Milchreisauflauf mit Äpfeln und dreierlei Kompott

Wenn ich in der Küche wusele oder langweilige Arbeiten erledige wie Bügeln oder wenn ich stricke, ohne mich auf Muster konzentrieren zu müssen, dann höre ich entweder Hörbücher oder ich werfe mein Tablet beziehungsweise den Fernseher an und schaue Serien. Entweder auf Netflix, Amazon Prime oder aus den Mediatheken der Fernsehsender. Manchmal höre ich auch nur zu und schaue erst hin, wenn es wieder besonders spannend wird.

Vorgestern und gestern war nix mit Zuhören, denn ich war völlig gebannt von „Wer zuletzt kocht…“ auf Netflix. Im Original heißt es „The Final Table“ (Spoileralarm!) und das geht so:

24 tolle Chefs kochen zunächst in Zweierteams 60 Minuten lang ein Gericht aus einem Land und kochen sich so peu à peu um die halbe Welt, nämlich Mexiko, Spanien, Großbritannien, Brasilien, Indien, USA, Italien, Japan, Frankreich. Am Ende fliegt immer ein Team aus dem Wettbewerb, ganz zum Schluss sind noch zwei Teams übrig, die dann als Einzelpersonen im Finale gegeneinander antreten, um den Sieger zu ermitteln. Dieser darf sich als neues Mitglied einer extrem illustren Schar an einen Tisch setzen, an dem die absoluten Spitzenköche dieser Welt vereint sind. Manche haben drei Sterne und die eingespielten Portraits sind zum Teil wie aus einer anderen Welt. Die neun Köche repräsentieren jeweils ein Land und fungieren im Team als Juroren für die Teller, welche die letzten vier Kandidaten präsentieren. Soviel darf ich verraten: mein Favorit hat gewonnen. Verdient, aber doch überraschend.

Was da während der einzelnen Wettbewerbe abgeliefert wird, ist der helle Wahnsinn und die hauen da Kompositionen raus, da überfordert mich schon die Blütendeko. Jedenfalls hat mich das Ganze derart inspiriert, dass ich beschlossen habe, auch mal auf Sterneniveau kochen zu wollen. Genug Kochbücher habe ich ja und spontan wurde mit dem Üben angefangen.

Challenge number one (Trommelwirbel!):

Gebackener Milchreis mit dreierlei und an zweierlei Kompott

Okayyyy, das war jetzt kein Seeigel mit Goldflitter, aber die Richtung stimmt schon mal, schließlich waren die Kompotts Eigenkreationen.

Ja, jetzt guckt ihr, gell? Ach, was bin ich motiviert, ich brenne geradezu, weiter zu machen auf meinem Weg zur Grandmère de Cuisine! Auf zu neuen Ufern – ich werde berichten. Bis dahin könnt ihr schon mal üben:

==========REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Milchreisauflauf mit Äpfeln und dreierlei Kompott (M)
Kategorien: Knaller, Reis, Obst, Ofengericht, TM
Menge: 1 Lila Auflaufform 😉

Zutaten

MANGOKOMPOTT
1  Mango
   Gelierzucker 1:1
1Prise Salz
1/4  Limette, Abrieb
1/2  Limette, Saft
ERDBEERKOMPOTT
500Gramm Erdbeeren (hier TK)
250Gramm Gelierzucker 1:1
1Prise Salz
   Minzestreifchen (vergessen)
MILCHREIS
500Gramm Milch
2Pack. Vanillezucker
15Gramm Butter
1Prise Salz
130Gramm Milchreis
AUFLAUF
4  Eier
1Prise Salz
30Gramm Zucker
150Gramm Quark
50Gramm Joghurt
3  Äpfel
DRUNTER UND DRÜBER
4Essl. Apfelkompott (hier eingeweckt aus Fallobst)
40Gramm Mandelblättchen
3Teel. Zucker
1/2Teel. Zimt

