Deutschland vegetarisch: Laubfrösche mit Meerrettichsauce

Laubfrösche, dicht an dicht1

Endlich ist es da, das schon länger vorbestellte und vor ein
paar Tagen veröffentlichte Buch "Deutschland vegetarisch*" von Stevan Paul und
Katharina Seiser

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Vorgestern kam es per Post, abends wurde es durchgeblättert
und ich kam aus der Schnappatmung nicht mehr raus. Kurz vor der Ohnmacht konnte
mich nur das Schnuppern am nicht vorhandenen Riechfläschchen daran hindern, auf
den Boden zu sinken vor enthusiastischen Glücks.

Verpackt in einen hochwertigen Einband, finden wir auf 271
Seiten vegetarische, köstliche Verheißungen aus den verschiedensten Regionen Deutschlands – bodenständig, herzhaft, ehrlich, saisonal
angeordnet und durch eine fünfte Jahreszeit erweitert, die mich
selbstverständlich sofort an Karneval denken ließ. Dass dem nicht so war,
vermochte mein bis dahin komplettes und umfassendes Entzücken nur kurzfristig
zu irritieren, denn Gerichte wie Kartoffelsalat oder Saure Linsen, die man
immer und saisonunabhängig essen kann, sind fast genau so schön wie Fastelovend.

Und dieser Leinenrücken! Und drei!!! Lesebändchen!! Und schöne
Fotos und dann auch noch  diese 150
Rezepte (von allem Guten etwas, herzhaft, süß, kalt, warm, flüssig, fest,
Vorrat…), eines schöner als das andere und ich schreibe es gleich: natürlich
hätte ich als erstes die Milchnudeln gemacht, wenn mir nicht die Laubfrösche
dazwischen gekommen wären. Milchnudeln! Die hatte ich total vergessen, dabei
sind sie doch so behaftet mit Erinnerungen. Milchnudeln! Dass ich das noch erleben
darf. Die mache ich als nächstes.

Gestern jedoch war erst mal in jeder Beziehung der Mangold
reif. 

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Im Garten stand er und mein Mann hatte mich schon mehrfach darauf
hingewiesen, dass er bald geerntet werden sollte. Deshalb kam mir das Rezept „Laubfrösche
mit Meerrettichsauce“ wie gerufen. Nachdem ich vormittags entdeckte, dass ich
kein Weißbrot im Vorrat hatte, musste ich erst mal welches backen. Als das
erledigt war, konnte ich mich an die Zubereitung der neuen Leib- und
Magenspeise machen. Ach so, Spinatsalat war auch nicht da, ich habe ihn durch
Mangold ersetzt. Davon hatten wir ja genug. Sahne hatte ich auch keine. In
die Füllung kam Schmand, in die Sauce nix. Schade eigentlich, so eine samtige
Sahnenote wäre bestimmt toll gewesen. Beim nächsten Mal.

Die Zubereitung fand ich schon ein wenig aufwändig. Einfach,
aber zeitintensiv.

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Währenddessen habe ich aber entdeckt, dass man viele Dinge
schon vorbereiten kann, damit man während des eigentlichen Kochens entspannter
und mit weniger Handwerkszeug arbeiten kann. Deshalb entspricht das Rezept, das
ich hier veröffentliche, vom Ablauf her nur noch rudimentär dem Original.

Mein
Tipp: kauft euch doch einfach das Buch, da findet ihr die Originale in
schönster und köstlichster Aufmachung, es lohnt sich, versprochen 😉

19 Laubfrösche aus nicht wirklich großen Mangoldblättern passten
in die Auflaufform, 

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die Füllung reichte haargenau und das Ergebnis war extrem köstlich.

Laubfrösche, dicht an dicht1

Wie vom Autor angekündigt,  hüpften die Laubfrösche unmengenweise in
unseren Mund. Waren die gut.

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Ich hing am Ende des Tages wie ein paralysierter Maikäfer
im Fernsehsessel, Norbert hatte sich schlauerweise gleich hingelegt.

Quintessenz: Doppelte Menge Sauce schadet nicht. Unbedingte Nachmachempfehlung. Unbedingte Kaufempfehlung.
Eine Bereicherung!  

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Laubfrösche mit Meerettichsauce (TM-DGC)
Kategorien: Regionales, Saisonales, Deutschland, Vegetarisches
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H FÜR DIE LAUBFRÖSCHE
1 groß.   Plastikschüssel Mangoldblätter
1     Zwiebel
1     Knoblauchzehe
70 Gramm   Butter; ca.
100 ml   Milch
50 ml   Sahne (war leider aus – Schmand anstatt)
      Salz
      Pfeffer, schwarz
200 Gramm   Weißbrot
100 Gramm   Vollkornbrot
8 Zweige   Majoran (1 TL getrocknet)
1 Bund   Petersilie
      Muskatnuss
2     Eier (M)
150 ml   Gemüsebrühe
80 Gramm   Panko
H FÜR DIE MEERRETTICHSAUCE
30 Gramm   Butter
200 ml   Milch
200 ml   Gemüsebrühe
150 ml   Sahne (war leider aus)
20 Gramm   Weizenmehl
2 Teel.   Meerrettich, frisch gerieben; bis doppelte Menge
      Salz
1 Schuss   Weißwein (siehe Getränk)
1 Essl.   Schnittlauchröllchen

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Stevan Paul, Katharina Seiser (Hg.)
  "Deutschland vegetarisch"
  ISBN 9783850337397
  Erfasst *RK* 19.09.2013 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

FÜR DIE LAUBFRÖSCHE

Auflaufform dünn mit Butter fetten.

Panko mit 40 g Butter verreiben, mit Salz würzen.

Vollkornbrot im Thermomix zerkleinern. Es muss nicht wie Mehl aussehen, darf ruhig noch Biss haben. Umfüllen. Weißbrot ebenfalls zerkleinern. Zum Vollkornbrot geben.

Manzfred auf 180° C vorheizen.

