Napfkuchen mit Quark

Dieser Beitrag könnte Werbung sein, obwohl ich das Buch mit meinem eigenen Geld gezahlt habe. Und auch sonst verdiene ich nichts mit meinen Zeilen. Oh schnöder Mammon, tapfer werde ich heute und für alle Zeiten deinen Versuchungen widerstehen!  Und nun, folgt meinen Worten, ihr treuen Gesellen…

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Marie Kondo tummelt sich auf Netflix, ich guck da so rein, ohne zu wissen was mich erwartet – irgendwas mit Aufräumen – und zack! hat das Weib mich verhext. Aufräumen ist jetzt mein Lebenselixier, ich räume und rolle und ordne und wische und rolle und räume und falte und räume…

Dabei finde ich auch schon mal Dinge, von denen ich nicht wusste, dass sie in großen Mengen in meinem Haushalt vorhanden sind. Zum Beispiel Orangeat und Zitronat. Oder Kuvertüre. Aber die kriejen wer später. Jetzt wird erst mal der Zitrusschale der Garaus gemacht.

Vor Urzeiten hatte ich mal einen Rodonkuchen mit Sultaninen gebacken und hatte jetzt die Idee, einfach noch Orangeat und Zitronat zuzufügen. Ein Rezept war auch schnell gefunden – im guten alten Dr. Oetker Backbuch findet man halt so Schätzchen, die vor Urzeiten gebacken wurden. Oldies but Goldies.

Prima war, dass nicht nur Sultaninen in den Teig sollten, sondern auch 150 g getrocknete Aprikosen. Jippy! Da bot sich doch an, von OZA je 50 g zu verwenden und genau das habe ich auch getan.

Der fertige Kuchen war locker, saftig und schmeckte nach einer Nacht Ruhe noch besser als am Backtag. Mir hat die Kombination bestens geschmeckt. Norbert mag eigentlich kein Orangeat oder Zitronat, weil er das Kauen auf den schwammigen Würfelchen unangenehm findet. Deshalb habe ich den Thermomix bemüht und alles ganz klein geschreddert. Trotzdem war der gute Mann nicht soooo überwältigt. Beim nächsten Mal backe ich dann nur mit Aprikosen und Sultaninen.

Der Kuchen hat mich wirklich überrascht, den backe ich sehr bald mal wieder.

==========REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Napfkuchen mit Quark
Kategorien: Rührkuchen, Quark, Trockenfrüchte, Sultaninen
Menge: 1 Gugelhupf

Zutaten

50Gramm Aprikosen, getrocknet (Original: 150 g)
50Gramm Orangeat (J: musste weg)
50Gramm Zitronat (J: s.o.)
125Gramm Margarine oder Butter
40Gramm Speiseöl
150Gramm Zucker
1Pack. Vanillezucker
5Tropfen Butter-Vanille-Aroma (Röhrchen)
   Salz
2  Eier
250Gramm Magerquark
375Gramm Weizenmehl
1Pack. Weinstein-Backpulver
5Essl. Milch
100Gramm Sultaninen
   Fett für die Form

Quelle

 Rezept modifiziert. Original:
 Dr Oetker, "Backen macht Freude"
 ISBN 978-3-7670-0664-5
 Erfasst *RK* 21.01.2019 von
 Jutta Hanke

Zubereitung

Eier in heißes Wasser aus dem Wasserhahn legen. Manzfred auf 160° C vorheizen. Gugelhupfform fetten. Von der Mehlmenge 1 TL abnehmen. Aprikosen grob zerkleinern, mit Zitronat, Orangeat und Mehl in den Thermomix geben und 15 Sekunden, Stufe 10, sehr klein schreddern. Sultaninen mit einem weiteren TL Mehl von der Mehlmenge bestäuben.

Margarine / Butter in der Küchenmaschine geschmeidig rühren. Öl, Zucker, Salz, Vanillezucker und Aroma nach und nach unter Rühren zufügen. Jedes Ei so lange unterziehen, bis eine gebundene Masse entstanden ist. Quark kurz unterziehen.

Mehl mit Backpulver mischen, abwechselnd mit der Milch zügig einarbeiten. Am besten mit einem Schneebesen oder Kochlöffel mit eine Loch, so bleibt der Kuchen schön locker. Die geschredderten Zitrusschalen und Aprikosen unterziehen, dann die Sultaninen vorsichtig unterheben. In die Form füllen und mit einem nassen Löffel glattstreichen.