Quelle

 Rezept modifiziert. Original:
 MixGenuss, "Ab in den Ofen"
 ISBN 978-3-96181-001-7
 Erfasst *RK* 20.05.2021 von
 Jutta Hanke

Zubereitung

Mango schälen, Fruchtfleisch vom Stein schneiden und würfeln. Die Hälfte des Gewichts der Würfel an Gelierzucker zufügen. Hier wog das Fruchtfleisch 250 Gramm, also habe ich 125 g Gelierzucker verwendet. In den Thermomix geben, Salz nicht vergessen, wer mag kann noch den Limettenabrieb und Saft zufügen und per Sanftrührstufe bei 100° C so lange erhitzen, bis die Masse kocht. Dann noch vier Minuten weiter köcheln bei 90° C. Genau so mit den Erdbeeren (siehe Anmerkungen) verfahren. Eigentlich wollte ich in das fertige Erdbeerkompott noch in feine Streifen geschnittene Orangenminze geben. Habe ich vergessen. Umfüllen, beiseite stellen und abkühlen lassen. Mixtopf spülen.

Die Zutaten für den Milchreis der Reihe nach in den Mixtopf geben und 30 Min./90° C/Sanftrührstufe garen. Nach Garzeitende den Milchreis im Mixtopf noch 20 Minuten ziehen lassen. Er ist dann noch etwas körnig, das ändert sich aber nach dem Backen. In eine große Schüssel umfüllen.

Manzfred auf 160° C vorheizen.

Eier trennen. Eiweiß mit einer Prise Salz per Handrührgerät steif schlagen und in den Kühlschrank stellen.

Eigelbe, Zucker, Quark und Joghurt 20 Sek./Stufe 4 verrühren. Äpfel schälen, entkernen und in Würfelchen schneiden. Ich habe dafür den Nicer Dicer benutzt und kleine Stifte geschnitten. Quarkmasse und Äpfel unter den Milchreis ziehen. Eischnee unterheben.

Den Rand einer Auflaufform leicht fetten, Apfelmus auf dem Boden verteilen. Milchreismischung einfüllen und mit Mandelblättchen bestreuen. Zucker mit Zimt mischen und über den Auflauf streuen.

Ca. 40 Minuten backen. Gegen Ende unbedingt die Bräunung kontrollieren. Ich habe 15 Minuten vor Schluss Alufolie aufgelegt, weil mir der Auflauf zu dunkel wurde. Manzfred kann man dann ausschalten und ohne Strom zuende backen lassen.

Anmerkungen, Jutta: Sehr gut und der Deckel ist richtig schön knusprig. Wird unbedingt bald wiederholt. Wir haben den Auflauf warm verspeist. Kalt geht bestimmt auch.

Bei der Zubereitung des Erdbeerkompotts ist zu beachten, dass die Erdbeeren saftiger sind als die Mango. Deshalb war das Kompott am Ende flüssiger. Uns hat das gefallen, aber wer es kompottiger möchte, sollte entweder etwas mehr Gelierzucker nehmen oder die Erdbeeren auftauen und abtropfen lassen. Mir wäre das Kompott dann aber vermutlich zu süß. Bei der Auswahl des Obstes für das Kompott sind keine Grenzen gesetzt. Mit Birne, Kirsche, Pflaume, Ananas kann ich mir den Auflauf auch gut vorstellen.

Im Originalrezept packt man vier Äpfel in die Milchreismasse. Das erschien mir zu viel, mit drei Äpfeln fanden wir den Auflauf perfekt. Ein paar Rosinen könnte man auch noch reinschmuggeln.

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Gartenkochevent Juli 2010 – „Kirschen“: Kirschröster

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Als meine Nachbarin vor fast zwei Jahren ihren 70. Geburtstag feierte, besuchten mich vor dem Fest auf einen Sprung ihre Nichte Susanna Bingemer und ihr Neffe Hans Gerlach. Die Beiden haben diverse Kochbücher veröffentlicht und nachdem sie so sympathisch daher kamen, habe ich mir danach alle ihre Kochbücher gekauft. Eines davon war "Einmachen" von Hans Gerlach.

