker und Salz cremig schlagen, die Eier nacheinander zufügen. Quark, Nougat und die Haselnüsse zur Eicreme geben und verrühren. Mehl mit Backpulver unterrühren.

Kuchen eine Stunde backen, 15 Minuten vor Ende der Backzeit mit Alufolie abdecken.

Gut auskühlen lassen (am besten über Nacht) und mit Haselnuss-Glasur überziehen.

Anmerkungen, Jutta:

Gebacken: 15.04.2012 / einen Tag später probiert – köstlich! Fester Kuchen, der aber saftig schmeckt. Das Nougat unterstreicht den Geschmack der Haselnüsse. Sehr gut.

BEIM NÄCHSTEN MAL: Kuchen bei 150° C backen. Damit umgeht man eventuell das Abdecken.

=====

Zwischendurch übte ich immer wieder Orchideen oder Blumen, deren Namen ich vergessen habe und die auch genau so aussahen. Ich habe trotz der Befürchtungen, dass meine Kamera das nicht überlebt, ein Foto gemacht. Aber das gibt es erst später. Wenn ich von frischen Blumen, Sandra und Cami berichte. Aber das dauert noch.. laaaange…

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

 

Wer eine interessante Abhandlung über die "Hochzeit auf dem Lande" lesen möchte, wende sich bitte vertrauensvoll an Petra Foede, die den Leser in ihrem Blog auf kulinarische Zeitreisen entführt.

 

 

 

 

Just married 1 – Prolog

Ist es wirklich wahr? Kann das wirklich sein? Ist das tatsächlich schon so lange her?

Ich sehe mich noch nähend kurz vor Karneval in der Küche sitzen, um diesem süßen Fratz die Halskrause als krönenden Abschluss seines von mir selbst genähten Karnevalskostüms zu basteln.

  Tobias als Clown

So ungefähr 23 Jahre später klingelte eines Tages das Telefon und dieses putzige Kerlchen teilte mir mit, dass er heiraten wolle. Schluck!

So früh! So schnell!! So übereilt!!! Ach herrjeh. Und wen denn? 250 km vom Wohnort des Sohnes entfernt, hatte ich zwar schon von der Freundin gehört, aber gesehen hatte ich sie noch nicht. Und warum muss man überhaupt heiraten? 25 Jahre alt und heiraten. Das muss doch nicht sein! Ich glaube, mein Sohn war ziemlich enttäuscht, als ich frisch von der Leber weg meine Meinung kund tat. Nachdem er mit einem "Ich dachte, du würdest dich mit uns freuen!" den Hörer aufgelegt hatte, hab ich dann doch mal angefangen, mein Hirn einzuschalten.

Und da fiel mir auf:

  • als ich das erste Mal heiratete, war ich 21
  • als ich meinen Sohn gebar, war ich 26
  • als ich meinen zweiten Mann kennenlernte, war August
  • als ich meinen zweiten Mann heiratete, war Mai des Folgejahres

Ich hab dann noch mal angerufen, mich entschuldigt und mich gefreut. Diese Freude hat bis heute angehalten und schlug in Begeisterung um, als ich meine zukünftige Schwiegertochter das erste Mal zu Gesicht bekam. Eine ganz, ganz tolle Freundin wollte mein Sohn zu seiner Frau machen und genau das hat er am letzten Wochenende auch getan. 

Ich habe natürlich sofort angeboten, die Hochzeitstorte zu backen und in den nächsten Tagen werdet ihr in Fülle und in Gänze informiert über den steinigen Weg, den eine Mutter geht, die für die Kinder eine Torte backt.

Es – war – ja – so – aufregend!

Und anstrengend. Und überhaupt… es war so toll. Sicher möchtet ihr jetzt auch wissen, wie das liebe Mädchen aussieht, das mein(en) Sohn geheiratet hat. Genau so süß! Voilà.

Dajana - Babybild

Und morgen: Just married 2 – NUSSKUCHEN