Eine Stunde backen, 10 Minuten in der Form belassen, stürzen und nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben.

Anmerkungen, Jutta: locker, saftig, fruchtig – ich bin begeistert. Norbert möchte lieber nur Sultaninen und Aprikosen, die Zitrusschalen schmecken ihm nicht so gut.

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Tomaten-Chutney

 

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Ich weiß, ihr kommt vor lauter Grillen gar nicht mehr nach mit dem Zubereiten von Köstlichkeiten. Bei dieser Hitze derzeit ist es aber auch wirklich schwer, die müden Knochen aus dem Liegestuhl zu hieven, die durch die sengende Sonne beinahe zerflossene Statur auf Vordermann zu bringen und ins schöne Allgäu zu fahren.

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Dort soll derzeit Waldbrandgefahr herrschen und in Altusried denkt man über den Bau eines zweiten Freibades nach. Melanie Pimpimella hat sich schon über die Menschenmassen beschwert, die sich dort derzeit bereits am frühen Morgen tummeln, um eine Ahnung davon zu bekommen, was Abkühlung bedeutet. Wem die Klamotten stinken, kann sie gleich hier beim Manuel abliefern. Der macht das schon, und zwar tip-top. Und kochen und backen kann er auch, vielleicht gibt es ja noch ein Rezept für einen kühlen Drink oder ein Eisdessert dazu?

Warum ihr ins Allgäu fahren sollt? Na, wegen des Rezepts.


Tomatenchutney und Lammbratwurst-1

Also, ihr macht das so:

Zuerst bucht ihr eine Ferienwohnung. Dann – ich weiß, die Hitze – packt ihr euren Rucksack, besser: ihr packt euch ins klimatisierte Auto – und fahrt in die pulsierende Innenstadt Altusrieds. Dort ist es so heiß, dass der Asphalt kocht und auch mein lieber Mann zwischendurch mal eine Etage höher klettern musste, um sich abzukühlen.

Der Cache ruft - Bergung unter Einsatz des Lebens
In der City schiebt ihr euch durch die schwitzenden Menschenmassen in den kleinen Lebensmittel-Eckladen irgendwo da, wo es die Straße runter geht zur Freilichtbühne – oder doch nach Kempten? – oder war es Feneberg?  – ich weiß nicht mehr genau, wo. Auf jeden Fall gibt es dort Landfrauenkochbücher. Die mit der Spiralheftung (ich hasse Spiralheftung). Ihr kauft euch das Buch "Die Allgäuerin – Erntezeit ist Einmachzeit", haut 12,50 Ocken auf die Theke und werft den Ofen an. Jaaaa, es tut mir sehr leid, ich weiß, aber es geht nicht anders.

Vorher holt ihr den NicerDicer (gell, Melanie, unser Liebling!!!) aus dem Schrank, haut Zwiebeln, Äpfel und Tomaten durch die Messer, werft Gewürze dazu

Tomatenchutney und Lammbratwurst-1

und lasst alles einkochen.

Tomatenchutney und Lammbratwurst-1

Das dauert. Lange. Aber es lohnt sich.

Tomatenchutney und Lammbratwurst-1

Womit wir wieder beim Grillen wären. Lammbratwurst und Tomatenbulgur als Begleiter sind nicht die schlechtesten Kumpanen.

Tomatenchutney und Lammbratwurst-1

Und Bier. Eiskalt. Das ist Sommer.

Ach so… ja…. ok…. ihr wollt nicht aus dem Liegestuhl raus… dann bin ich mal nicht so, hier das Rezept im Original und in der bearbeiteten Fassung: 

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Tomaten-Chutney (O)
Kategorien: Eichhörnchen, Tomaten, Äpfel, Zwiebeln
Menge: 1 Rezept

Zutaten

1 1/2 kg   Tomaten, reif
500 Gramm   Äpfel
500 Gramm   Zwiebeln
250 Gramm   Rosinen
350 Gramm   Zucker
3/8 Ltr.   Essig
1 Teel.   Zimtpulver
1 Teel.   Nelkenpulver
1 1/2 Essl.   Salz
1 Essl.   Senfpulver

Quelle

  "Die Allgäuerin – Erntezeit ist Einmachzeit"
  ISBN 9783938992920
  Erfasst *RK* 23.05.2013 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Tomaten überbrühen, häuten und Stängelansätze entfernen. Klein schneiden.