 

Garten-Koch-Event Juli: Kirschen [31.07.2010]

 

Jetzt, zum Gartenkochevent des Gärtnerblogs mit dem Thema "Kirschen" habe ich dieses sehr schöne Buch zum ersten Mal hervorgeholt (DKduW beim nächsten Mal), um daraus etwas herzustellen.

Ich sage es gleich: "Knaller!" Dieser Kirschröster ist so köstlich, dass ich im nächsten Jahr mindestens die dreifache Menge einmachen werde.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kirschröster
Kategorien: Einmachen, Süßkirschen, Knaller
Menge: 3 Gläser à 250 ml

Zutaten

1 kg   Süßkirschen (Ockstädter Haumüller)
1     Orange, unbehandelt
1     Vanilleschote
125 ml   Portwein, rot
250 Gramm   Zucker, braun (beim nächsten Mal weniger
      — verwenden)
1     Zimtstange
60 ml   Kirschwasser
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: "Einmachen", Hans Gerlach
  Erfasst *RK* 21.07.2010 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Kirschen entsteinen. Orangenschale abreiben, Saft auspressen. Vanilleschote halbieren, Mark auskratzen.

Portwein, Orangensaft und Zucker zum Kochen bringen.

Kirschen, Orangenschale, Salz, Vanillemark, Vanilleschote und Zimtstange zur Flüssigkeit geben, ca. 15 Minuten dünsten, bis die Kirschen allmählich zerfallen (meine behielten die Form).

Vanilleschote und Zimtstange entfernen, Kirschen auf ein Sieb schütten und abtropfen lassen. Den Saft auffangen und sirupartig einkochen – das dauert etwa 30 Minuten. In der Zwischenzeit 1/3 der Kirschen im Thermomix pürieren. Wenn die Flüssigkeit die gewünschte Konsistenz hat, Kirschen zufügen und nochmals kurz aufkochen. Kirschwasser unterziehen.

Sofort in sterilisierte Weckgläser füllen, sterilisierte Gummis und Deckel aufsetzen und 30 Minuten bei 90° C im Dampfgarer einkochen.

Anmerkungen, Jutta: ganz hervorragend. Unbedingt dreifache Menge machen. Mindestens.

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Bei der Zubereitung des Originals war mir die Konsistenz zu flüssig, deshalb habe ich den Sud einkochen lassen. Die Textur war danach genau wie sie sein sollte, aber der Geschmack doch recht süß. Beim nächsten Mal würde ich weniger Zucker verwenden, den Schritt mit dem Einkochen der Flüssigkeit aber auf jeden Fall wiederholen.

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Wir haben zum Kirschröster eine Variation der bereits bekannten Knusperwaffeln gebacken. Variation deshalb, weil das neue Waffeleisen (Danke, Steph, das Eisen ist optimal!) ausprobiert werden sollte und mir der Teig für dieses Gerät ein wenig zu kompakt in Erinnerung war. Hat hervorragend geklappt.

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Variation von der Bergischen Knusperwaffel (TM)
Kategorien: Waffel, Belgisch
Menge: 8 Waffeln

Zutaten

160 Gramm   Margarine
50 Gramm   Zucker
50 Gramm   Vanillezucker
2     Eier
200 Gramm   Mehl
200 Gramm   Self-Raising Flour
250 ml   Milch
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Silke Weber/Mara Andersen
  Das Waffelparadies
  erfasst von Petra Holzapfel

  Erfasst *RK* 10.07.2010 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Alle Zutaten in den Thermomix geben und 10 Sekunden / Stufe 6 verrühren.

Das Waffeleisen für belgische Waffeln auf Mittelhitze aufheizen, schwach einfetten. Auf jede Backfläche mit dem kleinen Eisportionierer drei Kugeln setzen und knusprige, goldbraune Waffeln backen.

Dazu Amarettosahne und den genialen Kirschröster von Hans Gerlach.

