Just married 7 – Schnuppschnüss beweist: Die Fondanthölle ist überlebbar (Danke Norbert, Danke Mama, Danke Papa)

Ok… ihr wundert euch, wieso fast drei Wochen nach dem letzten Eintrag vergangen sind? Ganz einfach – um euch ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn man mit fünf Torten 250 km weit extremst ungern Auto fährt. Jeder Kilometer war eine einzige Tortur und ich hatte ja keine Ahnung, dass ich so phantasiebegabt bin. Ich habe alles aufgeschrieben, was mir durch den Kopf ging während der Fahrt und es hat eine Kladde von 1267 Seiten gefüllt und ich habe schon einen Regisseur gesucht, der dieses Grauen, dieses Splattermovie erster Güte – allererster Sahne quasi – verfilmen wird. Ja gut… noch habe ich keinen gefunden. Wird schon. Zurück zum Thema:

Es ist Donnerstag. Es ist Feiertag. Es ist der Tag des Tortentransportes. Dieser Torten:

Frühstück bei Ma und Pa

Eigentlich hatte ich vor, gemeinsam mit meinem allerliebsten Norbert (keine Ahnung, wie der Mann das alles aushält mit mir) sehr sehr sehr sehr früh an diesem Feiertagsdonnerstag nach Mönchengladbach zu Mama und Papa zu fahren, damit der Verkehr nicht so dicht ist und die Gefahr gering, dass ich laut kreischend vor Panik umdrehe (also von der Autobahn abfahre), auf den nächsten Parkplatz zusteuere und die kompletten Torten aufesse. Aber da wir in der Nacht zuvor wieder einmal sehr spät bzw. früh die Öhrchen aufs Kopfkissen legten, mussten wir erst mal ausschlafen. Bis 6.00 Uhr. Immerhin.

Danach die übliche Morgenroutine absolvieren, Auto packen = Millionen von Utensilien neben den Torten, Wäsche für drei Übernachtungen, Klamotten für Standesamt und Kirche – ich kam mir vor wie der Marrakesh-Express auf dem Weg nach Dopeington. Meinen Eltern hatte ich vorgeschlagen, gemeinsam zu frühstücken. Daraus wurde dann erst recht spät eine Art Brunch. Während der Fahrt gab Norbert immer wieder unsere Position durch, damit die Eltern nicht vor Sorge ins Gras bissen. Und irgendwann, so gegen Mittag, waren wir dann tatsächlich dort. Im Land meiner Träume. Ich habe vor Erlösung geweint, so froh war ich, als die fünf Biester endlich im Rheydter Keller standen.

Meine Mutter, den irdischen Genüssen nicht abgeneigt, hatte aus lauter Vorfreude auf ihre Kinder und deren glückliche Ankunft – ja! es ist wahr! wir haben MG ohne Probleme erreicht! – ein nettes Tellerchen voller Breakfast-Freuden für das unterernährte Töchterlein vorbereitet.

Frühstück bei Ma und Pa

So sind se halt, die Mütter. Schnell noch Kaffee in der Kopp jeschüttet und dann gingen die Vorbereitungen für die Torte in die nächste Runde. Irgendwie muss mir das Ei und vor allem der Speck sofort auf die Arme geschlagen sein.

Frühstück bei Ma und Pa

  • Memo für das nächste Mal: Ich sollte keine ärmellose Kleidung tragen und Fotos der Po-Ebene unterstreichen die Schönheit meiner wunderbaren Gestalt suboptimal.

Schwamm drüber: Eigentlich hatte ich ja vor, die Torten schon mit Fondant bezogen zu transportieren. Da mir die Zeit fehlte, wurden sie nur im Ganache-Kleidchen nach Gladbach geschafft, was sich im Nachhinein als goldrichtig entpuppte, denn die ein oder andere Delle in der Schoko-Sahne-Masse war doch entstanden. Das ließ sich aber mit einem warmen Messer wieder flott ausbessern. Bei Fondant wäre der Schaden irreparabel gewesen. Puh, Glück gehabt.

Stück für Stück wurden die Torten mit Fondant bezogen. Ich habe mit der kleinsten angefangen und mich langsam nach oben hochgearbeitet.

Frühstück bei Ma und Pa

Ich verwende Massa Ticino Tropica von Carma und bin immer wieder erstaunt, wie gut sich die Masse verarbeiten lässt.

Frühstück bei Ma und Pa

Für die Torten habe ich 7 Kilo Fondant benötigt und auch die ganz große Torte ließ sich absolut problemlos damit beziehen. Hier musste ich den Fondant immerhin auf 60 cm Durchmesser ausrollen und diese Platte dann auf der Torte positionieren. Das klappte viel besser, als vermutet. Uff!

Frühstück bei Ma und Pa

Man darf nur nicht während des Ausrollens mit Quatschen anfangen und kein Ende finden, dann trocknet die Chose ein und es gibt eine schrundige Oberfläche – so geschehen bei Torte Nummer Drei – 25 cm Durchmesser. Meine Mutter hat gesagt: "Datt sieht kein Mensch, mach' datt bloß nich' mehr neu!"

Frühstück bei Ma und Pa

Ausnahmsweise habe ich mal auf meine Mutter gehört und sie hatte auch recht. Wie immer.

Dann standen sie da. Fünf Torten. Alle mit Fondant bezogen. Alle in unschuldigem Weiß und ich mit tränennassen Wangen vor Erleichterung, dass ich tatsächlich soweit gekommen war. Ok, ich hätte vielleicht auf den Basteltisch meines Vaters* eine Decke legen sollen, aber es war mir sowas von piepegal in dem Moment. Ich wollte einfach nur staunen und mich freuen und glücklich sein, dass die fünf Kandidaten endlich parat waren für ihren Auftritt zwei Tage später.

Frühstück bei Ma und Pa

Jetzt musste ich nur noch ungefähr 50 Rosen machen (oder 10? oder 20? oder 100?) – ich hatte immer noch keine Ahnung, wieviele Blüten ich benötigte und da nach dem Spiel vor dem Spiel ist, setzten wir uns dann auf die Terrasse und ich machte Rosen, Rosen, Rosen, Rosen, Rosen.

Meine Mutter (73) hat uns währenddessen aufs beste bewirtet, bemuttert und betreut. Mein Vater (77) war ebenfalls ein wahrer Schatz und ich kann gar nicht genug "DANKESCHÖN" sagen, dass wir euch so lange auf den Wecker fallen durften, liebe Mama und lieber Papa.

Ma und Pa
Gegen 22.00 Uhr war dann Schicht. Ich konnte nicht mehr und wir sind Richtung Bett gewankt. Am nächsten Tag stand schließlich der schönste Tag im Leben meines Sohnes Tobias und seiner lieben Dajana an – die standesamtliche Trauung im Rathaus Abteiberg in Mönchengladbach. Es war soooo schön!

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

 

 

*Wusstet ihr eigentlich, dass mein Vater ganz tolle Krippen und Schwibbögen und Weihnachtsdekorationen machen kann? Ein richtiger Künstler ist das.

 






Just married 6 – Wenn mich heute einer anspricht, erschieße ich ihn!

Genau das waren meine ersten Gedanken, liebe Leser, als ich nach satten vier Stunden erholsamsten Schlafes um 8.00 Uhr am Mittwochmorgen (noch drei Tage bis zur Präsentation) versuchte, die Augenlider zu öffnen, was mir allerdings nur bis zur minimalen Schlitzgröße gelang.

Ich tastete mich bis zur Küche vor, heizte die Kaffeemaschine an, schnitt zwei Scheiben Brot ab, stellte schon mal den Teller auf den Tisch und brachte danach die gefüllte Kaffeetasse ins Esszimmer. Das sah dann so aus:

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Ich weiß bis heute nicht, wer die zweite Tasse hingestellt hat. Da ich alleine im Haus war, werde ich es wohl gewesen sein, aber erinnern kann ich mich nicht daran.

In Anbetracht meiner mentalen Konstitution versprach der Tag ausgesprochen heiter zu werden. Auch wegen des Plans.

