Ein frohes, friedliches, glückliches und gesundes Jahr 2016 für euch, liebe Leser

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Das Jahr 2015 ist beendet. Was für ein Jahr! 

Ein Jahr voller Entsetzen über den Krieg, das Sterben, die Flucht, das Elend. Über die Hartherzigen, die Dummen, die Brutalen, die Mitläufer. 

Vor allem aber ein Jahr der Freude, des Miteinanders, des Glücks; ein Jahr der Begegnungen mit Menschen, die mein Leben reich machen und meine Seele froh. 

Ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge ist eine Tätigkeit, die manchmal schwer ist, manchmal traurig, manchmal frustrierend und manchmal macht sie auch wütend. Es fehlt an vielen Dingen, derzeit ist der Mangel an Wohnraum ein großes Problem, es gibt nicht genug Plätze in Kindergärten usw., usw.. Aber darüber möchte ich heute nicht schreiben, sondern von den anderen Facetten des Miteinanders, denn vor allem empfinde ich Befriedigung und Glück, wunderbaren Menschen ein wenig Hilfe zu leisten, damit sie in der neuen Welt zurecht kommen. 

Ich bin nur ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe, dessen Motor die Bereitschaft vieler Menschen ist, ihren Beitrag zur Mitmenschlichkeit zu leisten. Mitarbeiter der großen Verbände – hier die AWO und ein privater Investor – leisten unglaublich tolle Arbeit. Viele kleine Initiativen und Netzwerke sind agile Keimzellen, aus denen Ideen, Projekte und konkrete Hilfe erwachsen. Der Kontakt zu so unglaublich interessanten und engagierten Helfern ist ein weiterer Stein im bunten Mosaik. Was habe ich an tollen Leuten in den letzten Monaten kennen gelernt, es ist wirklich phantastisch. 

Bewundernswert vor allem sind aber die aus ihrer Heimat Geflüchteten, Menschen, die alles, was sie besaßen, hinter sich lassen mussten. Menschen, von Krieg und Verfolgung bedroht, die zu uns kamen, um wieder ein sicheres Leben führen zu können. Menschen ohne Besitz, ohne Heimat, ohne ihre Lieben, die sie in ihrem Land zurück lassen mussten. Trotzdem gibt es jeden Tag so viel Beglückendes, das mein Herz reich und leicht macht, geschenkt von Menschen, die so viel Schweres hinter sich haben, dass ich oft weinen muss. 

Da ist der junge Mann aus Afghanistan, der so viel Liebe und soviel Anstand in sich hat, der alles tut, um die Sprache zu lernen, sich zu integrieren, Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen. Er ist eine Bereicherung für uns alle, wenn ich an die Zukunft denke, auch ein Mosaikstein,  einer der sich wunderbar in den bunten Teppich unserer Welt einfügen wird. 

Da sind die beiden älteren Herrschaften aus Pakistan, die meine Verrücktheiten ertragen und mir die Ehre erweisen, immer pünktlich und aufmerksam der Deutschhilfe beizuwohnen. Die mir von ihrem Leben erzählen, die sich die Urlaubspostkarte haarklein erklären lassen und die Namen aller Sehenswürdigkeiten in ihre Kladden eintragen. Die sich für mein Leben interessieren und stolz Fotos zeigen von den Menschen, die ihnen wichtig sind. Die mit mir in der Küche stehen und Tee kochen und Kuchen essen und ebenfalls alles tun, hier heimisch zu werden. 

So viele Schicksale und so viel Mut, Willenskraft und Fröhlichkeit, trotz allem, was geschehen ist. Diese Menschen verdienen meinen und unseren allergrößten Respekt. Und unsere Unterstützung.

Natürlich gibt es auch negative Erlebnisse, Menschen, die nicht klar kommen mit der neuen Situation. Aber diese Episoden sind in der absoluten Minderzahl und eine Lösung gibt es auch in solchen Fällen. Meistens jedenfalls. 