Eine große Schüssel mit Eiswürfelwasser vorbereiten.

Von den sorgfältig gewaschenen, mittelgroßen Mangoldblättern die schönsten aussuchen und auf ein Dampfgarer-Lochblech legen. Ruhig übereinander. Falls die Stiele zu lang sind, kürzen und dazu legen. Die restlichen Blätter auf ein gesondertes Lochblech legen. Dampfgarer auf "Blanchieren" programmieren. Sobald nach dem Aufheizen der eigentliche Vorgang beginnt, beide Bleche mit Mangold schnell einschieben und blanchieren. Danach die Blätter in zwei Arbeitsgängen (die "guten" als erste) sofort vorsichtig in das Eiswasser gleiten lassen. Herausholen und abtropfen lassen. Mit den Blättern aus dem anderem Lochblech ebenso verfahren. Die Blätter (hier: 19 kleine bis mittlere Exemplare), die gefüllt werden sollen, auf der Arbeitsfläche auf Küchentüchern oder Backfolie ausbreiten. Stiele von den Blättern entfernen und beiseite legen.

10-12 Stiele von mittlerer Größe, geviertelte Zwiebel und Knoblauch in den TM geben und gut zerkleinern. Da die zu verarbeitende Menge nicht so groß ist, muss zwischendurch die Masse von den Mixtopfwänden entfernt werden. In einer nicht zu kleinen Pfanne mit 20 g aufgeschäumter Butter dünsten.

100 g der übrigen Mangold-Blätter hacken, zufügen. Mit Milch und Sahne auffüllen, aufkochen und mit Salz und Pfeffer würzen. In eine große Schüssel geben, Vollkorn- und Weißbrotkrümel zufügen, mit Majoran und der gehackten Petersilie vermengen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat nochmals abschmecken.

1 Ei trennen. Eigelb mit dem anderen Ei unter die nur noch höchstens lauwarme Füllung rühren. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen, unter die Füllung heben.

Füllung mittig auf die Mangoldblätter verteilen, Seiten einschlagen, dann Blätter zusammen rollen und dicht an dicht in die Auflaufform setzen. 350 ml Gemüsebrühe herstellen. Die Laubfrösche mit 150 ml heißer Gemüsebrühe übergießen. Im Manzfred 8 Minuten garen. Pankobrösel über die Rouladen streuen. Weitere 12-15 Minuten im Ofen garen, bis die Brösel goldbraun sind. Nach fünf Minuten Manzfred ausschalten. Zwischendurch kontrollieren, ob die Brösel nicht zu dunkel werden.

FÜR DIE MEERRETTICHSAUCE

Aus den Zutaten ohne Meerrettich, Wein, Salz und Schnittlauch eine Mehlschwitze herstellen. 2 Minuten kochen lassen. Meerrettich reiben, einrühren und mit Salz würzen. Mit einem Schuss Wein abschmecken. Sauce mit Schnittlauchröllchen bestreut zu den Laubfröschen servieren.

TIPP

Die Brösel lassen sich mit etwas fein abgeriebener Schale von einer unbehandelten Zitrone und/ oder fein gehacktem Thymian aromatisieren.

GETRÄNK

Trockener Riesling.

Anmerkungen, Jutta: im Original wird für die Füllung neben den Mangoldstielen Spinatsalat verwendet. Da ich den nicht hatte, habe ich 100 Gramm Mangold verwendet. Sahne war auch keine da, was der Sauce sicher nicht geschadet hätte, wenn sie zum Einsatz gekommen wäre.

Das Weißbrot war selbst gebacken, das Vollkornbrot war "richtiges" Vollkornbrot, also eine Art rheinisches Schwarzbrot.

Das Gericht hat uns hervorragend geschmeckt. Beim nächsten Mal würde ich die doppelte Menge an Sauce herstellen, da die Füllung für 19 kleine bis mittlere Mangoldblätter reichte und wir so zwei Tage von dem Gericht essen konnten, am ersten Tag aber die ganze Sauce aßen.

Wenn Mangold übrig bleibt, einfrieren.

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PS: Absolute Fleischpflanzerl sollten sich vom „vegetarisch“ nicht abschrecken lassen. Wie schrieb
meine Nichte so schön: „Oh, ein Beilagenbuch!“ – so kann man es natürlich auch
nutzen.

PPS: Liest es sich verrückt, wenn ich überlege, den Garten im nächsten Jahr nach den Zutaten des Buchs zu bepflanzen? 

*Link zum Amazon-Partnerprogramm. Das Buch ist nicht teurer, ich werde durch den Verweis auf Amazon aber mit einem kleinen finanziellen Schmankerl belohnt, das ich wieder in den Kochbuchkaufkreislauf fließen lasse.

 

Blog-Event LXVI – Eine kulinarische Reise durch das Rheinland: Rheinischer Speck(p)fannekuchen (TM)

Blog-Event LXVI  - Eine kulinarische Reise durch das Rheinland (Einsendeschluss 15.04.2011)

Datt Rheinland am für sisch und der Rheinländer im Alljemeinen sind bekannt für das Schwelgen in herzhafter Küche. Gerne auch darf sich Herzhaftes mit Süßem paaren. Was also könnte diese wunderbare Symbiose besser verdeutlichen als ein schöner, knuspriger Speck(p)fannekuchen nach rheinischer Art?

Rheinischer Speckpfannkuchen in Pfanne
Bei der Suche nach einem Rezept, obwohl die eschte rheinische Hausfrau datt ja us de Lamäng macht, also bei der Suche nach einem Rezept fand ich sowohl in einem Düsseldorfer als auch in einem Kölner Kochbuch eine Anleitung.

Rheinischer Speckpfannkuchen in Pfanne

Nicht dass jetzt Jemand auf die Idee kommt, mit der Symbiose ginge es weiter. Näää, datt jittet nit. Der Kölsche scheut den Düsseldorfer wie der Teufel das Weihwasser. Und umgekehrt.