Der Plan: Schichtkuchen füllen – vorher Füllungen herstellen. Fünf Torten zweimal mit Ganache beziehen. Fünf Torten mit Fondant beziehen. Auto mit 1,79 Milliarden Back- und Dekountensilien, Rosen, Klamotten und Ehemann bepacken (letzterer darf die Nacht noch im Haus verbringen). Und vielleicht auch mal schlafen?

9.00 Uhr ging es los:

Ganache aus dem Kühlschrank holen – die hatte ich am Vortag zubereitet.

Die Füllungen für die Schichttorte herstellen und die Böden füllen. Damit war ich mittags fertig.

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Der Rand war mir zu dunkel und zu trocken geworden. Ein scharfes Messer und beherzte Schnitte erlösten ihn von seinem Elend.

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Normalerweise ruht die Torte über Nacht im Kühlschrank. Dafür war jetzt keine Zeit mehr. Kühlschrank auf maximale Kühlleistung fahren, beschwerte Torte rein und gut war.

Ganache aufschlagen. Juhu – sie ist geronnen, verda…!"&&%//%$$§§""… Thermomix rausholen, Ganache vorsichtig erwärmen und dabei aufschlagen. Hey, das klappt ja super! Wieder was gelernt. Ganache etwas abkühlen lassen und auf die drei dunklen Torten (Oma B., Zebra, Nuss) schmieren streichen. Zunächst einmal nur dünn, um die Krümel zu binden. Torten in den Kühlschrank stellen und kühlen. Dann nochmals Ganache aufstreichen, diesmal möglichst ordentlich und faltenfrei, so glatt wie ein Kinderpopo oder meine jugendlichen Wangen. Oder so. Auf alle Fälle glatt, glatt, glatt, sonst wird der Fondant hubbelig, das möschten wir nischt.

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Zebra ohne Streifen

Den kleinen Zebrakuchen zu beziehen, stellte noch keine Herausforderung dar. Aber die untere Etage mit dem Quark-Nuss-Nougat-Kuchen hat mich schon an den Rand der Verzweiflung gebracht. Die Handhabung einer so großen und schweren Torte ist reichlich gewöhnungsbedürftig und ich hatte große Angst, dass mir das Teil durchbrechen könnte.

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Mann, ist die dick, Mann!

Damit die beiden Einzelböden schön aufeinander bleiben und nicht verrutschen, habe ich eine Zwischenschicht Ganache eingezogen – das war vielleicht ein Akt. Zu wenig Ganache hatte ich auch, so musste ich nochmal ran und welche nachmachen. Beim Geradeschneiden des Kuchens entdeckte ich, dass er so gerade eben durchgebacken war – also wirklich nur so gerade eben. Mache ich jetzt immer, er ist dann so schön saftig. Endlich, der Koloss ist bezogen:

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Für dieses Riesenteil habe ich keinen Tortencontainer auftreiben können. Meine Freunde bei facebook unterstützten mich – nicht nur in dieser Beziehung – tatkräftig bei der Suche und boten mir unter anderem an, einen Kühlwagen zu mieten oder ein Kühlhaus zu kaufen. Ist doch schön, wenn das tiefste Innere mit der großen Schachtel voller Begehrlichkeiten von den Freunden gelesen werden kann wie ein offenes Buch. Ihr seid die Besten! Am Ende wurde es dann ein Karton.

Weiter: Schichttorte rausholen, ebenfalls zweimal mit Ganache beziehen. Punschtorte zweimal mit Ganache beziehen. Ach, die ist ja noch gar nicht zubereitet. Ganache herstellen. Abkühlen lassen. Punschtorte zweimal mit Ganache beziehen.

Torten mit Fondant beziehen. Mit Fondant beziehen? Einen hysterischen Lachanfall unterdrückend dieses Vorhaben auf den nächsten Tag – bei Mama – verschieben.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich noch Rosen, Rosen, Rosen herstellen musste? Das machte ich auch noch, irgendwann zwischen Tag und Traum. Partiell. So ungefähr 50 oder 70 oder 97 oder …ich hab doch auch keine Ahnung wieviel Rosen ich brauche ver..&%$$$§)??=))&… brauchte ich noch für diese Torte, die ich nie, nie, niemals heil nach Mönchengladbach bringen würde.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir morgens schon früh los wollten, ging ich dann mal früh ins Bett. Schon um 2 Uhr. Diese Kandidaten wollten auch mit:

Hochzeitstorten, nackig
Nix, die kamen in den Keller. Zum Abkühlen.

Ich brauchte auch Abkühlung. Ich fahre doch so ungern Auto. Die Autobahn rief. Nur noch ein paar Stunden…

Kopfkino an: "Wir werden einen Unfall haben, ich werde eine Vollbremsung machen, der Kuchen wird durch den Innenraum geschleudert und die armen, armen Kinder, Eltern, Schwestern, Schwäger, Nichten, Neffen, Freunde, Nachbarn, die ganze Welt wird an unserem Grab stehen und sagen: "Typisch Jutta. Von einem sieben Kilo schweren Nusskuchen erschlagen. Typisch!""

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

 

Just married 5 – Punschtortenbäckerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

Guten Morgen, liebe Leser. Wir schließen die Augen (NEIN! Du nicht! Du musst weiterlesen!!!), wir atmen ruhig, wir gehen zurück in die Vergangenheit. Es ist Mittwoch, noch drei Tage bis zur Präsentation. Mittwochmorgen, 3.50 Uhr. Langsam gehen wir weiter zurück in die Vergangenheit. Es ist Dienstagnacht. Dienstagabend. Dienstagnachmittag. Dienstagmittag. Dienstagvormittag. Dienstagmorgen…..Montagabend. Was sehen wir?

2012 05 14_0933 Worschtdealer – Best Worscht in Town

Diese nette kleine Portion Worscht vom Worschtdealer

2012 05 14_0933

wird für die nächsten Stunden und Tage das letzte herzhafte Gericht sein, das die Autorin dieser Zeilen zu sich nehmen wird. Der Worschtdealer besitzt in Frankfurt und Umgebung ein paar versteckte Winkel, wo er seine heiße Ware vertickt. Als Belohnung für eine gute Nachricht vom Arzt, bei dem ich zuvor war, habe ich mich dem Schlemmen von diesem grässlich abhängig machenden Stoff hingegeben. Man kann dort im Snack Point Currywurst in verschiedenen Schärfegrade bestellen – ich hatte die Weicheiversion – und das phantastische Bauernbrot als Beilage ist der Knaller überhaupt. Man kann sich auch noch was nachholen, wenn man immer noch Hunger haben sollte. Zudem sind die Dealer entweder total freundliche Zeitgenossen oder aber so frankfurterisch-kodderisch, dass es zur Worscht auch noch eine Menge Entertainment dazu gibt.

Ähm, wo war ich? In der Vergangenheit. Stimmt. Also weiter. Wir bleiben stehen auf unserem Weg in die Vergangenheit. Allmählich, Schritt für Schritt bewegen wir uns in die Gegenwart zurück. Es ist Montagabend. Es ist Montagnacht. Es ist Dienstagmorgen.

DINGDONG! DINGDONG!! DINGDONG!!!

Erquickt von einer wunderbaren Nacht springt Frau Schnuppschnüss aus den Federn. Juhu! Heute ist der wunderbare Tag, an dem ich wieder meine geliebte (hust) Punschtorte backen "darf". Ich freue mich schon sehr darauf, weil es doch immer so toll klappt mit der gefügigen Punschtorte. Zum Beispiel damals, als ich die Punschtorte "Biene Maja" buk.

Punschtorte, Detail2

Für meinen Vater. Damals gingen nur vier oder fünf Sachen schief, kaum der Rede wert (klick hier für die ausführliche Story).

Danach habe ich die Torte wieder gebacken zur Hochzeit der Tochter meiner liebsten Nachbarin, der wunderbaren Duuurrris aus Schloggebach.

Punschtorte

Damals gingen nur noch drei oder vier Sachen schief, überhaupt kein Thema. Stand ich total drüber. War mit absolut egal und hat mich überhaupt nicht um Lichtjahre altern lassen (klick hier für die ausführliche Story).