Warmherzigkeit ist das erste Wort, das mir einfällt, wenn ich an die Menschen denke, mit denen ich zu tun habe. Und Offenheit. Ich habe bislang noch nicht einmal irgendeine komische Reaktion erlebt, ganz im Gegenteil. Egal ob Muslim oder Christ, ob Mann, Frau oder Kind, alle Menschen sind mir respektvoll begegnet. Mir ist noch nie im Leben so oft die Tasche getragen oder die Tür aufgehalten worden wie in den letzten Monaten. Und ich habe noch nie zuvor so lustige Mützen getragen. 

Das zur gefälligen Betrachtung ausgewählte Objekt hat eine Dame aus Afghanistan hergestellt. Nach drei Treffen im Handarbeitskreis, ohne dass sie jemals zuvor eine Häkelnadel in der Hand gehabt hätte. Ein Naturtalent. Mein Gott – was haben wir gelacht! 

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Normalerweise ist das nicht meine Art, aber ich überwinde mich und bitte euch um einen Gefallen: schaut doch einmal nach, ob ihr in einer dunklen Ecke noch Wolle habt, die ihr nicht mehr benötigt. Ich kann sie für die Handarbeitsgruppe sehr gut gebrauchen. Die Portokosten für den Versand übernehme ich. Wir sind derzeit zwar noch sehr übersichtlich in der Besetzung, aber ich bin sicher, dass es im Laufe der nächsten Wochen voller wird und dann weiß ich nicht, wie meine liebe Mitstreiterin und ich den Nachschub organisieren sollen. Ich würde die Wolle an die Damen (und vielleicht auch Herren) nicht ganz kostenlos abgeben, um so die Portokosten wieder rauszuholen und habe mir überlegt, dass 0,50 Euro für ein Knäuel schon drin sein müssen. Wir würden uns alle riesig freuen :-) 

 

P1010666Für eines unserer beiden Christkinder

Nochmals wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein tolles Jahr, seid lieb zu euch und nehmt ein Stück Kuchen! 

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Sweet Memories: Gillas gedeckter Apfelkuchen vom Blech (M-TM)

Kann es denn wirklich sein, dass ich Schwiegermutter Gillas Paradekuchen, was Äpfel angeht, noch nicht gebloggt habe? Anscheinend, denn nirgends habe ich im wähwähwäh einen noch so winzigen Hinweis gefunden. Jetzt wird es aber wirklich Zeit, wie konnte ich euch dieses Schmuckstück bloß so lange vorenthalten? 

  Apfelkuchen, Detail

Vorgestern stand wieder einmal eine Tüte mit Äpfeln vor der Haustür. Die Nachbarin hatte uns diese liebe Überraschung bereitet und ich meinerseits bereitete aus der Überraschung Kompott. 

Norbert wurde interviewt, wofür ich das Kompott verwenden soll und er wünschte sich den gedeckten Apfelkuchen, den seine Mutter so oft gebacken hat. Aber gerne doch, nur, wo ist das Rezept? Weder im Blog noch im virtuellen Kochbuch war es zu finden. Im Karteikartenkasten mit den handgeschriebenen Rezepten wurde ich dann fündig. Ein Griff und schon war das Kärtchen mein. 

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Der Rest war schneller erledigt, als ich es in Erinnerung hatte. Mir ist der Kuchen immer recht aufwändig in der Herstellung erschienen, aber wenn man das Kompott schon am Vortag herstellt, ist das Backen kein Hexenwerk mehr.

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Meine Schwiegermutter raspelte übrigens die Äpfel und buk sie roh. 

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Ach, das war ein Schmausen, als der Kuchen endlich abgekühlt war. Und Gilla saß mit uns am Tisch – sweet memories. 