Rheinischer Speckpfannkuchen in Pfanne

Als Jlabbacher Mädschen ist mir seltsamerweise Düsseldorf zwar geografisch näher, ävver datt Hätz, datt schläht för Kölle. Deshalb war ich auch ziemlich in der Zwickmühle, als ich entdeckte, dass mir das Düsseldorfer Rezept sympathischer war. Um mich nicht entscheiden zu müssen, habe ich dann watt Herzhaftes selbst jefummelt. Sach ich doch, eschte rheinische Hausfrau eben.

"Und wo ist jetzt das großartig angekündigte Süße?" werdet ihr euch fragen. Datt is doch klar wie Klärchen. Auf den (P)Fannekuchen kommt noch ein schöner Schlag Rübenkraut.

Rheinischer Speckpfannkuchen - Goldsaftstrahl

Grafschafter Rübenkraut, watt anderes kommt nicht ins Haus. Obwohl die "Grafschaft" (da hab ich mal gewohnt) näher an der Ahr als am Rhein liegt, und Meckenheim, wo das Rübenkraut hergestellt wird, gar kein Teil der Grafschaft ist. Abber datt is ejal, mer tun so, als ob. Man beachte die Tomburg im Hintergrund – ist mir heute erst aufgefallen. Wikipedia wußte das schon lange.

Rheinischer Speckpfannkuchen in Pfanne

Dazu noch einen süß-sauren Salat und der rheinische Himmel hängt voller Geigen, auch wenn man am Main lebt. Hardcore-Rheinländer machen datt übrijens so wie ich:

Rheinischer Speckpfannkuchen in Pfanne

Mein armer Mann, der schüttelt sich.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rheinischer Speckpfannkuchen (TM)
Kategorien: Mehlspeise, Eierspeise, Regional, Speck, Herzhaft
Menge: 4 Pfannkuchen

Zutaten

H FÜR DIE PFANNKUCHEN
500 Gramm Milch
4 Eier
1/2 Teel. Salz
250 Gramm Mehl
1/2 Teel. Backpulver
200 Gramm Speck, geräuchert, durchwachsen
Öl zum Ausbacken
H OPTIONALER BELAG
Rübenkraut
Salat mit Dressing

Quelle

eigenes Rezept
Erfasst *RK* 03.04.2011 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Milch mit Eiern und Salz im Thermomix 15 Sekunden / Stufe 4 verrühren. Mehl und Backpulver zufügen, nochmals 15 Sekunden / Stufe 4 verrühren. Ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Speck in Streifen schneiden, einen Salat waschen, Salatsauce herstellen.

Eine Pfanne erhitzen (nicht auf volle Pulle – Stufe 9 von 12 ungefähr), wenig Öl zufügen, 1/4 des Specks nach Gusto leicht auslassen, 1/4 des Pfannkuchenteiges vorsichtig hinzufügen und von beiden Seiten schön braun backen.

Mit Rübenkraut und angemachtem Salat als Topping (ja, ich weiß…) servieren. Traut euch!

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Vielen Dank an den Edekaner für die Ausrichtung des herzerfrischenden Events.

Rehsteak mit Sauerkirschkompott

Rehfilet mit Kirschsauce, Detail

Im Zuge des dringend notwendigen Verfahrens, die Tiefkühltruhe von allen politisch unkorrekten Bewohnern zu befreien, haben sich der Herr Schnuppschnüss und ich heroisch geopfert. Rehfleisch vom Discounter aus einer Feiertagsaktion zu Beginn des letzten Jahres und ein Rest Rösti vom Tiefkühlkostheimlieferant, der mittlerweile der Biokiste weichen musste, wollten und sollten der Vernichtung durch Verzehr zugeführt werden. So geschah es.

Ratgeber bei dieser Aktion (ich bereite so selten Wild zu) war unter anderem ein Buch von Dr. Oetker mit dem aussagekräftigen Titel "Wild und Geflügel" von 1971.

Wild und Geflügel - Buchcover
Damals hat man gerne und oft Mehlschwitzen hergestellt und ehrlich gesagt, ist es ab und an gar nicht so schlecht, ein wenig in Nostalgie zu verfallen. Datt Sößchen war nämlich richtig lecker.

Schön war auch, dass ich aus diesem Buch noch nie zuvor etwas zubereitet habe, obwohl es seit Februar 2008 im Regal steht. Deshalb nimmt dieser Beitrag an Foodfreaks Dauerevent "DKduW" teil.


Beim Lesen des Rezeptes fiel mir ein, dass ich mal eine warme Sauerkirschsauce hergestellt hatte. Das Rezept fand ich nach ein bissi Kramerei in einem Zettelkasten. Zum Glück, denn die würzige, süße Sauce passte hervorragend zum Wild.

Rehsteak1
Ein Päckchen Hirsch und ein Päckchen Reh liegen noch auf Eis. Danach ist, glaube ich, alles Böse ausgerottet, danach versuche ich, ganz brav zu sein.

Wenn sich Opferbereitschaft immer so auszahlt, dann sind wir in Zukunft öfter dabei. Biomäßig, is klar.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rehsteak mit Sauerkirschen
Kategorien: Wild, Reh, Sauerkirschen, Kompott, Herbst
Menge: 4 Portionen

Zutaten

50 Gramm   Speck, durchwachsen
2     Zwiebeln
1 Essl.   Öl
10 Gramm   Weizenmehl
250 Gramm   Saure Sahne
      Salz
4 Scheiben   Rehfleisch (je etwa 125 g, 2 cm dick, aus der
      Keule geschnitten)
2 Essl.   Olivenöl
6     Wacholderbeeren
4 Scheiben   Weißbrot*
      Butter*
200 Gramm   Sauerkirschen (gedünstet, ohne Stein)**
1 Essl.   Johannisbeergelee**

Quelle

  Rezept stark modifiziert.
  Original: Dr Oetker Rezepte "Wild und Geflügel"
  Buch von 1971
  Erfasst *RK* 10.01.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Speck und Zwiebeln würfeln.