Äpfel waschen, schälen, halbieren, entkernen, in Scheiben schneiden.

Die Rosinen in einem Sieb unter heißem Wasser waschen und abtropfen lassen. Zwiebeln schälen, halbieren und auch in Scheiben schneiden.

Tomaten, Äpfel, Zwiebeln und Rosinen mit Zucker, Essig, Zimt, Nelkenpulver, Salz und Senfpulver mischen. Unter Rühren aufkochen. Bei kleiner Hitze 60 Minuten köcheln, ab und zu umrühren.

Chutney in gespülte, getrocknete Gläser bis zum Rand füllen. Sofort mit dem Deckel zuschrauben und erkalten lassen. Kühl aufbewahren.

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Meine Version:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Tomaten-Chutney
Kategorien: Eichhörnchen, Tomaten, Äpfel, Zwiebeln, Chutney
Menge: 9 Gläser à 230 ml

Zutaten

1 1/2 kg   Tomaten, reif
500 Gramm   Äpfel
500 Gramm   Zwiebeln, rot
250 Gramm   Rosinen
350 Gramm   Zucker
3/8 Ltr.   Apfelessig
2 Gramm   Zimtpulver
1 Gramm   Nelkenpulver
25 Gramm   Salz
4 Gramm   Senfpulver
1 Teel.   Stärke (optional)

Quelle

  Rezept modifiziert. Original:
  "Die Allgäuerin – Erntezeit ist Einmachzeit"
  ISBN 9783938992920
  Erfasst *RK* 23.05.2013 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Tomaten überbrühen, häuten und Stängelansätze entfernen. Vierteln und durch den Nicer Dicer (ND) jagen, großes, quadratisches Raster.

Äpfel schälen, entkernen, achteln und mit dem ND in Scheibchen schneiden.

Die Rosinen in einem Sieb unter heißem Wasser waschen und abtropfen lassen.

Zwiebeln schälen, halbieren, mit dem ND in Streifen schneiden.

Tomaten, Äpfel, Zwiebeln und Rosinen mit den restlichen Zutaten mischen. Unter Rühren aufkochen. Bei kleiner Hitze 90 Minuten ohne Deckel köcheln (Stufe 5), bis eine kompakte Konsistenz erreicht ist; ab und zu umrühren. Gegen Ende der Kochzeit häufiger bzw. permanent rühren (Jutta: Vielleicht die sehr saftigen Tomaten in den ersten 30 Minuten allein reduzieren? Das Einkochen der Flüssigkeit hat sehr lange gedauert, ich hätte die Äpfel und Zwiebeln lieber ein wenig stückiger gehabt. Da mir die Masse nach 90 Minuten immer noch zu flüssig war, habe ich sie mit einem Teelöffel Speisestärke gebunden.)

Gläser und Deckel im Dampfgarer desinfizieren. Chutney in die Gläser füllen, Deckel aufschrauben und sofort im Dampfgarer bei 90°C 10 Minuten erhitzen.

Anmerkungen, Jutta: schmeckt hervorragend. Mit Tomatenbulgur und Lammbratwurst ein Gedicht.

Etwas Ingwer kann bestimmt auch nicht schaden.

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PS: Morgen soll es noch ein Grad heißer werden, zum Glück aber mit Regen. Der Wetterbericht sprach von 12°C  – boah, wie halte ich das bloß aus?

Stollenkonfekt (M-TM)

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In letzter Zeit macht mich die Zeitschrift "essen & trinken" sehr glücklich. Der Wechsel in der Chefredaktion hat das Blatt für mich wieder lesbar gemacht, ich habe sogar vor, wieder zur Abonnentin zu werden.

Unter Stephan Schäfer sind die Rezeptbilder wieder klar und nicht ach so cool-verschwommen wie vor drei Jahren (was hab ich mich darüber aufgeregt, dass man das Gekochte kaum erkennen konnte), die meisten Rezepte erwecken in mir den Wunsch, sie nachzukochen und was das Backen angeht, bin ich extrem glücklich, denn ich habe den Eindruck, dass mehr und bessere Rezepte veröffentlich werden. Das Überkandidelte ist verschwunden, ohne in Hausmannskost abzudriften. Fazit: Homogener, köstlicher, sympathischer! 