 

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gillas gedeckter Apfelkuchen vom Blech
Kategorien: Sweet Memories, Äpfel, Blechkuchen
Menge: 1 Fettpfanne

Zutaten

H HEFETEIG
400 Gramm   Mehl
225 Gramm   Milch
1/2 Teel.   Salz
40 Gramm   Öl (J: Butter)
40 Gramm   Zucker
1 Pack.   Trockenbackhefe
H MÜRBETEIG
250 Gramm   Mehl
1 Messersp.   Backpulver
125 Gramm   Zucker
125 Gramm   Butter
1 Prise   Salz
1     Ei
H FÜLLUNG
1     Zitrone; den Saft
1,1 kg   Äpfel, vorbereitet gewogen
80 Gramm   Vanillezucker (J: Zucker und Vanilleschoten im
      — Glas gemeinsam aufbewahrt)
1 Prise   Salz
      Paniermehl (Semmelbrösel)
      Zimt
      Rosinen/Korinthen/Sultaninen nach Belieben
H GUSS
250 Gramm   Puderzucker
      Wasser oder ein Gemisch aus Rum und Wasser

Quelle

  Modifiziertes Rezept von Gillas Apfelkuchen
  Erfasst *RK* 20.09.2014 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Früh genug am Backtag Äpfel schälen, vierteln und nochmals quer durchschneiden. In Zitronenwasser parken. In zwei Durchgängen aus jeweils 550 g Äpfeln und 40 g Zucker im Thermomix (TM) ein Apfelkompott kochen: 100° C / 10 Minuten / Stufe 1. Abkühlen lassen (ich habe das Kompott schon am Vortag gekocht).

Hefeteig zubereiten und so lange gehen lassen, bis er gut sichtbar aufgegangen ist. Durchkneten und auf einer gefetteten Fettpfanne ausrollen. Paniermehl aufstreuen, Kompott gleichmäßig darauf verteilen. Zimt nach belieben darüber stäuben, Rosinen aufstreuen und in das Kompott drücken.

Manzfred auf 180° C vorheizen.

Im TM Mürbeteig zubereiten. Alle Zutaten in den Mixtopf geben, 2 Minuten Teigstufe. Nochmal mit den Händen kneten, bis ein homogener Teigklumpen entstanden ist. Auf Mehl in Blechgröße ausrollen und mit einem Stoßgebet zum Himmel für gutes Gelingen die Platte auf das Kompott transferieren. Teig mehrfach einstechen und an den Rändern, falls nötig, etwas festdrücken.

Im Manzfred 45 Minuten backen. Zwischendurch mehrfach Tür öffnen, um Schwaden abzulassen. Sollte die Oberfläche des Kuchens noch nicht genug gebräunt sein, die Temperatur etwas erhöhen und noch ein wenig backen.

Kuchen noch heiß mit Puderzuckerguss bestreichen.

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Blogevent LXXXII – Alte Schätzchen

 

Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen (Einsendeschluss 15. November 2012)

 

Meine liebe Bushi Bushcook hat es doch tatsächlich geschafft, dass ich nach Monaten endlich mal was anderes blogge als Hochzeitstorte. Bravo! Torte gibt es aber trotzdem.Und 'ne Zuckerschnegge. Aber das Beste verwahren wir uns natürlich bis ganz zum Schluss, des leggere Schneggsche, gelle.

Meine alten Schätzchen

Meine alten Kochbuch-Schätzchen präsentieren sich in einem kleinen Segment meines Kochbuchregals. Es gibt hier gekaufte Bücher, geschenkte Bücher, Klassiker

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und welche, die mit der Hand geschrieben wurden; das sind meine Lieblinge.

 

Heute stelle ich ein Buch vor, aus dem ich noch nie etwas gekocht oder gebacken habe, das mir aber wegen seines Aufbaus und der faszinierenden Fotos sehr gut gefällt. Es heißt "Die Küche und ihre Jahreszeiten", stammt aus dem Ullstein-Verlag, erschien 1936, wurde von Dr. E. Urban und B. v. Treskow geschrieben und hat einen Umfang von 571 Seiten. Der Einband besteht aus blauem grobem Leinen. Ein schönes Buch ist das.