Was soll ich sagen, ich konnte es einfach nicht lassen, die Torte schmeckt eben so gut und sieht so gut aus und da mein Sohn meinte, eine Torte könne nie genug Marzipan enthalten und da er doch, zusammen mit seiner Dajana, die Hauptperson bei der Hochzeit war, hab ich sie halt wieder gemacht. Glaubt es oder nicht, ett fluppte wie am Schnürchen. Zunächst jedenfalls.

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Mein Plan für den Tag: Biskuitböden für die Punschtorte backen. Biskuitböden für die Schichttorte backen. Mürbeboden für die Schichttorte backen. Füllungen für die Torten bereiten. Tränke für die Punschtorte bereiten. Ganache herstellen, einmal dunkel, einmal hell, einmal Nuss. Torten abends füllen und über Nacht ruhen lassen. Tja, das war's schon, das sollte doch wohl bis abends zu schaffen sein.

Ich habe den Punsch-Biskuit (2 x 30 cm) ohne Probleme backen können, auch hier in zweifacher Ausführung, wegen der Tortenhöhe.

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Zwischendurch wurde noch eben die Schichttorte vorbereitet, die Biskuitböden (2 x 20 cm) sollten nach dem Punsch-Biskuit in den Ofen und so geschah es. Zwischendurch immer wieder spülen, spülen, spülen. Und Eier aufschlagen, denn heute benötigte ich derer 28 für meine Aktionen.

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Als die vier Böden gebacken waren, auskühlten und die Küche wieder in einen begehbaren Zustand versetzt war, zog bereits der Nachmittag herauf.

Hilfe! Wo ist die Zeit geblieben? Na, jetzt noch schnell den Mürbeboden backen und dann ist ja schon die halbe Miete drin. Schlau wie ich bin, habe ich den Teig im Thermomix geschreddert, einen Tortenring auf eine Tortenplatte aus Aluminium gesetzt, diese Schredderbröselmasse in den Ring geschüttet, festgedrückt und ab in den Manzfred damit. Das hat schon öfter geklappt, allerdings habe ich damals ein Blech verwendet. Mit dieser Alutortenplatte war das viel einfacher und viel…. blöder. Das merkte ich, als ich den fertigen Boden, der mir ausnahmsweise mal nicht verbrannt war, aus dem Ofen holen wollte. Irgendwie ging das nicht. Ich bekam diese Tortenplatte nicht aus dem Ofen. Sie war festgebacken. Zunächst habe ich noch vorsichtig gerüttelt, dann mit einem Küchenfreund dagegen gedrückt, am Ende musste ich ein großes Tortenmesser zur Hilfe nehmen, mich unter Backplatte und Alublech fummeln und diese Aluplatte quasi vom Ofenboden schneiden. Wieso, weshalb, warum das so war?

Ich hatte total vergessen, dass die Platte auf einer Seite eine Plastikbeschichtung hatte – ich nehme an, um sie vor Kratzern zu bewahren –

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und ich IDIOTIN hatte diese Plastikschicht nicht entfernt. Also löste sich beim Backvorgang das Plastik durch die Hitze auf und ging eine wunderbare Liäson mit meinem armen Manzfred ein.

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Ich habe mir einen Wolf geputzt und mir den Mund fusselig geschimpft, was dazu führte, dass mein Timing total neben der Spur war. Irgendwas ist ja immer mit dieser blöden, doofen, miesen Punschtorte. Obwohl sie eigentlich nix dafür kann. Ach, aber immer diese blöde Punschtorte, ich kann sie nicht ausstehen. Aber sie schmeckt halt so gut. Doofe Punschtorte, doofe! 

Jetzt fing das Routieren an. Ich mache es kurz. Ich habe es an diesem Tag noch geschafft, die Punschtorte zu füllen und für die Nachtruhe bettfein zu machen. Ich habe geschafft, die Ganache vorzubereiten – sie muss eine Nacht im Kühlschrank oder im kalten Keller auskühlen, erst dann kann man sie verarbeiten.

Die Schichttorte habe ich nicht mehr füllen können, denn mittlerweile war der Nachmittag in den Abend übergegangen, dieser in die Nacht und irgendwann war es 3.50 Uhr am Mittwochmorgen – ihr erinnert euch? Ich war fertig mit der Welt. Die Küche war sauber und bereit für den nächsten Tag, also eigentlich für gleich, ich bin nur noch ins Bett gefallen. Wecker war auf 8.00 Uhr gestellt, der arme Norbert hatte einen Zettel vor der Schlafzimmertür liegen: "Kaffee ist in der Maschine, nur noch anstellen. Frühstückstisch ist gedeckt. Bitte in der Kantine essen. Auf keinen Fall wecken.Tschöh."

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Just married 4 – Backe, backe Kuchen am Samstag

Es ist Samstag. Der Countdown läuft. Noch eine Woche bis zur Präsentation.

Ihr wisst noch? Fünfstöckig? Nuss, Punsch, Oma B., Schicht und Zebra? Alles paletti, dann legen wir mal los mit dem Backen.

Einen Tag zuvor hatte ich die Zutaten eingekauft. Mein Einkaufszettel wies unter anderem folgende Posten auf: 80 Eier, 1,3 Kilo Haselnüsse, 1 Kilo Nougat, 1,2 Kilo Quark, 1,8 Kilo Marzipanrohmasse, 1,6 Kilo Aprikosenkonfitüre, 3 Kilo Zucker, 1 Kilo Puderzucker, 1,2 Kilo Kuvertüre, 500 Gramm Haselnussschokolade, 400 Gramm Bitterschokolade, 400 Gramm Nougatschokolade, 20 Becher Sahne und diverser Kleinkram. 7 Kilo Fondant hatte ich schon zuvor geordert – spätestens jetzt dürfte wohl klar sein: ich hatte viel vor. 

Bedenken muss man bei der Vorbereitung, dass für solche Tortenpräsentationen die einzelnen Backwerke ungefähr 8 cm hoch sein sollten. Das lässt sich aber meist nicht bei einem Backvorgang erreichen. So war ich gezwungen, jede Torte zweimal zu backen (= 10 Torten), worauf ich wenig Lust verspürte. Mein Plan: Die Teigmengen in einem Arbeitsgang mit zwei Küchenmaschinen herstellen,  zwei identische Formen füllen und beide Etagen des Manzfreds ausnutzen. So konnte ich in einem Arbeitsgang abwiegen, rühren, Formen füllen, backen. Ich bestellte also alle Formen nochmal, bis auf die untere.

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Zum Glück fiel mir nämlich vorher noch auf, dass ich nur eine Küchenmaschine besitze, die so groß ist, dass ich die einfache Menge Teig für einen Kuchen von 35 cm Durchmesser herstellen kann. Die Kenwood war dazu in der Lage, die KitchenAid überfordert, die Rührschüssel ist schlicht zu klein. Die untere Etage der Torte wurde also in zweimaligem Arbeitsgang hergestellt, der Rest unter Zuhülf!enahme meiner beiden Küchensklaven in Sachen Quirlen und Kneten.

  Doppelwhirler

Das Problem beim Backen von Unmengen an Torten ist unter anderem auch, dass sie möglichst frisch und möglichst essbar (nicht verschimmelt, ranzig, umgekippt – echt jetzt!) päsentiert werden sollten. Für mich bestand die logistische Herausforderung darin, die Kuchen möglichst spät zu backen (außer Oma B.) und die Ganache, die zu einem großen Teil aus Sahne besteht, noch viel später als spät herzustellen, damit bloß nichts schlecht wird. Gedanken an hohe Außentemperaturen zur Zeit der Herstellung resp. des Transportes bringen mein Blut in Wallung und mich um den Schlaf. Und hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Feier 250 km von meinem Wohnort entfernt stattfand?

Das sich von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde steigernde Unbehagen, im Folgenden "Grauen" genannt, ging diesmal so weit, dass mein Zahnarzt nach der Tortenshow fragte, ob ich Stress gehabt habe – es seien Schleifspuren auf den Zähnen erkennbar vom nächtlichen Knirschen. Ihr könnt euch also ungefähr vorstellen, wie es in mir arbeitete und welche Gedankengänge ich hegte.