Öl in einem Topf erhitzen, Speck darin auslassen. Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten. Das Mehl zufügen, etwas anrösten, saure Sahne zugeben und rührend zum Kochen bringen. Die Sauce bei schwacher Hitze 10 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit das Rehfleisch leicht flach klopfen, und in Olivenöl braten. Am Schluss mit etwas Salz würzen.

Das Weißbrot in zerlassener Butter goldgelb rösten, auf eine vorgewärmte Platte geben die Steaks darauf legen. Die Wacholderbeeren zerdrücken, über die Steaks streuen.

Den Bratensatz mit Wasser loskochen, unter die Soße rühren, abschmecken und über das Fleisch verteilen.

Die Sauerkirschen mit dem Johannisbeergelee kurze Zeit erhitzen, nach Belieben auf die Steaks geben.

*Rösti statt des Weißbrots gereicht.

**Warmes Kirschkompott nach eigenem Rezept verwendet.

Anmerkungen, Jutta:

Blog: 10.01.2011

Schönes Zwischengericht / Vorspeise.

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Gartenkochevent Juli 2010 – „Kirschen“: Kirschröster

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Als meine Nachbarin vor fast zwei Jahren ihren 70. Geburtstag feierte, besuchten mich vor dem Fest auf einen Sprung ihre Nichte Susanna Bingemer und ihr Neffe Hans Gerlach. Die Beiden haben diverse Kochbücher veröffentlicht und nachdem sie so sympathisch daher kamen, habe ich mir danach alle ihre Kochbücher gekauft. Eines davon war "Einmachen" von Hans Gerlach.

 

Garten-Koch-Event Juli: Kirschen [31.07.2010]

 

Jetzt, zum Gartenkochevent des Gärtnerblogs mit dem Thema "Kirschen" habe ich dieses sehr schöne Buch zum ersten Mal hervorgeholt (DKduW beim nächsten Mal), um daraus etwas herzustellen.

Ich sage es gleich: "Knaller!" Dieser Kirschröster ist so köstlich, dass ich im nächsten Jahr mindestens die dreifache Menge einmachen werde.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kirschröster
Kategorien: Einmachen, Süßkirschen, Knaller
Menge: 3 Gläser à 250 ml

Zutaten

1 kg   Süßkirschen (Ockstädter Haumüller)
1     Orange, unbehandelt
1     Vanilleschote
125 ml   Portwein, rot
250 Gramm   Zucker, braun (beim nächsten Mal weniger
      — verwenden)
1     Zimtstange
60 ml   Kirschwasser
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: "Einmachen", Hans Gerlach
  Erfasst *RK* 21.07.2010 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Kirschen entsteinen. Orangenschale abreiben, Saft auspressen. Vanilleschote halbieren, Mark auskratzen.

Portwein, Orangensaft und Zucker zum Kochen bringen.

Kirschen, Orangenschale, Salz, Vanillemark, Vanilleschote und Zimtstange zur Flüssigkeit geben, ca. 15 Minuten dünsten, bis die Kirschen allmählich zerfallen (meine behielten die Form).

Vanilleschote und Zimtstange entfernen, Kirschen auf ein Sieb schütten und abtropfen lassen. Den Saft auffangen und sirupartig einkochen – das dauert etwa 30 Minuten. In der Zwischenzeit 1/3 der Kirschen im Thermomix pürieren. Wenn die Flüssigkeit die gewünschte Konsistenz hat, Kirschen zufügen und nochmals kurz aufkochen. Kirschwasser unterziehen.

Sofort in sterilisierte Weckgläser füllen, sterilisierte Gummis und Deckel aufsetzen und 30 Minuten bei 90° C im Dampfgarer einkochen.

Anmerkungen, Jutta: ganz hervorragend. Unbedingt dreifache Menge machen. Mindestens.

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Bei der Zubereitung des Originals war mir die Konsistenz zu flüssig, deshalb habe ich den Sud einkochen lassen. Die Textur war danach genau wie sie sein sollte, aber der Geschmack doch recht süß. Beim nächsten Mal würde ich weniger Zucker verwenden, den Schritt mit dem Einkochen der Flüssigkeit aber auf jeden Fall wiederholen.

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Wir haben zum Kirschröster eine Variation der bereits bekannten Knusperwaffeln gebacken. Variation deshalb, weil das neue Waffeleisen (Danke, Steph, das Eisen ist optimal!) ausprobiert werden sollte und mir der Teig für dieses Gerät ein wenig zu kompakt in Erinnerung war. Hat hervorragend geklappt.

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Variation von der Bergischen Knusperwaffel (TM)
Kategorien: Waffel, Belgisch
Menge: 8 Waffeln

Zutaten

160 Gramm   Margarine
50 Gramm   Zucker
50 Gramm   Vanillezucker
2     Eier
200 Gramm   Mehl
200 Gramm   Self-Raising Flour
250 ml   Milch
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Silke Weber/Mara Andersen
  Das Waffelparadies
  erfasst von Petra Holzapfel

  Erfasst *RK* 10.07.2010 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Alle Zutaten in den Thermomix geben und 10 Sekunden / Stufe 6 verrühren.

Das Waffeleisen für belgische Waffeln auf Mittelhitze aufheizen, schwach einfetten. Auf jede Backfläche mit dem kleinen Eisportionierer drei Kugeln setzen und knusprige, goldbraune Waffeln backen.

Dazu Amarettosahne und den genialen Kirschröster von Hans Gerlach.

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Die Kombination Waffel, Kirsche, Sahne war so gut, dass wir sehr traurig dreinschauten, weil das Glas viel zu kleine Glas so schnell leer war.