Neben dem Highlight aus dem Novemberheft, dem Bratapfelkuchen, habe ich noch ein Gebäck ausprobiert. Es stammt aus der Feder der einigen von euch sicher bekannten und von mir sehr bewunderten Tortenkünstlerin Christine Bergmayer, "Die Zuckerbäckerin", die hier 10 Plätzchenrezepte offeriert, eines schöner als das andere.

Als Pilotprojekt habe ich mich für das Stollenkonfekt entschieden, das gleich sehr gut gelungen ist und nicht nur unseren, sondern auch den Geschmack meiner Eltern getroffen hat.

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Toll finde ich, dass das Konfekt gar nicht süß ist, sondern den Süßschnabel-Kick erst durch den Puderzucker bekommt, der aufgestreut wird. Wer viel Zeit hat, sollte die gehackten Mandeln aus ganzen Mandeln herstellen und auch Orangeat und Zitronat am Stück kaufen. Ich verwende immer unzerkleinerte Zitrusschalen, die natürlicher schmecken als die in Plastikdöschen verpackte, bereits in Würfelchen geschnittene Ware.

Orangeat und Zitronat

Wenn ihr die Möglichkeit habt, diese Schalen zu kaufen, dann schlagt zu, es lohnt sich. In Frankfurt bekommt man sie in der Nähe der Konstablerwache, im Gewürz- und Teehaus Alsbach.

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Ich freue mich schon darauf, auch die anderen Rezepte auszuprobieren und lasse euch wissen, ob auch die Nachfolger würdig sind, auf dem weihnachtlichen Plätzchenteller zu landen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Stollenkonfekt (M-TM)
Kategorien: Hefe, Weihnachten, Plätzchen, Marzipan, Stollen
Menge: 55 Stück

Zutaten

H VORTEIG
150 Gramm   Mehl
20 Gramm   Hefe, frisch
100 ml   Milch
1 Essl.   Zucker
1     Eigelb (Gr. M)
1/2 Teel.   Salz
1 Teel.   Zimt, gemahlen, gestr. voll
H WEITERE ZUTATEN
200 Gramm   Sultaninen, in Rum eingelegt
50 Gramm   Orangeat
50 Gramm   Zitronat
50 Gramm   Mandeln, gehackt
100 Gramm   Mehl
100 Gramm   Butter (sehr weich)
100 Gramm   Marzipanrohmasse
H ZUM WÄLZEN
150 Gramm   Mandeln, gehackt
H ZUM TRÄNKEN
100 Gramm   Butter
H ZUM BESTREUEN
      Puderzucker

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: e&t, 11/2012
  Rezept von Christine Bergmayer, "Die Zuckerbäckerin",
  Hamburg
  Erfasst *RK* 27.10.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Alle Zutaten für den Vorteig in der Küchenmaschine gut verkneten und abgedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen.

Sultaninen auf ein Sieb geben und gut abtropfen lassen. Wer keine eingelegten Sultaninen im Vorrat hat, legt am Vorabend 120 g Sultaninen in 80 g Rum ein.

Orangeat und Zitronat im Thermomix oder in der Moulinette fein zerkleinern, mit 50 g gehackten Mandeln zu den Sultaninen geben.

100 g Butter und Marzipan im TM zu einer homogenen Masse verarbeiten, mit dem restlichen Mehl zum Vorteig geben und glatt kneten, zum Schluss die Sultaninenmischung unterkneten. Teig abgedeckt nochmals 15 Minuten ruhen lassen.

Manzfred oben auf 180° C vorheizen, unten auf 190° C.

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Mit einem Teelöffel 20 g- Stücke vom Teig abstechen, in den restlichen gehackten Mandeln wälzen und mit etwas Abstand zueinander auf das Backblech setzen. Stollenkonfekt nochmals 15 Minuten ruhen lassen.

20-25 Minuten backen (die im Rezept angegebene Backzeit war viel zu kurz), Konfekt sollte nicht zu hell sein, bitte beobachten.

Inzwischen die restliche Butter zerlassen und das noch heiße Gebäck damit bepinseln. Vollständig abkühlen lassen. Vor dem Servieren dick mit Puderzucker bestäuben.

Ohne Puderzucker in einer luftdichten Dose lässt es sich ca. drei Wochen aufbewahren.