Verschärfend kam hinzu, dass ich montags, also an dem Montag vor dem Hochzeits-Samstag, einen Arzttermin hatte, den ich nicht aufschieben wollte. Ich hatte monatelang gewartet und musste ihn wahrnehmen. Ein Tag, der mir sehr fehlte bei den Vorbereitungen. Deshalb fing ich schon am Samstag mit dem Backen an.

Backformenparade-1
Die Sachertorte "Oma Buchholtz" wird ja ohnehin sehr frühzeitig gebacken (ich war eigentlich schon zu spät dran) und da ich einmal im Element war, habe ich auch gleich die Nougat-Nuss-Quark-Torte und die Zebratorte gebacken.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Etage 5 – oben: Zebrakuchen (M)
Kategorien: Rührkuchen, Zebrakuchen, Motivtorte
Menge: 1 Kuchen

Zutaten

5     Eigelb
250 Gramm   Zucker
1/2 Teel.   Salz
1 Pack.   Vanillin-Zucker
1/2     Fläschchen Butter-Vanille-Aroma
125 ml   Wasser, lauwarm
250 ml   Speiseöl
375 Gramm   Weizenmehl
1 Pack.   Backpulver
5     Eiweiß
2 Essl.   Kakao

Quelle

  Dr. Oetker "Modetorten"
  ISBN: 978-3-7670-0383-x
  Erfasst *RK* 02.08.2008 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 160° vorheizen.

Eigelb, Zucker und Vanillinzucker in der Küchemaschine schaumig rühren. Butter-Vanille-Aroma, Wasser und Öl unterrühren.

Mehl und Backpulver mischen, sieben und mit dem Schneebesen vorsichtig unterziehen. Eiweiß mit Salz steifschlagen und ebenfalls unterziehen. Teig teilen und eine Hälfte mit Kakao vermischen.

Zunächst 2 Esslöffel des hellen Teiges in die Mitte einer Springform (Durchmesser 26 cm, Boden gefettet, mit Semmelbröseln bestreut) geben (nicht verteilen). Auf den hellen Teig 2 Esslöffel vom dunklen Teig geben (nicht daneben).

Den Vorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Dabei nicht glattstreichen.

Backen 50-60 Minuten. Stäbchenprobe!

Backen konventionell: Ober- und Unterhitze, 180° vorgeheizt; Heißluft 160°, nicht vorgeheizt; Gas: Stufe 2-3, nicht vorgeheizt.

Nach Geschmack mit Zuckerguss oder Schokolade beziehen.

=====

 

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Oma Buchholtz (Zwillinge, mehreiig) und zwei kleine Zebras

Das Enthäuten der Nüsse für die große Torte brachte mich fast um den Verstand. Die billigen Flittchen waren kein Problem, die zogen sich so schnell die Klamotten aus, so schnell konnte man nicht gucken. Aber die teuren, mondänen Supernüsse – oh nee, was hatte ich da für eine Mühe, die zum Entblättern zu überreden. Zudem hätte die Nougat-Quark-Nuss-Torte nicht viel größer sein dürfen, die Form passte so gerade noch in den Manzfred und auch ansonsten war der Umgang mit so einem großen, schweren Kuchen gewöhnungsbedürftig.

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Aus lauter Angst, dass das Gebäck (nicht die Sachertorte) während der Ruhezeit zu trockenen, schimmeligen, ranzigen, umgekippten also ungenießbaren Ungetümen mutierte, wurde es mit schlechtem Gewissen eingefroren.

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Im Nachhinein betrachtet, würde ich es immer wieder so machen, denn die Torten waren bei der Präsentation frisch und geschmacklich oder von der Konsistenz her war kein Unterschied feststellbar.

Hier mal das Rezept für den Nusskuchen für den etwas größeren Haushalt:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Etage 1 – unten: Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M/TM)
Kategorien: Motivtorte, Hochzeitstorte
Menge: 2 Aluformen von 35 cm Durchmesser

Zutaten

640 Gramm   Margarine
1,06 kg   Zucker
1 Teel.   Salz
22     Eier, Größe M
1,1 kg   Magerquark
900 Gramm   Nougatmasse
1,3 kg   Haselnüsse
900 Gramm   Mehl
70 Gramm   Weinstein-Backpulver

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  www.torten-talk.de, Userin Winterkirsche
  Erfasst *RK* 15.04.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

ACHTUNG! MENGE DER ZUTATEN HALBIEREN; ZWEIMAL BACKEN; NUR EINE ALUFORM VORHANDEN; KENWOOD VERWENDEN – KA ZU KLEIN;

Nougat im Wasserbad schmelzen.

Haselnüsse in einer Pfanne fettfrei rösten, in ein Sieb schütten und soviel wie möglich von den Schalen entfernen. Abkühlen lassen und im TM fein zerkleinern.

Obere Etagen des Manzfreds auf 150° C vorheizen.

Aluform fetten und bemehlen.

Die Margarine mit Zucker und Salz cremig schlagen, die Eier nacheinander zufügen. Quark, Nougat und die Haselnüsse zur Eicreme geben und verrühren. Mehl mit Backpulver unterrühren.

Kuchen eine gute Stunde backen, unbedingt Stäbchenprobe machen. Der Kuchen sollte so gerade gar sein. Auf keinen Fall zu lange backen.

Anmerkungen, Jutta: ich habe zum Teil irgenwelche Luxusnüsse verwendet, die teuer waren, deren Haut sich aber kaum abrubbeln ließ. Krise!! Die billigen Nüsse sind da bedeutend williger, sich nackig zu machen.

=====

Am Ende dieses Backtages, nach 11,5 Stunden in der Küche und der Verarbeitung von 43 Eiern, 1300 g Nüssen, 900 g Nougat, 1 kg Butter, 1,2 kg Quark, 1,6 kg Mehl, 1,75 kg Zucker und 400 g Schokolade und mit Spülhänden, die Tante Tilly in die ewige Ohnmacht getrieben hätten, hatte ich KEINEN BOCK mehr!!! Aber das war ja erst der Anfang… manchmal ist es halt gut, wenn man nicht alles vorher weiß, gell?

Aussicht auf die nächste Folge: die böse gemeine und immer für eine Überraschung gute Punschtorte und die brave Schichttorte, die immer funktioniert. Blöde Punschtorte! Blöde!

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

 

Just married 3 – Die Blumen des Grauens

Arbeitsplatz Wohnzimmer Blüten

Ok – kommen wir also zu den Blumen. Dass der Beitrag, wie gestern angekündigt, noch gaaaanz lange auf sich warten lassen würde, war geflunkert. Und da einige LeserInnen gestern so sehr auf einen pünktlichen Eintrag gewartet haben, der nicht kam, lasse ich euch heute ein wenig früher an den grausigen Geschehnissen teilhaben.Vielleicht kommt ihr ja doch noch irgendwann in den Schlaf. Seid also stark!

Der Traum:

Blumenkaskaden, Orchideen, Margariten, Tulpen, Wicken, Narzissen, Maiglöckchen, Gerbera – Blüten, eine schöner als die andere, breitgefächerte Variationen aus dem Reich der Flora, duftige Kleinode der Zuckerpastendekorierkunst, von lebendigen Exemplaren nicht zu unterscheiden. Hach ja…

Die Realität:

Ich habe es wirklich versucht. Ich habe Unmengen an Büchern geordert. Ich habe Blütenpaste selber hergestellt. Ich habe Blütenpaste gekauft. Ich habe Ausstecher rangeschafft. Ich habe wochenlang das Wohnzimmer mit meinem Bastelgedöns überflutet. Und irgendwann, als 

D A S

OMG - die Orchideen des Grauens


OMG - die Wicken des Grauens

 als Ergebnis meiner Anstrengungen vor mir lag, wurde mir eines klar:

Ich kaufe frische Blumen!

Merke:

Wer einen Rolls Royce vor der Haustür stehen hat, aber keinen Führerschein besitzt, der muss das Fahren den Könnern überlassen. Kreiiiiiisch!!!

Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass alle Blumen, die man hier so kaufen kann, mit Pestiziden verseucht sind und absolut ungeeignet, eine Torte zu zieren, welche man danach noch essen möchte. Also fragte ich bei facebook nach, ob man irgendwo ungespritzte Blüten kaufen könne. Darauf entwickelte sich eine Diskussion, unter anderem zwischen Cami, Frau Kampi und mir. Tenor Frau Kampi: "Kein Problem! Man kann ohne weiteres frische Blumen verwenden." Tenor Cami: "Mach' doch das was du kannst – Rosen!" Tenor ich: "Lieber Gott, bitte lass es einen Knall geben und es ist Juni. Oder lass mich auf einer schönen Insel aufwachen, mitten im blauen Ozean."

 

Cuba Cajo Levisa
Boah, datt klappt ja!!! Ich bin erschüttert!!!! Was soll ich mir bloß als nächstes wünschen?

Nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen hatte, war die Insel verschwunden und ich habe auf Cami gehört. Nicht, dass ich frische Blumen doof gefunden hätte. Aber ich war in Wöllstadt und die Hochzeit fand in Mönchengladbach statt. Ich hätte gerne persönlich mit den Menschen gesprochen, bei denen ich die Blumen gekauft hätte. Also Rosen. Die Kinder wurden gefragt, sie waren einverstanden und so stand die Deko endlich. Ich hatte einen Plan, ein Gerüst, an dem ich mich festhalten konnte:

Hochzeitstorte. Fünfstöckig. Mit Ganache bestrichen. Mit Fondant eingedeckt. Mit Rosen umlegt. Farbe Weiß. Na denn, man los…War ja noch massig Zeit, so ungefähr zwei, drei Wochen – hahaha.

Wieder Blütenpaste bestellt, Wohnzimmer in eine Rosenblütenhölle verwandelt. Das Kochen eingestellt. Brot gekauft! Irgendwie alles runtergefahren und dann Rosen, Rosen, Rosen gemacht. Mein armer Mann!

 

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Zwischendurch noch eine Woche Griechenland – hier eine wunderschöne Ansicht von den Felsen des Weltkulturerbes Meteora, wie es sich uns an dem Morgen der Besichtigung offenbarte:

Meteora oder so

Nebenher immer wieder Inserate gewälzt, Makler angeschrieben, Makler angerufen, Häuser angeschaut, überlegt, diskutiert, abgesagt. Nervtötend!

Als die heiße Phase der Hochzeitswoche begann, war ich immer noch nicht fertig mit den Biestern. Und ich hatte montags noch einen vor Monaten gemachten Arzttermin, der Tag fiel schon mal flach. Wie lange wir noch Rosen gemacht haben, lest ihr in einem anderen Post. Auch, dass viele Rosen umsonst gemacht wurden. Aber das war dann auch schon egal.

Öhm, will eigentlich jemand wissen, wie die Rosen hergestellt wurden? Also Draht einmal umbiegen, so dass ein Häkchen entsteht. Einen Blütenpastenkegel herstellen, Draht reinstechen, über Kopf trocknen lassen. Dann geht es so weiter, wie hier beschrieben, nur mit dem Unterschied, dass die Blumen immer über Kopf getrocknet werden. Und ich habe nur fünf Blütenblätter als letzte Reihe gemacht. Diese fünf Blätter wurden am Rand mit einem Balltool auf einem Schaumkissen behandelt, damit die Ränder schön dünn werden und sich ein wenig wellen. Bei manchen habe ich noch mit einem Zahnstocher auf einem Fingerknöchel nachgearbeitet, damit sie besonders filigran werden. Schweinearbeit!

Aussicht auf morgen: vielleicht gibt es zu diesem Thema erst am Samstag wieder was zu lesen. Aber zu einem anderen Thema vielleicht schon morgen. Vielleicht aber auch nicht. Hach, ist das aufregend. Das mit morgen.

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen

 

Just married 2 – Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M-TM)

P1300623

So, ungefähr im November letzten Jahres war also klar: "Das Kind heiratet!"

Dajana hatte ich mittlerweile auch kennengelernt und ich war sehr, sehr einverstanden. Was ja eigentlich auch egal ist, aber so ist schöner.

Weihnachten wurde bei meinen Eltern gefeiert und da beratschlagten wir, wie die Torte denn aussehen soll.

Den beiden Turteltauben schwebten Torten vor, die auf Säulen ruhen. Mir schwebten mindestens vier Etagen vor. Gestapelt. Warum? Weil man Torten, die gestapelt sind, nicht so aufwändig dekorieren muss. Man hat halt kaum Oberfläche und nur den Rand, auf dem man sich austoben kann.

Den Kindern schwebte eine Blütenkaskade vor, die sich elegant von oben nach unten entlang des Kuchens ergießt, malerisch hinab fließend in mäandernden Bögen. Mir schwebten grauenvoll missratene Gebilde vor, die einer großen Gästeschar zum Amusement dienten und die als Protagonisten eines spontan ins Leben gerufenen Ratespieles fungierten mit dem lustigen Titel: "Interpretation des Grauens oder Was will die Künstlerin uns damit sagen?" Nach deren Veröffentlichung in einem meiner Lieblingsforen "Cake Wrecks" wurde diese Website wegen Gefährdung der mentalen Gesundheit für immer geschlossen.

Tortenbücher wurden gewälzt, Tortenfotos wurden hin und her geschickt, Anleitungen wurden gelesen, mir wurde immer mulmiger. Wie sollte ich die Blüten machen, wie sollten die Blüten über die "Leerstellen" geleitet werden, würden die Säulen die einzelnen Kuchen tragen? Mir wurde noch mulmiger.

Mittlerweile war Februar oder März, ich kam nicht in die Pötte.

Hinzufügen muss ich, dass wir seit Januar auch noch intensiv auf Haussuche waren bzw. sind. Jaaa, ich weiß, manch einer von euch wird sagen "Wie? Ich denke die ziehen nach Bayern…!!??!!". Wir ziehen nicht nach Bayern. Diese Geschichte wird auch noch zu erzählen sein. Aber nur kurz und nicht jetzt.

Also, wir waren auf Haussuche und ich hatte irgendwie für alles keine Zeit. Keine Zeit zum Üben, keine Zeit zum Ausprobieren, keine Zeit mal alles so richtig akribisch zu planen. Deshalb schwamm in meinem Kopf der Hochzeitstrubel wie wild hin und her, ich war zu keinem klaren Gedanken fähig. Bis auf dieses diffuse Gefühl der Panik.

Klar war zu diesem Zeitpunkt nur, dass ich keinen Kuchen mache mit Säulen. Und dass der Kuchen fünfstöckig werden soll. Er soll mit Fondant überzogen werden und er soll weiß sein. Und Blumen haben. Selbst gemachte Blumen.

Ich hatte auch eine entfernte Ahnung, welche Torten ich backen wollte. Nur die untere Etage, die große, auf der quasi der ganze Aufbau ruhen sollte, dazu fiel mir nicht so viel ein. Es sollte ein saftiger Kuchen sein, ein Kuchen, den man gut vorbereiten und aufbewahren kann. Zudem musste er eine gewisse Stabilität haben, weil ja noch vier Kuchen… Oh je..

Hilfe kam mal wieder aus dem Forum torten-talk in Form eines Nougat-Quark-Nuss-Kuchens, den ich der Userin Winterkirsche stibitzte. Netterweise war sie auch sofort damit einverstanden, dass ich das Rezept hier veröffentliche. Viel später habe ich herausgefunden, dass eine euch wohlbekannte Bloggerin ebenfalls diesen leckeren, saftigen Kuchen gebacken hatte. Petra von Chili und Ciabatta hat ihn zumindest in der Rezeptgruppe RezKonv gepostet. Aber einen Blogeintrag dazu habe ich nicht gefunden.

Ich startete also ein Probebacken und diese Torte war soooo gut, ihr müsst sie einfach mal versuchen.