Die Kirschen kann man in unendlich vielen Variationen genießen: mit Pfannkuchen, zu Eis, mit Hefeklößen, zu Grießbrei, Milchreis, Pudding. Der Autor empfiehlt Kaiser- oder Semmelschmarren, Topfenknödel, Salzburger Nockerln und Rahmdalken, für die im Buch auch gleich noch ein Rezept mitgeliefert wird –  ach, ihr solltet einfach selber ausprobieren, wozu euch der Kirschröster schmeckt.

Ganz herzlichen Dank an die fleißigen Bienen des Gärtnerblogs für die Ausrichtung des Events.

Kürbis-Hack-Pfanne

Hokkaidospalten

Nachdem gestern die Bundesregierung versprochen hat, dass die Spareinlagen sicher sind, bin ich gleich bei Ladenöffnung losgelaufen und habe eine Waschmaschine gekauft.

Als ich Zuhause war, bemerkte ich , dass es die Falsche war. Bestellt hatte ich eine mit schräger Blende, ich brauchte aber eine mit Pultblende. Super!

Glücklicherweise konnte der Laden die Bestellung noch ändern, sonst hätte ich die nächsten 20 Jahre jedesmal, wenn ich in die Waschküche gekommen wäre, ein Monument meiner eigenen Doofheit anschauen müssen.

Um mich zu trösten und um mal auszuprobieren, ob ich denn noch in der Lage bin, ein Abendessen zu kochen, habe ich mich an Kürbis versucht. Mit Hack.

Hat geklappt. War lecker. Mach ich wieder. Alles in allem: prima.

Krbishackpfanne

Das Rezept wurde natürlich wieder verändert und das liest sich dann so:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kürbis-Hack-Pfanne
Kategorien: Hauptgerichte, Hackfleisch
Menge: 4 Portionen

Zutaten

1 mittl. Hokkaido-Kürbis
2 Zwiebeln
500 Gramm Rinderhack
2 Essl. Olivenöl
Salz
Pfeffer
2 Gramm Zimt, gemahlen
2 Gramm Kardamom, gemahlen
2 Gramm Kreuzkümmel, gemahlen
2 Teel. Zucker
1 Dose Tomaten, gehackt
1 Tüte Tomaten, passiert
2 Essl. Petersilie, grob gehackt

Quelle

Rezept modifiziert.
Original: essen&trinken Für jeden Tag, Heft 10/2008
Erfasst *RK* 30.09.2008 von
Torsten Svensson

Zubereitung

Lässt sich gut vorbereiten.

Kürbis putzen, halbieren und Kerne mit einem Löffel entfernen. Fruchtfleisch mit Schale in kleine Spalten schneiden. Zwiebeln würfeln.

Hack in einem großen Topf in heißem Öl anbraten. Zwiebeln kurz mitbraten. Mit Salz, Pfeffer, Zimt, Kardamom, Kreuzkümmel und Zucker würzen.

Tomaten und Kürbisfleisch zufügen. Zugedeckt 15-20 Min. schmoren und mit Petersilie bestreut servieren.

Dazu passt Reis.

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Blogevent XXXVII: Sentimental Journey – Essen angestaubt: Eisbein auf Sauerkraut im Römertopf

Blog-Event XXXVII - Sentimental journey - Essen angestaubt

Damit ich nicht die Teilnahme am eigenen Event verpasse, hier mein Beitrag. Wie so oft nicht wirklich kurz. Und ich hätte noch viel mehr schreiben können:

Als dieses Foto im Berchtesgadener Land gemacht wurde, war ich zweieinhalb Jahre alt.

Kleinkindfoto_berchtesgaden 

Ein Jahr später. Oma und Opa waren mit mir unterwegs, irgendwo wurde "eingekehrt" und ich stand dort, in dieser Gaststätte, auf dem Tisch, sang vor staunendem Publikum "Geh’n sie aus, vom Stadtpark die Laternen" und antwortete auf die Frage des entbegeisterten Wirtes, was ich trinken wolle, mit lispelndem Stimmchen "Bitte einen Dujardin!".

Diese Anekdote wird in unserer Familie bis heute erzählt und bis heute hat sich eine gewisse  Affinität zu scharfen alkoholischen Getränken gehalten. Wenn mir einer ein Likörchen anbietet, womöglich noch so ein Sahnezeug, dann "Bitte einen Dujardin!".

Im Laufe der Jahre entwickelte ich eine Leidenschaft für das Essen, wohingegen das Interesse für Branntwein stark abnahm und zeitweise nur noch rudimentär vorhanden war. Ab und an durfte ich bei einem  Hausbewohner die kleine rote Kappe vom Underberg austrinken – vielleicht bin ich deshalb nicht wirklich gewachsen.

Ich hatte (und habe immer noch) drei Schwestern und meine Eltern mussten hart arbeiten, um uns Kinder über die Runden zu bringen. Als erstes Enkelchen war ich oft bei Oma und Opa und wurde von Oma nach Strich und Faden verwöhnt. Ich durfte alles, musste nix tun und wenn samstags Daktari vs Sportschau im TV lief, dann guckte ich Daktari, das stand wohl fest.

Um mich möglichst wenig bewegen zu müssen, habe ich viel gelesen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich einmal im Sessel der Großeltern saß, Beine über die Armlehne geschwungen, neben mir eine Tüte Chips und Tränen über "Die Feuerzangenbowle" lachte. Mein Opa kam kopfschüttelnd herein und meinte: "Isch kann nitt verstonn, wie ene Minsch övver e Book so laache kann."