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Die Kombination Waffel, Kirsche, Sahne war so gut, dass wir sehr traurig dreinschauten, weil das Glas viel zu kleine Glas so schnell leer war.

Die Kirschen kann man in unendlich vielen Variationen genießen: mit Pfannkuchen, zu Eis, mit Hefeklößen, zu Grießbrei, Milchreis, Pudding. Der Autor empfiehlt Kaiser- oder Semmelschmarren, Topfenknödel, Salzburger Nockerln und Rahmdalken, für die im Buch auch gleich noch ein Rezept mitgeliefert wird –  ach, ihr solltet einfach selber ausprobieren, wozu euch der Kirschröster schmeckt.

Ganz herzlichen Dank an die fleißigen Bienen des Gärtnerblogs für die Ausrichtung des Events.

Eichhörnchenrezept: Zwetschgenkompott

Achtung Eichhörnchen

Normalerweise reisen wir zu Wanderungen mit der Bahn an. Diesmal sind wir mit dem Auto an den Rheinsteig gefahren und das ermöglichte die Mitnahme einiger Leckerli.

Picknick machten wir aus dem Auto heraus am Ende einer erlebnisreichen Tour und es gab:

Frikkadellllschen mit Löwensempf, Kartoffelsalat mit Essig und Öl-Dressing (zusammengeschustert aus diversen Rezepten aus der RezKonvSuite für schwäbischen Kartoffelsalat), Kaffee, Eierlikör-Zwetschgen-Kuchen, Obst, Grießbrei und

Grießbrei mit Pflaumenkompott_bearbeitet-1

 Pflaumenkompott

Ich war ziemlich skeptisch, als ich das Kompott zubereitet habe. Orangenschale? Weißwein? Schale war da, Weißwein nicht. Also habe ich den Banyuls geopfert und wurde sowas von belohnt. Ein Traum!

Im Original wird das Kompott heiß in Twist-Off-Gläser gefüllt und soll sich im Kühlschrank eine Woche halten. Ich habe das Obst kurz eingekocht in der Hoffnung, dass ich es ein wenig länger im Kellerregal aufbewahren kann. Sollte das Kompott schlecht werden im Laufe der Zeit, werde ich berichten.

Der Grießbrei nach Rezept aus dem selben Heft war mir zu fest, aber die Zwetschgen  solltet ihr unbedingt probieren. Vanilleeis! Pfannkuchen! Milchreis! Pudding! Dampfnudeln!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Zwetschgenkompott
Kategorien: Eichhörnchen, Zwetschgen, Knaller
Menge: 4 Weckgläser à 500 ml

Zutaten

2 kg   Zwetschgen
1     Bio-Orange
300 ml   Wasser
600 ml   Banyuls (Original: Weißwein)
1     Zimtstange, klein
150 Gramm   Zucker
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: "essen & trinken Für jeden Tag"
  Ausgabe 10/2009
  Erfasst *RK* 28.09.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Orangenschale hauchdünn abschälen. Es sollte so wenig weiße Haut wie möglich an der Schale verbleiben. Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen.

Alle Zutaten in einen Topf geben, aufkochen und 5 Minuten zugedeckt dünsten. Dann nochmal 5 Minuten offen kochen lassen, damit etwas Flüssigkeit verdampft.

Zimtstange und Orangenschale entfernen. Zwetschgenkompott heiß in Weckgläser füllen, Deckel mit Gummi und Klammern aufsetzen. Im Miele 15 Minuten, 90° C, Dampfgaren, Univeral einkochen.

Anmerkungen, Jutta: ein Traum! Ich weiß nicht, wie lange die Pflaumen halten, da ich noch nie Kompott eingemacht habe. Wir sind aber so begeistert, dass die Gläser wahrscheinlich ohnehin schnell geleert sein werden. Mutter, Vater und Schwester Ina haben sich ebenfalls sehr angetan geäußert. Ich denke gerade an Vanilleeis. Habe Grießbrei nach einem Rezept aus dem gleichen Heft gereicht. Der hat gut geschmeckt, war mir aber zu fest.

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