Altes Schätzchen

Die Rezepte orientieren sich am Jahreslauf. Quartalsweise nach Monaten geordnet werden die Anleitungen präsentiert. Auch am farbigen Buchschnitt kann man die Einteilung erkennen. Grün = 1. Quartal, Weiß = 2. Quartal, Rosa = 3. Quartal, Blau = 4. Quartal. Jeder Monat beginnt mit einer Übersicht des saisonalen Angebotes an Lebensmitteln, seien es Gemüse, Fleisch, Fisch oder Obst.

Im Anschluss an den eigentlichen Rezeptteil erfahren wir noch etwas über Diätküche, Kranken- und Säuglingskost. Sehr lehrreich auch ein Abschnitt mit dem Titel: "Das merke dir, Hausfrau!", gefolgt von einem Sach- und Namensverzeichnis, das den Abschluss bildet.

Zum Thema Kochbücher soll sich die Hausfrau beispielsweise folgendes merken:

"Die überlieferten alten Kochbücher bieten meist eine Fülle guter Zubereitungs-Vorschriften, berücksichtigen aber, soweit es sich nicht um völlig umgearbeitete Neuausgaben handelt, nicht die außerordentlichen Fortschritte, die die Ernährungswissenschaft in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Neben dem guten Kochbuch ist es für die Hausfrau wichtig, ein Rezeptbuch anzulegen, in das sie die Rezepte einträgt, die sie von guten Freundinnen bekommt oder sonstwie sammelt. […]."

12 farbige und 28 schwarze Tafeln lockern das Buch ein wenig auf, es gibt Tafeln zu Fischen, Pilzen, Geflügel, Haushaltsgeräten, Gartengemüsen… meine liebste Tafel ist diese hier:

Süßspeisen
Die faszinierendste Abbildung jene:

Hasenabzug

Und die lustigsten Tafeln sind diese:

Der Gast und die Fleischbrühe 
Der Gast und die Schüsseln

Diese Klamotten! Herrlich.

Da im November Apfelzeit ist, habe ich mich für eine Apfeltorte entschieden, die ich euch aus dem Buch vorstellen möchte.

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Das Original liest sich so:

"Ein rundes Kuchenblech legt man mit Mürbeteig aus, belegt den Teig
dicht mit Apfelschnitten, gießt etwas zerlassene Butter darüber,
streut 1/2 Tasse Zucker, 1/2 Tasse Sultaninen und 3 Esslöffel
gehackte Mandeln darauf und schiebt den Kuchen in den heißen Ofen.
Backen, bis die Äpfel weich sind.

Dann schlägt man 3 Eiweiß zu steifem Schnee, zieht 3 Esslöffel
Zucker darunter, dann die 3 Eigelb und 1 Esslöffel Maispuder, gibt
diese Masse gleichmäßig über den Kuchen und stellt ihn nochmals 15
Minuten in den heißen Ofen. Den Guss braun backen lassen."

Apfeltorte, Anschnitt

Ja, das war gar nicht so schlecht. Allerdings habe ich beim Zubereiten die Zuckermenge drastisch reduziert, 100 Gramm Zucker auf die Äpfel zu streuen, denn soviel befand sich in 1/2 Tasse, das war mir dann doch zu wild.

Was ich nicht bedacht habe war, dass im Manzfred ein sehr feuchtes Klima herrscht. Nachdem der Guss auf den Kuchen kam, hätte ich die Ofentür etwas offen lassen sollen. Hab ich nicht gemacht, deshalb ist diese bräunliche Haube zäh und nicht besonders schmackhaft. Wenn der Eischnee knusprig gewesen wäre, dann hätte der Kuchen noch mal so gut geschmeckt.