Sonntags ging es nach dem Mittagessen und Kaffee, also am Spätnachmittag, hinaus ins Grüne. Meine Großeltern betrieben ein großes Bekleidungsgeschäft mit Änderungsschneiderei und nur sonntags hatten sie frei. Man ging spazieren, einmal Schloss Rheydt, am Weiher entlang, von dort aus dann per Auto nach Rheindahlen, ins "Hauptquartier", wo die Engländer stationiert waren und sind. Die betrieben dort eine Art Kantine, die "Oase", die von allen Bürgern genutzt werden konnte. Legendär die riesigen Bockwürste. Keine Ahnung, ob Pommes dabei waren. Schließlich gab ich mich mit diesen Bockwürsten nicht ab. Ich wollte (und ich war zu dieser Zeit noch in der Grundschule) Zigeunerschnitzel. Mein Opa bekam jedesmal einen Anfall und ich auch. Ich ging ja nur spazieren, weil es danach etwas zu essen gab. Und was ich essen würde, das war klar. Meine Oma seufzte und bestellte sich eine Wurst, ich bekam mein Zigeunerschnitzel. Gegen Bockwurst hatte ich jahrelang eine tiefe Abneigung. Schon beim Geruch wurde mir schlecht. Das hat sich zum Glück vollkommen ausgewachsen!

Es verwundert wohl nicht, dass ich ein dickes Kind wurde. Ein sehr dickes Kind und das fanden andere Kinder äußerst erwähnenswert. Blaubeuren, in der Jugendherberge, drei Wochen Ferienlager, es war einfach grauenhaft. Und dann das Essen… dieser Tee – ich trinke heute noch keinen Früchtetee oder Hagebuttentee.

Dann gab es noch Fahrten, wieder mit Oma und Opa, ins Ferienhaus in die Eifel. Aldi hatte damals einen Quarkstollen im Sortiment, mit Rosinen verbacken und mit Puderzucker bestreut. Der wurde gekauft und dann, in der Eifel, aufgeschnitten und mit "guter" Butter beschmiert. Herrlich war das. Dann die Abende, wenn wieder "eingekehrt" wurde und es "Strammer Max" gab, auf riesigen Tellern mit riesigen Brotscheiben und Ei und Schinken und Gurke – ich war im siebten Himmel.

Später, als ich älter wurde, machte ich Diäten. Ich glaube, es gibt keine Diät, die ich nicht ausprobiert habe. Ein Autounfall mit mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt ließ mich Gewicht verlieren und nicht zu knapp. Sweet sixteen und plötzlich schlank – wenn das nicht toll war!!!!!!! So gaaaaaaaaaanz dick bin ich die nächsten Jahre nicht mehr geworden. Vielleicht, weil ich aktiver wurde und in der Weltgeschichte herumtingelte

London_19781

Kochen war damals eine verhasste Tätigkeit. Ich zog lieber Hüte an – wie hier in London – und rauchte Zigaretten – mehr verrate ich nicht.

London 

Auch in den folgenden Jahren aß ich gerne, hatte aber weiterhin ein gestörtes Verhältnis zum Kochvorgang. Einzige Bedingung, die ich meinem Mann vor 16 Jahren stellte, bevor ich bei meinen Schwiegereltern um dessen Hand anhielt, war die, dass ich niemals kochen muss. Er ging darauf ein und das Ding war geschaukelt. Ich weiß nicht, ob er sich so sicher gewesen wäre, wenn ich ihm vor der Hochzeit mein Führerscheinfoto gezeigt hätte:

Fhrerscheinfoto 

Doch zurück zu Kindertagen:

Gerne gegessen habe ich also immer. Kuchen, Herzhaftes, Fettes, alles mein und möglichst ungesund. Zu fett, zu süß, zu viel. Rohe Tomaten konnte ich nicht essen, auch keine Avocados. Aber sonst gab es keine Grenzen. Sport? Bewegung? Bitte nicht! Lieber ein Buch lesen. Oder zwei. Damals kostete ein Teilchen 0,60 DM – meine Freundin, ein Metzgerskind, und ich kauften uns gleich eine Tüte mit 10 Stück und aßen sie alle auf….

Bei Herzeleid oder wenn ich krank war oder wenn ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, dann fragte meine Mutter immer: "Was möchtest Du denn haben, damit es Dir wieder besser geht?" Und ich antwortete jedesmal: "Einen Goldhamster!".

Den bekam ich auch einmal, aber lange hat er nicht durchgehalten. Meine Mutter dachte wohl eher an ein Spielzeug oder etwas zum Anziehen. Ich aber wollte so gerne einen neuen Goldhamster… Als ich merkte, dass es keinen zweiten Goldhamster geben würde, besann ich mich auf Naheliegendes und antwortete: "Eisbein mit Sauerkraut aus dem Römertopf und Kartoffelpüree!" Das war das beste – knusprige Haut, glibberiges Fett darunter, fettiges Sauerkraut und alles von einer eher musartigen Konsistenz. Dazu Mamas leckeren Kartoffelbrei. Sensationell. Das bekam ich dann zubereitet und ich genas umgehend nach dem Verzehr.

Mein Beitrag zu diesem Event ist also  dieses Eisbein.

Eisbein_mit_sauerkraut_und_kartoffe

Wie vielen Teilnehmern erging es auch mir. Es schmeckte nicht mehr so wie bei Mama. Das Fleisch war zart, die Haut war knusprig, das Sauerkraut fettig und weich, das Kartoffelpüree auch nicht schlecht, aber…. nicht wie bei Mama. Und dabei habe ich sogar heroisch auf Manzfred verzichtet bei der Zubereitung, damit alles möglichst authentisch ist. Das war das erste und das letzte Mal, dass ich dieses Gericht zubereitet habe. Falls Mama es mir noch mal kocht, dann esse ich es gerne. Vielleicht war ich auch einfach nicht traurig oder krank genug.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Eisbein mit Sauerkraut im Römertopf
Kategorien: Kindheitsessen, Eisbein, Sauerkraut, Römertopf
Menge: 2 Personen

Zutaten

2 Eisbeine, gepökelt
Curry
Paprika, edelsüß
Pfeffer
850 Gramm Sauerkraut (Dose)
Butterschmalz
2 Zwiebeln, mittelgroß
100 Gramm Speck, durchwachsen, geräuchert
100 ml Brühe (aus 1 TL gekörnter Brühe und Wasser)
Pfeffer

Quelle

Mamas Rezept
Erfasst *RK* 09.08.2008 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Römertopf wässern.