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Blogevent LXXXII – Alte Schätzchen

 

Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen (Einsendeschluss 15. November 2012)

 

Meine liebe Bushi Bushcook hat es doch tatsächlich geschafft, dass ich nach Monaten endlich mal was anderes blogge als Hochzeitstorte. Bravo! Torte gibt es aber trotzdem.Und 'ne Zuckerschnegge. Aber das Beste verwahren wir uns natürlich bis ganz zum Schluss, des leggere Schneggsche, gelle.

Meine alten Schätzchen

Meine alten Kochbuch-Schätzchen präsentieren sich in einem kleinen Segment meines Kochbuchregals. Es gibt hier gekaufte Bücher, geschenkte Bücher, Klassiker

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und welche, die mit der Hand geschrieben wurden; das sind meine Lieblinge.

 

Heute stelle ich ein Buch vor, aus dem ich noch nie etwas gekocht oder gebacken habe, das mir aber wegen seines Aufbaus und der faszinierenden Fotos sehr gut gefällt. Es heißt "Die Küche und ihre Jahreszeiten", stammt aus dem Ullstein-Verlag, erschien 1936, wurde von Dr. E. Urban und B. v. Treskow geschrieben und hat einen Umfang von 571 Seiten. Der Einband besteht aus blauem grobem Leinen. Ein schönes Buch ist das.

Altes Schätzchen

Die Rezepte orientieren sich am Jahreslauf. Quartalsweise nach Monaten geordnet werden die Anleitungen präsentiert. Auch am farbigen Buchschnitt kann man die Einteilung erkennen. Grün = 1. Quartal, Weiß = 2. Quartal, Rosa = 3. Quartal, Blau = 4. Quartal. Jeder Monat beginnt mit einer Übersicht des saisonalen Angebotes an Lebensmitteln, seien es Gemüse, Fleisch, Fisch oder Obst.

Im Anschluss an den eigentlichen Rezeptteil erfahren wir noch etwas über Diätküche, Kranken- und Säuglingskost. Sehr lehrreich auch ein Abschnitt mit dem Titel: "Das merke dir, Hausfrau!", gefolgt von einem Sach- und Namensverzeichnis, das den Abschluss bildet.

Zum Thema Kochbücher soll sich die Hausfrau beispielsweise folgendes merken:

"Die überlieferten alten Kochbücher bieten meist eine Fülle guter Zubereitungs-Vorschriften, berücksichtigen aber, soweit es sich nicht um völlig umgearbeitete Neuausgaben handelt, nicht die außerordentlichen Fortschritte, die die Ernährungswissenschaft in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Neben dem guten Kochbuch ist es für die Hausfrau wichtig, ein Rezeptbuch anzulegen, in das sie die Rezepte einträgt, die sie von guten Freundinnen bekommt oder sonstwie sammelt. […]."

12 farbige und 28 schwarze Tafeln lockern das Buch ein wenig auf, es gibt Tafeln zu Fischen, Pilzen, Geflügel, Haushaltsgeräten, Gartengemüsen… meine liebste Tafel ist diese hier:

Süßspeisen
Die faszinierendste Abbildung jene:

Hasenabzug

Und die lustigsten Tafeln sind diese:

Der Gast und die Fleischbrühe 
Der Gast und die Schüsseln

Diese Klamotten! Herrlich.

Da im November Apfelzeit ist, habe ich mich für eine Apfeltorte entschieden, die ich euch aus dem Buch vorstellen möchte.

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Das Original liest sich so:

"Ein rundes Kuchenblech legt man mit Mürbeteig aus, belegt den Teig
dicht mit Apfelschnitten, gießt etwas zerlassene Butter darüber,
streut 1/2 Tasse Zucker, 1/2 Tasse Sultaninen und 3 Esslöffel
gehackte Mandeln darauf und schiebt den Kuchen in den heißen Ofen.
Backen, bis die Äpfel weich sind.

Dann schlägt man 3 Eiweiß zu steifem Schnee, zieht 3 Esslöffel
Zucker darunter, dann die 3 Eigelb und 1 Esslöffel Maispuder, gibt
diese Masse gleichmäßig über den Kuchen und stellt ihn nochmals 15
Minuten in den heißen Ofen. Den Guss braun backen lassen."