Apfeltorte, Anschnitt auf Blech
Toll geschmeckt hat er nämlich. Und deshalb bekommt ihr auch ein "ordentliches" Rezept hinterher.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Apfelkuchen (M-TM)
Kategorien: Altes Kochbuch, Äpfel, Mürbeteig
Menge: 1 Runde Form

Zutaten

H MÜRBETEIG
150 Gramm   Mehl
100 Gramm   Butter, kalt
50 Gramm   Zucker
1 Pack.   Vanillezucker
1 Prise   Salz
H FÜLLUNG
      Äpfel
      Butter
40 Gramm   Zucker
70 Gramm   Sultaninen
30 Gramm   Mandeln, gehackt
H GUSS
3     Eier
30 Gramm   Zucker
7 Gramm   Maisstärke
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Dr. E. Urban, B. V. Treskow "Die Küche und ihre
  Jahreszeiten"
  Altes Kochbuch von 1936
  Erfasst *RK* 14.11.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 170 ° C vorheizen. Einen Stich Butter in der unteren Etage schmelzen.

Zutaten für den Mürbeteig sind von mir zugefügt worden. Sie werden im Thermomix auf Stufe 5 zu Krümeln verarbeitet und auf ein rundes Kuchenblech mit 26 cm Durchmesser geschüttet. Festdrücken, dabei einen kleinen Rand hochdrücken.

Möglichst kleine Äpfel schälen, entkernen und vierteln. Dicht in Runden auf den Mürbeteig legen, mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Mit Zucker, Sultaninen und Mandeln bestreuen. Backen, bis die Äpfel weich sind. Das dauert ungefähr 25 Minuten. Gegen Ende der Backzeit kontrollieren, ob die Sultaninen eventuell zu dunkel werden. Dann abdecken.

Während der letzten 10 Minuten den Guss zubereiten. Eiweiß mit etwas Salz zu festem Schnee schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Eigelb mit Maisstärke verrühren und den Eischnee vorsichtig unterziehen. Die Masse auf dem Kuchen verteilen, nochmals 15 Minuten backen, bis der Guss schön braun ist. Dabei die Ofentür nicht ganz schließen, sonst wird der Guss zäh.

Anmerkungen, Jutta: Gebacken für Bushis Event LXXXII "Alte Schätzchen". War gut, kann wiederholt werden. Vielleicht auf den heißen Kuchen noch Zuckerguss streichen und Sahne dazu servieren.

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Zum Schluss, wie versprochen, präsentiere ich euch mein allerlieblingstes altes Schätzchen, das vorgestern wieder ein Jahr älter wurde und das mein Zuckerschneggsche ist.

Happy Birthday, altes Schätzchen 🙂

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Gedeckte Apfeltorte (M)

Gedeckte Apfeltorte – wie lange habe ich diesen Kuchen nicht gebacken?

2011 10 08 Gedeckter Apfel - komplett

Früher kam er ganz oft auf den Tisch, damals, als ich nur eine sehr überschaubare Menge an Kochbüchern besaß, der Drucker noch mit Nadeln arbeitete, das bedruckte Papier Löcher an den Seiten hatte und Computer zum Schreiben da waren und sonst nix konnten.

Vor drei Wochen war meine beste Freundin zu Besuch. Ihren sympathischen Lebensgefährten brachte sie mit, sowie neben einer schönen Pflanze auch einen ganzen Korb voller Äpfel. Alle möglichen Sorten, aus dem eigenen Garten und eigenhändig gepflückt. Lageräpfel wie der Boskoop waren dabei, aber auch Äpfel, die den netten Namen "Rheinische Schafsnase" trugen.

Vor unserem Urlaub hatte ich keine Zeit mehr, die Früchte zu verwerten. Aber da meine Freundin R. meinte, dass die Schafsnasen schnell verarbeitet werden müssen, habe ich sie gut gekühl gelagert, um sie nach der Rückkehr gleich zu verbrauchen. Aber was tun mit so einem Schatz? Kompott wollte ich nicht daraus kochen, das war mir zu profan. Irgendwas Ausgefallenes sollte es sein. Da fiel mir der gedeckte Apfelkuchen ein, den ich schon so lange nicht mehr gebacken hatte.

