Erdbeerzeit (2) – Erdbeerketchup

OH! MEIN!! GOOOOOTT!!! 

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Eine meiner Lieblingszeitschriften ist das LandJournal von Weck. Diese Zeitschrift kommt meinem Bestreben entgegen, Vorräte in Eichhörnchenmanier anzuhäufen und sich an deren Anblick und Verzehr zu erfreuen. 

Da ich innerhalb von zwei Tagen zwanzig Pfund Erdbeeren gepflückt hatte und diese Menge sogar für unsere Verhältnisse etwas zu groß war, um nur Konfitüre daraus herzustellen, durchforstete ich die Weck-Zeitschrift und wurde fündig. Mehrfach. Aber dieses Ketchup… ich bin ihm jetzt schon verfallen, köstlich³. Schade, dass ich keine Bratwurst im Haus hatte, ich hätte sofort den Speiseplan umgeworfen. So ein tolles Ergebnis hatte ich nicht erwartet und war dementsprechend überrascht.

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Ich habe die ganze Chose zum größten Teil im Thermomix hergestellt, vor allem das Einkochen um die gewünschte Konsistenz zu erreichen dauert einige Zeit und ist extrem praktisch mit dem Gerät. Es lief auf eine ziemlich dicke Pampe hinaus, die zuletzt eine ordentliche Menge an Salz vertrug. 

Zum Glück habe ich gleich die doppelte Menge hergestellt und dazu rate ich euch auch. Ich muss nächste Woche nochmal los, Erdbeeren pflücken. Das Zeug hat Suchtpotential. 

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Erdbeerketchup (TM)
Kategorien: Saisonales, Erdbeeren, Vorräte, Ketchup, Grillen
Menge: 8 Gläschen à 160 ml

Zutaten

1 kg   Erdbeeren
30 Gramm   Ingwerwurzel
2     Chilischoten, mittelscharf
120 Gramm   Zwiebeln
1 Essl.   Sonnenblumenöl
80 Gramm   Tomatenmark
100 ml   Erdbeeressig (J: Balsamico Bianco)
3 Essl.   Currypulver
1 Teel.   Paprikapulver, edelsüß
250 Gramm   Zucker
1 Teel.   Salz
      Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Quelle

  Weck Landjournal; Mai/Juni 2016
  Erfasst *RK* 25.06.2016 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Erdbeeren putzen, Ingwer und Zwiebeln schälen. Chilischoten von Kernen und Häuten befreien. Alles in nicht zu kleine Stücke schneiden. Ingwer im TM shreddern, Wände abstreifen, Zwiebeln und Chili zufügen und nochmals zerkleinern.

Öl zufügen und ca. 3 Minuten bei 100° C / Stufe 1 dünsten. Erdbeeren, Tomatenmark, Essig, Salz, Curry, Paprika und Zucker zufügen. Kurz auf Stufe 8 zerkleinern. Zum Kochen bringen und ohne Deckeleinsatz so lange kochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das dauert. Ich habe nach ca. 20 Minuten auf Varoma gestellt und den Gareinsatz als Spritzschutz auf den Deckel gestellt.

Mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken, heiß in Gläschen füllen, mit Ring, Deckel und Klammern verschließen und bei 90° C 30 Minuten einkochen (ich habe das im Dampfgarer gemacht).

Anmerkungen, Jutta: sehr, sehr gut!

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Es ist soweit – Erdbeerzeit (1) – Konfitüre

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Wie habe ich mich danach gesehnt, endlich sind sie reif, die Erdbeeren auf Fuldas Feldern. Hier kann ich mit dem Rad zum Feld fahren und die schmackhaften Früchte ernten. Nach dem Regen der letzten Wochen hatte ich vermutet, dass die Erdbeeren nicht so toll schmecken. Aber im Gegenteil sind sie süß und saftig.

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Zwei Eimerchen voll hatte ich in weniger als 15 Minuten gepflückt und die Verarbeitung der fünf Kilo machte einen Heidenspaß. Der Blick über die Felder übrigens auch.

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Und auf das oberhalb unseres Hauses gelegene Kloster Frauenberg sowieso. Ach, ich liebe es!

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Heute gab es erst einmal Konfitüre. 24 Gläschen, fünf für mich mit Holunderblüten, der Rest ist für meinen Mann, den Puristen, mit ohne alles. Und zum Naschen sind noch einige Beeren übrig. 

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Unterwegs ließ sich Meister Adebar von meiner Vollbremsung bei Sichtung (quasi vor der Haustür) und dem Fotografieren nicht stören und stakste munter seines Weges. 

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 Die Frösche und Mäuse darfst du behalten, dafür bekommst du von unserer Marmelade nix ab. Ätsch. 

Schnuppschnüss im WM – Fieber / Nervennahrung und Gimme Five!

Erdbeer-Ernte

Ich bin Fußballfan. Vor allem die Mönchengladbacher Fohlen vom ehemaligen Bökelberg sind meine Lieblinge, aber wenn Deutschland spielt, halte ich auch hier die Daumen. Jeden Samstag stehe ich nachmittags im Keller, bügele Wäsche und höre mit die Spiele im Radio an.

Die WM verlangt mir zurzeit alles ab. Nicht nur, dass ich in der Anfangsphase des Wettbewerbs täglich 4,5 Stunden (reine Spielzeit ohne Verlängerung) TV geschaut habe und jetzt nachmittags ein großes, leeres Loch in meinem Tagesablauf klafft, je länger das Turnier dauert und je weiter die Deutschen kommen, desto nervöser werde ich.