Apfeltorte, Anschnitt

Ja, das war gar nicht so schlecht. Allerdings habe ich beim Zubereiten die Zuckermenge drastisch reduziert, 100 Gramm Zucker auf die Äpfel zu streuen, denn soviel befand sich in 1/2 Tasse, das war mir dann doch zu wild.

Was ich nicht bedacht habe war, dass im Manzfred ein sehr feuchtes Klima herrscht. Nachdem der Guss auf den Kuchen kam, hätte ich die Ofentür etwas offen lassen sollen. Hab ich nicht gemacht, deshalb ist diese bräunliche Haube zäh und nicht besonders schmackhaft. Wenn der Eischnee knusprig gewesen wäre, dann hätte der Kuchen noch mal so gut geschmeckt.

Apfeltorte, Anschnitt auf Blech
Toll geschmeckt hat er nämlich. Und deshalb bekommt ihr auch ein "ordentliches" Rezept hinterher.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Apfelkuchen (M-TM)
Kategorien: Altes Kochbuch, Äpfel, Mürbeteig
Menge: 1 Runde Form

Zutaten

H MÜRBETEIG
150 Gramm   Mehl
100 Gramm   Butter, kalt
50 Gramm   Zucker
1 Pack.   Vanillezucker
1 Prise   Salz
H FÜLLUNG
      Äpfel
      Butter
40 Gramm   Zucker
70 Gramm   Sultaninen
30 Gramm   Mandeln, gehackt
H GUSS
3     Eier
30 Gramm   Zucker
7 Gramm   Maisstärke
1 Prise   Salz

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Dr. E. Urban, B. V. Treskow "Die Küche und ihre
  Jahreszeiten"
  Altes Kochbuch von 1936
  Erfasst *RK* 14.11.2012 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 170 ° C vorheizen. Einen Stich Butter in der unteren Etage schmelzen.

Zutaten für den Mürbeteig sind von mir zugefügt worden. Sie werden im Thermomix auf Stufe 5 zu Krümeln verarbeitet und auf ein rundes Kuchenblech mit 26 cm Durchmesser geschüttet. Festdrücken, dabei einen kleinen Rand hochdrücken.

Möglichst kleine Äpfel schälen, entkernen und vierteln. Dicht in Runden auf den Mürbeteig legen, mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Mit Zucker, Sultaninen und Mandeln bestreuen. Backen, bis die Äpfel weich sind. Das dauert ungefähr 25 Minuten. Gegen Ende der Backzeit kontrollieren, ob die Sultaninen eventuell zu dunkel werden. Dann abdecken.

Während der letzten 10 Minuten den Guss zubereiten. Eiweiß mit etwas Salz zu festem Schnee schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Eigelb mit Maisstärke verrühren und den Eischnee vorsichtig unterziehen. Die Masse auf dem Kuchen verteilen, nochmals 15 Minuten backen, bis der Guss schön braun ist. Dabei die Ofentür nicht ganz schließen, sonst wird der Guss zäh.

Anmerkungen, Jutta: Gebacken für Bushis Event LXXXII "Alte Schätzchen". War gut, kann wiederholt werden. Vielleicht auf den heißen Kuchen noch Zuckerguss streichen und Sahne dazu servieren.

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Zum Schluss, wie versprochen, präsentiere ich euch mein allerlieblingstes altes Schätzchen, das vorgestern wieder ein Jahr älter wurde und das mein Zuckerschneggsche ist.

Happy Birthday, altes Schätzchen 🙂

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Gedeckte Apfeltorte (M)

Gedeckte Apfeltorte – wie lange habe ich diesen Kuchen nicht gebacken?

2011 10 08 Gedeckter Apfel - komplett

Früher kam er ganz oft auf den Tisch, damals, als ich nur eine sehr überschaubare Menge an Kochbüchern besaß, der Drucker noch mit Nadeln arbeitete, das bedruckte Papier Löcher an den Seiten hatte und Computer zum Schreiben da waren und sonst nix konnten.

Vor drei Wochen war meine beste Freundin zu Besuch. Ihren sympathischen Lebensgefährten brachte sie mit, sowie neben einer schönen Pflanze auch einen ganzen Korb voller Äpfel. Alle möglichen Sorten, aus dem eigenen Garten und eigenhändig gepflückt. Lageräpfel wie der Boskoop waren dabei, aber auch Äpfel, die den netten Namen "Rheinische Schafsnase" trugen.