Nougat-Quark-Nuss-Kuchen
Ohne vorgreifen zu wollen, mein Lieblingsneffe Tim hat sich sogar ein zweites Stück am Tag der Hochzeit geholt, was ich als großes Kompliment empfand. Das war also auch geklärt. Wir halten fest:

  • Oben: Zebratorte – 15 cm Durchmesser
  • Zweite von oben: Schichttorte – 20 cm Durchmesser
  • Mitte: Oma-Buchholtz-Torte – 25 cm Durchmesser
  • Zweite von unten: irgendwasgehtimmerschiefmitdiesermiesenPunschtorte – 30 cm Durchmesser
  • Unten: Nougat-Nuss-Quark-Torte – 35 cm Durchmesser

Jetzt gibt es erst mal das Rezept für die Nusstorte, damit wir uns dann ab morgen oder so irgendwie schön der Reihe nach den Geschehnissen der letzten Tage widmen können.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Nougat-Quark-Nuss-Kuchen (M/TM)
Kategorien: Motivtorte, Hochzeitstorte
Menge: 1 Aluform von 24 cm Durchmesser

Zutaten

150 Gramm   Margarine
250 Gramm   Zucker
1/4 Teel.   Salz
5     Eier
250 Gramm   Magerquark
200 Gramm   Nougatmasse
300 Gramm   Haselnüsse
200 Gramm   Mehl
1 Pack.   Weinstein-Backpulver
      Haselnuss-Glasur

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  www.torten-talk.de, Userin Winterkirsche
  Erfasst *RK* 15.04.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Aluform fetten und bemehlen. Manzfred auf 160° C vorheizen. Nougat im Wasserbad schmelzen.

Haselnüsse in einer Pfanne fettfrei rösten, in ein Sieb schütten und soviel wie möglich von den Schalen entfernen. Abkühlen lassen und im TM fein zerkleinern.

Die Margarine mit Zucker und Salz cremig schlagen, die Eier nacheinander zufügen. Quark, Nougat und die Haselnüsse zur Eicreme geben und verrühren. Mehl mit Backpulver unterrühren.

Kuchen eine Stunde backen, 15 Minuten vor Ende der Backzeit mit Alufolie abdecken.

Gut auskühlen lassen (am besten über Nacht) und mit Haselnuss-Glasur überziehen.

Anmerkungen, Jutta:

Gebacken: 15.04.2012 / einen Tag später probiert – köstlich! Fester Kuchen, der aber saftig schmeckt. Das Nougat unterstreicht den Geschmack der Haselnüsse. Sehr gut.

BEIM NÄCHSTEN MAL: Kuchen bei 150° C backen. Damit umgeht man eventuell das Abdecken.

=====

Zwischendurch übte ich immer wieder Orchideen oder Blumen, deren Namen ich vergessen habe und die auch genau so aussahen. Ich habe trotz der Befürchtungen, dass meine Kamera das nicht überlebt, ein Foto gemacht. Aber das gibt es erst später. Wenn ich von frischen Blumen, Sandra und Cami berichte. Aber das dauert noch.. laaaange…

 

Von Anfang an:

Just married 1 – Prolog

 

Wer eine interessante Abhandlung über die "Hochzeit auf dem Lande" lesen möchte, wende sich bitte vertrauensvoll an Petra Foede, die den Leser in ihrem Blog auf kulinarische Zeitreisen entführt.

 

 

 

 

Happy-Birthday-Flower-Power-Pop-Up-Cake (dt.: Buttercremetorte)

Happy-Birthday-Super-Flower-Pop-Up-Cake
Diese Torte ist zwar mit viel Liebe hergestellt worden, aber sie war auch eine Resteverwertung, denn von der Hochzeitstorte war noch viel Fondant übrig. Den habe ich dann verwendet als Überzug und zur Dekoration einer Buttercremetorte für Norbert, der im November Geburtstag hatte.

  Geburtstagstortentisch

Buttercremetorte ist Tradition, ohne diese Torte ist der Geburtstag nur halb so schön. Und ohne den schweinischen Muffinkerzenständer sowieso.

Schweinemuffin

Anschnitt gab es auch:

 

Geburtstagstorte, Anschnitt
Na gut, dann auch noch das Rezept:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Buttercremetorte (M)
Kategorien: Biskuit, Buttercreme, Geburtstagstort, Knaller
Menge: 1 Torte, Durchmesser 26 cm

Zutaten

H FÜR DEN BISKUITBODEN
6     Eier, Größe M
180 Gramm   Zucker
2 Pack.   Vanillin-Zucker
0,5 Teel.   Salz
80 Gramm   Speisestärke
120 Gramm   Mehl, Type 405 oder 550
1 Teel.   Backpulver, gestrichen voll
H FÜR DIE FÜLLUNG
500 ml   Milch
1 Pack.   Puddingpulver, Vanille
40 Gramm   Zucker
1 Pack.   Vanillin-Zucker
0,5     Stückchen Palmin
1 Prise   Salz
15 Gramm   Kakao, dunkel
20 Gramm   Rum
250 Gramm   Butter, zimmerwarm
      Johannisbeermarmelade, rot
H FÜR DEN DECKEL
125 Gramm   Honigmarzipan (oder Marzipanrohmasse)
      Puderzucker
H ZUM TRÄNKEN
40 ml   Espresso
20 Gramm   Rum
H ZUM VERZIEREN
      Mandelblättchen, geröstet

Quelle

  eigene Kreation
  Erfasst *RK* 12.11.2007 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Für den Biskuit 6 Eier mit Schale in heißes Wasser legen. Rührschüssel mit heißem Wasser füllen. Manzfred auf 160° C vorheizen.

Nach 10 Minuten Wasser aus der Schüssel entfernen, Eier in die Schüssel schlagen (diesmal ohne Schale) und zusammen mit Zucker, Vanillin-Zucker und Salz dickschaumig aufschlagen. Das dauert eine Weile.

In der Zwischenzeit Mehl, Stärkemehl und Backpulver vermischen und sieben. Den Boden einer Backform von 26 cm Durchmesser mit Backpapier belegen. Rand nicht fetten.

Mehlmischung vorsichtig, aber gründlich unter die Eischaummasse heben, in die Form geben und 35 Minuten backen. Stäbchenprobe machen, Boden 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann aus der Form entfernen. Gebäck komplett auskühlen lassen, eventuell über Nacht.

Für die Füllung Puddingpulver mit etwas Milch anrühren. Zucker, Vanillin-Zucker, Salz und restliche Milch aufkochen, Puddingpulver zufügen und eine Minute kochen. Palminstückchen zufügen und tüchtig vermengen. Kakao und Rum verrühren. Pudding teilen. Eine Hälfte so belassen. Unter die andere Hälfte die Kakao-Rum-Masse ziehen. Beide Puddings öfter umrühren, damit sich keine Haut bildet und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Jede Puddingmasse mit 125 Gramm zimmerwarmer Butter verrühren.

Zum Tränken Rum und Espresso mischen. Unteren und mittleren Boden damit tränken.

Alle Böden mit Johannisbeergelee bestreichen.

Den unteren Tortenboden mit 3 Esslöffeln heller Buttercreme, den mittleren Tortenboden mit 4 Esslöffeln dunkler Buttercreme bestreichen. Alle Böden aufeinander setzen.

Marzipan mit Puderzucker verkneten. Das Marzipan sollte gut formbar sein, nicht zu weich und nicht zu fest. Einen Deckel in Größe der Torte ausrollen und auf den oberen Boden legen. Den Kuchen komplett mit heller Buttercreme bestreichen.

Verzieren mit dunkler Buttercreme.

Eventuell den Rand mit gerösteten Mandelblättchen bestreuen oder mit Schokostreuseln.

Tipp: ich kann mir auch gut eingemachte Preiselbeeren als Füllung vorstellen (Vorschlag meiner Mama). Die mag Norbert aber nicht.

edit, 24.12.2010: auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame möchte ich betonen, dass es sich um Preiselbeeren handelt, die Norbert nicht mag.

=====

Hochzeitstorte (7): Das Finale

HZT - Figur 
 
 
Freitagmorgen – noch 40 Stunden bis zur Lieferung der Hochzeitstorte – stand ich um 6.00 Uhr in der Küche. Als ich ins Bett ging, war Samstag, 15.00 Uhr und ich hatte 21 Stunden lang nur Torten gefüllt und dekoriert.