Das gipfelt dann in hektischer Aktivität, um die Zeit bis zum nächsten Spiel "meiner" Mannschaft zu füllen. Heute, nachdem ich diverse, getrocknete Gartenkräuter verstaut hatte,

Kräuter, getrocknet

schon um 6.30 Uhr im Keller stand, um zwei Stunden zu bügeln, ein Biskuitboden gebacken und ein Brotteig vorbereitet war, fuhren Norbert und ich also auf's Erdbeerfeld und pflückten 8 Kilo Früchte (vorgestern waren es auch schon mal drei Kilo).

Erdbeeren, 3 Eimer

Zum Warmlaufen wurden also die wunderbar schmeckenden, tiefroten Köstlichkeiten verarbeitet. Ein Teil wurde eingefroren,

Erdbeeren vor dem Kälteschlaf

ein Teil sofort verspeist, ein Teil fand in Begleitung von Vanilleeis, Eierlikör und Krokant den Weg ins Nirwana und der Rest durfte besagten Biskuitboden zieren. Wobei sich mir die Frage stellte, wie man eine maximal mögliche Menge an Erdbeeren auf einen dünnen Boden bekommt. Ich habe das herausgefunden: Erdbeeren in Scheiben schneiden.

Erdbeeren - als Torte

Zum Anpfiff um 16.00 Uhr gab es hier also kein Bier (das gibt es heute Abend, mit Kotelett, Kartoffeln und Gemüse, wie sich das für so einen typisch deutschen Feiertag gehört), sondern Torte, mit einem Hauch Vanillesahne garniert, nicht die schlechteste Alternative.

Und das Schärfste: Deutschland hat GEWONNEN!!!!!!!!  Schade, dass den Engländern ein Tor nicht zugebilligt wurde, aber ansonsten haben "meine" Jungs hervorragend gespielt. Sehr erstaunlich, wirklich toll.  Ich muss gestehen, ein Fiasko hätte mich weniger überrascht. Och, das tut mir aber leid, für einen Schottland-Fan wie mich ist dieses Ergebnis doppelt schön, hihihi! Nicht nur wir sprangen hier im Dreieck, auch die Tierwelt scheint außer Rand und Band:

GIMME FIVE!

Gimme Five1

 

Kurz vor dem Infarkt: Schnuppschnüss lauscht

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Es war Samstag. Der Tag der Entscheidung. Wie immer während der Bundesligaspielzeit bewegte ich mich um 15.00 Uhr in den Keller, Richtung Bügelbrett. Und Radio.

Um 15.30 Uhr ging es los – die Bundesligakonferenz des Hessischen Rundfunks (früher WDR 2 mit Kurt Brumme und Manni Breuckmann, watt schön!) sollte mich bis gegen 17.30 Uhr begleiten. Und ich durfte mit Ausrufen, Herzrasen, Schimpfen und Schmähen, Daumendrücken, Zusammenbrüchen, Rhythmusstörungen, Jubelschreien und Freudentänzen ein Teil des Szenarios sein.

Ich bin Fan. Von Borussia Mönchengladbach. Immer schon. Gehört sich so für eine Gladbacherin.

Und ich kann sie nicht leiden. Die Bayern. Das Schalke-Debakel inklusive Bayern-Dusel der Saison 2000/2001 habe ich bis heute nicht verschmerzt und ich bin immer noch den Tränen nahe, wenn ich nur daran denke.

Also habe ich am letzten Samstag meine beiden Daumern für zwei Mannschaften gedrückt. Natürlich und vor allem für die Borussia, damit sie in der 1. Bundesliga bleibt. Und für die Wolfsburger, damit sie Meister werden und bitte, bitte, bitte nicht die Bayern. Die soll von mir aus das böse Brotkrokodil (vom Bäcker!) fressen.

Brot-Krokodil-1

Leute, dem Zufall wurde nichts überlassen. Ich hatte vor besagtem Samstag diverse Maschinen voller Wäsche gewaschen, damit ich ausgelastet bin. 15 Oberhemden warteten auf Behandlung, Anzüge wollten geplättet werden und T-Shirts, Küchenhandtücher sowie Tischdecken harrten des heißen Eisens.

Als gegen Ende des Wäscheberges und des letzten Spieltages endlich feststand, dass alle meine Wünsche in Erfüllung gehen, da gab es kein Halten mehr.

Die Sektpulle wurde entkorkt, der erste Erdbeerkuchen des Jahres geteilt, die neuen grauen Haare ignoriert und eine kleine Siegesfeier abgehalten. Juhu!!!

Erdbeertorte

Übrigens, auch Mainz ist wieder erstklassig. Glückwunsch an den Karnevalsverein. 

Rezept für Erdbeerkuchen? Ganz einfach. Biskuit backen, nach dem Abkühlen mit geschmolzener weißer Schokolade bestreichen, trocknen lassen. Ein Kilo (sic!) Erdbeeren waschen und sehr gut abtropfen lassen. Putzen, vierteln und in den Ring schütten, der auf dem Biskuitboden steht. Zwei Päckchen roten Tortenguss nach Anleitung herstellen, eventuell einen Hauch weniger Flüssigkeit verwenden. Über die Erdbeeren gießen, erkalten lassen. Ring vorsichtig mit Hilfe eines Messers vom Kuchen lösen, teilen, essen. Aber bitte mit Sahne!