R. und ich waren Kolleginnen im Altenheim, kennen uns seit 30 Jahren und damals haben wir ab und an diesen Kuchen gefuttert. Deshalb – obwohl jetzt nicht wirklich soo ausgefallen und exklusiv – habe ich als schöne Erinnerung an alte Zeiten dieses Rezept gewählt.

2011 10 08 Gedeckter Apfel - komplett

Damals hatte ich noch keinen Dampfgarer und habe die Äpfel in der Mikrowelle kurz angegart. Vor Urzeiten habe ich auch kein Marzipan für die Füllung verwendet und statt dessen die Apfelmasse gezuckert. Aber die weniger süße Füllung schmeckt uns heute besser und ich habe den Eindruck, dass die Fruchtmasse weniger matschig ist, was dem Boden gut tut.

Uns tat der Kuchen jedenfalls sehr gut. Ganz prima hat er uns geschmeckt, wie früher. Aber etwas fehlte doch. R. und ihren Gefährten hätten wir gerne mit am Tisch gehabt. Beim nächsten Mal, gell?

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gedeckte Apfeltorte
Kategorien: Torte, Mürbeteig, Äpfel, Marzipan, Sultaninen
Menge: 1 Torte von 26 cm Durchmesser

Zutaten

H MÜRBETEIG
450 Gramm   Mehl
300 Gramm   Butter
120 Gramm   Zucker
30 Gramm   Vanillezucker
0,5 Teel.   Salz
H FÜLLUNG
2 kg   Äpfel, nicht vorbereitet gewogen
100 Gramm   Marzipanrohmasse
100 Gramm   Sultaninen
100 Gramm   Mandelstifte
1 Prise   Salz
H ZUSÄTZLICH
1 Schuss   Rum
3     Vollkornkekse, zerkrümelt
H GLASUR
      Puderzucker
      Rum oder Wasser
      Mandelblättchen

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 07.10.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 190° C vorheizen.

Aus den Zutaten für den Teig in der Kenwood mit dem K-Haken einen Mürbeteig bereiten. Zunächst Streifen für den Springformrand zuschneiden. Restlichen Teig halbieren.

Einen Springformboden mit einer Hälfte Teigs belegen und 17 Minuten hellbraun backen. Auskühlen lassen. Aus der anderen Hälfte einen Deckel ausrollen und kühlen.

Apfel schälen und in nicht zu große Stücke schneiden. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einen ungelochten Behälter geben und offen im Dampfgarer, Universal, 100° C, 4 Minuten garen. 1 Schuss Rum zufügen.

Springformrand um den Boden legen, Teigstreifen anlegen. Boden mit den Keksbröseln bestreuen. Apfelmasse aufbringen, Deckel auflegen und gut festdrücken.

55 Minuten backen. Der Kuchen sollte schön braun sein. Falls nicht, noch ein paar Minuten zugeben. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann den Springformrand lösen.

Mit Rumglasur und Mandelblättchen garnieren.

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Gedeckter Apfelkuchen (M)

 Bosnien - Boot am See

Seit Samstag sind wir wieder im Lande. 14 Tage waren wir in sechs Ländern des Balkans unterwegs, besuchten mit einer Reisegruppe (Huhu Schulzis!) Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Mazedonien, Albanien und Montenegro. Wir haben in 12 verschiedenen Hotels geschlafen, leider viel zu selten die einheimische Küche probieren können

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und die gesammelten Eindrücke müssen erst noch verarbeitet werden. Inklusive der 1507 Fotos, die ich geknipst habe und die nicht nur heile Welt vermitteln

Mostar - Granateinschläge

Wieder Daheim, musste es dann aber doch mal wieder das hier sein, obwohl es in der Fremde sehr feines Gebäck zu kosten gab:

Gedeckter Apfelkuchen (M), ungedeckt

Das Rezept stammt aus dem März-Sonderheft der Zeitschrift "kochen & genießen", das Original findet man auf der Rezepte-Seite des Mediums.