Bis dahin hatte ich:

  • nachts einen Kollaps. Mir wurde auf einmal so blümerant, dass ich mich auf die Couch legen musste und mir wurde so schlecht, dass ich natürlich dachte, ich hätte eine Salmonellenvergiftung und die Torten wären ungenießbar, krank machend und nicht präsentabel. Vor meinem geistigen Auge fuhren heulend Krankenwagenkolonnen vor, die Hochzeitsgäste eilig in nahegelegene Krankenhäuser schafften. Bis mir auffiel, dass ich seit 18 Stunden nichts mehr gegessen hatte. Nach Obstsaft und Traubenzucker stieg mein Blutzuckerspiegel wieder und ich konnte weiter machen.
  • Ganache, hell / Ganache, dunkel / Icing für Spritzmuster / gefärbten Fondant / Rosenknospen hergestellt
  • eine Punschtorte gefüllt (grrrrrr)
  • mich über eine Schnuppschnüss-Schürze gefreut, die mir Doris (die Brautmutter) vermachte
  • ein Blütenmeer bestaunt (700 Rosen!) – wie gut, wenn die Braut eine Schwester hat, die Floristin ist und die komplette Dekoration inklusive Brautstrauß herstellt 

 

HZT - ein Teil von 700 Rosen1 

  • den Hinweis der Brautmutter dankend aufgenommen, dass die von mir hergestellten kleine Blüten fast so aussehen, wie die im Brautstrauß – woraufhin ich die Blüten auf der kleinen  Schichttorte mit einem brauen Punkt versah und sie tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit den echten Blümchen aufwiesen

 

HZT - ein Teil von 700 Rosen1

  • drei Torten mit Ganache bezogen
  • drei Torten mit Fondant bezogen
  • die kleine Torte mit einem Blütenwirbel verziert

  

HZT - ein Teil von 700 Rosen1   

 

P1230121

 

  • die große Torte mit Schriftzügen bestückt, was mich um 5 Jahre hat altern lassen; dabei unzufrieden auf die fünf mickrigen Rosen schauend, die so verloren auf der Torte lagen, zusammen mit den Ringen, gefiel mir überhaupt nicht

 

P1230121 

  • drei Torten todesmutig auf ihre Platten bugsiert, mit schweissnasser Stirn vor lauter Angst, dass am Ende doch noch etwas passiert und unterstützt vom Ehemann, der noch nachts um 3.00 Uhr am Spülbecken stand (überhaupt diese Spülerei – grauslich)
  • Bögen aus Fondant hergestellt und an die Ränder geklebt (was eine unglaublich langwierige Sache ist)
  • Punkte aus Icing gespritzt
  • Perlchen aufgeklebt … 

Ach, ich weiß nicht, was noch alles, es war jedenfalls ein Lauf gegen die Zeit und als die Torte endlich, endlich fertig war, da kam mir das alles vor wie ein Traum. Ich habe dann erst mal ein bissi geweint und danach drei Stunden geschlafen. 

Die untere Etage gefiel mir nach dem Aufwachen immer noch nicht. Bis ich auf die Idee kam, zu den Rosenknospen einfach noch vier größere Rosen zu gesellen.

 

HZT Punsch Detail2 

 

Das war's – mir fiel eine Zentnerlast von der Seele. Ich war

 !!! FERTIG !!!

 

HZT ist fertig!!!!1

    
Um 22.00 Uhr wurden die Torten und ich von zwei netten Damen ins ungefähr 20 km entfernte Butzbach kutschiert. Die Torte bei Dunkelheit zum Ort der Feier zu bringen, das war mir dann doch zu heikel.

 

 HZT - Transport - Schicht ohne Figur1  HZT Transport, Mitte HZT Transport, unten 

 

Ich baute die Torte in einem Nebenraum auf, hatte nochmal Herzklabastern, als ich sah, wie sie in den Saal transportiert wurde

 HZT Transport, Butzbach 
 
 

und als der Tisch dann endlich stand,

 

HZT Transport, geglückt 

 

die Torte heil angekommen war

 

HZT gestapelt und vorführbereit

 

und das strahlende Brautpaar das Messer nahm und die Torteanschnitt, da war ich mächtig stolz und glücklich. Ist das nicht ein schönes Paar?

  

HZT - Anschnitt1 

Das war endlich der letzte Teil der Ereignisse. Der nächste Eintrag wird herzhaft, das verspreche ich nicht nur Claus.  

 

die story amfürsisch:

Hochzeitstorte (1): Da ist datt Ding

Hochzeitstorte (2): Wieso macht Schnuppschnüss sowas?

Hochzeitstorte (3): Backwahn im Anmarsch

Hochzeitstorte (4): Herzhaftes am Polterabend

Hochzeitstorte (5): Cake Test Dummies

Hochzeitstorte (6/1): Schichtkuchen

Hochzeitstorte (6/2): Ganache, hell

Hochzeitstorte (6/3): Ganache, dunkel

Hochzeitstorte (6/4): Oma-Buchholtz-Torte

Hochzeitstorte (6/5): Punschtorte

Hochzeitstorte (6/4) – Die Rezepte: Sachertorte Oma Buchholtz

Da ist sie ja! Oma Buchholtz wie sie leibt und lebt – naja, vielleicht nicht ganz. Unscheinbar kommt sie daher, aber stille Wasser sind bekanntlich tief und ich schwöre, diese Torte hat noch nie überhaupt niemals nicht ein einziges kleines Wort gesprochen. Ja, sie hat es noch nicht einmal versucht. Der Rest ist Schweigen.

 HZT - Test - OBS, Anschnitt_bearbeitet-1
 
 
 Zunächst die Vorgeschichte:

Uschi, eine Hong-Kong-Deutsche, jetzt wohnhaft in Shanghai, lebte für einige Jahre in Deutschland. Unter anderem machte sie eine Ausbildung in der Krankenpflege. Uschis Oma, die Oma Buchholtz, war eine tolle Bäckerin, die berühmt war für ihre Sachertorte. Jedes Jahr vor ihrem Geburtstag bestellte Uschi bei der lieben Oma diese Torte und jedes Jahr auf's Neue ging der Wunsch in Erfüllung. Das ging soweit mit der Tradition, dass sich die Großmutter während Uschis Ausbildung sogar per Bahn auf den Weg Richtung Lehrkrankenhaus machte, um dem Geburtstagskind die Torte zu überreichen. Im Vor-Tupper-Zeitalter behalf sich Oma Buchholtz mit einer Hutschachtel, in der sie die Torte transportierte und nicht nur Uschi, auch ihre Mitschüler waren dem Backwerk verfallen.

Bei der Suche nach Tipps und Tricks bezüglich des Motivtortenbackens stieß ich im Forum torten-talk auf diese hochgelobte Torte. Zu ihren Gunsten spricht, dass man sie lange im Voraus backen kann, dass sie variantenreich gefüllt werden kann, dass sie stabil ist, äußerst schmackhaft daher kommt und dass sie wunderbar dekoriert werden kann. Mein Interesse war mehr als geweckt, ich habe das Rezept sofort ausprobiert und war hin und weg.

Beim großen Tortentest war Oma Buchholtz die eindeutige Siegerin

HZT Oma BJPG 
und ich gedenke nicht nur jedesmal still der guten Oma, wenn ich mir ein Stück ihrer Torte zu Gemüte führe, sondern danke auch ganz herzlich Uschi aus Shanghai, die mir erlaubt hat, die frohe Kunde hier zu verbreiten, auf dass das Gedenken an die Oma niemals enden möge!

Mindestens sieben Tage Vorlauf benötigt man, wenn man diese Torte präsentieren will. Am ersten Tag wird gebacken – für die Hochzeitstorte gleich zweimal, um auf 8 cm Höhe zu kommen,

Oma Buchholtz, 8 cm

am zweiten Tag wird mit Konfitüre und Grand Marnier gefüllt (das Rezept verlangte auch nach Aprikosenlikör, aber ich hatte keinen da und habe komplett auf Orangenlikör gesetzt), am dritten Tag mit Schokolade überzogen und dann steht die Torte mindestens bis zum 7. Tag, gut verpackt, im Kühlschrank und wartet auf Vernichtung. Bis zum 10. Tag durchhalten wäre besser, aber wer schafft das schon?