Butterschmalz in einem Kochtopf erhitzen, Speck zufügen, bei Mittelhitze auslassen. Zwiebeln schälen, in halbe, dünne Ringe schneiden, zufügen und anschwitzen. Topf von der Kochstelle nehmen, Sauerkraut zufügen, pfeffern, alles gut vermischen und auf den Boden des Römertopfs geben. Brühe angießen.

Eisbeine waschen, trockentupfen und mit Pfeffer, Curry und Paprika einreiben. Auf das Sauerkraut legen und in den kalten Ofen schieben.

Bei 200° C, Ober- und Unterhitze, ca. 2,5 Stunden garen. Deckel abheben und weitere 30 Minuten knusprig braten.

Dazu Kartoffelpüree.

=====

Dieses Dessert, ein Highlight jeder festlichen Tafel, hätte ich noch gerne  als Begleitung zubereitet, aber mir fehlte die Sahne. Demnächst dann…

Rotweincreme

PS: Barbara möchte wissen, wie Schnuppschnüss zum Kochen und Backen kam. Dieses Schmankerl, hervorgezaubert aus der virtuellen Küchen-Schublade mit der Aufschrift " Enthüllungs-Bloggen", wird zu lesen sein am 26.05.2009 – man liest sich!

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Andiviestamppot

Nacht. Ich schlendere durch die Gassen einer mir fremden Stadt. Mein Ziel kenne ich nicht, trotzdem fühle ich mich nicht verloren. Ganz im Gegenteil, eine magische Kraft drängt mich, eine bestimmte Richtung einzuschlagen.

Die Straßen sind belebt und viele Menschen bevölkern Cafés und Restaurants. Gesprächsfetzen dringen an mein Ohr und ich meine zu erkennen, dass es sich bei dem Idiom um das Niederländische handelt. Ein sanfter Wind weht wohlbekannte Gerüche herüber. „Pommes rot-weiß und Fleischrolle spezial“ denke ich.

Vor einem hochherrschaftlichen Anwesen verlangsame ich meinen Schritt. Ich wandle eine imposante Einfahrt entlang und stehe plötzlich vor einer beeindruckenden Eingangstür, die sich wie von Geisterhand öffnet, als ich die Schwelle betrete. Anscheinend werde ich erwartet. Ein Bediensteter empfängt mich mit den Worten: „ Gnädige Frau, willkommen in Maastricht. Ich bin sicher, sie werden einen unvergesslichen Abend erleben. Bitte folgen Sie mir.“

Hä?? Unvergesslicher Abend? Ich? Maastricht??? Nun denn, es wird schon seine Richtigkeit haben, also folge ich dem distinguierten Herrn in ein wunderbar geschmücktes Speisezimmer. Kandelaber erleuchten die Tische, die mit Silber und edlem Porzellan gedeckt sind. „Bitte nehmen Sie Platz, der Hausherr wird sofort erscheinen.“

Tja, da bin ich aber gespannt, wer mag das sein, der mich da eingeladen hat? Habe ich bei einem Preisausschreiben gewonnen? Oder wurde ich Siegerin beim Perfekten Dinner und verprasse so mein Preisgeld? Ich habe keine Ahnung und allmählich wird mir diese Amnesie ein wenig unheimlich. Meine Hände schwitzen.

Endlich öffnet sich die Tür und es erscheint – oh nein, das ist nicht wahr, das kann nicht sein, bitte nicht – André Rieu.

André Rieu??? Ich muss tot sein, ich bin gestorben und in der Hölle gelandet. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, als er sein bestes Stück aus dem Nichts hervorzaubert und beginnt, damit zu spielen – seine Violine. Er setzt an, Johann Strauß Walzer zu Gehör zu bringen. Im Hintergrund ist ein Salonorchester positioniert, das ihn begleitet. Meine Ohren bluten.

Endlich, nach grauenvoll langer Zeit, wird das Essen serviert und die Musik erstirbt. Meinen Zustand könnte man nun als rekonvaleszent bezeichnen. Ich entspanne mich ein wenig, allerdings ist mir bewusst: Sollte das Gedudel wieder einsetzen, könnte es zu einem überwältigenden Rückschlag kommen – ich hoffe, die finsteren Mächte werden mich davor verschonen.

Nach edler Vorspeise und Suppe folgt ein überraschend schmackhaftes Hauptgericht.

Aandiviestampot_2 

Einfache Hausmannskost, ganz unerwartet bei dieser Dekoration und diesem Ambiente, aber unheimlich gut. Der Hausherr sagt: „ Mevrouw Schnuppschnüss, das habe ich selber zubereitet.“ Unglaublich, aber wirklich lecker. Diesen Mut zur Schlichtheit habe ich bei meinem Gastgeber nicht erwartet. Nach dem Dessert folgt nun wohl der gemütliche Teil des Abends.

Tief schaut der mir gegenüber Sitzende in meine Augen. Er nimmt meine Hand, er beugt sich über den Tisch und seine Haarpracht bebt, er spitzt seine Lippen, sie kommen den meinen verdächtig nahe, etwas schüttelt und rüttelt mich, zieht mich unsaft am Arm und eine Stimme sagt:

„ Aufwachen, Schnuppschnüss, das ist nur ein Alptraum, Du hast böse geträumt.“

Ich blicke in die besorgten Augen von Herrn Schnuppschnüss, der versucht, mich zu beruhigen und meine gellenden Schreie zu unterbinden. Nach einiger Zeit gelingt dies auch. Bin ich froh, alles nur ein Traum! Nie wieder möchte ich so einen Horror erleben, grauenhaft!