Vor unserem Urlaub hatte ich keine Zeit mehr, die Früchte zu verwerten. Aber da meine Freundin R. meinte, dass die Schafsnasen schnell verarbeitet werden müssen, habe ich sie gut gekühl gelagert, um sie nach der Rückkehr gleich zu verbrauchen. Aber was tun mit so einem Schatz? Kompott wollte ich nicht daraus kochen, das war mir zu profan. Irgendwas Ausgefallenes sollte es sein. Da fiel mir der gedeckte Apfelkuchen ein, den ich schon so lange nicht mehr gebacken hatte.

R. und ich waren Kolleginnen im Altenheim, kennen uns seit 30 Jahren und damals haben wir ab und an diesen Kuchen gefuttert. Deshalb – obwohl jetzt nicht wirklich soo ausgefallen und exklusiv – habe ich als schöne Erinnerung an alte Zeiten dieses Rezept gewählt.

2011 10 08 Gedeckter Apfel - komplett

Damals hatte ich noch keinen Dampfgarer und habe die Äpfel in der Mikrowelle kurz angegart. Vor Urzeiten habe ich auch kein Marzipan für die Füllung verwendet und statt dessen die Apfelmasse gezuckert. Aber die weniger süße Füllung schmeckt uns heute besser und ich habe den Eindruck, dass die Fruchtmasse weniger matschig ist, was dem Boden gut tut.

Uns tat der Kuchen jedenfalls sehr gut. Ganz prima hat er uns geschmeckt, wie früher. Aber etwas fehlte doch. R. und ihren Gefährten hätten wir gerne mit am Tisch gehabt. Beim nächsten Mal, gell?

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gedeckte Apfeltorte
Kategorien: Torte, Mürbeteig, Äpfel, Marzipan, Sultaninen
Menge: 1 Torte von 26 cm Durchmesser

Zutaten

H MÜRBETEIG
450 Gramm   Mehl
300 Gramm   Butter
120 Gramm   Zucker
30 Gramm   Vanillezucker
0,5 Teel.   Salz
H FÜLLUNG
2 kg   Äpfel, nicht vorbereitet gewogen
100 Gramm   Marzipanrohmasse
100 Gramm   Sultaninen
100 Gramm   Mandelstifte
1 Prise   Salz
H ZUSÄTZLICH
1 Schuss   Rum
3     Vollkornkekse, zerkrümelt
H GLASUR
      Puderzucker
      Rum oder Wasser
      Mandelblättchen

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 07.10.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Manzfred auf 190° C vorheizen.

Aus den Zutaten für den Teig in der Kenwood mit dem K-Haken einen Mürbeteig bereiten. Zunächst Streifen für den Springformrand zuschneiden. Restlichen Teig halbieren.

Einen Springformboden mit einer Hälfte Teigs belegen und 17 Minuten hellbraun backen. Auskühlen lassen. Aus der anderen Hälfte einen Deckel ausrollen und kühlen.

Apfel schälen und in nicht zu große Stücke schneiden. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einen ungelochten Behälter geben und offen im Dampfgarer, Universal, 100° C, 4 Minuten garen. 1 Schuss Rum zufügen.

Springformrand um den Boden legen, Teigstreifen anlegen. Boden mit den Keksbröseln bestreuen. Apfelmasse aufbringen, Deckel auflegen und gut festdrücken.

55 Minuten backen. Der Kuchen sollte schön braun sein. Falls nicht, noch ein paar Minuten zugeben. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann den Springformrand lösen.

Mit Rumglasur und Mandelblättchen garnieren.

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Warme Sauerkirschsauce (TM)

Die da unten

Warme Sauerkirsch-Sauce

brauchen wir demnächst mal.

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Warme Kirschsauce (TM)
Kategorien: Obst, Sauce, TM, Sultaninen
Menge: 4 bis 6 Portionen

Zutaten

500 Gramm   Sauerkirschen, entsteint
65 Gramm   Sultaninen (oder mehr)
40 Gramm   Zucker, braun
1/2 Teel.   Zimt, gemahlen
1 Prise   Nelken, gemahlen
1/2 Teel.   Salz

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 06.01.2011 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Alle Zutaten in den TM geben und 15 Min. / 100° / Sanftrührstufe kochen. Wenn man beinahe intakte Kirschen bevorzugt, ist die Sauce jetzt fertig. Man kann aber auch kurz auf Stufe 4 einen Teil der Kirschen pürieren. Wer eine Sauce ohne größere Fruchtstücke haben möchte, püriert auf Stufe 8 bis zur gewünschten Beschaffenheit.