Ich habe, wie immer, ein wenig gebastelt. Den Teig habe ich wie gewohnt gedrittelt und nicht so ausgerollt, wie es im Rezept vorgeschlagen wurde. 1/3 Boden, 1/3 Rand, 1/3 Deckel – so klappt die Verteilung bei mir am besten.

Gedeckter Apfelkuchen (M), gedeckt

Der Kuchen macht ein wenig mehr Arbeit als ein Rührkuchen, aber es lohnt sich. Er schmeckt sehr saftig und ist auch einen Tag nach dem Backen noch präsentabel.

Gedeckter Apfelkuchen (M), Stück

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gedeckter Apfelkuchen (M)
Kategorien: Kuchen, Torte, Äpfel, Rosinen
Menge: 1 Torte mit 26 Zentimetern Durchmesser

Zutaten

H BELAG
50 Gramm   Rosinen
3 Essl.   Rum
1,2 kg   Äpfel (z. B. Elstar/Boskop)
4 Essl.   Zitronensaft
75 Gramm   Zucker
10 Gramm   Speisestärke
H TEIG
300 Gramm   Mehl
1 Teel.   Backpulver, gestrichen voll
      Salz
150 Gramm   Butter, kalt
100 Gramm   Zucker
2     Eier (Gr. M)
2 Essl.   Paniermehl
H DEKORATION
4 Essl.   Mandelblättchen
100 Gramm   Puderzucker
1-2 Essl.   Zitronensaft

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: kochen&genießen Spezial
  Torten-Hits No. 9
  März 2009
  Erfasst *RK* 11.05.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Rosinen waschen, abtropfen. In Rum zugedeckt ca. 1 Stunde einweichen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen, klein schneiden. Mit 4 EL Zitronensaft und 75 g Zucker aufkochen. Zugedeckt ca. 3 Minuten dünsten, bis sie weich, aber noch bissfest sind, dabei öfter umrühren. Stärke und 2-3 TL Wasser verrühren, ins Kompott rühren, aufkochen. Abkühlen.

300 g Mehl, Backpulver, 1 Prise Salz, 100 g Zucker, 150 g Butter in Stückchen, 1 Ei und evtl. 1-2 EL kaltes Wasser erst mit dem Handrührgerät und dann kurz mit Händen glatt verkneten. Springform (26 cm Ø) fetten. 1/3 Teig auf dem Bodenblech ausrollen. 1/3 Teig ausrollen und in Streifen schneiden, die so hoch wie der Rand der Backform sind. Form damit auslegen, am Rand andrücken. Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Form zugedeckt ca. 30 Minuten kalt stellen.

Manzfred auf 175° C vorheizen.

Paniermehl auf den Teigboden streuen. Rosinen unter die Äpfel rühren, in der Form verteilen. Teigrand darüberschlagen. 1 Ei verquirlen, Teigrand bestreichen. Rest Teig auf etwas Mehl rund (26 cm Ø) ausrollen. Auf die Äpfel legen. Mit etwas verquirltem Ei bestreichen und mit einer Gabel mehrfach einstechen. Ca. 50 Minuten backen. In der Form auskühlen.

Mandeln ohne Fett rösten, auskühlen. Puderzucker, 1-2 EL Zitronensaft und 1 EL heißes Wasser zum dünnen Guss verrühren. Kuchen damit einstreichen. Mandeln daraufstreuen, an den Rand drücken. Trocknen.

Kcal 250 // Eiweiß 3 g // Fett 10 g // KH 34 g //

Anmerkungen, Jutta: ein sehr feiner Kuchen, der aber in der Realität niedriger ist, als im Heft abgebildet. Schadet nix!

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Übrigens, sie sind überall…

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