Aber das Hauptgericht war gut. Deshalb hier das Rezept, das mir kurz vor dem Aufwachen der Butler verriet:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Andiviestamppot
Kategorien: Kartoffeln, Endivien, "Durcheinander"
Menge: 4 Portionen, groß

Zutaten

1 kg Kartoffeln, mehlig kochend
1 Kopf Endiviensalat
1 Zwiebel, rot, groß
200 Gramm Speckwürfel, geräuchert
Rotweinessig
50 Gramm Butter
Salz
Pfeffer
200 ml Milch
2 Eier

Quelle

Rezept modifiziert.
Original: "alfredissimo" mit André Rieu
http://www.alfredissimo.de/rezepte/index.phtml?action=
rezept&id=613&kid=4&alpha=
Erfasst *RK* 30.10.2007 von
Jutta Hanke

Zubereitung

Die Kartoffeln schälen, waschen und in Salzwasser kochen.

Die Salatköpfe waschen, trockenschleudern und in schmale Streifen schneiden.

Die Zwiebel schälen und würfeln.

Milch erwärmen.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Speckwürfel darin knusprig anbraten.

In einer zweiten Pfanne Schweinekotelettes oder Kasselerkotelettes braten.

Die Kartoffeln stampfen und nacheinander einen Schuss warme Milch und zwei rohe Eier unterrühren. Die Masse salzen.

Die Salatstreifen ungekocht unter den heißen Kartoffelbrei heben.

Aus der Pfanne überschüssiges Fett abgießen und die Speckwürfel mit den gewürfelten Zwiebeln zu der Kartoffelmasse geben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Essig abschmecken.

Stamppot auf einem Teller anrichten und ggf. mit dem Bratfett von Kotelettes oder Kasseler übergiessen.

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Hier ist das Original, wie es der Meister gekocht hat:

„Andiviestamppot“ weiterlesen

Grüner Kartoffelsalat mit Fisch // Brot, verpatzt

Kartoffeln sollten es sein, Kürbiskernöl sollte es sein und Resteverwertung sollte auch sein. Deshalb wurden Kartoffeln geschält, gekocht und in lauwarmem Zustand in eine Marinade "us de Lamäng" geworfen. Meine hatte folgende Zutaten: weißer Balsamico, Kürbiskernöl, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Zucker, Salatkräutermischung, Frühlingszwiebeln, saure Gurken, Dosenmilch (das war die Resteverwertung-ist immer übrig, wenn wir Gäste hatten), Wasser und Miracel Whip Remoulade light.

Der Fisch war ein Fertigprodukt von bofrost, ein Bärlauchfisch, der ganz gut schmeckte. Nur die Sauce zum Kartoffelsalat war ein wenig strange. Das Radieschenbett macht die Sache ein wenig knackiger – war ganz nett.

Grner_kartoffelsalat 

Ein Brot habe ich auch gebacken. Wenn ich es hätte länger gehen lassen, wäre es möglicherweise auch gelungen. Es schmeckt aber auch misslungen recht gut – was seeeehr neugierig auf eine geglückte Version macht. Das Rezept stammt aus Daniel Leaders Buch "Local Breads" und wird in den nächsten Tagen noch einmal in Angriff genommen. 

Whole_spelt_loaf_misslungen

Den Garten haben wir heute winterfest gemacht. Die Dahlien, Bougainvilleen, Cannas und Engelstrompeten bekamen ein wärmeres Plätzchen – und wir für unseren Tisch die letzten Blüten.

Letzter_gru_aus_dem_garten_2 

Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn der Frühling wieder sein blaues Band durch die Lüfte flattern lässt – der Winter ist nicht meine Jahreszeit, sehen wir einmal vom Plätzchenbacken ab.

Minirouladen mit Pflaumen und Sellerie-Kartoffelpürée

Manzfred hat heute mal Pause – ich wollte unbedingt dieses Rezept ausprobieren. Das Foto im "kochen & genießen"- Heft sah einfach zu verführerisch aus. Da ich mir nicht sicher war, wie ich die kleinen Rouladen im Manzfred händeln sollte, habe ich heute den Herd angeschmissen.

Minirouladen_mit_pflaumen2_2

Das Fleisch war gut, aber die Sauce zu dem Sellerie-Kartoffel-Pürée war die eigentliche Überraschung. Süß-sauer, fruchtig durch die Pflaumen, wirklich gut.

„Minirouladen mit Pflaumen und Sellerie-Kartoffelpürée“ weiterlesen

Zucchinisuppe mit Crème fraîche / Mein Manzfred gehört mir!

Ein sehr trauriger Tag und eine noch viel traurigere Zeit sollte es werden – Manzfred war dazu bestimmt, die nächsten Tage beim Schreiner zu verbringen, der ihm einen schönen neuen Umbau für den Einbau in die Küche verpassen wollte.

Groß war die Freude, als Herr Kern, der Küchenfachmann, mitteilte, dass eine Mitnahme des Ofens nicht nötig sei – juhu! Nun müssen wir zwar ungefähr drei Wochen warten, aber da Manzfred ja benutzt werden kann, ist das kein Problem – hach nee, watt schön! Nun kann ich ja wieder planen!!

Zur Feier des Tages musste dann der Miele ran, Manzfred hatte frei!

Die Zucchini in meinem Garten lieben es, Verstecken zu spielen. Heute schaue ich unter die Blätter und finde nichts, morgen ragt ein riesiges Objekt aus dem Blättergewusel hervor – schon wieder so ein Biest, das sich erfolgreich gegen das Ernten gewehrt hat. Von eben diesen Gesellen hatten sich vier an der Zahl angesammelt und mussten verarbeitet werden. Ein leichtes Essen wollen wir haben, also war eine Suppe die Lösung:

Zuccinisuppe_mit_crme_frache_2

Die eigentlich simple Suppe gewinnt durch die Verwendung des Haselnussöls ungemein und auch die – gekaufte-  Kartoffelwurst passt gut dazu – wer hätte das gedacht?!?

Ein ebenfalls positiver Aspekt ist, dass das Kochen sehr schnell ging – das gefällt mir! Wenig Aufwand, große Wirkung!

Zucchinisuppe_mit_crme_frache_gegar

Hier geht’s zum Rezept:

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