Natürlich kann man die Sauce auch ganz normal im Topf zubereiten. Alle Zutaten zum Kochen bringen und bei schwacher Hitze 15 Minuten köcheln. Mit dem Zauberstab oder im Mixer pürieren, aufkochen und nochmals abschmecken.

Die Sauce passt zu Wild, gegrilltem Fleisch und Geflügel. Auch zu Pfannkuchen schmeckt die Sauce prima.

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Ja, ich kann auch kurz, da guckste, wa?

 

Rum-Sultaninen-Eis (TM)

Rum-Rosinen-Eis (TM)

Ich dachte bisher immer, Málaga-Eis würde Málaga-Eis heißen, weil Rosinen oder Sultaninen enthalten sind und es aus Málaga stammt. Deshalb habe ich mein Eis eigentlich unter dem Namen Málaga-Eis hergestellt. Rosinen oder deren Verwandte drin? Málaga!

Nun muss ich erfahren, dass Málaga-Eis seinen Namen von den in Málaga-Wein eingelegten Rosinen erhält und nur industriell hergestellte Ware mit Rumrosinen zubereitet wird. Was mich wiederum in Verzweiflung stürzt, weil mein Eis eben diese Rumfrüchte enthält. Und dann auch noch Sultaninen statt Rosinen. Oh nein!!!

Falls ihr jetzt vor lauter Málaga nicht mehr wisst, wo euch der Kopf steht, dann legt sofort los, dieses Rum-Sultaninen-Eis herzustellen. Es schmeckt einfach toll, ist gut zu portionieren und schneller weg, als man gucken kann.  Olé!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rum-Rosinen-Eis (TM)
Kategorien: Eis, Dessert, Alkohol
Menge: 2 bis 3 Portionen

Zutaten

45 Gramm   Zucker, braun
2     Eigelb
2 1/2 Gramm   Vanilleextrakt, flüssig (Fuchs)
5 Gramm   Dextrose
1 Prise   Salz
250 ml   Vollmilch
125 Gramm   Mascarpone
95 Gramm   Rumrosinen

Quelle

  Rezept modifiziert.
  Original: Malaga-Sahneeis
  "Eis für Genießer"
  ISBN: 978-3-88472-804-8
  Erfasst *RK* 03.12.2009 von
  Jutta Hanke

Zubereitung

Zucker im TM 10 Sek./Stufe 10 zu Puder zerkleinern. Schmetterling einsetzen. Eigelb, Salz, Vanilleextrakt und Dextrose zufügen. 10 Minuten / Stufe 2 / 50° C verrühren. Darauf achten, dass sich kein Eigelb an der Verbindung zwischen Mixtopf und Messer sammelt.

Milch langsam zugießen, während der TM 15 Minuten / Stufe 2 / 70° C rührt. Masse abkühlen lasen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Rumrosinen auf ein Siebchen geben und abtropfen lassen. Flüssigkeit auffangen.

Mascarpone im TM glatt rühren, Eiercreme langsam zufügen. Rum dazu und gut unterziehen.

Masse in der Eismaschine 20 Minuten gefrieren. Rosinen zugeben und weitere 10 Minuten gefrieren. In eine Dose umfüllen und im Tiefkühlgerät aufbewahren.

15 Minuten vor dem Servieren Eis in den Kühlschrank stellen, damit es besser portionierbar ist.

Anmerkungen, Jutta:

4.12.2009: Eis ist super geworden. Nach vier Stunden im Tiefkühler noch gut portionierbar. Schmeckt nicht sehr süß, mir gefällt das. Für Kinder nicht geeignet.

Dazu eventuell Punschkirschen, Eierlikör oder den Rum vom alten Rumtopf. Oder Rumrosinen und Krokant.

8.12.2009: Eis jetzt gut durchgefroren. Mit einem Portionierer, der in heißes Wasser getaucht wurde, kein Problem, das Eis zu entnehmen. Schmeckt prima.

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Falls ihr auf Málaga-Eis besteht, dann schaut hier nach.