Ich habe die Torte bis nach Frankreich transportiert, um sie unseren lieben Gastgebern Micha und Fried zu überreichen. Da war die Torte erst zwei Tage alt und man konnte sie am nächsten Tag schon ganz gut essen. Es war interessant zu entdecken, wie sich der Geschmack verbesserte, je älter die Torte wurde. Wir haben natürlich nicht Michas und Frieds Torte gegessen. Für uns hatten wir auch eine mit :-) 

Soll die Torte mit Ganache überzogen werden und später mit Fondant, dann empfiehlt es sich, gleich am dritten Tag schon die Ganache aufzubringen, die Torte in Frischhaltefolie einzuwickeln und bis zum Tag der Dekoration im Kühlschrank aufzubewahren.

Da meine Torte – die mittlere Etage der Hochzeitstorte – noch ungefähr zwei Tage außerhalb des Kühlschranks gelagert werden sollte, habe ich mich das nicht getraut. Ich habe die Ganache lieber frisch zubereitet und sie einen Tag vor dem Dekorieren aufgebracht. Im Nachhinein betrachtet war die Vorsicht unbegründet. Wir haben noch Tage später von der Hochzeitstorte gegessen, ohne irgendwelche Einbußen an Geschmack oder Konsistenz festzustellen. Die Brautmutter hat noch ein Woche später eine Plastikschüssel im Keller gefunden, die zu ihrem Erstaunen Oma-Buchholtz-Torte enthielt. Sie war durchaus noch essbar und wurde ihrer Bestimmung schnellstens zugeführt.

Also, demnächst mache ich es wie Monika: Backen, am nächsten Tag füllen und bestreichen, eine Nacht trocknen lassen, am dritten Tag mit Ganache beschmieren und warten, warten, warten.

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Sachertorte Oma Buchholtz (M)
Kategorien: Motivtorte, Lagerfähig, Schokolade, Knaller
Menge: 1 Torte von 26 cm Durchmesser

Zutaten

H KUCHEN
200 Gramm   Butter, weich
200 Gramm   Puderzucker, gesiebt
1 Pack.   Vanillezucker
100 Gramm   Lindt Schokolade 70% mild
100 Gramm   Lindt Schokolade 70% intensiv
8     Eier, Größe M, getrennt
200 Gramm   Mehl, Type 405
12 Gramm   Kakao, dunkel, ungesüßt
1 Prise   Salz
3 1/2 Gramm   Backpulver
H FÜLLUNG
40 Gramm   Grand Marnier
250 Gramm   Aprikosen-Vanille-Konfitüre, eigene Herstellung
H BEZUG
200 Gramm   Kuvertüre
1 Stich   Butter

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: www.torten-talk.de – Userin Uschi
  Erfasst *RK* 07.08.2010 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Backform fetten. Boden aus dem Ring entfernen und bemehlen. Ring wieder um den Boden legen. Innenrand mit Backpapier bekleiden, dessen Rand höher ist als der Springformrand. Außenrand mit gefalteter Alufolie einpacken, in die nasse Papiertücher gelegt wurden (even baking method).

Manzfred auf 160° C vorheizen.

Schokolade im TM kurz zerkleinern und 15 Minuten / Stufe Sanftrühren / 37° C schmelzen.

Butter mit den Zuckern in der Küchenmaschine luftig aufschlagen, nach und nach die Eigelbe unterziehen.

Flüssige Schokolade abgekuehlt unter die Buttercreme ruehren.

Eiweiss mit Salz zu halbfestem Schnee schlagen. Mehl, Kakao und Backpulver sieben und sehr kurz, aber gründlich mit der Küchenmaschine in die Schokomasse einarbeiten, dann den Eischnee unterheben. In die Springform füllen und 60 Minuten backen.

In der Backform erkalten lassen, danach in einem Tortencontainer aufbewahren.

Am 2. Tag die Torte zweimal horizontal durchschneiden. Die Marmelade mit dem Likör glattrühren, die Böden satt mit diesem Gemisch bestreichen, aufeinander setzen und von aussen bestreichen und zum Trocknen in den Kühlschrank stellen.

Am 3. Tag mit Schokoglasur beziehen. Dazu die Schokolade temperieren, abkühlen lassen, nochmals leicht erwärmen, Butter zufügen und Kuchen beziehen. Trocknen lassen.

Nun muss die Torte noch bis zum 10. Tag im Kühlschrank ruhen (bis zum 7. Tag reicht aber auch), bevor sie angeschnitten wird. Zwei Stunden vor dem Anschnitt aus dem Kühlschrank holen.

SACHERTORTE ALS MOTIVTORTE

Am 2. Tag nach dem Füllen, aber vor dem Einstreichen mit Marmelade den Kuchen mit einem stabilen Tortenring gerade schneiden. Einfach oben aufsetzen und alllmählich den Ring bis zum Boden drücken. Dann außen einstreichen, über Nacht im Kühlschrank trocknen lassen, dann gut verpacken und bis zum 8. Tag ruhen lassen. An diesem 8. Tag mit Ganache überziehen* und bis zum nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahren.

Am 9. Tag Torte eine Stunde vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank holen. Mit Fondant überziehen und dekorieren**.

Am 10. Tag verzehren. Vorher zeitig aus der Kühlung holen, damit der Fondant abtrocknen kann, falls er durch Kondenswasser feucht geworden ist.

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* Monika macht das schon am dritten Tag und packt den Kuchen in Frischhaltefolie. Ich habe mich das nicht getraut, weil die Torte nach der Deko noch fast zwei Tage ungekühlt im Keller stehen musste.

** Monika stellt ihre mit Fondant bezogenen Torten in den Kühlschrank, ohne dass sich der Fondant auflöst. Sie hat damit gute Erfahrungen gemacht. Ich habe es mit einem fondantbezogenen Dummy ausprobiert und kann bestätigen, dass die Dekoration nicht leidet. Allerdings solle man der Torte genug Zeit geben, sich an die wärmere Umgebung anzupassen. Möglicherweise entstehendes Kondenswasser trocknet allmählich ab.

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Einen Nachteil der Torte darf und will ich euch nicht verschweigen: sie ist immer viel zu schnell weg.

 

Hochzeitstorte (6/3) – Die Rezepte: Ganache, dunkel

Mit der dunklen Ganache wurde eine Oma-Buchholtz-Sachertorte, die mittlere Etage der Hochzeitstorte, umhüllt. 

Ganache, dunkel1
Falls ihr Oma-Buchholtz-Sachertorte schon nicht mehr lesen könnt, dann verzichtet Morgen auf einen Blick ins Blog – da erscheint dann nämlich das Rezept der Oma-Buchholtz-Sachertorte.

Die Vorgehensweise bei der Herstellung dieser Ganache ist identisch mit der Zubereitung der hellen Sahne-Schokoladen-Creme von gestern. 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Ganache, dunkel
Kategorien: Motivtorte, Füllung, Schokolade, Sahne
Menge: 1 Rezept

Zutaten

500 Gramm   Sahne
550 Gramm   Kuvertüre (bitter)
1 Pack.   Vanillezucker
1 Essl.   Vanillesirup
1 Prise   Salz

Quelle

  Diverse Quellen
  Erfasst *RK* 07.08.2010 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Sahne aufkochen, Gewürze und Aroma zufügen. Masse so lange rühren, bis die Temperatur bei 80° C liegt. Gehackte Schokolade zufügen, 3 Minuten stehen lassen.

Mit einem Schneebesen allmählich die Schokolade mit der Sahne verbinden. Zum Schluss mit einem Gummispatel abziehen, in einem kühlen Keller über Nacht ruhen lassen.

Am nächsten Tag mit einem Handrührgerät aufschlagen und wie gewünscht verwenden.

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Übrigens, das, was unter der Ganache schlummert, oben auf dem Foto, das ist eine – rischitsch – Oma-Buchholtz-Sachertorte. Wollte ich nur mal anmerken.